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Epstein-Akten
Hollywood: Tom Hanks und die Epstein-Akten

Nach der Veröffentlichung von rund 3,5 Millionen Dokumenten im Zusammenhang mit den Ermittlungen des US-Justizministeriums gegen Jeffrey Epstein im Januar und Februar 2026 wurden die sozialen Medien mit Behauptungen über prominente Persönlichkeiten überschwemmt.

Tom Hanks, 2009 (Foto: Wikipedia)
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Berlin – Sobald Millionen von Gerichtsdokumenten im Zusammenhang mit dem Kinderschänder Jeffrey Epstein veröffentlicht wurden, füllten sich die sozialen Medien mit viralen Screenshots und brisanten Behauptungen. Dabei gab es jede Menge Falschinformationen.

Ende Januar 2026 veröffentlichte das US-Justizministerium (DOJ) mehr als 3,5 Millionen Dokumente im Zusammenhang mit dem verurteilten Kinderschänder Jeffrey Epstein. Zu den prominentesten Namen, die in viralen Beiträgen genannt wurden, gehört der Oscar-Preisträger Tom Hanks.

Die Veröffentlichung ermöglichte es der Öffentlichkeit, Epsteins Verbindungen zu Prominenten, Wirtschaftsführern und anderen einflussreichen Persönlichkeiten zu untersuchen. Aber sie öffnete auch eine Büchse der Pandora voller Gerüchte, Fehlinterpretationen und regelrechter Desinformation – sodass viele Schwierigkeiten hatten, überprüfbare Fakten von viralen Fiktionen zu unterscheiden.

DW Fact Check erklärt, warum es in solchen Fällen so schwierig ist, Gerüchte von der Realität zu trennen.

„Nur weil man die Dokumente hat, heißt das noch lange nicht, dass man sie sofort durchsuchen kann“, sagte Gianna Grün, Leiterin des Datenjournalismus bei DW. „Man muss sie zuerst maschinenlesbar machen“, so Grün.

„Auch wenn es sich nun um öffentliche Aufzeichnungen handelt, bedeutet das nicht, dass sie verifiziert, wahr oder korrekt sind“, merkte Steve Eder, investigativer Reporter der New York Times, an. Die Zeitung hat das Vorhaben als „eines der größten und komplexesten Berichterstattungsprojekte in der jüngeren Geschichte der New York Times“ bezeichnet.

Dutzende von Redaktionen durchforsten derzeit das Material. Einige arbeiten organisationsübergreifend zusammen, während andere sich auf KI-Tools verlassen, um die Daten zu strukturieren und zu verarbeiten.

„Mit Hilfe von KI habe ich ein Tool geschrieben, das die Suchfunktion des DOJ nutzt, damit Reporter schnell alle Seiten der Suchergebnisse extrahieren und in eine Tabelle einfügen können“, erklärte Dylan Freedman, KI-Projektredakteur der New York Times, in einem internen Interview.

Behauptungen über widerrufene Staatsbürgerschaft

Ein vielfach geteilter Bericht behauptete kürzlich, dass Tom Hanks die Einreise nach Griechenland verweigert und ihm die griechische Ehrenbürgerschaft aberkannt worden sei. Die Beiträge nannten einen „griechischen Außenminister“ namens „Jostaki Barronopolous“ als Quelle dieser Entscheidung und behaupteten, dass dieser Schritt eine direkte Reaktion darauf sei, dass Hanks‘ Name in den kürzlich freigegebenen Epstein-Akten auftauchte.

Eine Untersuchung der Deutschen Welle (DW) und anderer internationaler Nachrichtenagenturen hat diese Geschichte jedoch als reine Erfindung eingestuft. Ihren Berichten zufolge gibt es in der griechischen Regierung keinen Minister namens „Jostaki Barronopolous“; der derzeitige Außenminister Griechenlands ist George Gerapetritis.

Darüber hinaus gab es keine offiziellen Verlautbarungen seitens des griechischen Staates bezüglich einer Änderung des Staatsbürgerschaftsstatus von Hanks oder seiner Frau Rita Wilson, die beide im Jahr 2020 Ehrenpässe erhalten hatten.

Erwähnung in den offiziellen Dokumenten

Was die Erwähnung seines Namens in den eigentlichen Gerichtsdokumenten angeht, haben Faktenprüfer von AAP FactCheck und PolitiFact die veröffentlichten Teile analysiert, darunter Flugprotokolle und Abschriften von Aussagen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass zwar Tausende von Namen auf den Millionen von Seiten auftauchen, Tom Hanks jedoch weder als Besucher von Epsteins Privatinsel noch als Passagier des Privatjets „Lolita Express“ aufgeführt ist.

Analysten stellten fest, dass in den wenigen Fällen, in denen der Name „Tom Hanks“ in dem umfangreichen Archiv auftaucht, dies im Zusammenhang mit beiläufigen Erwähnungen oder allgemeinen Gesprächen über Hollywood geschieht, ohne dass es Hinweise auf Fehlverhalten oder eine persönliche Verbindung zu Epsteins kriminellen Aktivitäten gibt.

Reporter der New York Times, die an einem umfangreichen Projekt zur Indexierung der Akten beteiligt waren, betonen, dass ein Name, der in einem Dokument auftaucht, allein noch keine Beteiligung an illegalen Handlungen belegt.

Virale „durchgesickerte Listen“

Digitale Forensikexperten haben sich auch mit den „durchgesickerten Listen“ befasst, die auf Plattformen wie X und Facebook kursieren. Viele dieser Bilder, auf denen Hanks‘ Name rot markiert ist, wurden als manipulierte Screenshots identifiziert. Organisationen wie Lead Stories haben darauf hingewiesen, dass diese viralen Listen oft die tatsächlichen Gerichtsdokumente mit älteren, widerlegten Verschwörungstheorien vermischen.

Während die Überprüfung der verbleibenden Millionen Seiten weitergeht, behaupten unabhängige Ermittler und Journalisten, dass es auf Grundlage aller derzeit verifizierten Daten keine Beweise gibt, die Tom Hanks mit den Verbrechen im Zusammenhang mit dem Fall Epstein in Verbindung bringen.

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