London
Wimbledon: Türkische Tennisspielerin Zeynep Sönmez mit Palästina-Symbol

Kreativer Protest in London: Die türkische Tennisspielerin Zeynep Sönmez setzt bei Wimbledon trotz offiziellen Verbots ein Zeichen für Palästina.

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London – Die Wimbledon Championships sind weltweit für ihre traditionsreichen und strengen Bekleidungsvorschriften bekannt. Doch bei der aktuellen Auflage des Turniers im Jahr 2026 zog die türkische Top-Tennisspielerin Zeynep Sönmez die Blicke mit einem subtilen, aber unübersehbaren Protest auf sich: einem Wassermelonen-Symbol auf ihrem Schläger, mit dem sie ein offizielles Verbot der Turnierleitung umging.

Nach ihrem Ausscheiden in der zweiten Runde des Grand-Slam-Turniers sprach die derzeit beste Tennisspielerin der Türkei, Zeynep Sönmez, mit der Nachrichtenagentur Anadolu über die Hintergründe. Zuvor hatte sie bei ihren Turnieren regelmäßig einen Anstecker getragen, um ihre Solidarität mit Palästina zu bekunden. Die Organisatoren des All England Club machten ihr in Wimbledon jedoch einen Strich durch die Rechnung und untersagten das Tragen der Anstecknadel auf dem Platz.

Kritik an ungleicher Behandlung durch die Turnierleitung

Sönmez suchte daraufhin das direkte Gespräch mit den Verantwortlichen und kritisierte dabei eine offensichtliche Ungleichbehandlung. Während Symbole und Flaggen zur Unterstützung der Ukraine auf den Plätzen gestattet seien, werde Solidarität mit Palästina blockiert.

„Sie haben uns letztendlich unmissverständlich klar gemacht, dass sie den Pin auf keinen Fall erlauben würden“, erklärte Sönmez. „Also darf ich den Anstecker nicht tragen. Einen Vibrationsdämpfer im Schläger kann ich jedoch benutzen, dagegen können sie keine Einwände erheben. Deshalb habe ich das Wassermelonen-Symbol auf meinen Schläger gesteckt.“

Die Wassermelone als globales Symbol des Widerstands

Dass die Wahl auf die Wassermelone fiel, ist kein Zufall. Die Frucht wächst in Palästina und teilt exakt die Farben der palästinensischen Nationalflagge: Rot, Grün, Weiß und Schwarz. In Regionen und Kontexten, in denen das offizielle Zeigen der Flagge eingeschränkt oder verboten ist, hat sich die Wassermelone weltweit zu einem etablierten Symbol für den palästinensischen Widerstand, die Resilienz und die Solidarität gegen die israelische Besatzung entwickelt.

Sportliche Bilanz und ein Blick hinter die Kulissen

Sportlich lief es für die junge Türkin, die sich in der Weltrangliste fest in Richtung der Top 50 bis 60 vorgearbeitet hat, im Einzel nicht ganz nach Plan. Sönmez musste sich in der zweiten Runde der US-Amerikanerin Claire Liu mit 7:5 und 6:3 geschlagen geben.

Nach dem Match zeigte sich die Athletin selbstkritisch und betonte, dass sie nicht ihr bestes Tennis abrufen konnte, zu viele einfache Fehler machte und den Matchplan nicht wie gewünscht umsetzte. Während das Einzel damit für sie beendet ist, schlägt Sönmez in Wimbledon weiterhin in den Doppel-Wettbewerben auf. Am generellen Trainingskonzept werde ihr Team vor den nächsten Turnieren nichts Grundlegendes ändern, sondern gezielt an Schwachstellen arbeiten.

Für Aufsehen abseits des Spiels sorgten zudem handschriftliche Notizen, die Sönmez während der Satzpausen immer wieder aufmerksam las. Gegenüber Anadolu lüftete sie das Geheimnis hinter den Zetteln. Diese enthalten zum einen präzise, vorab erstellte Analysen über die Stärken und Schwächen der jeweiligen Gegnerin.

Zum anderen dienen sie der mentalen Stabilität in besonders stressigen Momenten auf dem Platz. Sönmez erklärte hierzu, dass sie sich vorab wichtige taktische Erinnerungen notiere, die ihr in nervösen Phasen helfen, die nötige Ruhe zu bewahren und einen klaren Kopf zu behalten.

Zum Abschluss des Turniers fand die Tennisspielerin emotionale Worte für die Fans in der Heimat. Die Unterstützung aus der Türkei sei während ihrer gesamten Zeit in London unschätzbar wertvoll gewesen. Sie habe sich auf dem heiligen Rasen von Wimbledon zu keinem Zeitpunkt allein gefühlt, sondern die Energie der Fans wie eine kollektive Kraft direkt auf dem Platz gespürt.

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