Normalisierungsprozess
Türkischer Ministerpräsident kündigt normalisierte Beziehungen zu Israel an

Die Türkei kündigte am heutigen Montag ein Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen zu Israel nach sechsjähriger Eiszeit an.

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Ankara (nex) – Die Türkei kündigte am heutigen Montag ein Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen zu Israel nach sechsjähriger Eiszeit an. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim erklärte nach dem Abkommen, das am morgigen Dienstag unterzeichnet werden soll, dass die Türkei und Israel wieder Botschafter in das jeweils andere Land entsenden würden.

Im Rahmen des Abkommens wird Israel 20 Millionen US-Dollar an die Familienangehörigen der Opfer des Angriffs auf das Schiff Mavi Marmara der Hilfsflottille, der die schlechten Beziehungen noch verstärkt habe, zahlen, erklärte Yildirim auf einer Pressekonferenz im Cankaya Palast. Des Weiteren werde am kommenden Freitag ein türkisches Schiff mit 10.000 Tonnen Hilfsgütern das Land in Richtung des israelischen Hafens Aschdod verlassen, fügte Yildirim hinzu. Die Türkei und Israel erreichten das Versöhnungsabkommen zur Normalisierung der Beziehungen am gestrigen späten Sonntagabend.

Wie das Weiße Haus mitteilte, dankte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am gestrigen Sonntag dem US-Vizepräsidenten Joe Biden für die Ermutigung zu den Gesprächen zur Normalisierung der Beziehungen mit der Türkei. Während des Telefongesprächs – Netanjahu rief Biden an – gratulierte Biden dem israelischen Ministerpräsidenten zum Prozess der Normalisierung und wies auf die großen Vorteile im Sicherheitsbereich und in der Wirtschaft für beide Länder, aber auch die weitere Region des Mittelmeerraums und des Nahen Ostens hin, heißt es in dem Statement des Weißen Hauses.

Die Beziehungen zwischen Ankara und Tel Aviv befanden sich seit dem Jahr 2010 auf einem Tiefstand. Damals waren sechs zivile Schiffe einer Hilfsflotte in internationalen Gewässern von israelischen Sicherheitskräften angegriffen worden. Die Aktivisten versuchten, die von Israel verhängte Blockade über dem Gazastreifen zu brechen. Neun türkische Staatsbürger wurden getötet, 30 weitere Personen verletzt. Eine Person starb nach fast vier Jahren nach dem Zwischenfall, bei dem er sich ernsthafte Verletzungen zugezogen hatte. Die Türkei hatte nach dem Angriff eine offizielle Entschuldigung von Israel, Entschädigungszahlungen für die Angehörigen der Opfer sowie die Aufhebung der Gaza-Blockade verlangt.

2013 hatte sich Netanhjahu beim damaligen türkischen Minister- und jetzigen Staatspräsidenten Erdogan wegen des Angriffs entschuldigt. In den vergangenen Monaten hatten die beiden Länder Gespräche zur Normalisierung der Beziehungen aufgenommen.

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