Kallas-Besuch
Krah: Türkei ist strategischer Gamechanger jeder Europapolitik

AfD-Politiker Krah sieht Kurswechsel der EU als Bestätigung: Die Türkei ist der strategische Gamechanger für Europa. Deutschland wird davon profitieren.

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Brüssel – Die innenpolitischen Nachwehen des hochrangigen EU-Staatsbesuchs in Ankara erreichen die deutsche Bundespolitik.

Nachdem die neue Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, am Dienstag die unverzichtbare Rolle der Türkei für die europäische Sicherheitsarchitektur hervorgehoben hatte, meldete sich nun der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah auf der Plattform X zu Wort.

Er sieht in der Kehrtwende der Brüsseler Spitzenpolitik eine Bestätigung seiner eigenen außenpolitischen Positionen.„Als ich 2023 sagte: ‚Präsident Erdogan ist nicht unser Feind!‘ gab es noch viel Unverständnis“, erklärte Krah in seinem Beitrag.

Mittlerweile habe jedoch selbst die EU-Chefdiplomatische Kallas die fundamentale Relevanz der Türkei erkannt. Das Land sei laut Krah der „strategische Gamechanger jeder Europapolitik“. Von einer engen und pragmatischen Zusammenarbeit werde Deutschland letztlich am meisten profitieren.

Krah wirbt für eine engere geopolitische und wirtschaftliche Partnerschaft zwischen Deutschland und der Türkei. Er bezeichnet die Türkei als „idealen Partner“ für Stabilität und Migration, lobt deren wirtschaftliches Potenzial und hat in der Vergangenheit auch mehrfach den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan als Vorbild für eine entschlossene Politik gelobt.

„Erdogan ist nicht dein Feind“, so Krah in einem Video an seine Follower 2023. Erdogan sei von den Menschen wiederholt zum Präsidenten der Türkei gewählt worden und „seine Bilanz als türkischer Präsident“ könne sich sehen lassen. Er setze sich, im Gegensatz zu deutschen Politikern, stets „für türkische Interessen ein“, so der EU-Politiker. Aus diesem Grund würden deutsche Politiker ihn nicht mögen.

Krah:

„Sie sollten sich für deutsche Interessen einsetzen, dann hätten sie auch kein Problem mit Erdogan. Wir brauchen in Deutschland Politiker, die sich für deutsche Interessen einsetzen und die dann Diplomatie mit türkischen Politikern betreiben, die sich für türkische Interessen einsetzen. Aber wir brauchen nicht deutsche Politiker, die nicht einmal wissen, was deutsche Interessen sind und dann ihre türkischen Kollegen ablehnen, weil er das tut, wofür er gewählt ist, nämlich sich für türkische Interessen einsetzen.“

Deutschland und die Türkei seien seit Jahrhunderten befreundete Partner und arbeiteten zusammen, betonte Krah weiter. Dies habe „beiden Ländern immer geholfen“. Daran wolle die AfD anknüpfen. Patrioten seien „niemals Feinde“.

Brüsseler Kehrtwende in Ankara

Hintergrund von Krahs Äußerungen ist das jüngste Spitzentreffen im türkischen Präsidentschaftskomplex, bei dem eine hochrangige EU-Delegation unter der Führung von Kallas demonstrativ die Nähe zu Ankara suchte.

Angesichts der globalen Krisenherde in der Ukraine und im Nahen Osten vollzieht Brüssel derzeit einen spürbaren Kurswechsel hin zu einer vertieften strategischen Partnerschaft mit der türkischen Führung. Kallas hatte nach ihren Gesprächen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan ausdrücklich betont, dass die Türkei ein „Schlüsselpartner in den Bereichen Sicherheit, Migration und Energie sowie ein EU-Kandidatenland“ sei.

Zudem hob die EU-Führung das massive Gewicht Ankaras beim Schutz der NATO-Ostflanke sowie bei der Sicherung alternativer Handelsrouten wie dem „Mittleren Korridor“ hervor, welcher Asien und Europa unter Umgehung Russlands verbindet.

Vorbereitung auf den NATO-Gipfel

Die veränderten geopolitischen Realitäten zwingen die europäischen Akteure zu einer pragmatischen Realpolitik, die Akteure wie Krah bereits in der Vergangenheit eingefordert hatten.

Die Stimme der Türkei gewinnt auf der internationalen Bühne zunehmend an Gewicht – insbesondere mit Blick auf die strategische Neuordnung in Syrien, dem Gazastreifen und dem Iran. Die intensiven diplomatischen Abstimmungen dienen auch als direkte Vorbereitung auf den bevorstehenden NATO-Gipfel, der vom 7. bis 8. Juli in Ankara stattfinden wird.

Das Treffen in der kommenden Woche gilt als richtungsweisend für die Stabilisierung der transatlantischen Beziehungen und unterstreicht die Rolle der Türkei als unverzichtbarer Akteur an der Schnittstelle zwischen Europa und dem Nahen Osten. 

 


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