Ma Ba Tha Buddhisten
Myanmar: Faschistische Buddhisten demonstrieren gegen Rohingya-Muslime

Nationalisten planen Kundgebungen in Großstädten. Sie verlangen von der Regierung, den Gebrauch des Begriffs zur Beschreibung der staatenlosen muslimischen Minderheit zu tadeln

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Naypyidaw (nex) – Nationalisten in Myanmar kündigten am gestrigen Mittwoch eine Reihe von Demonstrationen in Großstädten an. Die Regierung solle erklären, dass im Land keine Ethnie namens Rohingya existiere.

Mit den Demonstrationen soll Druck auf den Präsidenten Htin Kyaw sowie Staatsberaterin und Außenministerin Aung San Suu Kyi ausgeübt werden, damit sie die US-amerikanische Botschaft wegen der Benutzung des Ausdrucks zur Beschreibung der staatenlosen und verfolgten muslimischen Minderheit tadeln.

Auch Mönche der radikalen buddhistischen Gruppierung Ma Ba Tha – „Komitee für Schutz von Nation und Religion“ – befinden sich unter den Nationalisten, die sich am Mittwoch in Pathein, der Hauptstadt der Region Ayeyarwady, zu einer Demonstration versammeln wollen.

Yin Lay, ein Mitorganisator der Protestkundgebung in Pathein, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu: „Wir verlangen von den Regierungsvertretern, insbesondere von Daw Aung San Suu Kyi, klar und deutlich zu sagen, dass die Rohingya niemals als eine ethnische Gruppe in Myanmar akzeptiert werden.“

Daw – zu Deutsch: Tante – ist nicht Teil des Namens von Suu Kyi, sondern eine Anredeform für ältere oder Respektpersonen.

Win Ko Ko Latt vom in Yangon ansässigen Myanmar National Network, das Proteste organisiert, seit die US-amerikanische Botschaft den Begriff „Rohingya“ in einem Statement im vergangenen Monat verwendet hat, erklärte am gestrigen Mittwoch: „Dies ist die erste von vielen Protestkundgebungen, die in Großstädten geplant sind.“

Am 28. April 2016 hatten 500 nationalistische Buddhisten eine nicht genehmigte Demonstration aus Protest wegen der Benutzung des Begriffs zur Beschreibung der muslimischen Minderheit vor der Botschaft in Yangon abgehalten.


Mehr zum Thema:

Myanmar: Extremistische Buddhisten-Mönche fordern von Regierung die Bezeichnung “Rohingya” zu streichen


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