Türkei
Nach „Mordaufruf“: Erdogan reicht Beschwerde gegen Ex-Diplomaten Defarges ein

Der türkische Staatpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Beschwerde gegen den ehemaligen französischen Diplomaten Philippe Moreau Defarges eingereicht.

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Ankara (nex) – Der türkische Staatpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Beschwerde gegen den ehemaligen französischen Diplomaten Philippe Moreau Defarges eingereicht.

Der renommierte Politologe hatte am vergangenen Samstag im französischen TV-Sender BFM die Aussage gemacht, dass nach dem Verfassungsreferendum, das Erdogans Befugnisse erheblich ausweite, für die Türkei zwei Optionen blieben – die Ermordung Erdogans oder ein Bürgerkrieg.

Die Staatsanwaltschaft von Ankara habe, wie es Juristenkreisen heißt, die Ermittlungen „wegen Aufrufs zur Ermordung des Präsidenten“ eingeleitet.

Aus Präsidialamtskreisen wurde bekannt, dass Erdogans Anwalt Hüseyin Aydin am heutigen Morgen eine vierseitige Strafanzeige gegen Defarges „wegen versuchten Anschlags und Angriffs“ bei der Staatsanwaltschaft gestellt habe.

„In Anbetracht der Tatsache, dass Terrorgruppen, die in vielen europäischen Ländern aufgenommen werden und all der Aufrufe zur Ermordung unseres Präsidenten, die es dort gegeben hat, ist es offensichtlich, dass die Äußerungen des Verdächtigen nicht nur von einer einfachen Meinung weit entfernt sind, sondern sogar eine Hetze darstellen“, heiße es in der Strafanzeige.

Vor dem Verfassungsreferendum vom 16. April fanden in einigen europäischen Städten Demonstrationen zugunsten von Terrororganisationen wie der PKK statt. Auf einer davon im schweizerischen Bern wurde ein Transparent mit der Aufschrift „Kill Erdogan“ gezeigt, auf dem der Kopf des türkischen Präsidenten sowie eine auf diesen gerichtete Pistole zu sehen war.

Defarges, der zurzeit als Forscher am Französischen Institut für Internationale Beziehungen tätig ist, hat sich am gestrigen Sonntag nach einer großen Welle der Empörung für seine kontroversen Aussagen entschuldigt, die unangebracht gewesen seien, und seine Traurigkeit zum Ausdruck gebracht.

Auch in den sozialen Medien sowie bei den französischen Behörden gingen viele Beschwerden ein.

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