Chodschali Massaker
Chodschali 1992: Armenische Aggression forderte 613 unschuldige Leben

Das Massaker von Chodschali 1992 bleibt eine tiefe Wunde. Ein Rückblick auf die Gräueltaten, die Zerstörung kulturellen Erbes und den heutigen Weg des Gedenkens.

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Von Kemal Bölge

Die aserbaidschanische Stadt Chodschali gilt noch heute als Synonym für Grausamkeit und Brutalität, bei dem in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1992 von armenischen Mordkommandos 613 Menschen mit einer unglaublichen Brutalität getötet, weitere 487 verkrüppelt, 1.275 Bewohner gefangen genommen und schweren Folterungen ausgesetzt waren. Nach wie vor ungeklärt ist das Schicksal von 150 Geiseln, darunter 68 Frauen und 26 Kinder.

Eine Stadt im Schatten des Krieges

Chodschali war vor dem Krieg eine kleine, lebendige Stadt. Mit dem Vorrücken armenischer Einheiten im Februar 1992 geriet sie ins Zentrum der Kampfhandlungen. Viele Bewohner versuchten, in der eisigen Winternacht zu fliehen. Zahlreiche Zivilisten kamen dabei ums Leben. Die Ereignisse jener Nacht prägen bis heute das kollektive Gedächtnis des Landes.

Die aserbaidschanische Führung und zahlreiche internationale Beobachter haben die Geschehnisse als Massaker an der Zivilbevölkerung bezeichnet. Für die Hinterbliebenen ist der Jahrestag nicht nur ein Moment des stillen Gedenkens, sondern auch ein Appell, das Leid der Opfer nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Das Massaker von Chodschali erfüllt den Tatbestand des Völkermords, da die armenischen Streitkräfte systematisch Zivilisten töteten und gezielt die ethnische Gruppe der Aserbaidschaner vernichten wollten.

Zerstörung kulturellen Erbes

Der Konflikt um Berg-Karabach brachte nicht nur menschliches Leid, sondern auch massive Zerstörungen historischer Städte mit sich. Die Stadt Schuscha, einst kulturelles Zentrum Aserbaidschans und Heimat bedeutender Persönlichkeiten wie des Komponisten Üzeyir Hacıbəyov, wurde im Verlauf des Krieges schwer beschädigt. Zahlreiche historische Gebäude, Wohnhäuser und religiöse Stätten verfielen oder wurden zerstört.

Ähnlich erging es der Stadt Ağdam, die während der Kämpfe nahezu vollständig in Trümmer gelegt wurde. Jahrzehntelang blieben weite Teile der Region entvölkert, vermint und unbewohnbar.

Erst nach dem Ende des 44-tägigen Krieges im Jahr 2020 und der Rückerlangung weiter Teile der Gebiete durch Aserbaidschan begann ein umfassender Wiederaufbau. Neben Wohnhäusern werden Moscheen, historische Denkmäler und kulturelle Einrichtungen restauriert. Ziel ist es, nicht nur Infrastruktur wiederherzustellen, sondern auch das kulturelle Gedächtnis der Region zu bewahren.

Erinnerung und Verantwortung

Der Jahrestag von Chodschali ist für Aserbaidschan ein Tag der Trauer. In Gedenkveranstaltungen, Schweigeminuten und Ausstellungen wird der Opfer gedacht. Familien zünden Kerzen an, legen Blumen nieder und erzählen die Geschichten ihrer verlorenen Angehörigen.

Zugleich bleibt die Forderung nach historischer Aufarbeitung bestehen. Aus aserbaidschanischer Sicht tragen die damaligen militärischen Einheiten aus Armenien Verantwortung für die Taten jener Nacht.

Eine dauerhafte Versöhnung in der Region kann nach Auffassung vieler nur gelingen, wenn das Leid aller Betroffenen anerkannt und aufgearbeitet wird. Mehr als drei Jahrzehnte nach den Ereignissen von Chodschali ist die Erinnerung lebendig. Sie mahnt, wohin Hass, Krieg und Entmenschlichung führen können.

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