Fremdenfeindlichkeit
Brandanschlag von Mölln: Muslime und Christen gedenken gemeinsam Opfer der Schreckenstat

Am gestrigen Mittwoch wurde zum 24. Mal des Brandanschlags von Mölln gedacht, dessen Ziel zwei türkische Familien gewesen waren. Bei der Attacke im Jahr 1992 waren drei Menschen getötet und neun schwer verletzt worden.

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Solingen (nex) – Am gestrigen Mittwoch wurde zum 24. Mal des Brandanschlags von Mölln gedacht, dessen Ziel zwei türkische Familien gewesen waren. Bei der Attacke im Jahr 1992 waren drei Menschen getötet und neun schwer verletzt worden. 24 Jahre später haben Christen und Muslime in einem gemeinsamen Gottesdienst der Toten gedacht.

In der Nacht des 23. November 1992 hatten zwei Neonazis zwei Häuser im Zentrum von Mölln in Brand gesetzt, dessen Ziel die türkischen Bewohner der Häuser, Familie Arslan und Familie Yilmaz, gewesen waren.

Zwei Mädchen, die zehnjährige Yeliz Arslan und die 14-jährige Ayse Yilmaz sowie Yeliz‘ Großmutter Bahide Arslan (51) starben. Neun Menschen wurden bei dem Anschlag schwer verletzt. Die Täter, Lars Christiansen und Michael Peters, riefen unmittelbar nach dem Anschlag stolz bei der Polizei an.

Ihre Bekenneranrufe beendeten sie mit „Heil Hitler“. Beide Männer sind längst wieder auf freiem Fuß. Auch eine weitere Veranstaltung ist im Laufe der Jahre mittlerweile zu einer Tradition geworden: die Gedenkwoche unter dem Motto „Das Erinnern erkämpfen“.

Der „Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992“, die aus Familienangehörigen und Freunden der Opfer sowie Mitgliedern verschiedener antifaschistischer und antirassistischer Gruppen besteht, luden die Menschen zum gemeinsamen Gedenken der Opfer vor einem der beiden Häuser in der Mühlenstraße 9 ein.

Der Bürgermeister von Mölln, Jan Wiegels, der an der Gedenkveranstaltung teilnahm, erklärte, dass die Zunahme „rassistischer und rechtsextremistischer Gewalt in Deutschland alarmierend ist“. Nach offiziellen Angaben sei in den vergangenen Jahren die Zahl rassistischer Straftaten um 35 Prozent gestiegen.

Allein 2015 seien mehr als 13.000 Straftaten mit rassistischem Hintergrund begangen worden, so Wiegels weiter. Er appellierte an die Teilnehmenden, Haltung gegen Rassismus einzunehmen, damit die Ereignisse von Mölln sich nie mehr und nirgendwo wiederholten.


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