NRW
Loveparade-Katastrophe: Opferanwalt kritisiert Rolle der Polizei

Die Polizei habe sich bei der Loveparade-Katastrophe im Jahr 2010 "teilnahmslos verhalten und nicht früh genug eingegriffen".

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Düsseldorf (ots) – Die Polizei habe sich bei der Loveparade-Katastrophe im Jahr 2010 „teilnahmslos verhalten und nicht früh genug eingegriffen“. Das sagte der Opferanwalt Julius Reiter der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ .

„Unbestreitbar ist, dass es Versäumnisse seitens der Polizei gab“, sagte Reiter weiter. „Opfer haben uns erzählt, dass Polizisten rumgeflachst haben, als die Menschen schon um ihr Überleben kämpften. Da fällt es einem schwer zu glauben, dass die Polizei keine Verantwortung tragen soll. Möglicherweise hätte sie weiteres Sterben verhindern können.“

Die Rolle der Polizei müsse auf jeden Fall geklärt werden, weil die Angehörigen der Opfer eine lückenlose Aufklärung wünschten.

Am 8. Dezember beginnt in den Düsseldorfer Messehallen der Prozess zur Loveparade-Katastrophe. Angeklagt sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Beschäftigte des Veranstalters. Polizisten sind nicht dabei.

Zudem habe der frühere Innenminister von NRW, Ralf Jäger, durch sein Verhalten nach der Loveparade-Katastrophe verhindert, dass die richtigen Lehren aus dem Unglück gezogen wurden. Jäger habe sich sofort schützend vor die Polizei gestellt.

Reiter weiter: „Ich war später Sachverständiger im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Kölner Silvesternacht. Hier hatten sich teilweise die Organisationsfehler und Versäumnisse von der Loveparade wiederholt: mangelhafte Kommunikation, zu wenig einsatzbereite Polizisten, allgemeine Überforderung und fehlende Handlungsstrategie. Es gab keinen Plan B für den Fall, dass etwas passiert. Hätte man aus der Loveparade gelernt, hätte die Kölner Silvesternacht so nicht stattgefunden.“

Bei dem Unglück am 24. Juli 2010 in Duisburg starben 21 Menschen, Hunderte wurden verletzt.

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