Corona-Pandemie
Landkreistagspräsident kritisiert Corona-„Panikmache“

Sager: Gegenwärtige Durchseuchung hilft, Ansteckungen im Herbst zu verhindern - Aber für kalte Jahreszeit auch "Kontaktverbote" ermöglichen.

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Osnabrück – Landkreistagspräsident Reinhard Sager hat eine Corona-„Panikmache“ kritisiert, fordert für den Herbst aber harte Eindämmungsmaßnahmen.

„Es findet gerade eine Durchseuchung der Bevölkerung statt. Das ist aber nicht tragisch. Das könnte uns sogar helfen, weil sich im Herbst nicht mehr so viele Menschen gleichzeitig anstecken können“, sagte Sager im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) mit Blick auf die gegenwärtig hohen Inzidenzen.

Daher gelte: „Bitte keine Panikmache!“. Es bleibe „ganz wichtig“, die vulnerablen Gruppen zu schützen, auch in Krankenhäusern und Pflegeheimen sehr vorsichtig zu sein. „Aber jetzt schon wieder mit Verboten um die Ecke zu kommen halte ich für unangebracht.“

Die vielen Festivals, Dorffeste und das Gedränge an den Stränden hält der Landkreistagspräsident trotz der kritischen Lage in manchen Kliniken nicht für zu leichtsinnig. „Soweit es an der frischen Luft stattfindet, ist das völlig okay, ja. Wo es sehr dicht ist, sollte weiter Maske getragen werden, die wenig stört und gut schützt. Aber Beschränkungen für Außenveranstaltungen brauchen wir nicht.“

Für Herbst und Winter forderte Sager in der „NOZ“ aber die Möglichkeit zu harten Eindämmungsmaßnahmen. Um einen neuen Lockdown oder Teil-Lockdown sowie Schulschließungen zu vermeiden, „müssen wirksame Instrumente vorbereitet werden, die bei Bedarf auch rasch gezogen werden können“, sagte er.

„Dazu zählen Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte, eine Maskenpflicht in Innenräumen und Testpflichten etwa für Pflegeheime und größere Veranstaltungen. Auch Kontaktverbote gehören als Ultima Ratio in den Instrumentenkasten, weil niemand weiß, wie kritisch es tatsächlich wird.“

Einen eindringlichen Appell sandte der Landkreistagspräsident an Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD): „Herr Lauterbach muss dafür sorgen, dass wir nicht ein weiteres Mal der Herbstwelle hinterherlaufen und folglich zu drastischen Maßnahmen gezwungen sein könnten“, so die Forderung.

„Er sollte keinen Alarmismus verbreiten und die Leute vor dem schlimmen Herbst warnen, sondern verantwortungsvoll den Maßnahmenkatalog erstellen, um darauf zu gegebener Zeit zugreifen zu können.“

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