MSC Mandy
Benin: Piraten entführen russische Seeleute

Cotonou (nex) – An der Küste von Benin griffen Piraten am 1. Januar ein russisches Schiff an und entführten sechs russische Staatsbürger. Wie „Sputnik“ berichtet, handele es sich bei dem Schiff um die MSC Mandy. Dem Maritim-Journal Hansa-online zufolge, ereignete sich der Vorfall etwa 50 Seemeilen südlich von Cotonou, Benin. Das unter Panama-Flagge fahrende Schiff war demnach auf dem Weg von Lome (Togo) nach Lagos (Nigeria). Die verbleibende Crew habe die Fahrt daraufhin fortgesetzt. Die MSC Mandy ankere derzeit vor Lagos. Laut Hansa-Online kommt es im Golf von Guinea immer wieder zu Piraten-Angriffen auf Schiffe. Die Küste vor Westafrika gelte derzeit als Hotspot der weltweiten Pirateri, so Hansa-Online.
(Foto: Wikimedia)      

Balkannews
Kosovo-Serben: Serbischer Geheimdienst befragt uns zur geplanten Armee

Pristina (nex) – Bei einer Pressekonferenz in Pristina sagte ein serbischer Abgeordneter des Kosovo, dass er und weitere Mitglieder seiner Partei wiederholt Schikanen der serbischen Polizei und des Geheimdienstes BIA ausgesetzt gewesen seien. Der Abgeordnete Slobodan Petrovic, Vorsitzender der Unabhängigen Liberalen Partei (SLS), sagte, dass auch er und sein Stellvertreter Boban Stankovic, öfters von der serbischen Polizei am Grenzübergang Merdare zwischen dem Kosovo und Serbien festgehalten worden seien. „Was gestern Abend in Merdare geschah, zwang uns, eine Parteiversammlung einzuberufen. Die SLS wird vom serbischen Innenministerium (MUP) und der BIA schikaniert. Sie haben mich zuerst aufgehalten, und gestern haben sie den stellvertretenden Parteichef und den stellvertretenden (Kosovo)-Minister Stankovic angehalten. Wir glauben, dass es sich um Belästigung handelt, auch wenn sie nicht physisch ist. Es ist unangebracht, jemanden für vier oder fünf Stunden an der Grenze festzuhalten, um ihn über Dinge zu befragen, die allgemein bekannt sind und in den Medien berichtet wurden“, zitiert ihn das serbische Newsportal „N1“ am Donnerstag. Lokalen Medien zufolge, seien sie unter anderem zur geplanten Armee Kosovos befragt worden, ob Serben im Kosovo dieser beitreten würden. Er forderte den serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic und die Premierministerin Ana Branbic zu einer Erklärung auf. „Es ist unmöglich, dass sie nicht wissen, warum wir an der Grenze angehalten wurden“, sagte Petrovic. Das kosovarische Parlament hat am 14. Dezember, in einer für den jungen Staat historischen Abstimmung, einstimmig ein Gesetzespaket zur Schaffung einer regulären Armee beschlossen. Die leichtbewaffnete KSF soll somit in eine offizielle Nationalarmee umgewandelt werden. Für die militärische Sicherheit im kleinen Balkanland sorgen seit 1999 die von der NATO gestellten KFOR-Truppen. Zu den Plänen wurden international viele Bedenken geäußert. Besonders scharfe Kritik kommt von Serbien, das die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennt und das Territorium Kosovos für sich beansprucht. Die Serben sehen den Aufbau einer Nationalarmee des Kosovo als Bedrohung für die serbische Minderheit. Die Regierung in Pristina wies den Vorwurf einer Bedrohung zurück und weist darauf hin, dass auch viele Serben in der KSF dienten. Die Streitkräfte seien multiethnisch ausgerichtet. Die kosovarischen Politiker sind überzeugt, dass der Aufbau einer Armee den Frieden und die Sicherheit der Bürger garantiere. Auch unter den Serben Kosovos gebe es ein großes Interesse, den geplanten Streitkräften beizutreten. Bisher seien über 300 Bewerbungen eingegangen, so Rrustem Berisha, Minister der Kosovo-Sicherheitskräfte (KSF), in einem Gespräch mit Kosovapress.

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– NEX24-Exklusivinterview – Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch

Mit seiner Entscheidung, eine erste Nationalarmee zu gründen, schrieb Mitte Dezember nicht nur das kosovarische Parlament Geschichte. Der in einer türkischen Militärflugschule ausgebildete Pilot Afrim Zabeli, schloss nur einen Tag vor der Abstimmung seine Schulung zum Militärhubschrauber-Piloten ab und wurde somit 1. Pilot der kosovarischen Armee. NEX24 Kosovo-Korrespondent Mustafë Mehmeti sprach mit dem 27-Jährigen in der Hauptstadt Pristina.

Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch
   

"Türkischer Bruder"
Ein Küsschen von Bayern-Star Ribéry für türkischen Superstar-Metzger Nusret

Dubai (nex) – Zu seinen Gästen gehören die Reichen und Schönen der Welt. Sportler, Hollywoodstars und Milliardäre gehen in seinen weltweiten Luxus-Restaurants ein und aus. Zu seinen Fans gehören neben Mesut Özil und Manuel Neuer, auch Stars wie Rihana und der venezolanische Staatspräsident Nicolás Maduro. Im vergangenen Jahr spielte er sogar in der populären NETFLIX TV-Serie „Narcos“ mit. Am Mittwochabend besuchte in Dubai auch Bayern-Star Franck Ribéry das Restaurant des weltberühmten türkischen Metzgers Nusret Gökce. „Es gibt keinen besseren Start ins Jahr, als mit einer Prise Salz und einem Besuch bei meinem türkischen Bruder. Elhamdulillah!“, so Ribéry auf Instagram. In einem geteilten Video macht der Franzose noch die Salzstreu-Bewegung des Türken und küsst ihn anschließend auf seinen Kopf. Wie die „Bild“ berichtet, habe Ribéry in dem Restaurant mit dem Namen „Nusr-Et“ ein goldüberzogenes 1200-Euro-Steak bestellt.
(Foto: Screenshot/Instagram)

Zum Thema

– TV-Serie Narcos – Nusret: Türkischer Superstar-Metzger spielt in US-Serie Narcos mit

Der Ko-Partner der Luxus-Steak-Restaurantkette Nusr-Et, Nusret Gökce hat eine Rolle in der bekannten TV-Serie Narcos bekommen.

Nusret: Türkischer Superstar-Metzger spielt in US-Serie Narcos mit

Kommentar
„Deutschtürkische Polemik gegenüber syrischen Flüchtlingen erreicht Bild-Zeitungs-Niveau“

Von M. Teyfik Oezcan Syrische Halay in Taksim zu Silvester wird zum Politikum Liebe Freunde, in den letzten Tagen machen Nachrichten und Videoaufnahmen in den sozialen Medien inkl. von Verschwörungstheorien über die Feierlichkeiten am Silvester in Taksim die Runde, dass man als objektiver Betrachter viele Parallelen zu Deutschland feststellt. Ein erfreuliches Ereignis in der Silvesternacht, das eigentlich keiner medialen Aufmerksamkeit bedarf, wird seit Tagen in den sozialen Medien mit Hinweis auch auf die türkischen Soldaten in Syrien missbraucht und zum Politikum hoch stilisiert. Worum geht es? Einige wenige syrische Flüchtlinge, die (wie im Geiste des Osmanischen Reiches) durch die Aufnahmebereitschaft der Türkei Schutz gefunden haben, wagen es tatsächlich in der Silvesternacht mit einem halayischen Tanz ausgelassen und unbeschwert zu feiern, und ihre Freiheit in einer friedvollen Atmosphäre auszuleben. Einige türkische Landsleute haben das mit Hinweis auf kämpfende türkische Soldaten in Syrien in übertriebenem Maß kritisiert. Dazu möchte ich Euch bitten Folgendes zu bedenken: 1.) Es gehörte schon immer zu der Charta des Osmanischen Reiches sowie der Türkischen Republik hilfsbedürftigen Menschen, sei es in Europa verfolgte Juden wie im Osmanischen Reich, ferner Kurden aus dem Irak oder wie aktuell Flüchtlinge aus Syrien Schutz vor Verfolgung, Vergewaltigung und Tod zu geben. Auf diese humanitäre Geste des Staates sollte jeder von uns stolz sein! 2.) Vom Krieg traumatisierte Menschen, die Familienangehörige, ihr Haus, ihre Freunde, ihre Heimat verloren haben, werden von einigen Personen verurteilt, weil sie nicht im Krieg gegen Assad kämpfen. Dazu sollten sich diese Leute folgende Frage beantworten: “Würdest Du Deine Familie, vor allem Deine Mutter und Schwester in einem fremden Land (Türkei) alleine lassen und als kriegsunerfahrener Jugendlicher in den Krieg ziehen und Dich als Kanonenfutter abschlachten lassen?“ 3.) Die türkischen Soldaten kämpfen nicht stellvertretend für die syrischen Flüchtlinge in Syrien, sondern verfolgen eigene nationale und berechtigte Interessen, unabhängig davon, ob syrische Flüchtlinge in der Türkei leben oder nicht. Es geht um die territoriale Integrität und um die Vertreibung von Terroristen von der Südgrenze der Republik Türkei. 4.) Die übertriebene Polemik von einigen wenigen türkischstämmigen Bürgern in Deutschland gegen syrische Flüchtlinge hat mittlerweile das Schema und das Niveau der Bild-Zeitung erreicht. Gerade wir, als die größte Minderheit in Deutschland, die tagtäglich der Diskriminierung ausgesetzt ist, sollten aufpassen uns nicht des Rassismus schuldig zu machen. Außerdem wird von einigen gerne das Vokabular der AfD bedient, womit man sich mit ihnen geistig auf eine Stufe stellt. 5.) Weil einige syrische Jugendliche feiern, sollen alle syrischen Flüchtlinge das Land verlassen. Das ist in höchsten Maße moralisch verwerflich und zeigt wieder Parallelen zu den verbalen Pogromen in Deutschland. Wenn ein Bürger mit türkischen Wurzeln in Deutschland eine Straftat begangen hat, kreischen alle Rassisten „Türken raus“. Damit setzen wir uns gleich mit diesen menschenverachtenden Antidemokraten. 6.) Die Flüchtlinge, die wohlhabend sind, haben in der Türkei Geschäfte und Produktionsstätten eröffnet und so zum Bruttoinlandsprodukt der Türkei ihren Beitrag geleistet. Ferner die vielen Flüchtlinge, die als preisgünstige Arbeitskräfte eingesetzt werde und so die Konkurrenzfähigkeit der türkischen Wirtschaft steigern. Wir sollten aufpassen, dass wir bei unserem Kampf gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Deutschland nicht unsere Glaubwürdigkeit verlieren.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

Khashoggi-Mord
Saudi-Arabien: Staatsanwaltschaft fordert Todesstrafe für mutmaßliche Khashoggi-Mörder

Riad (nex) – In der saudi-arabischen Hauptstadt Riad hat am Donnerstag der Prozess gegen elf Angeklagte begonnen. Sie werden beschuldigt, mit dem Mord an Jamal Khashoggi in Verbindung zu stehen. Der regelmäßige Kolumnist der US-Zeitung Washington Post wurde Anfang Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet. Die saudische Staatswanwaltschaft forderte beim heutigen Prozessbeginn für fünf der Tatverdächtigen die Todesstrafe. Khashoggi verschwand, nachdem er am 3. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul betreten hatte.Saudi Arabien hatte mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden Khashoggis den Tod des Journalisten eingeräumt. Im Istanbuler Konsulat sei es während des Verhörs zu einem Streit gekommen, was zu seinem Tod führte, berichteten saudische Staatsmedien. Riad hatte die Kenntnis über den Verbleib Khashoggis stets abgestritten. Medienberichten zufolge soll er in dem Konsulat schwer gefoltert und zerstückelt worden sein.
   

Kosovo
Trotz Druck aus Belgrad: Großes Interesse der serbischen Minderheit für neue Kosovo-Armee

Pristina (nex) – Auch wenn Belgrad und die kosovarische Partei „Serbische Liste“ ethnische Serben im Kosovo aufforderten, die KSF (Kosovo-Sicherheitskräfte) zu verlassen – und einige diesem Aufruf gefolgt sind -, besteht weiterhin großes Interesse seitens der serbischen Minderheit, der geplanten Kosovo-Armee beizutreten. Wie die kosovarische Nachrichtenagentur „Kosovapress“ berichtet, seien 70 ethnische Serben dem Aufruf gefolgt und hätten daraufhin die KSF verlassen. Ungeachtet dessen gebe es aber immer noch ein großes Interesse seitens der serbischen Minderheit, der künftigen Armee des jungen Balkanstaates beizutreten. Für die freigewordenen Stellen im Ministerium und den Sicherheitskräften der KSF hätten sich bereits über 300 Kosovo-Serben beworben, so Rrustem Berisha, Minister der KSF, in einem Gespräch mit Kosovapress. Die freien Stellen würden laut Berisha innerhalb von drei Monaten besetzt werden. Auch die Umwandlung der KSF in eine reguläre Armee würde in etwa dieselbe Zeit beanspruchen, so Berisha weiter. Das kosovarische Parlament hat am 14. Dezember, in einer für den jungen Staat historischen Abstimmung, einstimmig ein Gesetzespaket zur Schaffung einer regulären Armee beschlossen. Die leichtbewaffnete KSF soll somit in eine offizielle Nationalarmee umgewandelt werden. Für die militärische Sicherheit im kleinen Balkanland sorgen seit 1999 die von der NATO gestellten KFOR-Truppen. Zu den Plänen wurden international viele Bedenken geäußert. Besonders scharfe Kritik kommt von Serbien, das die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennt und das Territorium Kosovos für sich beansprucht. Die Serben sehen den Aufbau einer Nationalarmee des Kosovo als Bedrohung für die serbische Minderheit. Die Regierung in Pristina wies den Vorwurf einer Bedrohung zurück und weist darauf hin, dass auch viele Serben in der KSF dienten. Die Streitkräfte seien multiethnisch ausgerichtet. Die kosovarischen Politiker sind überzeugt, dass der Aufbau einer Armee den Frieden und die Sicherheit der Bürger garantiere.

Zum Thema

– NEX24-Exklusivinterview – Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch

Mit seiner Entscheidung, eine erste Nationalarmee zu gründen, schrieb Mitte Dezember nicht nur das kosovarische Parlament Geschichte. Der in einer türkischen Militärflugschule ausgebildete Pilot Afrim Zabeli, schloss nur einen Tag vor der Abstimmung seine Schulung zum Militärhubschrauber-Piloten ab und wurde somit 1. Pilot der kosovarischen Armee. NEX24 Kosovo-Korrespondent Mustafë Mehmeti sprach mit dem 27-Jährigen in der Hauptstadt Pristina.

Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch
           

Steuerpolitik
Steuerfreibetrag für Erziehungsbedarf kostet Fiskus 2,7 Milliarden Euro

Düsseldorf – Rund 7,7 Millionen Steuerzahler werden nach Schätzung des Bundesfinanzministeriums durch den Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf eines Kindes um jährlich insgesamt 2,74 Milliarden Euro entlastet. Das geht aus der Antwort des Ministeriums auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, die der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vorliegt. Demnach würde eine Anhebung des Steuerfreibetrags von derzeit 1320 Euro um 30 Prozent zu Steuermindereinnahmen von 1,7 Milliarden Euro pro Jahr führen. Eine Anhebung des Freibetrags für die Kindererziehung um 50 Prozent kostete den Fiskus drei Milliarden und um 100 Prozent 6,8 Milliarden, so das Finanzministerium. An eine Anhebung des zuletzt 2010 erhöhten Freibetrags denke die Regierung jedoch nicht, heißt es in der Antwort. „Dabei steigen die Betreuungs- und Ausbildungskosten für Kinder stetig an, doch die steuerliche Abzugsfähigkeit bleibt seit Jahren konstant“, kritisierte FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler. „Eine regelmäßige Anpassung wäre daher dringend notwendig“, forderte er. Auch für keinen anderen Freibetrag zur Einkommensteuer plant die Regierung derzeit Anpassungen, wie aus der Antwort hervorgeht. Freibeträge wie etwa für eine Mitarbeiterbeteiligung, für die Land- und Forstwirtschaft, Betriebsveräußerungen, für Alleinerziehende, Ehrenamt oder Sachprämien des Arbeitgebers blieben ebenfalls unverändert, obwohl sie teilweise seit 15 Jahren nicht mehr verändert wurden. „Bei der Entlastung der Bürger versagt die Bundesregierung auch im Kleinen“, kritisierte Schäffler.

"Marktbeherrschende Stellung"
Kartellamt will Anfang 2019 über Facebook entscheiden

Das Kartellamt will in Kürze sein Verfahren gegen Facebook beenden und wirft dem US-Konzern Marktbeherrschung vor. „Wir werden Anfang 2019 eine Entscheidung zu Facebook verkünden. Wir meinen, dass Facebook den relevanten Markt beherrscht“, sagte Kartellamts-Chef Andreas Mundt der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Wir prüfen, ob das Unternehmen den Kunden unangemessene Geschäftsbedingungen aufzwingt und durch die Art und Weise, wie Daten gesammelt und genutzt werden, seine Marktmacht zu Lasten der Kunden missbraucht.“ Zugleich betonte Mundt: „Facebook ist keine gemeinnützige Veranstaltung, die Kunden zahlen mit ihren Daten, und sie zahlen mit Aufmerksamkeit für Werbung und Anzeigen. Wenn die Daten der Nutzer nun stärker genutzt und erhoben werden, als vielen Bürgern bewusst ist, kann man dies als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung bewerten.“ Gegen Amazon ist das Kartellamt wegen des Verhältnisses von Amazon-Marktplatz und kleineren Händlern aktiv. „Wir prüfen, ob Amazon hier marktbeherrschend ist und der Marktplatz für die Händler unverzichtbar ist. Uns haben zahlreiche Beschwerden erreicht, die unterschiedliche Klauseln und Verhaltensweisen von Amazon betreffen, da geht es um Kündigungsrechte, die Sperrung von Händlern, Haftungsregeln, die Frage, welches Gericht im Konfliktfall zuständig wäre, und vieles mehr. Wir prüfen jetzt, ob hier Missbrauch von Marktmacht vorliegt.“

Berlin
Senatskanzleichef beklagt investorenfeindliche Tendenzen

Berlin – Der Chef der Berliner Senatskanzlei, Christian Gaebler (SPD), hat investorenfeindliche Tendenzen in Teilen der rot-rot-grünen Landesregierung kritisiert. Im Inforadio vom rbb plädierte Gaebler am Dienstag für ein Miteinander von Investoren und Politik: „Solange wir uns in einer sozialen Marktwirtschaft bewegen, ist es richtig, dass auch mit Privaten gemeinsam Entwicklungen vorangetrieben werden – in Ergänzung dessen, was der Staat selber machen kann oder auch an Stellen, an denen der Staat nicht so wirken kann wie es andere tun können.“ Gaebler betonte, einige in der Regierung und den Regierungsparteien müssten „noch begreifen, dass ein Miteinander an der Stelle das Richtige ist und dass in der Demokratie auch das Recht des Einzelnen besteht, mit seinem Eigentum etwas anzufangen – in dem Rahmen, wie es durch Bebauungspläne festgesetzt wird.“ Gleichzeitig sei es richtig, so der SPD-Politiker, dass Berlin mit Hilfe des Vorkaufsrechts Wohnungen von Privaten gekauft hat, um übertriebene Wohnungsspekulation einzudämmen. Denn es gebe durchaus Eigentümer, die die soziale Verpflichtung überhaupt nicht mehr beachten. Gaebler warnt aber auch: Berlin müsse beim Kauf von Wohnungen auf den Preis achten. Denn wenn zu teuer gekauft werde, fehle das Geld an anderer Stelle, wo Menschen genauso von steigenden Mieten bedroht seien.

"Christliche Freunde Israels"
Brasilien widmet Netanjahu eigene Biefmarke

Brasilia (nex) – Bei seinem Besuch in Brasilien wurde der israelische Premierminister mit einem Geschenk außergewöhnlicher Art überrascht: Als Zeichen „besonderer Verbundenheit“, hat die brasilianische Post eine Briefmarke mit dem Abbild Benjamin Netanjahus herausgebracht. Übergeben wurden ihm die Marken bei einem Treffen mit der fundamentalistischen internationalen Bewegung „Christliche Freunde Israels“. „Meine Frau Sara und ich freuen uns, mit euch hier in Brasilien zu sein. Wir haben keine besseren Freunde auf der Welt, als die evangelische Gemeinschaft, und die evangelische Gemeinschaft hat keinen besseren Freund auf der Welt als den Staat Israel“, sagte Netanyahu laut der israelischen Zeitung „Israel National News“ bei einer Rede. „Wenn du ein Christ im Nahen Osten bist, gibt es nur einen Ort, an dem du sicher bist. Es gibt nur einen Ort, an dem die christliche Gemeinschaft wächst, gedeiht und gedeiht. Das ist im Staat Israel. Denn überall sonst, wenn man Christ ist, muss man sehr vorsichtig sein, oder man muss gehen. Nicht in Israel. Ihr seid unsere Brüder und Schwestern, und wir schützen die Rechte der Christen, wie wir die Rechte aller Religionen schützen“, zitiert das Blatt den israelischen Premierminister. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro kündigte bereits im November an, die Botschaft des Landes in Israel nach Jerusalem zu verlegen. Wie der rechte Politiker auf Twitter mitteilte, sei „Israel ein souveräner Staat“ und man solle dies respektieren. In einem Interview mit der israelischen Zeitung „Hayom“ sagte Bolsonaro, Israel könne selbst über seine Hauptstadt bestimmen. Jerusalem-Resolution Im Dezember 2017 stimmten UN-Mitgliedsstaaten in einer vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan initiierten Resolution mit überwältigender Mehrheit gegen eine Entscheidung von Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Trump warnte andere Länder vor der Abstimmung, gegen die USA zu votieren. Er drohte offen, finanzielle Hilfen zu stoppen. Es gebe Länder, die das Geld der USA nähmen und dann gegen sie stimmten. “Wir beobachten diese Staaten. Lasst sie gegen uns stimmen. Wir werden eine Menge sparen. Es ist uns egal”, so Trump. Vor der Abstimmung in New York hatte Erdogan an die internationale Gemeinschaft appelliert, sich nicht dem Druck der USA zu beugen. “Die Wiege der Demokratie sucht in der Welt Willen, den man mit Dollar kaufen kann. Herr Trump, Sie können den demokratischen Willen der Türkei nicht mit Ihren Dollars kaufen”, sagte Erdogan. Netanjahu hatte die Abstimmung zurückgewiesen, bevor sie überhaupt stattgefunden hatte. “Jerusalem ist Israels Hauptstadt, ob die Vereinten Nationen dies anerkennen oder nicht”, sagte er bei einer Rede in Israel.