Huthis möchten Führung übernehmen
Jemen: Friedensgespräche für einen Monat ausgesetzt

Die mit dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Salih verbündeten schiitischen Huthis ernannten zehn Personen, die einen Rat zur Führung des gesamten kriegszerrütteten Landes bilden sollten.

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Kuwait-Stadt (nex) – Der UN-Gesandte Islami Ould Cheikh Ahmed kündigte am gestrigen Samstag eine einmonatige Aussetzung der Friedensgespräche zwischen der jemenitischen Regierung und der schiitischen Gruppierung zur Lösung des Konflikts in dem arabischen Land an.

Ahmed, der auf einer Pressekonferenz in Kuwait-Stadt sprach, erklärte, dass die Gespräche in einem Monat an einem noch bekanntzugebenden Ort fortgesetzt würden. Der jemenitische Außenminister Abdulmalik al-Mekhlafi bestätigte am heutigen Sonntag, dass die unter UN-Vermittlung geführten Verhandlungen mit den Huthis ergebnislos beendet worden seien.

Der Schritt kam, unmittelbar nachdem die mit dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Salih verbündete schiitische Gruppierung zehn Personen ernannte, die einen Rat zur Führung des gesamten kriegszerrütteten Landes bilden sollten.

Der Jemen versinkt seit Ende 2014 im Chaos. Die Huthis und ihre Verbündeten brachten damals die Hauptstadt Sanaa sowie andere Teile des Landes unter ihre Kontrolle. Sie zwangen Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und seine von Saudi-Arabien gestützte Regierung, nach Riad zu fliehen.

Im März vergangenen Jahres starteten Saudi-Arabien und seine Verbündeten eine massive Militäroffensive im Jemen mit dem Ziel, die von den Huthis eingenommenen Gebiete zurückzuerobern und Hadis angeschlagene Regierung wiedereinzusetzen.

Pro-Hadi-Kräfte werden mit Luftschlägen der Saudis unterstützt und haben seitdem große Gebiete im Süden des Landes, darunter auch die wichtige Stadt Aden, zurückerobert. Es ist ihnen jedoch bislang nicht gelungen, Sanaa und andere strategisch wichtige Gebiete wiedereinzunehmen.

Im April waren die jemenitische Regierung und die schiitischen Huthis in unter der UNO geführte Verhandlungen zur Lösung des Konflikts eingetreten, bei dem bislang mehr als 6.400 Menschen getötet wurden und weitere 2,5 Millionen fliehen mussten.

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