London
Menschenrechtler Dr. Maung Zarni sagt wegen China Rohingya-Rede ab

Auf seiner Website  "Zarni's Blog" hat der hochangesehene burmesische Menschenrechtsaktivist und Genozidforscher Maung Zarni einen offenen Brief an den Chairman Prof. Xiangqun Cheng und das Organisationskomitee des 5. Global China Dialogue on Governance for Global Justice in der British Academy veröffentlicht.

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Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther

Auf seiner Website  „Zarni’s Blog“ hat der hochangesehene burmesische Menschenrechtsaktivist und Genozidforscher Maung Zarni, Fellow des Genocide Dolumentation Center Cambodia/ Sleuk Rith Institute, Member des Board of Advisors of Genocide Watch USA und Advisor to the European Center for the Study of Extremism, Cambridge, UK, einen offenen Brief an den Chairman Prof. Xiangqun Cheng und das Organisationskomitee des 5. Global China Dialogue on Governance for Global Justice in der British Academy veröffentlicht.

Er begründet darin, warum er seine Teilnahme mit einem Vortrag zum Genozid an den Rohingya in Myanmar absagen muss.
Angesichts der Vorgänge in Xinjiang könne er an keiner offiziell von der chinesischen Regierung unterstützten Veranstaltung teilnehmen.

Er weist auf die Entscheidung der CERD hin und vor allem auf die Zeugenaussagen von Auslandsuiguren über ihre Verzweiflung über das Schicksal ihrer Verwandten in China. Als jemand, der seit 30 Jahren im Exil lebe und kaum Kontakt zu seiner Familie habe, habe ihn das Schicksal der Uiguren besonders berührt. Als Buddhist, Erzieher und Menschenrechtsaktivist könne er sich mit den Verbrechen der chinesischen Regierung nicht gemein machen.

Er weist auch darauf hin, dass er als ein Asiate aus dem Bereich des britischen Kolonialismus einst seine Hoffnung auf China als eine blockfreie Macht gesetzt habe; die neokolonialistische Politik des jetzigen Chinas habe ihn zutiefst enttäuscht und er könne nur hoffen, das fortschrittliche chinesische Intellektuelle sich gegen diese Politik wenden werden.

Diese Geste ist nicht nur ein weiteres Zeichen, dass es auch in der internationalen akademischen Gemeinschaft Personen gibt, die Chinas Verbrechen nicht wortlos hinnehmen. Letztens wurde ein von zahlreichen Gelehrten unterzeichneter Protestbrief veröffentlicht: Global coalition of scholars calls for added pressure on China over Uygur internment camps in Xinjiang

Dr. Zarni zeigt durch sein Verhalten, was das Ethos eines engagierten und verantwortlichen Intellektuellen heute fordert. Die British Academy sollte sich schämen, Gastgeber einer von China unterstützte Veranstaltung mit diesem Titel zu sein. Angesichts der zum größten Teil – nicht völlig! – beschämenden Reaktion, die ich auf meinen Brief zum Weltkongress der Philosophie erhalten habe, habe ich wenig Lust, einen weiteren an die British Academy zu schreiben.

Jedenfalls sollten sich angesichts des Verhaltens von Dr. Zarni diejenigen Akademiker umso mehr schämen, die schön betreute Vortragsreisen nach China und wohlorganisierte Propagandakongresse ihrer menschlichen und akademischen Sauberkeit vorziehen.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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– Kommentar –
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Prof. Dr. Hans-Christian Günther

Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden

Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung

Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen.

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