Nürnberg
Hersbruck: „Verreckt Ihr drecks Islamisten!!! ALLAH ist nichts!“

Vor dem Haus einer Hersbruckerin wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag (15.08.2021-16.08.2021) antimuslimische Notizen angebracht. Auf den losen Zetteln stand „Verreckt Ihr drecks Islamisten!!! ALLAH ist nichts!“ sowie „ALLAH wird von Jesus in 1000 Stücke gerissen”.

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Hersbruck – Vor dem Haus einer Hersbruckerin wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag (15.08.2021-16.08.2021) antimuslimische Notizen angebracht. Auf den losen Zetteln stand „Verreckt Ihr drecks Islamisten!!! ALLAH ist nichts!“ sowie „ALLAH wird von Jesus in 1000 Stücke gerissen”. Unweit der Wohnung der Hersbruckerin befindet sich die Alevitische Gemeinde in Hersbruck. Die Bürgerin fühlt sich bedroht und ist tief traurig über diesen Vorfall. Sie erstattete unmittelbar nach der Tat Anzeige bei der Polizei.

Die Türkische Gemeinde in der Metropolregion Nürnberg (tgmn) hat den Vorfall als besorgniserregend eingestuft und aufs Schärfste verurteilt

tgmn-Vorsitzender Bülent Bayraktar in einer Pressemitteilung:

Unser Ziel ist es, dass wir alle in der Metropolregion friedlich und sicher niteinander zusammenleben. Wir verfolgen akribisch rassistische Tendenzen und Vorfälle in der Metropolregion Nürnberg. Wir stehen mit Vereinen, Sicherheitskräften, Stadtverwaltungen, Politikern und Mandatsträgern in engem Kontakt. Wir standen den Moscheegemeinden in jüngster Zeit zur Seite, als Sie mit Drohbriefen oder physischen Angrifffen attackiert worden sind. Wir sind dankbar, dass im Falle der Bedrohung der Röthenbacher Moscheegemeinde und Politikern die Täterin Susanne G. sehr zeitnah ermittelt wurde und verurteilt worden ist.  Jedoch befindet sich mutmaßlich in Mittelfranken ein Netzwerk von Neonazis, die eng mit der NSU, FNS und dem ‚III. Weg‘ agieren. Daher nehmen wir jede Bedrohung von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Moscheen sehr ernst. Wir beklagen drei Mordopfer durch den Nationalsozialistischen Untergrund in Nürnberg.

Die tgmn habe den Vorfall in Hersbruck auch dem Vorstand der Allianz Gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg gemeldet und Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg darüber informiert.

In einer E-Mail-Antwort schrieb der Geschäftsleiter der Stadt Hersbruck Karlheinz Wölfel:

„Herr Erster Bürgermeister Ilg befindet sich derzeit noch im Urlaub.
Sie dürfen versichert sein, dass die Stadt Hersbruck diesen Vorfall für die Hersbrucker
Bürgerin zutiefst bedauert und ein derartiges Verhalten vollumfänglich missbilligt.
Die Stadt Hersbruck ist bewusstes Mitglied in der Allianz gegen Rechtsextremismus in der
Europäischen Metropolregion Nürnberg. Damit bringt die Stadt Hersbruck zum Ausdruck, egal welchen politischen, sozialen, religiösen, nationalen oder rechtlichen Hintergrund die Menschen haben, geht es immer darum, allen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, insbesondere Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Islamfeindlichkeit sowie Menschenverachtung und Demokratiefeindlichkeit entschieden entgegenzutreten. Wir werden wegen des Vorfalls auch mit der Polizeiinspektion Hersbruck Kontakt aufnehmen, um noch genauere Hintergrundinformationen zu erhalten, die wir Herrn Ersten Bürgermeister Ilg nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub, zusammen mit Ihrer E-Mail vorlegen werden. Er wird dann Kontakt mit Ihnen aufnehmen.“

Bereits im Jahre 2018 fiel die Gaststätte “Deutsches Haus” in Hersbruck mit der
islamfeindlichen Botschaft “NO MOSLEM” im Eingangsbereich auf einer Tafel auf. Das verbotene Neonazi-Netwerk “Freies Netzwerk Süd” hatte Unterstützer in der Stadt
Hersbruck. Es wird von Bürger*inen berichtet, dass rechtsextreme Tendenzen in der Stadt zu beobachten sind, wie z.B. das laute Hören von Liedern von Neonazi-Musikbands.
Ein 21-jähriger Hersbrucker Student wurde Anfang 2021 wegen Waffenbesitz und
Zurschaustellung von Neonazi-Symbolen verurteilt.

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