Außenwirtschaft
Türkei: Leistungsbilanz profitiert von niedrigen Ölpreisen und sinkender Inflation

Der anhaltend niedrige Ölpreis hatte zur Folge, dass die Türkei im Laufe des Wirtschaftsjahres 2015 ihr Leistungsbilanzdefizit weiter verringern konnte.

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Ankara (nex) – Das Leistungsbilanzdefizit der Türkei betrug im Januar 2,22 Mrd. US-Dollar, was einen Rückgang von 216 Millionen gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres bedeutet. Dies teilte die türkische Zentralbank am Donnerstag mit. Das laufende Defizit der letzten 12 Monate fiel von 42,9 Mrd. im Januar 2015 auf 31,9 Mrd. im vergangenen Januar. „Die Entwicklung des Leistungsbilanzdefizits ist hauptsächlich zurückzuführen auf einen Rückgang des Defizits im Bereich des Gütertransfers in Höhe von 250 Millionen auf derzeit 2,84 Mrd. und einem Rückgang des Defizits bei den Primäreinkommen, das um 25 Millionen US-Dollar auf derzeit 434 Millionen fiel“, hieß es im Bericht der Bank. Insbesondere die gefallenen Ölpreise hätten sich in signifikanter Weise positiv auf das derzeitige Leistungsbilanzdefizit und die Inflation ausgewirkt. Auch die Ratingagentur Moody’s hatte damit gerechnet, dass die Preisentwicklung auf den Ölmärkten zu einem Rückgang in diesen Bereichen führen würde.

Seit Mitte 2014 sind die Ölpreise um etwa 65 Prozent gefallen, die Entwicklung ging von 115 US-Dollar pro Barrel auf unter 30 US-Dollar Anfang des Jahres 2016, womit der tiefste Stand in sieben Jahren und der schnellste Absturz seit 2008 markiert wurde. Derzeit liegt der Preis im Schnitt wieder bei 40 US-Dollar per Barrel. Die Energieimporte der Türkei sanken dem Statistikamt TurkStat zufolge im Jahr 2015 um 31 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Insgesamt habe man im Vorjahr Energieimporte im Gegenwert von 37,8 Mrd. US-Dollar zu verzeichnen gehabt, um 17 Mrd. weniger als 2014. Insgesamt importierte die Türkei im Vorjahr Waren und Dienstleistungen im Wert von 207 Mrd. US-Dollar, ein knappes Fünftel davon entfiel auf Energieimporte. Die Exporte der Türkei beliefen sich im Januar 2016 auf insgesamt 9,6 Mrd. US-Dollar, was einem Rückgang um 22 Prozent gegenüber dem Januar des Vorjahres gleichkommt. Die Importe lagen demgegenüber bei 13,4 Mrd. US-Dollar, was einem Minus von 19,7 Prozent entspricht.

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