Israel
Schwerer Imageschaden: Israel steigert Hasbara-Ausgaben auf über 700 Mio Dollar

Israel vervierfacht sein PR-Budget auf 730 Mio. Dollar — doch Experten warnen: Keine Kampagne kann den Imageschaden durch den Gaza-Krieg reparieren.

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Jerusalem – Israel hat sein Budget für öffentliche Diplomatie auf ein historisches Rekordniveau angehoben.

Die Knesset verabschiedete im vergangenen Monat einen Nationalhaushalt für 2026, der rund 730 Millionen Dollar für sogenannte Hasbara vorsieht — den hebräischen Begriff für staatliche Öffentlichkeitsarbeit und Auslandskommunikation.

Das entspricht mehr als dem Vierfachen der 150 Millionen Dollar, die im Vorjahr dafür bereitgestellt wurden. Und dieser Vorjahresbetrag war seinerseits bereits rund zwanzigmal höher als das, was Israel vor Ausbruch des Gaza-Krieges im Jahr 2023 für solche Zwecke ausgegeben hatte. Zuerst berichtete die Jerusalem Post über die Zahlen.

Pew-Umfrage: Mehrheit der Amerikaner sieht Israel negativ

Die beispiellose Ausgabensteigerung findet vor dem Hintergrund massiv sinkender Sympathiewerte statt. Umfrage um Umfrage belegt, dass die Unterstützung für Israel in den USA — dem wichtigsten Verbündeten des Landes — deutlich zurückgegangen ist.

Eine aktuelle Erhebung des Pew Research Center ergab, dass 60 Prozent der Amerikaner Israel inzwischen negativ beurteilen — ein Anstieg von sieben Prozentpunkten innerhalb eines einzigen Jahres. Nur noch 37 Prozent haben eine positive Meinung.

Besonders bemerkenswert für ein Land, das lange auf breite parteiübergreifende Unterstützung in den USA zählen konnte: 57 Prozent der Republikaner unter 50 Jahren stehen Israel mittlerweile negativ gegenüber. Einbrüche verzeichnen auch religiös nicht gebundene Amerikaner, schwarze Protestanten und Katholiken. Selbst unter amerikanischen Juden ist die Unterstützung auf unter zwei Drittel gesunken.

Influencer, KI und ein zentrales „Media War Room“

Mit dem Geld soll eine breit angelegte Offensive gestartet werden. Einem Bericht des Middle East Eye zufolge, der vor Experten warnt, die gezielt Hasbara und Desinformation im digitalen Raum über Palästina betreiben, fließen die Mittel in mehrere Kanäle gleichzeitig: massive Werbekampagnen in sozialen Netzwerken, der Einsatz von KI-gestützten Kommunikationswerkzeugen, Influencer-Kampagnen sowie die Finanzierung ausländischer Delegationsreisen nach Israel.

Darüber hinaus soll innerhalb des Außenministeriums ein zentralisierter „Media War Room“ eingerichtet werden, der die Kommunikationsstrategie koordiniert.

Besondere Aufmerksamkeit gilt US-amerikanischen Universitäten und jüngeren Amerikanern — jenen Bevölkerungsgruppen, in denen die Sympathien für die palästinensische Seite zuletzt am stärksten gewachsen sind.

TRT World berichtete bereits im Dezember 2025 über die Pläne: Israel wolle sein Image über soziale Medien, internationale Delegationen und Influencer verbessern, so der Sender aus dem besetzten Westjordanland.

Experten: PR kann Politik nicht ersetzen

Doch Experten bezweifeln, dass Geld allein den Imageschaden beheben kann. Kritiker argumentieren, dass keine noch so intensive Kommunikationsstrategie die weltweite Empörung über Israels Vorgehen im Gazastreifen und die anhaltenden Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen ausgleichen kann.

Der Begriff „Hasbara“ ist in sozialen Netzwerken längst zu einem abwertenden Schlagwort für israelische Interessenvertretung geworden — ein Zeichen dafür, wie weit bekannt Israels Bemühungen zur Imagepflege inzwischen sind.

Reaktionen im Netz

In sozialen Netzwerken stoßen die Berichte über das Rekordbudget auf scharfe Kritik. „Man kann 730 Millionen Dollar in Hasbara stecken, aber die Geister sind aus der Flasche“, schrieb ein Nutzer auf X.

„Die Welt hat die Bilder aus Gaza gesehen. Keine Menge an Werbung, Influencern oder Spin wird das rückgängig machen können. Handlungen haben Konsequenzen, und PR kann die Realität nicht löschen.“

Ein weiterer Nutzer schrieb: „Kein Betrag an Dollar wird uns jemals vergessen lassen, was wir mit eigenen Augen gesehen haben — über zwei Jahre lang, immer noch laufend, live auf unsere Telefone gestreamt.“

 


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