Erdogan-Kritik
„Eine Angst geht um“: Drohungen gegen ‚Erdogan-Anhänger‘ in Deutschland nehmen zu

Der ständig auf die Türkei gerichtete mediale Fokus fördert den Hass gegen Türken, die beim Volksreferendum mit "Ja" gestimmt haben. Unbekannte Täter haben am vergangenem Dienstag in Bielefeld die Fassade eines türkischen Ladengeschäfts mit Farbe beschmiert. In Brühl wurden Türken in einem Flugblatt aufgefordert, das Land zu verlassen.

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Bielefeld  (tp/nex) – Wie die Polizei in Bielefeld bereits am Dienstag meldete, sprühten bislang unbekannte Täter am vergangenem Dienstag in Bielefeld die Fassade eines türkischen Schnellrestaurants mit Parolen, die in Zusammenhang mit dem Volksreferendum in der Türkei stehen.

Laut dem Pressebericht wurden in der Tatzeit kurz zuvor auf der Detmolder Straße/Ecke Niederwall Autoreifen angezündet. Bei der anschließenden Fahndung entdeckten Polizeibeamte zudem Graffiti in der Nähe der Kreuzung. Dabei handelt es sich um ein türkisches Imbissgeschäft, dessen Schaufenster mit Parolen wie „Unterstützt Erdogan“ und „Faschisten Anhänger“ besprüht wurde.

Gegen drei Uhr bemerkte eine Polizeistreife auf der Detmolder Straße in Höhe des Niederwalls die brennenden Autoreifen und löschten sie. In der Kreuzstraße fielen ihnen hierbei auch mehrere Farbschmierereinen an Hausfassaden auf, unter anderen an diesem Geschäft. Ob ein Bezug zu der Brandstiftung der Reifen besteht, ist derzeit nicht geklärt. Der Staatschutz habe die Ermittlungen aufgenommen.

In Brühl haben Unbekannte Flugblätter in die Briefkästen vermeintlicher „Erdoğan-Anhänger“ hinterlegt. In den Flugblättern werden die Türken mit einem ironischen Unterton dazu aufgefordert, das Land zu verlassen. Als Grund dafür wird die scheinbare Ablehnung der deutschen Werte und Gesellschaft aufgeführt. Man solle doch in das Land gehen, über das man beim Referendum selbst abgestimmt habe, so der Wortlaut in dem Schreiben.

(Foto: AA)

„Ihr Präsident wird sie sicherlich mit offenen Armen empfangen, denn da er ganz viele böse Menschen bereits eingesperrt hat, und sie auch logischerweise auch wird hinrichten müssen, sind ganz viele Wohnungen und Arbeitsplätze in der Türkei frei.“, lautet unter anderem in einem Satz.

Auf die DITIB-Moschee in Leipzig-Volkmarsdorf wurde in der Nacht zum vergangenem Donnerstag ein Farbanschlag verübt. Das Gebäude in der Hermann-Liebmann-Straße sei großflächig mit einer bislang unbekannten schwarzen Substanz beschmiert worden, sagte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. Zudem wurde die Partei des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, mit dem Graffiti-Schriftzug „Fuck AKP!!“ beleidigt. Laut Braunsdorf soll der Staatsschutz die Ermittlungen übernehmen.

(Foto: Screenshot/Twitter/Lejeune)

Der Anschlag ereignete sich nach Polizeiangaben zwischen 23 Uhr und 5 Uhr. Ein Mitglied der Gemeinde stellte den Schaden am Morgen fest und informierte die Polizei, die gegen 5.40 Uhr am Tatort war. Auch das Schild über dem Eingang, Türen und Fenster wurden beschmiert. Die Schadenshöhe ist bislang noch unklar.

„Immer mehr Menschen trauen sich nicht, sich offen positiv über den türkischen Präsidenten oder die AKP zu äußern“, so eine Erzieherin aus Hagen, die nicht namentlich genannt werden möchte. Sie habe von Fällen gehört, in denen Stellenbewerber von Arbeitgebern nach ihrer Einstellung gegenüber Präsident Erdogan gefragt wurden. „Es geht eine Angst um, niemand den ich kenne, lobt in irgendeiner Weise Erdogan“, sagte die 27-Jährige im Gespräch mit NEX24.

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