ArchiveGenocide.com
Gaza: Neues Portal archiviert Horroraufnahmen des Krieges

Es ist ein Projekt von beispiellosem und zutiefst verstörendem Ausmaß: Unter dem Namen ArchiveGenocide.com haben Aktivisten eine gigantische, frei zugängliche Online-Datenbank gestartet, die das Grauen des Gazakrieges unzensiert dokumentiert.

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Gaza – Es ist ein Projekt von beispiellosem und zutiefst verstörendem Ausmaß: Unter dem Namen ArchiveGenocide.com haben Aktivisten eine gigantische, frei zugängliche Online-Datenbank gestartet, die das Grauen des Gazakrieges unzensiert dokumentiert.

Wer die Startseite der Plattform aufruft, wird sofort mit einer unmissverständlichen und drastischen Warnung konfrontiert: Die Seite zeigt unzensierte Bilder von Tod, schwersten Verstümmelungen und extremer Gewalt. Der Inhalt ist von einer derart grauenhaften, herzzerreißenden Brutalität, dass er selbst abgehärtete Betrachter nach wenigen Augenblicken an ihre psychischen Grenzen bringt. Wie unerträglich das dokumentierte Material ist, zeigt die Reaktion eines Nutzers stellvertretend für Tausende im Netz:

„Ich habe es genau 5 Sekunden ausgehalten“, schreibt der User BostonPatriot auf X. „Ich habe selbst drei Töchter. Ein kleines, blutüberströmtes Mädchen auf einem Tisch vor Schmerz schreien zu sehen, während ihre Angehörigen versuchen, sie zu trösten, ist einfach unerträglich. Aber es muss geteilt werden.“

„Ich zögere, Ihnen zu gratulieren, denn das Ausmaß des Grauens in diesen Videos ist unglaublich herzzerreißend. Dennoch mussten diese Videos gezeigt werden. Jeder, der zur Menschheit gehört, sollte entsetzt sein und sich schämen, wenn er Israel unterstützt. Gott segne Sie und machen Sie weiter so. Unterzeichnet von einem dreimaligen Trump-Wähler“, so ein weiterer Nutzer.

Bisher waren die zehntausenden Opfer dieses Konflikts für viele Menschen im Westen oft nur anonyme Zahlen in den Nachrichten, da etablierte Großmedien aus ethischen Gründen oder zum Schutz der Zuschauer meist auf die Verbreitung solch schockierender, expliziter Bilder und Videos verzichten.

(Foto: Dr Mimi Syed/Volksgrant)

 

Das neue Projekt bricht dieses mediale Tabu radikal. Ziel der Macher ist es, die Verbrechen für die Nachwelt und für spätere juristische Prozesse zu sichern, bevor die Beweise von den Algorithmen der großen Social-Media-Konzerne gelöscht werden oder durch die Zerstörung von Smartphones und Festplatten vor Ort verloren gehen.

Das Ausmaß: 2,4 Terabyte unzensiertes Beweismaterial

Angekündigt wurde die Plattform am 2. Juli 2026 von dem bekannten Recherche-Account Israel Exposed. Zum Start umfasst die durchsuchbare Datenbank exakt:

  • 64.537 Videos
  • 17.905 Fotos

Über 300 verifizierte Quellen, darunter namhafte palästinensische Journalisten und Fotografen vor Ort wie Motaz Azaiza, Plestia Alaqad, Wael Al Dahdouh und Bisan Owda.

Zusammengenommen bietet das Archiv Zugriff auf mehr als 82.000 einzelne visuelle Beweismittel aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. Der große technische Vorteil für Journalisten, Menschenrechtler und Ermittler: Man muss nicht mehr – wie bisher – riesige, unübersichtliche Datenarchive herunterladen.

Die Webseite hat das Material in einer gridbasierten, filterbaren Benutzeroberfläche sortiert. Nutzer können die Dateien gezielt nach Datum, Medientyp, Quelle und geografischer Lage durchsuchen und jedes Video einzeln herunterladen.

Ein 6- oder 7-jähriges Mädchen mit einer Schusswunde am Kopf.
(Foto: Mimi Syed)

Minutengenaue Ortung und juristische Relevanz

ArchiveGenocide.com ist jedoch mehr als nur eine ungeordnete Sammlung von Schockbildern. Das Projekt verfügt über eine integrierte Geolokalisierung, die in Zusammenarbeit mit dem Open-Source-Ermittler Abu Location betrieben wird.

Dadurch kann fast jedem Video und Foto der exakte Aufnahmeort zugewiesen werden – ein entscheidender Faktor, um eine lückenlose Chronologie von Angriffen zu erstellen. Zudem leitet die Seite auf eine interaktive Live-Karte weiter, die via Liveuamap Angriffe und Truppenbewegungen im Minutentakt aufzeichnet.

Nach Angaben der Betreiber dienen die Rohdaten, die insgesamt rund 2,4 Terabyte umfassen und dezentral über Torrent-Netzwerke gegen Server-Takedowns geschützt sind, bereits als Beweismittel für internationale Gerichte. Das Material wurde laut der About-Seite der Plattform unter anderem an den Internationalen Strafgerichtshof (IGH), die Hind Rajab Foundation sowie an das südafrikanische Anwaltsteam übermittelt, das die Völkermord-Klage gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof (IKG) führt.

Massiver Zuspruch im Netz bei gleichzeitiger emotionaler Wucht

In den sozialen Netzwerken verbreitet sich der Link zur Seite derzeit rasant. Tausende Nutzer fordern dazu auf, die Datenbank zu teilen und zu spiegeln, um die Zensur der Plattform-Algorithmen zu brechen. Viele Kommentatoren betonen, dass die Seite der ultimative Augenöffner für all jene sei, die die Augen vor dem Leid der Zivilbevölkerung und insbesondere der Kinder in Gaza verschließen.

Gleichzeitig löst das Projekt eine Debatte über die immense psychische Belastung beim Sichten des Materials aus. Mediziner und Beobachter loben zwar die historische Wichtigkeit dieser Archivierung, warnen jedoch zeitgleich vor den potenziellen Traumata für normale Betrachter.

Dennoch herrscht in den Kommentarspalten Einigkeit darüber, dass das Wegsehen angesichts der schieren Dimension der Katastrophe keine Option mehr sein darf.

 

 


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