Bürgerkriegsähnliche Zustände
Demos in Frankreich: PKK-nahe Gruppen unter Randalierern

Paris (nex) – Situation in Frankreich eskaliert: Geplünderte Läden, brennende Fahrzeuge und Gewalt gegen Polizisten führen zu über 400 Festnahmen. In der dritten Woche der Proteste hat die Gewalt und der Vandalismus eine neue Dimension erreicht. Infolge der gewaltsamen Zusammenstöße der Polizei mit den Randalierern kam es zu über 400 Verhaftungen und an die 100 Verletzten. Der französische Gesundheitsminister hatte jüngst die Krawalle als unakzeptabel verurteilt und rief die „Gelben Westen“ dazu auf, sich von den gewaltbereiten Randalierern klar zu distanzieren. Die „Gelben Westen“ hätten für eine gerechte Sache demonstriert, es dürfe nicht zugelassen werden, dass die Proteste von linken und rechten Extremisten gehijackt würden. Sie müssten sich organisieren um in einen Dialog mit der Regierung treten zu können. Unter den gewaltbereiten Chaoten werden auch zunehmend linke Gruppierungen aus dem PKK-nahen Umfeld gesichtet. Wie der französische Autor und Islamwissenschaftler Romain Caillet über Twitter berichtete, sind Extremisten der linksextremistischen TKP-ML unmittelbar an der Gewalt und Zerstörung in Paris beteiligt. https://twitter.com/RomainCaillet/status/1068910783852134404 Vom Verfassungsschutz beobachtet Die deutschen Ableger der TKP/ML werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Zahl der Anhänger beider Gruppierungen werden in Deutschland auf insgesamt 1.300 (Stand 2016) geschätzt. Verschiedene linksextreme Gruppierungen aus der Türkei unterhalten laut dem Verfassungsschutz Tarnorganisationen in Deutschland. Die deutsche Bundesregierung schätzt TKP/ML als linksextremistische terroristische Vereinigung ein. Ankara beschuldigt den militanten Flügel der TKP/MP, die „Tikko“, seit 2007 gemeinsam mit der Terrororganisation PKK mehrere Anschläge verübt zu haben. Tikko betreibe mit der PKK zudem ein militärisches Ausbildungslager im Irak. Die Türkei wirft der deutschen Regierung immer wieder vor, diese Gruppen in Deutschland frei agieren zu lassen. Zehntausende gewaltbereite Extremisten könnten seit Jahren ungestört von Polizei und Behörden Gelder eintreiben und sich in Vereinen organisieren, so der Vorwurf. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan warnte, dass „[…] die Schlange, die ihr füttert, euch eines Tages beißen“ werde. Demos in Frankreich: Ausmaß an Zerstörung deutlich zugenommen Das Ausmaß an Zerstörung hat deutlich zugenommen. Die Randalierer haben in dieser Woche noch mehr Fahrzeuge angezündet und beschädigt, Geschäfte geplündert und verwüstet, Gehwege aufgebrochen und Stadtmöbel vernichtet als in den Wochen zuvor. Auch wenn die Polizei einen Rückgang bei den Teilnehmerzahlen für die Proteste angibt, so nimmt die Gewalt und Zerstörung, durch den weiteren Zustrom von Extremisten zu den Protesten, eine neue Dimension an. Gewaltbereite Randalierer haben Polizeiautos angegriffen und zerstört. Dabei haben sie Medienberichten zufolge ein Maschinengewehr aus dem Auto entwenden können. An der Arc de Triomphe wurden gar historische Monumente beschädigt. Enka, Pka

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– Düsseldorf – Verletzte Polizisten: Deutsche verurteilen PKK-Demos

Die hohe Gewaltbereitschaft der Teilnehmer bei PKK-Demos lässt die anfänglichen Sympathien für die in Deutschland seit 1994 verbotenen Terrororganisation in der Bevölkerung stark sinken. In den sozialen Netzwerken verurteilen immer mehr Menschen die Aktionen, und in den Kommentaren machen sich Zorn und Unmut bemerkbar.

Verletzte Polizisten: Deutsche verurteilen PKK-Demos
 

Treffen in Teheran
Religionsbehörden-Chef: Iran und Türkei müssen gemeinsam Lösungen für Probleme der islamischen Welt finden

Teheran (nex) – Die Türkei und der Iran müssen zusammenarbeiten, um Lösungen für die Probleme der islamischen Welt und für die Einheit der muslimischen Umma – der weltweiten muslimischen Gemeinschaft – zu finden, sagte der Leiter der Behörde für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) der Türkei. Ali Erbaş machte diese Bemerkungen während eines Treffens mit Ayatollah Mohsen Araki, Generalsekretär des Weltverbands für die Annäherung der islamischen Denkschulen in der iranischen Hauptstadt Teheran. Der Verband ist eine internationale pan-islamische Organisation für die Annäherung der islamischen Rechts- und Denkschulen, die 1990 von Ali Chamenei, dem obersten Rechtsgelehrten des Iran, gegründet wurde. „Die Türkei und der Iran haben viel Arbeit für die muslimische Umma zu leisten“, sagte Erbas bei dem Delegationstreffen. Er betonte, dass die islamische Welt mit großen Problemen wie Konflikten, Terrorismus, Islamophobie, Armut und Unwissenheit konfrontiert sei. „Was wir tun müssen, ist, zum Wohle der muslimischen Umma zu arbeiten, indem wir die Hindernisse durch Geduld und einen starken Willen beseitigen“, sagte er. „Wir sind verantwortlich für das Blut, das in den islamischen Gebieten, insbesondere in Syrien, vergossen wird. Wir sind dafür verantwortlich, dass die palästinensischen Gebiete immer noch unter Besatzung stehen. Wir müssen mehr Anstrengungen unternehmen, um diese Probleme zu lösen“, fügte er hinzu. Araki seinerseits sagte: „Wenn diese beiden Länder (Türkei und Iran) zusammenarbeiten, wird es große Auswirkungen auf die islamische Welt haben.“ „Iran und die Türkei spielten jahrzehntelang eine wichtige Rolle in der Welt“, sagte er. „Dasselbe können wir in gutem Einvernehmen wieder erreichen“, so Araki weiter. (AA)

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– Iran-Sanktionen – Ankara: Türkei wird weiterhin mit dem Iran Handel treiben

Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi hat gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu deutlich gemacht, dass die Türkei die Verhängung neuer Wirtschaftssanktionen durch US-Präsident Trump ablehnt.

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Kommentar
Deutsche Islam Konferenz: „Sie sagen ‚Dialog‘ und ‚Diskurs‘, aber meinen ‚halt die Gosch'“

Von Nabi Yücel
Zwei Tage Deutsche Islam Konferenz (DIK), und was haben wir gelernt? Fordere als Muslime in Deutschland nie die in der Verfassung verankerten Rechte ein, sonst wirst du von einem nachgezogenem Nahostler als jemand dargestellt, der Sonderrechte genießen will.
Was noch wichtiger ist: Unsere sogenannten Vertreter der islamischen Verbände haben nicht die Absicht, die verfassungsgemäßen Rechte, wie die Körperschaft, einzufordern. Sie halten uns Muslime nur hin, zusammen mit der Bundesregierung und den Landesregierungen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Aber kommen wir zum Kern der DIK. Sie sagen „Dialog“ und „Diskurs“, aber meinen, „halt die Gosch“. Sie sagen „deutscher Islam“ und „liberaler Islam“, meinen aber, dass du „rückständig“ bist. Wenn sie „Sonderrechte“ rufen, meinen sie, dass du „unfähig“ bist, die Verfassung oder die Grundrechte zu verstehen.
Die Hintergrundstrahlung, die uns Muslime auch in den kommenden Islamkonferenzen nicht erspart bleiben wird, deren Quellen saßen mitten unter den Gästen der diesjährigen DIK. Deren Endprodukte landeten fast in den Mägen von Muslimen und muslimischen Vertretern, die meinten, mit solchen Tagungen auch nur einen Schritt vorwärtszukommen.
„Deutscher Islam“ oder „liberaler“ bis „säkularer“ Islam, das sind doch Wortklaubereien. Sie meinen nur – und bringen das auch unverhohlen in Medienlandschaften zum Ausdruck – , dass das Islamverständnis von Ali und Mehmet rückständig und inkompatibel mit Deutschland ist. Damit beugen oder missinterpretieren sie zwar ihre eigene Rechts- und Verfassungsordnung, aber das ist auch nicht so wichtig für sie. Für sie ist es nur wichtig, dich und mich zu markieren, dann auszugrenzen, dann zu kriminalisieren und vielleicht im Endstadium mit dir auch anderweitiges anzustellen.
https://www.facebook.com/lutzjaekel70/posts/2490206370994993
Sie sind inzwischen dabei, dir das Recht zu nehmen, in Dialog zu treten oder einen Diskurs anzustoßen. Stattdessen schließen sie dich aus, sperren dich aus sozialen Netzwerken aus, blockieren dich in Facebook und Twitter, erheben aber den Anspruch, die Meinungsfreiheit hochzuhalten.
Als ob das nicht reicht, werfen sie dir noch hinter der Blockadehaltung vor, sie angegriffen, sie genötigt, verletzt, ihnen nach dem Leben getrachtet zu haben. Komisch nur, dass diesen Herrschaften selbst seit ihren Vorwürfen und Wehklagen, noch nie etwas passiert ist.
Und wenn was passiert, dann ist das Geplärre umso deutlicher, z.B. dann, wenn sie selbst das Opfer einer kurzzeitigen Sperre durch Facebook werden. Diese ständige Wiederholung der vermeintlichen eigenen Bedrohungslage oder der Beschneidung in der Meinungsfreiheit wird in Bild, Ton, Büchern, TV-Sendungen, rauf und runter rezitiert. Kein Wunder, dass die Deutungshoheit die Pluralität verdrängt hat, ob in den Medienlandschaften oder in der Politik.
Weil das ausgesprochen gut gelingt, sprechen sie konsequenterweise nur noch mit „Merkel muss weg“, „die Überfremdung setzt ein“ oder „Masseneinwanderung stoppen“-Rufen. Sonst hört ja kaum einer mehr diesen VIP-Opfern richtig zu, außer den gefühlten 80 Millionen Experten. In sozialen Netzwerken grölen und jauchzen sie, während die „Islam-Experten“ in ihren Büchern und Vorträgen von einem Supergau nach dem anderen warnen, die allen in Europa aufgrund des Islams bevorstehe – wenn man ihnen nicht zuvor Einhalt gebietet.
Damit das auch glaubhaft wird, spricht man ständig von kriminellen Muselmanen, die zwar vorgeben diskutieren zu wollen, aber im Grunde ihnen an den Kragen wollen – was man auch ständig medial in Szene setzt. Auf der DIK war es nur noch eine Frage der Art und Weise, wie man das auszuschlachten gedenkt. Und man wurde nicht enttäuscht: „Islam-Kritiker fürchten um ihr Leben“ titelte die BILD auch zeitgleich mit Beginn der Konferenz.
Wie auch immer man das aufnimmt, ob lächelnd oder wütend, manche dieser Islam-Kritiker lassen ihre Masken schneller fallen, als ihnen lieb ist. Kelek sprach bereits vor Jahren von einem Islam, der „ein Menschenbild“ mit betonter „Triebhaftigkeit“ konstruiere. In der Politik fasst man sie seither nur noch mit der Kneifzange an.
Ahmad Mansour faselt während der Konferenz etwas von Sonderrechten der Muslime, wobei er gekonnt auslässt, um welche besonderen Rechte es sich dabei handelt – zumindest hat er so den Generalverdacht erneut erhärtet, den das rechtslastige Publikum sowieso von Muslimen hatte, die nicht irgend einen Aufruf, Petition, Initiative oder Memorandum irgendwelcher sogenannter „Islam-Experten“ eidesstattlich mitgetragen haben. Dieser Herr hat die deutsche Meinungsfreiheit mit Löffeln gefressen, aber von den anderen Grundgesetzpunkten hat er offenbar keinen Schimmer.
Man darf diese Personenkreise und diese „Experten“ dennoch nicht als Rassisten oder Nazis beschimpfen, denn sofort gesellen sich Politiker und erheben schützend ihre Hand oder überhäufen sie mit Preisen. Und je mehr Preise sie einheimsen und je mehr sie Beifall erhalten, desto extremer wird ihr sogenannter „Kampf“, desto freimütiger werden ihre kuriosen Vorwürfe und Behauptungen.
Unter öffentlicher Ordnung versuchte man während der DIK in raffinierter Art, mit Blutwurst verarbeitete Häppchen unter die Muselmanen zu bringen – wohlgemerkt, im Berliner Regierungsbezirk in den letzten zwei Jahrzehnten ein einzigartiger Vorfall, während eines Empfangs oder eines Banketts, Blutwurst zu servieren. Manche bemerkten es, andere vermutlich nicht – denn als solches waren die Häppchen nicht ausgezeichnet und der Service war wohl auch nicht sehr auskunfts- oder redefreudig.
Dafür ist der grüne Großinquisitor Volker Beck redefreudiger und fordert den protokollarischen Fauxpas ad acta zu legen, nachdem das Presseamt dies als Fehler deklariert und sich lapidar entschuldigt hat. Eine Bankrotterklärung des Bundesinnenministeriums, zumal jede Aldi- oder Lidl-Filiale es überraschend gut hinbekommt, mit kleinen Tiersymbolen ihr Fleischsortiment sichtbar und unverwechselbar zu kennzeichnen.
Apropos Generalverdacht: Wenn man einen Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens Ditib ZSU GmbH mit der DITIB-Köln in Zusammenhang bringen will, dann ist das so, wie den evangelischen Klerus mit der Johanniter-Unfall-Hilfe gleichzusetzen. Und was sagt der sogenannte Ditib-Mitarbeiter?
„Die Freude dieses Mannes über den Erfolg seiner Parteifreunde in den von ihm genannten Vereinen ist vielsagend. Der „Populist in persona“ stigmatisierte in den letzten Jahren nicht nur die Kritiker der israelischen Politik als Antisemiten, mehr noch, mit Leidenschaft gar, griff er die muslimischen Verbände und die Muslime, die ihm nicht genehm sind, immer wieder an. Würde mich nicht wundern, wenn er bald zum Islam mit Anführungszeichen findet!“

Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Islam in Deutschland – Prof. Dr. Günther zu „Säkularer Islam“: Der Islam bedarf keiner Aufklärung

„Säkular heißt – im strengen Sinne – religionsneutral. Ein säkularer Islam ist somit ein religionsneutraler Islam: genial! Eine religionsneutrale Religion, eine Religion die allen Religionen, also vor allem sich selbst, neutral gegenübersteht.“ Ein Kommentar.

Prof. Dr. Günther zu „Säkularer Islam“: Der Islam bedarf keiner Aufklärung
 

Berlin
Vorwürfe gegenüber dem türkischen Geheimdienst MIT und Osmanen Germania nicht erhärtet

Berlin (tp) – Trotz der erhobenen Vorwürfe, der türkische Geheimdienst MIT würde unter anderem in deutschen Sicherheitsbehörden Anwerbeversuche unternehmen, um an sensible Daten heranzukommen, gibt es keinen einzigen konkreten Fall, der das bestätigen könnte. Dennoch hat das Bundesinnenministerium das BKA, die Bundespolizei, den Bundesnachrichtendienst, den Verfassungsschutz, das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das Zollkriminalamt, die Generalbundesanwaltschaft sowie den Militärischen Abschirmdienst darauf sensibilisiert. Laut dem Tagesspiegel hatte die Bundestagsabgeordnete Evrim Sommer (Linke) in einer Kleinen Anfrage die Bundesregierung über Verdachtsfälle türkischer Spionage seit 2017 befragt. In der Antwort heißt es lediglich, dass die Beantwortung der Frage wegen der Geheimhaltung zum Staatswohl ausbleiben werde. Dem Tagesspiegel zufolge sei von Sicherheitskreisen zu hören, dass man von mehr als 100 gescheiterten Anwerbeversuchen durch die MIT ausgehe. Konkrete Fälle werden jedoch nicht genannt. Seit Anfang 2017 wird der Verdacht gehegt, dass der türkische Geheimdienst MIT in Zusammenhang mit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei, mutmaßliche Drahtzieher und Beschuldigte in Deutschland sucht, die sich ins Ausland abgesetzt haben. In einem konkreten Fall stand im September dieses Jahres ein Berliner Polizist nach einem Staatsbesuch des türkischen Staatspräsidenten Erdogan im Verdacht, den türkischen Auslandsnachrichtendienst über in Berlin lebende türkische Exilbürger informiert zu haben. Offenbar habe es sich bei den Informationen um Meldeadressen gehandelt. Das Polizeipräsidium in Berlin hatte danach erklärt: „Wenn sich der Verdacht der Übermittlung sensibler Daten an die türkische Botschaft gegen einen unserer Kollegen im Zuge der bereits laufenden Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft und das LKA bestätigen sollte, wurde hier nicht nur ein Diensteid gebrochen, sondern eine schwere Straftat begangen.“ Jetzt wird bekannt, dass die Vorwürfe gegen den Beamten aus Berlin haltlos sind. Seit geraumer Zeit wird der türkische Geheimdienst mit illegaler Betätigung im Bundesgebiet in Zusammenhang gebracht. Bislang haben sich die Verdächtigungen nicht erhärtet. Auf eine Kleine Anfrage des Berliner Abgeordneten Hakan Taş (Linke), inwieweit Aktivitäten des türkischen Geheimdienstes MIT in Berlin bzw. Niedersachsen bekannt sind, heißt es unter anderem in der Antwort des Berliner Senats im April 2017, dass dem Senat keine Aktivitäten im Zusammenhang mit Anhängern der Gülen- bzw. Hizmet-Bewegung bekannt sind. Vorsorglich seien aber namentlich bekannte Personen in Berlin kontaktiert und über den Sachverhalt aufgeklärt worden. Zuvor hatte der Berliner Senat die Kleine Anfrage des Abgeordneten Taş vom Januar 2017, ob nachrichtendienstliche Erkenntnisse über den Umfang der staatlichen bzw. staatsnahen türkischen Einflussnahme auf die öffentliche Meinung in Berlin, z.B. durch Aufmärsche, Organisationen, so genannte Informations- und Nachrichtenportale, soziale Netzwerke vorliegen würden, verneint. Es würden dahingehend keine Erkenntnisse vorliegen, hieß es in der Antwort weiter. Des Weiteren heißt es in weiteren Antworten auf die Fragen des Abgeordneten Taş, dass dem Senat keine Erkenntnisse vorliegen würden, dass u.a. der Boxklub Osmanen Germania in Berlin in Kontakt mit dem türkischen Geheimdienst MIT stehe. Ähnliche Vorwürfe hatte es Anfang 2017 auch gegen Imame aus der Türkei gegeben, denen vorgeworfen wurde, Gemeindemitglieder von Moscheegemeinden der DITIB bespitzelt und der türkischen Religionsbehörde DIYANET gemeldet zu haben. Die Bundesanwaltschaft war jedoch mit Haftanträgen gegen sechs Imame der türkischen Religionsbehörde DIYANET sowie einem hochrangigen Funktionär der Auslandsbehörde für Türkische Staatsbürger, der ebenfalls in der DITIB arbeitet, zwei Mal gescheitert. Der Bundesgerichtshof soll demnach bereits einmal keine Anhaltspunkte festgestellt haben, dass die verdächtigten Personen sich einem staatlich verordneten Ausforschungsauftrag zu eigen gemacht haben. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe lehnte dann im Oktober 2017 die Haftanträge erneut ab.

Menschenrechte
China: Regierungskritischer Fotograf Lu Guang verschwunden

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther Während Zeugenaussagen zu den Verhältnissen in Chinas Konzentrationslagern immer erdrückender werden, und internationale Proteste von allen Seiten ständig zunehmen, baut China seine Umerziehungsmaßnahmen durch KZs nicht nur in Xinjiang massiv aus. Das Unterdrückungssystem wird immer massiver. Immer mehr Personen in und außerhalb Xinjiangs verschwinden. Wir werden im Folgenden über besonders eklatante Einzelfälle berichten. Hier ein jüngeres Beispiel. Durch immer neue Propagandatricks ist China inzwischen auch in die Offensive gegangen. Ein oft vorgebrachtes Argument für die Wirksamkeit der sog. Antiterrorkampagne ist die Behauptung, dass Xinjiang inzwischen von jeder Gefahr gewaltsamer Übergriffe befreit sei. So hat das chinesische Außenministerium darauf verwiesen, dass 130.000.000 Touristen Xinjiang unbeschadet besucht hätten. Einer der Experten für Xinjiang, Adrian Zenz, verweist angelegentlich dieser Äußerung darauf, dass man freilich gegebenenfalls Übergriffen chinesischer Behörden ausgesetzt sein könnte. (Ich würde gar davon ausgehen, dass man mir überhaupt kein Visum ausstellen würde.) Jedenfalls ist der weltbekannte und zugleich in den USA und der VR ansässige Fotograf und Träger mehrerer internationaler Preise, Lu Guang, seit seiner Reise in diesem Monat nach Xinjiang verschwunden. Seine Frau hat den wohlbegründeten Verdacht, dass die chinesischen Behörden ihn auf Nimmerwiedersehen haben verschwinden lassen (welchen Behinderungen Journalisten ausgesetzt sind, ist bekannt). Amnesty International und Human Rights Watch haben seine unverzügliche Freilassung gefordert. Lu Guang ist einer der weltweit führenden Fotografen. Er wurde besonders durch seine schonungslosen Fotos zur Umweltkatastrophe, den unerträglichen sozialen Bedingungen der ärmsten Bevölkerungsschichten oder HIV-Positiven in China bekannt. Dass Lu Guang Chinas fröhliche Uiguren, dankbar für die mütterliche Fürsorge der kommunistischen Partei, auf seinen Fotos festhält, scheint nicht erwünscht. Das erledigen wohl andere.

Zum Thema

– Kommentar – Prof. Dr. Hans-Christian Günther zu Uiguren: Schande für gesamte muslimische Welt

Es ist Zeit, das sich etwas ändert. Und zwar schnell. Ich befürchte, für die Muslime in China wird es zu spät sein. Die Welt hat die Uiguren und ihre Kultur zum Abschuss freigegeben. Die schon fast abgeschlossene Vernichtung der Uiguren wird einmal – wie die Vernichtung der Juden, der Indianer, der australischen Ureinwohner – eine Schande nicht nur für ihre Mörder, sondern auch für die Welt sein, die dabei zugesehen hat, besonders für die Muslime.

Prof. Dr. Hans-Christian Günther zu Uiguren: Schande für gesamte muslimische Welt

Menschenrechte
China: Hui-muslimischer Dichter Cui Haoxin erneut festgenommen

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther Ich hatte bereits in der jüngeren Vergangenheit von dem mutigen Dichter der muslimischen Hui-Minderheit Cui Haoxin (muslimischer Name Ismaelan) und der Drohungen und Verhaftungen von Seiten der chinesischen Behörden berichtet: China: Behörden bedrohen Hui-muslimischen Dichter Cui Haoxin In einem Tweet vom 28.11. hat Cui Haoxin erneut von einer Festnahme am 27.11. berichtet, bei der er aufgefordert wurde, seinen Twitteraccount zu schließen. Er hat sich geweigert und wurde zunächst wieder freigelassen. In seinem neuesten Tweet vom 4.12. schreibt er, dass er zwar noch am Leben sei, sich jedoch ,,wie ein Lamm auf dem Weg zum Schlachthof“ fühle. Cui Haoxin hat sich nicht nur dem Kampf gegen die Hui-Muslime, der Zerstörung ihrer Moscheen, der Gängelung von Seiten der Behörden verschrieben; er hat auch über Xinjiang berichtet. Dass er erneut bedroht wird, darf man im Zusammenhang mit der Tatsache sehen, dass die VR China jetzt, wo sie ihr Anliegen – aufgrund mangelnder internationaler Solidarität – im Grunde genommen erreicht hat, sich verstärkt der Ausrottung der Hui-Muslime zuwendet. Ich hatte bereits davon berichtet, dass die Hui-Muslimische Autonome Region Ningxia inzwischen die Maßnahmen in Xinjiang übernommen hat. Neuerdings hat man auch neue Internierungslager in den Provinzen Gansu und Shaanxi entdeckt. Vor allem Gansu ist eine Provinz mit großer Hui-muslimischer Minderheit. Die Lager sind freilich auch für Christen gedacht. Für Uiguren ist inzwischen ein dem Islam konformes Leben unmöglich: Moscheen sind zerstört, in Bars verwandelt oder reine Touristenattraktionen. Wer nicht im Konzentrationslager ist, wird rund um die Uhr von Parteispitzeln – auch im eigenen Haus – überwacht. Man bereitet sich inzwischen vor, dasselbe mit Hui-Muslimen, danach mit Christen zu tun. Die islamische Welt, die ,christliche‘ Welt schaut zu!
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Christen in China – Kommentar: Warum schweigt man über die Christenverfolgung in China?

In den letzten Monaten hat die Berichterstattung über die systematische Verfolgung der Uiguren in China zugenommen. Was dagegen kaum je erwähnt wird, ist die Tatsache, dass in China heute eine Politik betrieben wird, die auf die Auslöschung aller Religionen und letztlich aller Minderheiten und ihrer Identität abzielt.

Kommentar: Warum schweigt man über die Christenverfolgung in China?

USA
CNN feuert nach israelkritischen Aussagen Polit-Analyst Marc Lamont Hill

New York (nex) – Israelkritische Aussagen scheinen Anstoß gegeben zu haben – CNN beendet aufgrund des öffentlichen Drucks die Zusammenarbeit mit dem politischen Analysten. Dr. Marc Lamont Hill, preisgekrönter Journalist und Professor, wurde seitens CNN am Donnerstag die Mitarbeit als politischer Analyst gekündigt. Auch wenn CNN zu der Entlassung Hills öffentlich keinen Grund bekannt gab, scheint der Anlass eine Rede vor den Vereinten Nationen über Israel und Palästina gewesen zu sein, in der Hill Israel für die andauernden Menschenrechtsverletzungen scharf kritisierte. Diese Rede hatte für Entrüstung bei Israel-Lobbyisten gesorgt. Die Anti-Defamation-League beanstandet besonders eine Aussage in der Rede Hills. Hill sprach von einem „[…] freien Palästina von dem Fluss bis zum Meer.“ Die ADL kritisiert, dass dieser Ausdruck „vom Fluss bis zum Meer“ ebenfalls von Extremisten benutzt werde und die Zerstörung Israels impliziere. Dr. Hill sagte wörtlich in seiner Rede: “Wir haben hier eine Möglichkeit, unsere Solidarität nicht nur in Worten auszudrücken, sondern mit Maßnahmen in der Politik, Maßnahmen in der Graswurzelebene, mit lokalen und internationalen Maßnahmen, welche mit sich bringen, was die Gerechtigkeit erfordert – ein freies Palästina vom Fluss bis zum Meer“. Des Weiteren sprach sich Dr. Hill für eine friedliche Ein-Staaten-Lösung in der Palästina Frage aus. Der Träger mehrfacher Auszeichnungen für sein Engagement in Menschenrechtsfragen äußerte Hill sich per Twitter zu den Anschuldigungen. Es sei aus seiner Rede klar erkennbar, dass er nicht für die Zerstörung von irgendwem oder irgendetwas aufriefe. „Es war ein Ruf nach Gerechtigkeit, sowohl in Israel, als auch in der West Bank/Gaza“, so Hill. „Ich unterstütze die Freiheit Palästinas. Ich unterstütze das Recht auf Selbstbestimmung. Ich unterstütze keinen Antisemitismus, das Töten von jüdischen Menschen oder irgendwelche andere Dinge, die meiner Rede beigestellt werden. Ich habe mein Leben damit verbracht, gegen diese Dinge anzukämpfen“, teilte Dr. Marc Lamont auf Twitter der Öffentlichkeit mit. Pro-Israelische Lobbygruppen werfen ihm ebenfalls vor, er habe „[…] zum Boykott israelischer Waren, zur Veräußerung israelischer Anteile und zu Sanktionen gegen Israel aufgerufen.“

Währungsnews
Türkei: Die Lira steigt und steigt – Höchster Stand seit über vier Monaten

Istanbul (nex) – Sie steigt und steigt und steigt: Die türkische Währung setzt ihren Aufwärtskurs der letzten Monate unvermindert fort. Sie erreichte am Freitagmorgen um 6:48 Uhr (Ortszeit) mit 5,15 den höchsten Stand seit dem 12. August, wo ihr Kurs nach einer monatelangen Abwärtsspirale auf 7,0458 gefallen war. Das ist ein Wertzuwachs von fast 27 Prozent. Auch gegenüber dem Euro ist seit über vier Monaten ein Wertzuwachs zu verzeichnen. Um 6:48 Uhr (Ortszeit) fiel der Euro auf bis zu 5,87 und somit um fast 29 Prozent seit dem 12. August, als die Lira ein Rekord-Tief von 8,02 erreichte. Politische Spannungen zwischen den USA und der Türkei lösten an den Finanzmärkten Sorgen aus, nachdem Trump im Juli damit drohte, den wirtschaftlichen Druck zu nutzen, um die Freilassung eines in der Türkei inhaftierten Pastors zu sichern. Trump genehmigte daraufhin im August eine Verdoppelung der Zölle auf türkischen Stahl und Aluminium. Die Türkei reagierte  mit einer Erhöhung der Zölle auf US-Autos, Alkohol und Tabakimporte. Die türkische Währung Lira fiel daraufhin im August auf ein Rekord-Tief. Nach der Freilassung Brunsons erholte sich die Währung wieder und erreichte am heutigen Freitag den höchsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit über vier Monaten.

Zum Thema

– Türkisch-amerikanische Beziehungen – US-Präsident Donald Trump: „Türken sind großartige Menschen“

Bei einem Treffen mit Pastor Andrew Brunson im Weißen Haus, begrüßte US-Präsident Donald Trump die Entscheidung der türkischen Gerichte Brunson ausreisen zu lassen. Nun könne man in den türkisch-amerikanischen Beziehungen ein neues Kapitel eröffnen.

US-Präsident Donald Trump: „Türken sind großartige Menschen“
   

Kommentar
Kreditvergabe der Banken: Geldschöpfung aus dem Nichts

Ein Kommentar von Ernst Wolff Stellt man an Schulen, Universitäten oder auch auf einschlägigen Seiten im Internet die Frage „Wie wird Geld geschaffen?, so erhält man fast immer folgende Antwort:
„Die Banken nehmen das Geld von Einlegern und Sparern und vergeben es in der Form von Krediten an andere Kunden. Da man irgendwann festgestellt hat, dass ja nicht alle Sparer und Einleger ihr Geld gleichzeitig zurückfordern werden, dürfen die Banken sogar mehr verleihen als sie haben, also neues Geld schöpfen, müssen allerdings einen bestimmten Prozentsatz ihres Geldes als sogenannte Mindestreserve zurückbehalten.“
Dass diese Erklärung heute noch durch zahlreiche Lehrbücher geistert, ändert nichts an der Tatsache, dass sie nur für einen bestimmten historischen Zeitraum – die Anfangszeit des Bankwesens – galt, heute aber falsch ist und die Dinge sogar auf den Kopf stellt. In unserer Zeit dienen nämlich nicht mehr die Einlagen, also das bei einer Bank hinterlegte Geld, als Grundlage für die von ihr vergebenen Kredite. Heute schaffen die Kredite die Grundlagen für die Einlagen. Wie das…? Nehmen wir ein Beispiel: Frau Müller möchte sich ein neues Auto kaufen und braucht zusätzlich zu ihrem ersparten Geld 5.000 Euro. Sie geht zu ihrer Bank, um einen Kredit aufzunehmen. Zuerst muss sie eine Sicherheit nachweisen. Da sie fest angestellt ist und eine kleine Eigentumswohnung besitzt, bereitet ihr das keine Probleme. Dann werden für ihren Kredit eine Laufzeit, sagen wir 2 Jahre, und ein Zinssatz, sagen wir 5 Prozent, vereinbart. Sobald Frau Müller den Kreditvertrag unterschrieben hat, geht der Bankangestellte an seinen Computer und überweist auf ihr Konto 5.000 Euro, indem er die Zahl in die Tastatur eingibt. Diese 5.000 Euro waren vorher nicht vorhanden, sind also – ganz legal – per Mausklick erzeugt worden. Da die EZB einen Mindestreservesatz von 1 Prozent verlangt, muss der Angestellte am Ende des Monats dann noch 50 Euro auf das hauseigene Konto bei der EZB überweisen – ein mehr oder weniger symbolischer Akt, der in Ländern wie Großbritannien, Kanada, Australien und Schweden bereits abgeschafft wurde. Wie geht es nun weiter? Wenn alles gut verläuft, zahlt Frau Müller den Betrag von 5.000 Euro zuzüglich 250 Euro Zinsen zwei Jahre später zurück. Für die Bank bedeutet das: Die aus dem Nichts erzeugten 5.000 Euro werden gelöscht, verschwinden also wieder und sind damit aus der Welt. Nicht aus der Welt sind allerdings die 250 Euro Zinsen, die ja bereits vor der Vergabe des Kredits vorhanden waren, nach seiner Rückzahlung aber den Eigentümer gewechselt haben und nun der Bank gehören. Was aber, wenn es für Frau Müller nicht so gut verläuft, sie zum Beispiel ihren Job verliert und nach zwei Jahren nicht in der Lage ist, den Kredit zurückzuzahlen? Dann greift die Bank auf die Sicherheiten, die Frau Müller bei Vertragsabschluss angegeben hat, zurück und verschafft sich auf diese Weise das ausstehende Geld, notfalls mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers. Dieser Prozess der Geldschöpfung per Kreditvergabe ist, wie man sieht, nicht besonders schwer zu verstehen. Warum aber halten Wissenschaft und Medien so hartnäckig an der historisch überkommenen Version vom Verleihen von Einlagen unter Beachtung des Mindestreserveprinzips fest? Vermutlich deswegen, weil die Geldschöpfung per Mausklick sehr deutlich belegt, welches Privileg die Banken in unserer Gesellschaft genießen und wie sie uns alle mit ihrer Hilfe beherrschen. Um sich über die Bedeutung dieses Mechanismus klar zu werden, muss man sich nur einmal vorstellen, was passieren würde, wenn Frau Müller auf die Idee käme, selber Geld aus dem Nichts zu schöpfen, indem sie einen Geldschein kopiert und damit zu bezahlen oder ihn gar gegen Zinsen zu verleihen versucht. Sie würde als Verbrecherin vor Gericht gestellt und zu einer Freiheitsstrafe verurteilt – obwohl sie ja im Prinzip nichts anderes getan hätte als die Bank. Anders ausgedrückt: Das Recht der Kreditvergabe und der damit verbundenen Geldschöpfung aus dem Nichts verleiht den Banken in unserer Gesellschaft einen einmaligen Sonderstatus, der es ihnen ermöglicht, sich über die Bevölkerung zu erheben, sie finanziell von sich abhängig zu machen und sich einseitig und in ständig zunehmender Weise an ihr zu bereichern. Da alle drei Vorgänge dem vermeintlichen Prinzip der parlamentarischen Demokratie, dass wir nämlich vor dem Gesetz alle gleich sind, in so eklatanter Weise widersprechen, ist es kein Wunder, dass uns die Geldschöpfung per Mausklick bis heute nicht als das dargestellt wird, was sie in Wirklichkeit ist – eine der Grundlagen, auf der das Finanzgewerbe uns alle beherrscht.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Ernst Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“.
Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«

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– Kommentar – Friedrich Merz und die zunehmende Verschmelzung von Politik und Finanzelite

Es ist ein Trend, der viel über den Zustand unserer Gesellschaft aussagt: Der immer häufiger auftretende fliegende Personalwechsel zwischen Politik und Wirtschaft, der zu einer zunehmenden Verschmelzung beider Lager geführt hat.

Friedrich Merz und die zunehmende Verschmelzung von Politik und Finanzelite

Kommentar
Wie finanzieren sich islamische Gemeinschaften in Deutschland?

Von Nabi Yücel
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat am Mittwoch die Deutsche Islamkonferenz mit einer Erklärung in Berlin eröffnet. Dabei forderte Seehofer in seiner Rede die Moscheegemeinden wie die DITIB oder IGMG in Deutschland dazu auf, sowohl ihre eigene Organisation und Finanzierung, als auch die Ausbildung von Predigern, „weitgehend selbst“ zu stemmen – und sich von ausländischen Geldgebern so zu lösen. Sind diese Forderungen berechtigt und auf welchen Fakten beruhen sie? Die Staatssekretärin im nordrhein-westfälischen Integrationsministerium, Serap Güler (CDU), sprach sich ebenfalls für eine vom Ausland unabhängige Finanzierung muslimischer Gemeinden aus. Ähnliche Vorwürfe erheben seit Jahren auch andere Politiker der CDU, SPD und Grünen. Insbesondere Cem Özdemir (Grünen) und Volker Beck (Grünen) unterstreichen diesen Vorwurf und lehnen daher u. a. eine Anerkennung der Körperschaft des öffentlichen Rechts ab, die von etlichen islamischen Gemeinschaften rechtlich angestrebt wird.
Die Deutsche Islamkonferenz und ihre Ziele
Zentrale Aufgabe der Deutschen Islamkonferenz (DIK) sei es, zu klären, wie ein Islam in Deutschland gefördert werden könne, „der in unserer Gesellschaft verwurzelt ist“, sagte Horst Seehofer am Mittwoch während der Eröffnungsrede. Muslime in Deutschland hätten selbstverständlich „die gleichen Rechte und gleichen Pflichten wir jeder hier in Deutschland“, sagte Seehofer weiter und fügte hinzu: „Muslime gehören zu Deutschland.“ Das ist angesichts der in den Raum geworfenen Vorwürfe jedoch kaum ernst zu nehmen. Seit Beginn der DIK im Jahre 2006 ist allen Teilnehmern, so auch dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) sehr wohl bekannt, wie die islamischen Gemeinschaften, vor allem die DITIB, sich finanzieren und welche Rolle die „Diyanet İşleri Başkanlığı“, das türkische Präsidium für Religionsangelegenheiten, in diesem Zusammenhang spielt.
Politik kennt den Sachverhalt, setzt sich aber darüber hinweg
In etlichen Kleinen Anfragen der Fraktionen des Bundestages und der Bundestagsabgeordneten gegenüber der Bundesregierung, werden diese und ähnliche Fragen seit Jahren ständig aufgeworfen. In den entsprechenden Antworten der Bundesregierung wird inzwischen wiederkäuend dieselbe Antwort abgegeben. Dennoch wird Land auf Land ab, die Schlussfolgerung verbreitet, dass die islamischen Gemeinschaften aus dem Ausland finanziert und damit kontrolliert bzw. gesteuert werden. Insbesondere die „Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion“ (DITIB e.V.) wird dabei seit Jahren vermehrt in den Mittelpunkt der Kritik gerückt. Welche Ausmaße diese Vorwürfe angenommen haben, kann man an den medialen Auswüchsen erkennen, die durch die Politik befeuert werden. Jetzt wehrt sich als erste islamische Gemeinde die „Islamische Gemeinschaft Millî Görüş“ (IGMG) gegen diese Vorwürfe, die im Kern Verleumdungen sind. Laut einer Unterlassungsklage der IGMG gegen Volker Beck heißt es, dass der Grünen-Politiker den Verbänden wie der IGMG unterstellt habe, sich aus dem Ausland finanzieren und steuern zu lassen. Bereits zuvor hatte Beck mehrmals die DITIB sowie die IGMG als verlängerten Arm Ankaras bezeichnet.
Wie finanzieren sich die islamischen Gemeinschaften?
Die in Medien und populärwissenschaftlichen Ausarbeitungen vertretene These, dass sich islamische Gemeinschaften oder Moscheevereine in Deutschland hauptsächlich auf ausländische Finanzquellen stützen, findet hier keine zahlenmäßige wie faktische Grundlage. Sprich, man hat keine Erkenntnisse, die diese Thesen rechtfertigen. Insbesondere gegenüber der DITIB und IGMG sind die Vorwürfe nicht haltbar. In den Satzungen der Vereine und Verbände sind zwar Vereinsbeiträge teilweise vorgesehen, mit der man die Vereins- und Verbandstätigkeit finanziert, aufgrund des dargestellten Umstands der differenzierten Mitgliedschaft handelt es sich dabei in der Regel jedoch um keine Haupteinnahmequellen. Im Übrigen sind dazu der Verkauf von Publikationen und anderen Produkten, sowie Einnahmen aus Veranstaltungen wie Konzerten und Kulturveranstaltungen zu zählen. Nach Angaben vieler Gemeinden wird der Großteil des Gemeindelebens über freiwillige Spenden der Gläubigen, der sogenannten „Sadaqa“ (Geldspende) insbesondere anlässlich des Freitagsgebets finanziert. Gleiches gilt auch für den Ankauf von Gemeindehäusern, wobei bei Bedarf auch durch Spenden anderer Gemeinden geholfen wird. Das bedeutet, dass die Finanzierung der Gemeinden und Verbände hauptsächlich von Moscheebesuchern bzw. Moscheegängern gestemmt wird.
Förderung ist nicht gleich Finanzierung
Eine Förderung der grundsätzlichen Arbeit von Moscheevereinen bzw. Moscheen oder von Neubauprojekten ist nicht bekannt. Das einzige Neubauprojekt, das aus dem Ausland mitfinanziert wurde, ist der Neubau der Kölner Zentralmoschee der DITIB, die in Zusammenarbeit der Stadt Köln und dem Land NRW in die Wege geleitet wurde.Soweit eine Förderung aus öffentlichen Mitteln erfolgt, handelt es sich um projekt- oder anlassbezogene Förderungen. Bezüglich der Frage, welche islamischen Organisationen z. B. in den Jahren 2014 bis 2018 aus welchen Haushaltstiteln des Bundeshaushalts Mittel erhalten haben oder werden, wird in den Antworten der Bundesregierung auf Kleine Anfragen der Fraktionen und Bundestagsabgeordneten sehr genau erläutert. Dieser Übersicht ist zu entnehmen, dass die Vereine projektbezogene finanzielle Mittel für soziale, kulturelle und zivilgesellschaftliche Programme erhalten, bspw. im Wege der monatlichen Erstattung von Taschengeldern und Sozialversicherungsbeiträgen (bis zu einer bestimmten Höchstgrenze) für die eingesetzten Freiwilligen sowie als Zuschuss zur pädagogischen Begleitung der Freiwilligen, oder im Rahmen des Bundesprojekts „Demokratie Leben!“, das die Demokratieförderung und Radikalisierungsprävention unterstützen soll. Auch diesen Aufstellungen stellt die Bundesregierung voran, dass die Auflistung nicht abschließend sei und keine Einordnung von Trägern als islamische Organisationen seitens der Bundesregierung darstelle. In der Regel würden Organisationen und Institutionen unabhängig von ihrem religiösen Hintergrund gefördert. Als Konsequenz der mutmaßlichen Affären hatte die Bundesregierung ihre Förderung von DITIB-Projekten für die Jahre 2018 und 2019 komplett eingestellt. 2016 hatte die Förderung bei 3,27 Millionen €, 2017 noch bei 1,47 Millionen € gelegen. Zugleich stimmte die Bundesregierung 2017 der Entsendung von 350 weiteren islamischen Geistlichen aus der Türkei nach Deutschland zu. Die türkische Religionsbehörde „Diyanet“ entsendet ihre Imame, die in der Regel an türkischen Universitäten ausgebildet und vom türkischen Staat wie Beamte bezahlt werden, für eine befristete Zeit nach Deutschland. Sie sind nicht nur in den DITIB-Moscheen, sondern auch in Gemeinden der „Islamische Gemeinschaft Millî Görüş“ (IGMG) tätig.
Informationsstand und Transparenz
Für informell zusammengeschlossene oder nach dem Vereinsrecht organisierte Gemeinden besteht – ebenso wie bei den Kirchen und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts – gegenüber der Öffentlichkeit keine Rechenschafts- bzw. Offenlegungspflicht bezüglich der Bilanzen. Auch eine Unterbindung von Finanzströmen – etwa nach österreichischem Vorbild – ist nach deutschem Recht nicht denkbar. Eine Unterbindung von finanziellen Aktivitäten im Hinblick auf einzelne Vereine ist nach deutschem Recht nur im Rahmen eines Organisationsverbots möglich. Dies setzt voraus, dass sich ihre Aktivitäten gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung richten, was kaum durchsetzbar wäre, weil die rechtlichen Hürden ziemlich hoch angesiedelt sind. Unterhalb der Verbotsschwelle ist eine Überprüfung durch die Finanzbehörden zumindest hinsichtlich der Gemeinnützigkeit bzw. unter den Voraussetzungen der Verfassungsgrundlage durch die Verfassungsschutzbehörden möglich.
Was finanziert z.B. die Türkei konkret?
Die „Diyanet İşleri Başkanlığı“, das Präsidium für Religionsangelegenheiten, die direkt dem Ministerpräsidenten unterstellt ist, entsendet Imame der Diyanet in Gemeinden der DITIB. Sie übernimmt ausschließlich die Honorare dieser Imame. Dabei entspräche die finanzielle Entlastung etwa 4.000 bis 5.000 € für die jeweilige Gemeinde, unabhängig von der Frage, ob es in Deutschland entsprechende studierte islamischen Theologinnen und Theologen überhaupt gibt. Laut der Satzung des DITIB-Verbandes in Köln wird sie nicht aus Ankara finanziert. Lediglich beim Vorstand des Vereins in Köln hat Ankara ein Mitspracherecht. Weitergehende finanzielle „Förderungen“ oder „Unterstützungen“ gibt es also nicht. Die in Medien und populärwissenschaftlichen Ausarbeitungen vertretene These, dass sich Moscheevereine in Deutschland hauptsächlich auf ausländische Finanzquellen stützen, ist schlichtweg falsch.
Gibt es eine Steuerung durch das Ausland?
Auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Volker Beck, Katja Keul, Dr. Tobias Lindner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, inwieweit Einflüsse ausländischer Staaten, Parteien, Stiftungen und sonstiger Personen und Geldgeber Verbindungen zu islamischen bzw. islamisch religiöse Vereinen oder Religionsgemeinschaften, insbesondere durch Entsendung von Personal, finanzielle Zuwendungen oder Sachleistung der Bundesregierung bekannt seien, antworte die Bundesregierung, dass sie nicht anlasslos, allgemein und systematisch eigene Erkenntnisse über Verbindungen und Einflüsse ausländischer Stellen auf religiöse Vereine und Religionsgemeinschaften erhebe. Im Umkehrschluss heißt das, dass die Bundesregierung keine Anhaltspunkte hat, die sie veranlassen könnte, den Vorwürfen nachzugehen. Obwohl die Frage dennoch immer wieder Gegenstand öffentlicher Diskussionen wurde, waren öffentlich zugängliche systematisch erfasste Informationen von Medien oder der Regierung über Finanzströme von Geldgebern aus Drittstaaten, die islamische Organisationen, insbesondere Moscheen bzw. Moscheevereine begünstigen, nicht auffindbar. Die Bundesregierung betonte ja, dass solch ein Anlass nicht gegeben sei, um den Vorwürfen nachzugehen. Schließlich sei festzuhalten, dass eine ausländische Finanzierung nicht gleichzusetzen sei mit Steuerung. Daher müsse in dieser Allgemeinheit offenbleiben, was den Begriff der Steuerung ausmache. Die Thematik entzieht sich also einer pauschalen Beurteilung.
Was sagen Fachleute zur Finanzierung oder Körperschaft?
Laut einem Gutachten, das das Land Rheinland-Pfalz in Auftrag gegeben hat, kann das Land von den muslimischen Verbänden und Organisationen keine vereinheitlichende Neuformierung aller muslimischer Gruppierungen erwarten oder gar zur Voraussetzung der Anerkennung machen kann. Unter anderem stehe die Absicht der Landesregierung, einen gemeinsamen Religionsunterricht aller islamischen Richtungen anzustreben, eine negative Verletzung der Religionsfreiheit entgegen, weil es den einen oder anderen Wortführern in den Verbänden eine unangemessene Deutungshoheit über alle Muslime in Rheinland-Pfalz geben würde. Das rechtswissenschaftliche Gutachten erkennt unter anderem an, dass das Recht der Verbände als Religionsgemeinschaft anerkannt werden muss, da sie formell vorliegt und geboten ist, sofern sie dies beantragen. Auch der Aspekt „Religionsunterricht“ sei im schlechtesten Fall für jeden Verband allgemeingültig anzuerkennen, auch wenn dies für Rheinland-Pfalz in der Schulpraxis problematisch werden könnte, so das Rechtsgutachten. Das Gutachten empfiehlt jedoch der Landesregierung, sich mit den muslimischen Verbänden zu einigen, um die Schulpraxis zu vereinheitlichen. Durchsetzen dürfe die Landesregierung das jedoch nicht. Außerdem ist laut dem Rechtsgutachten allein die Annahme, ein ausländischer Staat könne Einfluss auf die Religionsgemeinschaft ausüben, noch kein Grund, dies als bedenklich zu erachten. Das wäre erst der Fall, wenn hoheitliche Befugnisse von ausländischen Staaten hierher direkt übertragen werden. Einzig beim Religionsunterricht müsse die religiöse Selbstbestimmung garantiert werden, heißt, ein ausländischer Staat oder die Landesregierung selbst, dürfe hier nichts festlegen. Rheinland-Pfalz hat bereits angekündigt, die Beurteilung über die „Gefahr“ eines Einflusses durch ausländische Staaten, sprich, hier durch die Türkei über die Diyanet, erneut feststellen zu lassen. Ob das rechtlich infrage gestellt werden kann, wird stark angezweifelt. Vielmehr ist es wohl ein politisches Signal, da zurzeit die Landesregierung die Gespräche mit der DITIB aufgrund der Gegebenheiten mit der Türkei auf Eis gelegt hat. Laut Rechtsgutachten ist aber ausschließlich die Selbstbestimmung der Religionsgemeinschaft selbst zu beurteilen und ist nicht dadurch gefährdet, dass Würdenträger aus dem Ausland Einfluss auf die Religionsgemeinschaft ausüben, auch wenn sie ein Amt des ausländischen Staates bekleiden. Hier müsse vielmehr das Selbstverständnis der Religionsgemeinschaft zum Ausdruck des eigenen Willens zum Tragen kommen, sprich, sie müsse das aus eigenem Willen heraus annehmen oder ablehnen. Als Fazit erkennt das Rechtsgutachten an, dass es sich unter anderem bei der DITIB um eine Religionsgemeinschaft nach Art.7 Abs.3 S. 2 GG handelt und, dass die DITIB zur Durchführung von Religionsunterricht nach Art. 7 Abs. 3 GG geeignet ist.
Fazit
Abschießend ist in beiden Gutachten festzustellen, dass die muslimischen Verbände ihr Recht auf Durchsetzung zur Anerkennung als Religionsgemeinschaft aufgrund ihres Status weder rechtlich noch anderweitig durchsetzen wollen, obwohl sie es könnten, sondern Kooperation auf allen Ebenen mit Rheinland-Pfalz nicht nur zeigen, sondern auch erwünscht ist. Ferner kann von einer „Auslandsfinanzierung“ der islamischen Verbände, im konkreten Fall bei der DITIB oder IGMG, keine Rede sein.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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