Menschenrechtsverletzungen in China
China: Neben Uiguren auch Hui-Muslime vermehrt Repressalien ausgesetzt

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther  Das Xi-Regime der VR China hat dank internationaler Untätigkeit den Job der Ausrottung des Islams und des uigurischen Volkstums in China so gut wie erledigt: 70% der Moscheen in Xinjiang sind zerstört oder in Bars verwandelt. Andere für das Gebet geschlossen und nur Touristen zugänglich. Wer nicht im Konzentrationslager oder Gefängnis ist, kann aufgrund von Dauerüberwachung kein normales Leben mehr führen, von Religionsausübung ganz zu schweigen. (Dazu empfehle ich dringend: „Now we dont talk anymore„) Besitz jeden religiös konnotierten Gegenstandes ist verboten. Selbst religiöse Handlungen oder Posts in Chatsystemen vor mehreren Jahren führen zur Internierung. Jeder hat Verwandte im Lager. Fast die gesamte jüngere männliche Bevölkerung ist interniert. Frauen werden systematisch vergewaltigt, sterilisiert und an Han-Chinesen zwangsverheiratet. Kinder in schlecht ausgestatteten Waisenhäusern aufgezogen. Arabische Aufschriften wurden schon längst beseitigt. Inzwischen werden auch solche auf Uigurisch systematisch beseitigt. Die uigurischen Lagerinsassen werden inzwischen systematisch über ganz China verteilt, ohne dass sie selbst oder sonst jemand erfährt, wo sie sich befinden. Sie können auch jederzeit alle getötet werden. Man fühlt sich sicher: der uigurische Islam hat keine Zukunft. Hui-Muslime hatten lange einige Privilegien vor Uiguren: das Kopftuch war auch an Universitäten erlaubt, religiöse Erziehung der Kinder wurde stillschweigend geduldet. Diese Privilegien wurden schon seit einiger Zeit aufgehoben. Moscheen wurden zerstört. Auch auf Hui-Moscheen wurde arabische Schrift, der Halbmond beseitigt. Religiöse Erziehung der Kinder wurde verboten. Der Gottesdienst wurde zur Parteiveranstaltung umfunktioniert, Moscheen wahllos zerstört. Inzwischen ist die einzige sog. autonome Region der Hui-Muslime, Ningxia, demselben Regime wie Xinjiang unterworfen. Halalzertifikationen sind schon vor einiger Zeit aufgehoben worden. Anderswo leben Hui-Muslime als mehr oder minder große Minderheit unter Han-Chinesen. In derartigen Regionen werden inzwischen systematisch Moscheen geschlossen oder zerstört. Diese Aktionen greifen nach Regionen mit großer hui-muslimischer Minderheit wie Gansu und Qinghai im Norden jetzt auch auf den Süden über. Yunnan in Südchina ist eine Provinz mit besonders vielen Minderheiten und somit Religionen. Auch viele Hui-Muslime leben dort. Erst neulich wurde bekannt, dass dort mehrere Moscheen zerstört oder zur Zerstörung geschlossen wurden. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gläubigen,die sich gegen die Schließung zur Wehr setzten. Bilder kamen ins Netz wie Gläubige brutal verprügelt, verletzt und verhaftet wurden . Das angeblich ,neue‘ Gesetz, das Polizisten im Dienst vor jeder Bestrafung für Übergriffe freistellt, ist so neu nicht: chinesische Polizei und Militär agierten schon immer mit rücksichtsloser Brutalität. Dass das ihre Aufgabe ist und niemand auch nur im Traum daran denken konnte, das könne strafbar sein, war seit eh und je klar. Die kommunistische Partei und ihre ausführenden Organe stehen über jedem Gesetz. Wer das nicht weiß, hat von China nichts begriffen. Die neuerlichen Maßnahmen machen klar, inzwischen wird die Auslöschung des Islam auf alle Muslime ausgedehnt. Damit wird unmissverständlich klar: es ging nie um Terrorismusbekämpfung. Es geht um die Auslöschung des Islam. Er ist der erste Schritt zur Auslöschung der Religion in China und zur totalen Gleichschaltung. Der Islam bildet hier den Anfang, da China hier auf den Zug des weltweiten Islamhasses und der angeblichen Bekämpfung des Terrorismus aufspringen konnte. Inzwischen muss der muslimischen Welt klar sein: China ist der gefährlichste und erbittertste Feind des Islam weltweit. Auch außerhalb Chinas schürt China den Hass auf Muslime, es ist Komplize des Völkermords in Myanmar. China unterwandert systematisch die muslimische Welt wirtschaftlich, um sie politisch erpressen zu können. Es ist Zeit aufzuwachen. Kein muslimischer Staat kann es zulassen, sich von dem Erzfeind des Islam, der den Islam zur unzivilisierten Geisteskrankheit erklärt, zum Erfüllungsgehilfen seiner Machtgelüste zu machen. Die muslimische Welt muss geschlossen aufstehen. Und so überraschend das zunächst klingt: sie sollte es zusammen mit der christlichen tun. Man muss viel mehr und härter darauf hinweisen, dass China auch das Christentum immer härter verfolgt und es ebenso auszurotten entschlossen ist. Die Fälle von Verhaftungen, Folter, der Zerstörung von Kirchen sind so zahlreich, es ist sinnlos hier einzelnes herauszupicken. Man kann sich leicht über Lektüre des Internetjournals ,Bitter Winter‚ ein Bild machen. Allenfalls bleibt darauf hinzuweisen, dass China inzwischen Bürgerwehren mit rotem Armband eingerichtet hat, die die Straßen patrouillieren und religiöse Aktivitäten melden. Am Ende wird sich freilich das Christentum als besonders harte Nuss für China entpuppen. Man schätzt, dass es 100 Millionen Christen gibt (es gibt 90000 Mitglieder der kommunistischen Partei; ). Das Christentum organisiert sich hauptsächlich jenseits der Mainstreamkirchen in sog. ,Hauskirchen‘. Das sind lose organisierte Verbände ohne öffentlich sichtbare Strukturen. Sie wachsen, ohne dass eine verlässliche Kontrolle auch nur der Zahlen möglich ist. Sie füllen haarscharf die Lücke, die die moderne chinesische Gesellschaft mit ihrem steigenden Wohlstand auftut: die Suche nach Sinn und Gemeinschaft in der kalten sinnentleerten chinesischen Gesellschaft der Gier. Genauso wie es unbedingt geboten ist, dass Muslime weltweit gegen China aufstehen, wäre es angebracht bereits jetzt auf die immer härtere Christenverfolgung stärker hinzuweisen, die, wenn nichts getan wird, ebenso wie der Kampf Chinas gegen den Islam ausarten wird. Hier wären zunächst christliche Kirchen aller Konfessionen gefragt. Leider hat der Vatikan mit seinem Vertrag mit der VR China Einen unverzeihlichen Fehler gemacht. Aber man hat sich ja auch früher mit Mussolini, den Nazis und lateinamerikanischen Militärdiktaturen geeinigt. Warum also nicht mit der VR China? Freilich, es gibt weltweit andere Konfessionen. Und wenn in Europa das Christentum auch auf dem Rückzug ist, das ist nicht so in den USA. Ein oft übersehener Unterschied zwischen Europa und den USA ist es, dass in den USA das Christentum immer noch in der Mehrheit der Bevölkerung lebendig ist. Und Europa beruft sich gerade heute immer emphatischer auf seine christlichen Wurzeln. Hier gäbe es gemeinsamen Grund, wo Christen und Muslime in gleicher Weise gefragt wären, China entgegenzutreten. China ist heute die größte Gefahr für Menschlichkeit und Zivilisation. Nachdem, wie es scheint, die grauenhafte Ära der Dominanz der USA zu Ende geht, darf die Welt nicht in die Hände Chinas fallen. Das wäre grauenhafter als alles bisher Dagewesene. Es ist die Pflicht jedes Muslim, jedes Christen, jedes zivilisierten, jedes anständigen Menschen, alles zu tun, was er kann, dem chinesischen Modell der Entmenschlichung der Welt entgegenzutreten.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Menschenrechtsverletzungen in China – Bericht: China verstärkt Repressalien gegen muslimische Uiguren

Eine Untersuchung des Wall Street Journal enthüllt, was in Chinas wachsendem Netzwerk von Internierungslagern, wo Hunderttausende von ethnischen Uiguren festgehalten werden, vorgeht. Wie WSJ berichtet, habe China sein Internierungsprogramm, das ursprünglich auf ethnische uigurische Extremisten zielte, scharf erweitert.

Prof. Dr. Günther: Es geht China um die Auslöschung des Islam

Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Ausgebildet in Freiburg und Oxford. Stipendiat der DFG und der Alexander von Humboldt -Stiftung. Gerhard Hess Preis der DFG. Zahlreiche Publikationen (ca. 40 Bücher, u.a. Brill’s Companion to Propertius, Brill’s Companion to Horace) im Bereich der antiken Philosophie und Literatur, der Byzantinistik, Neogräzistik, modernen Literatur und Philosophie, Ethik und Politik. Zahlreiche Versübersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Neugriechischen, Georgischen, Japanischen und Chinesischen. Lehrt regelmäßig in Italien, zahlreiche Gastaufenthalte in der Schweiz, Polen, Georgien, Indonesien, Iran, Seoul, Tokyo und vielen chinesischen Universitäten. Herausgeber mehrerer Buchreihen, im wissenschaftlichen Beirat zahlreicher wissenschaftlichen Zeitschriften.

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Balkan
Premierminister Haradinaj: Grenze zwischen Albanien und Kosovo abgeschafft

Pristina (nex) – Wie Kosovos Premierminister. Ramush Haradinaj, über Facebook ankündigte, bestehe die Grenze des Kosovo zu Albanien von nun an nicht mehr. „Es liegt im Interesse des Kosovo und Albaniens, die bilaterale Partnerschaft zu bewahren und voranzubringen. In diesem Sinne war es mir heute eine Ehre, an der Unterzeichnung des Abkommens zur Gründung gemeinsamer Grenzpunkte zwischen Kosovo und Albanien, gemäß des Grundsatzes von IBM (Integrierte Grenzverwaltung) und unserem gemeinsamen Europäischen Weg teilzunehmen. Ab heute gibt es die Kosovo-Grenze gegenüber Albanien nicht! „, so Haradinaj. Es werde ab jetzt nur noch eine gemeinsame Grenze mit Albanien geben. Ab März werde die Grenze dann auf der Grundlage der Schengen-Prinzipien ganz abgeschafft, so der Premierminister. https://www.facebook.com/RamushHaradinajOfficial/photos/pcb.1017097588414655/1017097061748041/?type=3&theater   Auch der kosovarische Staatspräsident Hashim Thaci äußerte sich in einer Mitteilung zu der Grenzöffnung. So wie das vergangene Jahr, das Jahr der Kosovo-Armee gewesen sei, werde das neue Jahr, das Jahr der Grenzöffnung zu Albanien und auch der endgültigen Abschluss des Abkommens mit Serbien werden, so Thachi. https://www.facebook.com/HashimThaciOfficial/posts/2378731158863896?__xts__[0]=68.ARCIjVNU9dKYIg0ah967DaUa50OWdfKpzEJdZ0jLbUdiYNieFWYFuTnx8F-e-zhOjBx27eYBFkXR7VZNGR4WX0QVjpbbqMa5luaIR-N3f1fD745lJFmYLa1nJhF8c1TUoDLARttqA1IGqvkhi0vl9fvf9PHMfVvSRQrL07IQiB7AzIJeN7ssqVTeCsG_MZbPqYQR2Rq7sA8EiJtpbKsYyjjVn-iFNP2jkzuRuilCuuzHW2liOms3wuAYFAL7Kv741b6pXfVd8DUXeSgtIp55M4-3oJsNwU_CgX0TLy_uqQ2LM8yvmYNu_-AsTYzJw6PSTE7nNhKHQURn14dlwHH8EA&__tn__=-R

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– NEX24-Exklusivinterview – Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch

Mit seiner Entscheidung, eine erste Nationalarmee zu gründen, schrieb Mitte Dezember nicht nur das kosovarische Parlament Geschichte. Der in einer türkischen Militärflugschule ausgebildete Pilot Afrim Zabeli, schloss nur einen Tag vor der Abstimmung seine Schulung zum Militärhubschrauber-Piloten ab und wurde somit 1. Pilot der kosovarischen Armee. NEX24 Kosovo-Korrespondent Mustafë Mehmeti sprach mit dem 27-Jährigen in der Hauptstadt Pristina.

Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch

Fremdenfeindlichkeit
Bottrop: Mann fährt Auto in Menschengruppe – Syrer und Afghanen verletzt

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Bottrop (nex) – Ein Autofahrer hat in der Silvesternacht im Ruhrgebiet seinen Wagen in eine Fußgängergruppe gesteuert und mindestens vier Menschen zum Teil schwer verletzt.

Wie „Dlf24“ berichtet, gehe die Polizei derzeit von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Den Angaben der Polizei zufolge, war der Mann in Bottrop und Essen mehrfach mit seinem Auto auf Passanten zugefahren. In der Bottroper Innenstadt seien vier Personen, darunter syrische und afghanische Staatsangehörige, zum Teil schwer verletzt worden. Der Fahrer sei nach der Tat geflüchtet, konnte später jedoch in Essen verhaftet werden. Bei der Festnahme habe der 50-jährige Tatverdächtige fremdenfeindliche Bemerkungen gemacht.    
 

Umweltschutz
Türkei: Ab dem 1.1 zahlen Kunden für Plastiktüten

Ankara (nex) – Schon lange angekündigt – ab heute realisiert. Was in vielen europäischen Ländern selbstverständlich ist, führte in der Türkei seit der Ankündigung vor fast zwei Jahren, zu Disput und Kritik an der Regierung. Pastiktüten waren bisher Bestandteil des türkischen Alltags und wurden beim Einkauf kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hat sich seit heute geändert. Plastiktüten sind in der Türkei seit dem 1. Januar kostenpflichtig. Damit sollen umweltschädliche Abfälle reduziert werden. Türkeiweit werden im Jahr 250.000 Tonnen Plastiktüten hergestellt. Laut dem Umweltministerium liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch bei 440 Plastiktüten im Jahr.  Die türkische First Lady, Emine Erdogan, leitet derzeit das Null-Abfall-Projekt der Türkei, das darauf abzielt, das Volumen der nicht verwertbaren Abfälle zu reduzieren. Gesundheitsgefahr für Menschen Die ungeregelte Entsorgung schadet der Umwelt und stellt eine Gesundheitsgefahr für Menschen dar. „Die Flut an Plastikmüll lässt sich nur eindämmen, indem weniger Kunststoffe produziert werden“, sagt Manfred Santen von Greenpeace Deutschland. Pro Jahr werden in Europa 49 Millionen Tonnen Plastik in Verkehr gebracht. Davon landet viel als Abfall in der Umwelt. Um das Problem zu lösen, setzt die EU-Kommission im Kern auf die Wiederverwendung, höhere Kosten für Plastik und eine bessere Recyclingfähigkeit von Verpackungen und Produkten. Die Deutsche Umwelthilfe DUH fordert die deutsche Bundesregierung auf, eine Vorreiterrolle bei der Vermeidung und dem Recycling von Plastikabfällen einzunehmen. Von der Bundesregierung fordert die DUH die Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Abfallvermeidung. „Weil Mehrwegsysteme, wie beispielsweise Mehrwegflaschen für Getränke, der ersten Stufe der Abfallhierarchie entsprechen, müssen diese besonders gefördert werden. Durch ihre häufige Wiederverwendung leisten sie einen entscheiden Beitrag zur Abfallvermeidung und einer plastikfreien Umwelt. Die deutsche Bundesregierung muss dafür sorgen, dass die gesetzliche Mehrwegquote für Getränkeverpackungen von 70 Prozent umgesetzt wird“, fordert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Das deutsche Mehrwegsystem für Getränkeverpackungen ist das größte weltweit und beispielgebend für ganz Europa. Neben der Umsetzung der gesetzlichen Mehrwegquote für Getränkeverpackungen sind auch höhere Entgelte für Verpackungen sowie verbindliche Regeln zur Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Produkten notwendig. Bessere Recyclingqualität und Anreize zum Rezyklat-Einsatz notwendig Thomas Fischer, DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft sagt: „Immer häufiger werden Verpackungen hergestellt, die faktisch nicht mehr recyclingfähig sind. Die EU-Plastikstrategie greift diesen wichtigen Punkt auf. Kompliziert und mehrschichtig aufgebaute Verbundstoffe sollen bis 2030 der Vergangenheit angehören. Hierfür müssen jedoch verbindliche Standards zur Recyclingfähigkeit festgelegt werden, welche es zum jetzigen Zeitpunkt in Deutschland nicht gibt. Hier muss dringend nachgebessert werden.“. Als positiv bewertet die DUH, dass die EU-Kommission biologisch abbaubare Kunststoffe nicht bevorteilt, sondern als kritisch bei Recyclingprozessen und problematisch beim Abbau in der Natur einschätzt. Recyceltes Plastik macht bisher nur zwischen vier bis sechs Prozent der gesamten Plastiknachfrage aus. Die DUH greift daher den Hinweis der EU-Kommission zur Notwendigkeit des Einsatzes von Recyclingmaterial zur Herstellung von Kunststoffverpackungen und Produkten auf und fordert in Deutschland eine verbindliche Mindesteinsatzquote, um einen geschlossenen Wiederverwertungskreislauf zu erreichen.  

Celle
Silvester: Mann sprengt sich mit Böller Hand weg

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Celle (nex) – Bei einem Unfall mit einem Böller sind am Silvesterabend in Winsen an der Aller (Kreis Celle) zwei Menschen verletzt worden. Ein 38-Jähriger habe sich nach ersten Erkenntnissen eine Hand weggesprengt, sagte ein Sprecher der Polizei in der Nacht zum Dienstag. Ein 54 Jahre alter Mann habe bei dem Unfall Verletzungen im Gesicht erlitten. Wie der „Stern“ weiter berichtet, konnte er das Krankenhaus nach einer ambulanten Behandlung aber wieder verlassen. Wie es zu dem Unfall kam, sei noch unklar. Es handele sich möglicherweise um einen selbstgebauten Böller, so der „Stern“ unter Bezugnahme auf die Polizei. Um im Garten die Überreste der Hand zu finden, sei auch die Feuerwehr gerufen worden, berichtet die “Bild“      

Gesundheit
Nachtsehschwäche: Spezielle Tests bringen Ursache ans Licht

Baierbrunn – Wenn es Nacht wird, sehen Millionen Autofahrer schlecht. „Wer Probleme im Dunklen hat, sollte beim Augenarzt oder Optiker explizit nach Tests für das Dämmerungssehen fragen. Sie gehören nicht zur Standarduntersuchung“, rät Dr. Wolfgang Wesemann vom Kuratorium Gutes Sehen im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Bei der sogenannten Mesoptometrie und Nyktometrie wird die nächtliche Situation auf der Straße simuliert, um Kontrastsehen und Blendempfindlichkeit zu messen. Wirklich nachtblind sind die wenigsten. In den meisten Fällen verursachen altersbedingte Augenleiden das Problem, an erster Stelle der graue Star. Erste Symptome wie Licht- und Blendempfindlichkeit machen sich nachts bemerkbar. Das Scheinwerferlicht entgegenkommender Pkws kann in der Linse so stark streuen, dass der Autofahrer für Hunderte Meter wie im Blindflug fährt. Schreitet der Star fort, hilft nur eine Operation. Ein weiterer Grund für Probleme in der Dunkelheit kann die Sehstärke sein. „In der Nacht ist die Pupille weiter geöffnet und lässt mehr Licht ins Auge, das sich am Linsenrand bricht. Abbildungsfehler können entstehen“, sagt Wesemann. Diese Form von Kurzsichtigkeit tritt nur im Dunkeln auf – und betrifft auch Menschen, die tagsüber keine Brille benötigen. „Viele wissen deshalb gar nicht, dass sie nachts kurzsichtig sind.“ Eine Brille mit angepasster Dioptrienzahl nur für die Nacht schafft unkompliziert Abhilfe.

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– „Risikofaktor für Augenkrankheiten“ – Augenleiden durch Zigaretten – Rauchen greift Sehnerv und Netzhaut an

Viele Raucher sorgen sich um ihre Lunge und Atemwege. Dass Zigaretten auch den Augen schaden, ist laut Umfragen mehr als der Hälfte von ihnen nicht bewusst.

Augenleiden durch Zigaretten – Rauchen greift Sehnerv und Netzhaut an

Truppenabzug aus Syrien
Donald Trump bekräftigt Ankündigung: US-Truppen werden aus Syrien abgezogen

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Washington (nex) – In einem Tweet hat US-Präsident Donald Trump seine Pläne. die amerikanischen Truppen aus Syrien abzuziehen. nochmal bestätigt und sein Vorhaben verteidigt. „Ich tue nur das, was ich schon lange angekündigt hatte“, sagte er am Montag. Er habe damit Wahlkampf gemacht, die Soldaten aus Syrien und anderen Orten nach Hause zu holen. Für seine Entscheidung erntete Trump Kritik von allen Seiten. US-Verteidigungsminister Jim Mattis sowie der US-Sondergesandte in Syrien, Brett McGurk, reichten daraufhin ihren Rücktritt ein. Zu der heutigen Behauptung des republikanischen Senators Lindsey Graham, dass es nun zu einer Verzögerung des Abzugs kommen könnte, äußerte sich das Weiße Haus bisher noch nicht. „Der Präsident versteht die Notwendigkeit, die Arbeit zu Ende zu bringen“, sagte Graham nach einem zweistündigen Gespräch mit dem Präsidenten in Washington am Sonntag. Trump habe ihm Dinge gesagt, die er nicht wusste und die ihm ein viel besseres Gefühl dafür gegeben hätten, worauf die USA in Syrien zusteuern. Vor zwei Wochen überraschte US-Präsident Donald Trump mit der Ankündigung eines Truppenabzugs aus Syrien. Diese Entscheidung sei nach einem Telefonat mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gefallen. Die Türkei begrüßt die Ankündigung Trumps, da die Unterstützung der YPG durch die USA immer wieder zu Konflikten mit Washington geführt hat. Ankara betrachtet die YPG als terroristische Gruppe und syrischen Ableger der Terrororganisation PKK. YPG-Milizen werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, darunter die Beschlagnahme von Eigentum, die Tötung von Zivilisten sowie Folter und Mord von Oppositionellen. .

Russland
Moskau: US-Bürger wegen Spionageverdacht verhaftet

Moskau (nex) – Ein US-Bürger wurde in Moskau wegen des Verdachts der Spionage verhaftet. Wie der russische Inlandsgeheimdienst FSB am Montag mitteilte, wurde der Amerikaner mit dem Namen Paul Whelan „während einer Spionagemission“ festgenommen. Weitere Details wurden noch nicht bekannt gegeben. Eine strafrechtliche Untersuchung sei eingeleitet worden.

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– Türkischer Militäreinsatz – Moskau: „Russland koordiniert seine Aktionen in Syrien eng mit der Türkei“

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte am Mittwoch, dass Russland seine Aktionen in Syrien eng mit der Türkei koordiniere.

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Skandal-Schlagzeile
Islamrat nach BILD-Bericht: „Wir zeigen uns solidarisch mit der DITIB“

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Köln (nex) – Nach der DITIB hat sich nun auch der Islamrat zu dem skandalösen Bericht der BILD-Online geäußert. „Der gestrige Bericht inklusive seines Framings mit der DITIB-Zentralmoschee in der Onlineversion der Bild ist Hetze und Aufstachelung. Er muss auch gerichtlich geahndet werden. Mit Meinungs- und Pressefreiheit hat das nichts mehr zu tun“, sagte der Vorsitzende des Islamrates, Burhan Kesici, anlässlich der Berichterstattung der Bild am 29.12.2018. Die BILD-Zeitung habe sich „puncto islamfeindliche Aufmachung in der eigenen Berichterstattung selbst übertroffen“, so Kesici in der am Sonntag veröffentlichten Pressemitteilung weiter. Der Eindruck, welcher über das Bild der gestrigen Berichterstattung von Bild-Online über vermeintliche Terrorfinanzierung aus den Golfstaaten produziert wurde, sei eindeutig. Moscheen in Deutschland unterstützten den Terror. Durch diese Art der hetzerischen Berichterstattung habe die islamfeindliche Berichterstattung in Deutschland einen neuen Tiefpunkt erreicht. „Sie macht Moscheen, die ohnehin regelmäßig angegriffen werden offen zur Zielscheibe, setzen Moscheebesucher unter Generalverdacht und vergiften somit den gesellschaftlichen Frieden. Das ist nicht mehr nur geistige Brandstiftung“, so die Mitteilung des Islamrats. Es müsse auch juristisch überprüft werden, ob hier nicht auch eine direkte Aufstachelung vorhanden sei. „Wir zeigen uns solidarisch mit der DITIB und empfehlen den Rechtsweg. Sie haben unsere Unterstützung. Weiter fordern wir den Presserat, diese Art der Berichterstattung zu rügen. Des Weiteren vermissen wir eine notwendige Kritik von Seiten der Politik. Sie darf zu solchen Vorfällen nicht schweigen.“

Zum Thema

– Medien – Nach Skandal-Schlagzeile: DITIB droht der BILD mit rechtlichen Schritten

Die DITIB-Zentrale in Köln hat eine Schlagzeile der BILD-Online scharf verurteilt. Sie droht nun mit rechtlichen Konsequenzen und fordert den Presserat auf, die BILD zu ermahnen.

Nach Skandal-Schlagzeile: DITIB droht der BILD mit rechtlichen Schritten
 

Menschenrechtsverletzungen in China
Kommentar: „Türkei hat es nicht notwendig, sich von China bedrohen zu lassen“

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther  Mit der Entwicklung der VR China zum Schurkenstaat ungeahnten Ausmaßes sieht sich die Welt heute einem in dieser Form neuen Phänomen gegenüber, und es ist nicht verwunderlich, dass man allseits um eine adäquate Antwort verlegen ist. Zunächst einmal muss man sich ins Bewusstsein rufen, dass wir uns in der Endphase einer Epoche befinden, die mit dem Zusammenbruch der SU begann und zunächst die USA als die Welt allein dominierende Macht zurückließ. Die NATO wurde zu einem Instrument der gewaltsamen Durchsetzung der US-Hegemonie mit Hilfe ihrer Satellitenstaaten umfunktioniert. Brutale Machtpolitik deklariert sich kaum je als solche: es scheint, Menschen haben das Bedürfnis, ihr Handeln in ein wie auch immer geartetes System von Werten integriert zu sehen. Der Vorwand für die rücksichtslose Machtpolitik des sich als ,der Westen‘ titulierenden Machtkomplexes waren die Durchsetzung der Menschenrechte und die Verbreitung der Demokratie, d.h. der repräsentativen Demokratie eben des Westens (dass es andere Staatsformen oder Konzepte gibt, die dich demokratisch nennen, wurde geflissentlich übersehen). Das Ergebnis dieser Politik sowie ihre unerträgliche Hypokrisie liegt heute so offen auf der Hand, dass es sich erübrigt, viele Worte darüber zu verlieren. Wir befinden uns in der Phase, in der der ,Westen‘ zu lernen beginnt, dass er verloren hat, und man beginnt langsam den riesigen Scherbenhaufen aufzuräumen. Das dürfte noch lange dauern. Die besagte Politik ist gescheitert, weil sie nicht nur verbrecherisch, sondern ohnehin auch noch dumm und unrealistisch war; wesentlich dazu beigetragen, dass sie endlich zu Ende kam, hat aber vor allem das endlich wieder erstarkte Russland Putins, der der Faust des Westens rücksichtslos die eigene geballte Faust entgegengestreckt hat – allerdings mit Sinn für Maß und für die Realitäten. Deshalb hat er gewonnen. Als Fazit aus dieser Situation ergibt sich zunächst einmal Folgendes: 1) es ist absurd, jedes Regime, das den Standards irgendeiner Gruppe von Staaten oder auch den Standards der Menschenrechte nicht voll entspricht, beseitigen zu wollen. Man müsste dann so gut wie jedes Regime weltweit beseitigen. So etwas hat man ja auch nie versucht zu tun. Man hat es nur dort versucht, als Grund vorzuschieben, wo man ein Regime aus anderen Gründen beseitigen wollte. Im Grunde genommen ist so gut wie jedes real existierende Regime mehr oder weniger repressiv – der Westen auch -, damit muss man realpolitisch umgehen. Auch kann man nicht immer sofort zu Wirtschaftssanktionen greifen, wenn einem etwas missfällt. Man kann nur nüchtern abwägen, wie eng man mit einem Regime zusammenarbeiten will. Da spielen viele Faktoren eine Rolle. 2) Militärische Interventionen sind in jedem Falle kontraproduktiv. Es ist eigentlich ein Zeichen dafür, wie perfide die gegenwärtige Politik ist, dass man auf das fundamentale Prinzip der UN-Charta des Gewaltverzichts eigens hinweisen muss. Kurzum, was heute ansteht, ist Realpolitik und Respekt vor den elementarsten Regeln zivilisierten internationalen Zusammenlebens. Das bedeutet auch, dass es keinen Sinn hat, sich in jeden Bürgerkrieg gewaltsam einzumischen, wenn er auch noch so brutal ist. Das gilt etwa für die gewaltsamen Konflikte derzeit in Afrika. Zivilisiertes Zusammenleben kann aber auch nicht bedeuten, dass es keinerlei moralisch Minimalmaßstäbe gibt, die jeder ,zivilisierte‘ Staat einhalten muss. Minimalmaßstäbe bedeutet, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord oder Massenmord (ob er nun strikt unter die Definition für Völkermord fällt oder nicht), rassistische Diskriminierung als Prinzip nicht hingenommen werden können. Gegen Staaten, die eklatant, in eminentem Maße gegen minimale Standards dieser Art verstoßen, muss es eine entsprechende Reaktion geben. Nach dem, was ich im vorigen gesagt habe, kann diese Reaktion aber in keinem Falle militärische Gewalt sein. Sanktioniert werden könnte derartige Gewalt ohnehin nur durch den UN-Sicherheitsrat. Er konnte für Gewalt in der abnormalen Situation nach dem Fall der SU missbraucht werden. Wirklich funktionstüchtig ist er freilich ohnehin nicht: die Stärksten, die in der Regel die größten Verbrechen begehen, können durch den Sicherheitsrat nie sanktioniert werden. Der Sicherheitsrat ist aber nicht nur untauglich, er ist überflüssig, da Gewaltanwendung ohnehin in der heutigen Welt nicht produktiv ist. Für Wirtschaftssanktionen, für alle gewaltfreien Mittel bedarf des keines UN-Sicherheitsrates. Das einzige legitime Mittel heute gegen Staaten, die unerträgliche Verbrechen im oben genannten Sinne begehen, ist der Ausschluss eines Staates aus der internationalen Staatengemeinschaft, zumindest eine Reduktion der Zusammenarbeit auf das jeweils mögliche Minimum. Das kann auch wirksam sein, wenn ein genügend großer Teil der Welt so agiert. Ein Beispiel, wie die internationale Staatengemeinschaft einen Staat, der nicht hinnehmbare Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt hat, ohne Gewalt in die Knie gezwungen hat, ist Südafrika. Selbstverständlich spielte auch der gewaltsame Kampf des ANC eine Rolle, aber das war keine Gewalt von außen. Gewalt unterdrückter Völker gegen ihre Unterdrücker ist immer legitim. Abgesehen von den verbleibenden Desastern der westlichen Politik der letzten Jahrzehnte, die es durch Verhandlungen aller Seiten und schrittweisem Gewaltverzicht zu lösen gilt, gibt es heute auf der Welt drei Staaten , die unerträgliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit in großem Stil verüben, die nicht ohne entschiedenen Widerstand hingenommen werden dürfen: 1) das illegale, völkermörderische Apartheitsystem Israels, 2) die Entartung der VR China zum größten Völkermörder und offenen, aggressiven Verächter jeder Regeln des internationalen Zusammenlebens, 3) der Völkermord an den Rohingyas durch Myanmar. Wie die Welt mit Israel umgehen muss, scheint mir offenkundig: Israel muss ebenso wie einst Südafrika ein Pariastaat werden; die BDS-Bewegung ist ein erster Schritt. Für Myanmar gilt Ähnliches. Wie man realistischerweise mit einer Supermacht wie China umgeht, ist eine wesentlich komplexere Frage. Die Gründe, warum der Rest der Welt dem ,neuen‘ China, d.h. dem China Xi Jinpings, entgegentreten sollte und warum er auch ein handfestes Interesse daran hat, sind von zwei Themenkomplexen geprägt. 1) der fast unglaublich scheinende Völkermord an den muslimischen Minderheiten, der die Naziverbrechen und diejenigen Israels noch übertrifft. Eine gesamte Volksgruppe wird systematisch ihrer Kultur und Religion beraubt, interniert, zu Tode gefoltert, indoktriniert, über ganz China verteilt, zu Arbeitssklaven und einem Repertorium zur Organentnahme degradiert, jüngere Männer ausgerottet, Frauen systematisch vergewaltigt, sterilisiert oder an Han-Chinesen zwangsverheiratet, Kinder von ihren Eltern getrennt und in staatlich geführten Waisenlagern zu Parteibütteln deformiert. Inzwischen ist die Aktion Xinjiang fast beendet; dasselbe erwartet jetzt unmittelbar die Hui-Muslime. Man hat begonnen, die Methoden von Xinjiang auf letztere auszudehnen. Das zeigt, dass der Terrorismus in Xinjiang nur ein Vorwand ist. Hui-Muslime haben mit Terrorismus nichts zu tun. Die immer härter werdende Verfolgung der Christen, ja sogar der Buddhisten zeigt, dass die Maßnahmen auf eine Ausrottung der Religion und aller Minderheitkulturen zielt. Letztziel ist die totale Gleichschaltung der gesamten Bevölkerung durch Totalüberwachung und das bereits für 2020 angekündigte Sozialpunktesystem. Die Gründe für diese Maßnahmen liegen auf der Hand: die Ausrottung der Minderheiten soll Chinas geopolitische Schwäche, von Nord über West bis Süd von Minderheiten umgeben zu sein, beseitigen. Die sinisierende Gleichschaltung aller soll einer wertelosen Gesellschaft hemmungslosen Chauvinismus als sozialen Kitt einflößen. Dass Sinomarxismus – den ohnehin kein Chinese versteht – einen Beitrag zu einem System gesellschaftlicher Werte leisten soll, das glaubt wohl nicht einmal Xi Jinping. 2) Der Gleichschaltung im Innern hin zu hemmungslosem Chauvinismus entspricht eine neue Außenpolitik: Ablösung der USA als hegemoniale Macht. In scharfem Kontrast zu der seit der Mao-Ära von Zhou En Lai formulierten Politik, wiederholt von Deng Xiaoping und Nachfolgern, China strebe keinerlei Hegemonie und Blockbildung an, ist China durch seine Außenhandelspolitik in Afrika längst DIE – unerträglich rassistisch operierende – Kolonialmacht dort geworden, es infiltriert systematische die Wirtschaft asiatischer Länder, letztlich der ganzen Welt. Die BRI ist das Großprojekt, das China als die neue Hegemonialmacht der Welt etablieren soll. Sofern es sich um hochentwickelte Länder handelt, bedient China sich auch jeder Form der Wirtschaftsspionage, es erpresst systematisch Länder wirtschaftlich zu politischem Wohlverhalten, vor allem diejenigen, die es in seine Schuldenfalle gelockt hat, es nimmt keinerlei Rücksicht auf die Souveränität anderer Staaten: Auslandschinesen, besonders Auslandsuiguren werden rücksichtslos bedroht, erpresst, bespitzelt, auch ausländische Akademiker sind nicht sicher, man geht bis zur physischen Bedrohung oder entführt missliebige Personen auf dem Territorium fremder Staaten. So wird die Souveränität anderer Staaten grob missachtet. Um seine Außenhandelsinteressen zu sichern, beginnt China inzwischen selbst Truppen im Ausland zu stationieren und unterhält enge Sicherheitspartnerschaften mit Staaten an sensiblen Punkten. China formuliert seine Kerninteressen ohne Rücksicht auf andere. In Ostasien beansprucht China bereits jetzt die Führungsrolle, indem es sich völkerrechtswidrig in einer so unglaublich frechen Weise, dass es fast unglaublich wirkt, internationale Gewässer aneignet. Inzwischen droht es auch Taiwan wieder mit aggressiver militärischer Gewalt. Es müsste eigentlich leicht sein, hier eine Koalition der verschiedensten Staaten zustande zu bringen, die allein aus geopolitischen Interessen an einer Einschränkung chinesischen Machtanspruchs interessiert sind. Neben der USA und Europa regt sich ja auch in der Nachbarschaft Widerstand: Vietnam, die Großmacht Indien sehen sich bedroht, Australien erlebt die unverschämteste chinesische Einmischung in seine Angelegenheiten und zeigt, dass es seiner Partnerschaft zu den USA Priorität einräumt. Ich frage mich, wann Indonesien einsehen wird, dass eine wachsende Abhängigkeit von China seinen nationalen Interessen zuwiderläuft. Jedenfalls ist inzwischen zumindest der Protest der Straße in muslimischen Ländern immer lauter geworden. Zunächst hatte die IUIS, zuletzt die indonesische Ulema gefordert, China entgegenzutreten. Nachdem der indonesische Vizepräsident das abgelehnt hat, häufen sich in Indonesien die Straßenproteste. Dasselbe gilt für Bangladesch, Kasachstan, Kirgisistan, Chinas engsten muslimischen Verbündeten Pakistan, die Reaktionen der Regierung sind widersprüchlich und verständlicherweise vorsichtig. Der Iran ist derzeit zu sehr unter Druck, um etwas tun zu können. Auch für die Türkei sind die Umstände nicht die günstigsten, doch die Türkei hat es nicht nötig, sich von China bedrohen zu lassen. Immerhin gewährt die Türkei Uiguren Schutz. Der Protest ist inzwischen stark genug, dass die Opposition eine Initiative im Parlament zur Beratung über Maßnahmen gegen China gestartet hat. Es ist enttäuschend, dass die AKP das abgeblockt hat. Man kann nur hoffen, dass die Türkei bald deutlichere Worte findet und ihre Teilnahme an der BRI in Frage stellt. Und andere muslimische Länder und der Westen müssen dasselbe tun. Selbst die OIC hat inzwischen endlich ihre Besorgnis über China geäußert. Die Situation ist immer noch eine Schande für die gesamte muslimische Welt; angesichts der korrupten Regine in vielen Staaten muss der Druck der Straße größer werden. Er muss Sanktionen gegen China oder etwa auch die Einstellung des enormen muslimischen Tourismus fordern. Es zeigt sich aber deutlich, es bewegt sich etwas in der muslimischen Welt. Vor allem sehen immer mehr Staaten ein, dass chinesische Kredite eine zweischneidige Sache sind: Malaysia hat zwei Großprojekte auf Eis gelegt, Pakistan wird vorsichtiger. Auch anderswo, gerade in Afrika, regt sich Widerstand. Die USA müssen China die wirtschaftlichen Daumenschrauben ansetzen. Im Augenblick sind sie in der besseren Lage. Chinas Wachstum ist unzureichend, die Versprechen der Regierung auf mehr Wohlstand zu erfüllen: im Gegenteil, die verborgene Staatsverschuldung der Staatsbetriebe und der lokalen Verwaltungen machen die Lage des Landes äußert prekär. Dem unverschämten Raub internationaler Gewässer und Gewaltandrohungen können die USA (samt Verbündeten) mit Truppenverlegungen und gut gerüsteten Demonstrationen von militärischer Macht begegnen. Man kann China signalisieren, dass jede Aggression zur unmittelbaren Konfrontation mit den USA führen wird, wobei alle militärischen Optionen offen bleiben. Auch Außenhandelsinteressen muss gerade Europa in Afrika und Asien klüger und aggressiver vertreten.  Sicherlich ist es auch sinnvoll, wenn kleinere Nachbarstaaten wie Kirgisistan ohne große Worte humanitäre Hilfe leisten, wie das der kirgisische Präsident erklärt hat, Kasachstan tut dies, Pakistan, so darf man durchaus glauben, versucht den in China festgehalten Ehefrauen seiner Staatsbürger zu helfen. Die Türkei ist – im Gegensatz zu Verbrecherregimen wie Ägypten, ja selbst die VAE – ein sicherer Zufluchtsort für Uiguren. Mit China im Gespräch zu bleiben, auch zu versuchen, China davon zu überzeugen, dass seine Repression nicht im langfristigen Interesse Chinas ist, ebensowenig wie sein aggressiver Versuch, die USA als Hegemonialmacht abzulösen, ist sicher sinnvoll: man redet mit dem Gegner, nicht dem Freund! Nur, ich befürchte, fruchten wird das wenig. Und deshalb sind dieses Maßnahmen gerade heute auch für Chinas traditionelle Freunde zu wenig. Wenn nötig, muss massiver Druck der Straße letztere zu einer härteren Gangart zwingen. Der geballten Faust Chinas muss man die geballte Faust entgegenhalten. Das arrogante China Xis versteht nur die Sprache des Geldes und der Gewaltandrohung. Putin hat den USA mit der geballten Faust ihre Grenzen aufgezeigt, für China gilt dasselbe. Die muslimische Welt muss in ihrer Mehrheit gegen China aufstehen. Wenn Malaysia deutliche Worte finden kann, können es andere auch. Der Einkauf muslimischer Länder durch China ist ohnehin langfristig gegen deren nationale Interessen. Sie müssen daran denken, ob sie sich in Zukunft von einer Macht erpressen lassen wollen, die den Islam systematisch beleidigt und Muslime radikal auszurotten, bestrebt ist. Wenn sich hier Muslime und der Westen aus je eigenen nationalen Interessen zusammentun, ist China verwundbar und wird nachgeben müssen. Chinas Hauptinteresse ist immer noch wirtschaftliches Wachstum. Militärisch ist China bisher den USA in der Marine deutlich unterlegen. Die USA müssen das China durch rücksichtslosen Ausbau ihrer militärischen Macht in Ostasien (zusammen mit ihren Verbündeten) klar machen, bevor China weiter aufholt. Sanktionen jeder Art, auch im akademischen Bereich, auch die Auflösung von Konfuziusinstituten als Orten politischer Propaganda müssen erwogen werden. Eines muss dabei allerdings klar sein, und hier liegt ein grobes Fehlverhalten uigurischer Auslandsorganisationen vor. Es geht NICHT um die Unabhängigkeit Xinjiangs als Ostturkestan. Es geht nicht um einen Systemwechsel in China im Sinne eines Mehrparteiensystems. Kein Staat wird und kann seine territoriale Integrität in Frage stellen. Wenige Länder in der Welt können etwas derartiges unterstützen. Gerade manche muslimische Länder haben selbst Probleme mit Separatismus. Die VR China hat jedes Recht Separatismus zu bekämpfen und Terrorismus durch verschärfte Kontrolle und gezielte Maßnahmen gegen gefährliche Individuen ebenfalls. Was nicht hingenommen werden kann, ist, dass eine Bevölkerungsgruppe kollektiv in Sippenhaft genommen und ausgerottet wird – zumal der Terrorismus nur ein billiger Vorwand ist. Ob es uns gefällt oder nicht, hat China auch – wie jedes Land – das Recht autonom über seine Staatsform zu entscheiden – hier einzugreifen, ist nicht Sache des Auslandes. Eine große internationale Koalition kann zustande kommen, wenn diese Prinzipien beachtet werden. Das Ziel des Druckes auf die VR China darf nicht deren Destabilisierung sein. Sie ist in niemandes Interesse, und China kann und wird sich derartigen Maßnahmen nicht beugen. Ziel des Druckes auf China muss einzig und allein sein: jeder Bürger, jede Ethnizität muss ihr verfassungsmäßiges (nach der chinesischen Verfassung!) Recht auf ihre Sprache, Kultur und Religion behalten. Religion darf nicht grundsätzlich bekämpft oder zur Unkenntlichkeit entstellt werden. Es geht um elementare Bürgerrechte für alle Bürger Chinas; nur da diese in krassester Form mit unbeschreiblich brutalen, systematischen Verbrechen eingeschränkt werden, ist hier eine Einmischung der internationalen Gemeinschaft berechtigt und nötig. In der Außenpolitik muss China die elementaren Regeln des Völkerrechts beachten – so wie im übrigen der Westen sich daran gewöhnen muss, sie zu beachten. China muss aufhören, nach hegemonialer Dominanz zu streben – so wie die USA sich daran gewöhnen müssen, diese Aspiration aufzugeben. Wie gesagt, China versteht nur die Sprache der Androhung von Wirtschaftssanktionen und militärischer Gewalt, hier muss man hart sein. Zugleich muss man freilich klar machen: niemand verlangt von der VR China, dass sie sich aufgibt. Ihre territoriale Integrität steht nicht zur Debatte, ebenso ist der Herrschaftsanspruch der Kommunistischen Partei nicht Angelegenheit des Auslandes. Ebenso wie man mit geballter Faust klarmachen muss, dass es so nicht weitergeht, muss man klarmachen, dass legitime Machtinteressen Chinas respektiert werden. Dass man es bei weitem vorziehen würde, wieder mir einem stabilen China, das seine Grenzen kennt, dass keine unerträglichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht, das Regeln zivilisierten internationalen Umgangs und die Interessen auch anderer respektiert, freundschaftlich zusammenzuarbeiten. So bestünde die Chance, China davon zu überzeugen, dass eine Wende seiner gegenwärtigen Politik im eigenen nationalen Interesse liegt. Um dies einzusehen, müsste China nur darauf gestoßen werden, ob es wirklich in seinem Interesse liegen kann, dass heute international immer mehr Protestveranstaltungen stattfinden, wo die Flagge Ostturkestans gezeigt wird, wo die Unabhängigkeit Ostturkestans gefordert wird. So etwas gab es früher nur – und inzwischen weit weniger stark – im Falle von Tibet. Xinjiang war international kein Thema. Inzwischen hat Chinas Politik es dazu gemacht. Das sollte China zu denken geben.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Menschenrechtsverletzungen in China – Bericht: China verstärkt Repressalien gegen muslimische Uiguren

Eine Untersuchung des Wall Street Journal enthüllt, was in Chinas wachsendem Netzwerk von Internierungslagern, wo Hunderttausende von ethnischen Uiguren festgehalten werden, vorgeht. Wie WSJ berichtet, habe China sein Internierungsprogramm, das ursprünglich auf ethnische uigurische Extremisten zielte, scharf erweitert.

Prof. Dr. Günther: Es geht China um die Auslöschung des Islam

Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Ausgebildet in Freiburg und Oxford. Stipendiat der DFG und der Alexander von Humboldt -Stiftung. Gerhard Hess Preis der DFG. Zahlreiche Publikationen (ca. 40 Bücher, u.a. Brill’s Companion to Propertius, Brill’s Companion to Horace) im Bereich der antiken Philosophie und Literatur, der Byzantinistik, Neogräzistik, modernen Literatur und Philosophie, Ethik und Politik. Zahlreiche Versübersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Neugriechischen, Georgischen, Japanischen und Chinesischen. Lehrt regelmäßig in Italien, zahlreiche Gastaufenthalte in der Schweiz, Polen, Georgien, Indonesien, Iran, Seoul, Tokyo und vielen chinesischen Universitäten. Herausgeber mehrerer Buchreihen, im wissenschaftlichen Beirat zahlreicher wissenschaftlichen Zeitschriften.