Menschenrechtsverletzungen in China
Internationale Union Muslimischer Gelehrter fordern freie Religionsausübung in China

Heute hat die Internationale Union Muslimischer Gelehrter (engl. IUMS) einen Text zur Verfolgung des Islams in China, insbesondere in Xinjiang, veröffentlicht. Das Statement könnte nicht klarer und besonnener sein.

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Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther

Heute hat die Internationale Union Muslimischer Gelehrter (engl. IUMS) einen Text zur Verfolgung des Islams in China, insbesondere in Xinjiang, veröffentlicht. Das Statement könnte nicht klarer und besonnener sein. Es benennt ohne Umschweife die zentralen Elemente der Verbrechen der VR China gegen Muslime. Es stellt klar, dass sie auf die Ausrottung des Islam in China zielen.

Zugleich weist es auf die mannigfachen Beziehungen der islamischen Welt zu China hin und stellt fest, dass es wünschenswert wäre, diese weiterzuentwickeln und nicht zu zerstören.

Damit dies freilich geschehen könne, müsse die Gemeinschaft der muslimischen Staaten die chinesische Regierung dazu auffordern, freie Religionsausübung, religiöse Erziehung und den Bau von Moscheen zu garantieren. Internierte Muslime unverzüglich freilassen und Muslimen Reisefreiheit in und außerhalb Chinas zu gewähren.

Dies sind in der Tat die zentralen Forderungen, die China erfüllen muss, um ein legitimer Partner muslimischer Staaten bleiben zu können und überhaupt – so möchte ich hinzufügen – ein Teil der zivilisierten Welt zu sein.

An die uigurischen Auslandsverbände möchte ich noch einmal – wie bereits in einem früheren Artikel – die Mahnung richten, diese Forderungen nicht mit unrealistischen und weltfremden Forderungen nach Unabhängigkeit zu verbinden. Dies schadet der Sache, um die es geht, enorm.

Es geht um Freiheit der Religion für Muslime und volle bürgerliche Rechte ohne Diskriminierung und nichts anderes.

Die IUMS fordert muslimische Staaten eindringlich auf, dafür entschieden einzustehen. Man wird nun sehen, ob sie ihrer Verpflichtung nachkommen. Dafür – nicht für weltfremde Forderungen – können sie einstehen, wenn sie wollen. China ist auf die Weiterentwicklung seiner ökonomischen Beziehungen zu muslimischen Staaten mindestens genauso angewiesen wie letztere.

Das Seidenstraßenprojekt ist ein, ja der wesentliche Grund für die Gleichschaltung Xinjiangs. Es ist die Pflicht aller muslimischer Staaten, ihre Beteiligung an diesem Projekt von der sofortigen Erfüllung dieser Forderungen abhängig zu machen.

Im Gegenzug kann man China sogar anbieten, separatistische Bestrebungen uigurischer Verbände nicht zuzulassen, falls China den Uiguren in China sofort die Erhaltung ihrer Kultur und Religion garantiert und die von seinen Verbrechen Betroffenen angemessen entschädigt.

Der iranische Präsident Rouhani hat erst neulich zur Einheit der Muslime gegen die USA aufgefordert. Das war gut und angemessen. Aber dasselbe gilt auch für China. Und – das möchte ich entschieden betonen – auch gegenüber China muss und kann man Härte zeigen, wenn es nötig ist.

Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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Prof. Dr. Hans-Christian Günther zu Uiguren: Schande für gesamte muslimische Welt


Prof. Dr. Hans-Christian Günther

Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden

Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung

Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen.

Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen.

Ausgebildet in Freiburg und Oxford. Stipendiat der DFG und der Alexander von Humboldt -Stiftung. Gerhard Hess Preis der DFG.

Zahlreiche Publikationen (ca. 40 Bücher, u.a. Brill’s Companion to Propertius, Brill’s Companion to Horace) im Bereich der antiken Philosophie und Literatur, der Byzantinistik, Neogräzistik, modernen Literatur und Philosophie, Ethik und Politik. Zahlreiche Versübersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Neugriechischen, Georgischen, Japanischen und Chinesischen.

Lehrt regelmäßig in Italien, zahlreiche Gastaufenthalte in der Schweiz, Polen, Georgien, Indonesien, Iran, Seoul, Tokyo und vielen chinesischen Universitäten. Herausgeber mehrerer Buchreihen, im wissenschaftlichen Beirat zahlreicher wissenschaftlichen Zeitschriften.

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