Istanbul – Ein Zusammentreffen der Superlativen: Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Dienstag die US-Basketball-Ikone Shaquille O’Neal im hochmodernen „Basketbol Gelişim Merkezi“ in der Millionenmetropole Istanbul empfangen.
Das Treffen unterstreicht den rasanten Aufstieg der Türkei zu einer der führenden Basketball-Nationen der Welt, der zuletzt durch den Vize-Europameistertitel 2025 gekrönt wurde.

Shaq und Erdoğan am Ball
In lockerer Atmosphäre trafen sich der 2,16 Meter große „Shaq“ und das türkische Staatsoberhaupt auf dem Parkett des neuen Zentrums im Stadtteil Zeytinburnu. Begleitet von MİT-Chef İbrahim Kalın und Sportminister Osman Aşkın Bak, tauschten die beiden signierte Basketbälle aus und besichtigten die Trainingseinrichtungen.
O’Neal, der als einer der dominantesten Spieler der NBA-Geschichte gilt, zeigte sich sichtlich beeindruckt von der Infrastruktur des Komplexes, der nicht nur Profis beherbergt, sondern auch eine spezialisierte Basketball-Highschool umfasst.
Die Rückkehr an die Weltspitze: EM-Silber 2025
Der Besuch der NBA-Legende fällt in eine Ära neuerlicher türkischer Dominanz auf dem Korb. Erst im September 2025 begeisterte die türkische Nationalmannschaft die Sportwelt, als sie sich in einem dramatischen Finale der EuroBasket nur knapp dem Weltmeister Deutschland mit 83:88 geschlagen geben musste.
Dieser Gewinn der Silbermedaille markierte die Rückkehr der Türkei auf das internationale Podium und unterstrich die Qualität der neuen Generation um NBA-Star Alperen Şengün.
Eine Tradition des Erfolgs: Von 2001 bis heute
Die Erfolgsgeschichte des türkischen Basketballs ist jedoch kein neues Phänomen. Bereits Anfang der 2000er Jahre schaffte es die Türkei, sich als globale Kraft zu etablieren. Unvergessen bleibt die Europameisterschaft 2001 im eigenen Land, bei der die legendären „12 Dev Adam“ (12 Riesentypen) um Hedo Türkoğlu und Mirsad Türkcan ebenfalls Vize-Europameister wurden.
Diesen Erfolg konnte man 2010 bei der Heim-Weltmeisterschaft wiederholen, als man erst im Finale dem Team USA unterlag. In den darauffolgenden Jahren festigten türkische Spitzenclubs wie Anadolu Efes und Fenerbahçe durch Siege in der EuroLeague den Ruf Istanbuls als „Hauptstadt des europäischen Basketballs“.
„The Turkish Shaq“: Ein Ritterschlag für Alperen Şengün
Die Verbindung zwischen Shaquille O’Neal und der Türkei ist auch sportlich eng. Shaq selbst bezeichnete das türkische Ausnahmetalent Alperen Şengün mehrfach als einen seiner Lieblingsspieler in der NBA – ein Ritterschlag, der die aktuelle Qualität der türkischen Ausbildung unterstreicht. Dass eine Legende wie O’Neal, der das Spiel am Brett über Jahrzehnte dominierte, ausgerechnet Şengün hervorhebt, zeigt, wie sehr der junge Türke die stärkste Liga der Welt beeindruckt.
Wussten Sie schon?
Wer ist Alperen Şengün?
Herkunft: Geboren am 25. Juli 2002 in Giresun. Seine Heimatverbundenheit zeigt er stolz auf dem Spielfeld: Er trägt in der NBA die Trikotnummer 28 – die Kennzahl (Plaka) seiner Heimatstadt Giresun.
Karriereweg: Er begann seine Laufbahn bei Giresun Universitesispor, bevor er über Banvit und Beşiktaş (wo er mit nur 18 Jahren MVP der türkischen Liga wurde) den Sprung in die NBA schaffte.
NBA-Star: Seit 2021 spielt er für die Houston Rockets. Im Jahr 2025 wurde er als erst zweiter Türke der Geschichte (nach Mehmet Okur) in das NBA All-Star Team gewählt.
Rekordjäger bei der EM 2025: Beim historischen Halbfinaleinzug der Türkei (Sieg gegen Polen) schrieb Şengün Geschichte: Er erzielte als jüngster Spieler der EuroBasket-Historie ein Triple-Double (19 Punkte, 12 Rebounds, 10 Assists).
Erfolge: Mit einem Durchschnitt von 21,6 Punkten und 10,1 Rebounds führte er die Türkei ins EM-Finale 2025 und wurde folgerichtig in das All-Tournament First Team (die Top-5-Spieler des Turniers) gewählt.
Soft Power durch Spitzensport
Für Präsident Erdoğan, der selbst regelmäßig Basketball spielt, ist die Förderung dieser Sportart auch ein Instrument der Soft Power. Das Treffen mit Shaquille O’Neal sendet eine klare Botschaft:
Die Türkei ist nicht nur ein politischer Akteur, sondern ein globales Zentrum für Sport und Jugendförderung. O’Neal, der das Land bereits mehrfach als „DJ Diesel“ besuchte, lobte die Gastfreundschaft und die „unglaubliche Energie“ der türkischen Fans.


































































