Führerscheinreform
TÜV: Führerscheinreform darf Sicherheit nicht gefährden

Kürzere Prüfungen, mehr Effizienz - aber keine Abstriche bei der Sicherheit: Der TÜV-Verband bewertet die Reform der Fahrausbildung konstruktiv und fordert gezielte Anpassungen sowie Lernstandskontrollen.

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Berlin – Die finalen Eckpunkte zur Reform der Fahrausbildung setzen aus Sicht des TÜV-Verbands wichtige Impulse für eine Modernisierung des Führerscheinerwerbs. Der TÜV-Verband unterstützt das Ziel, die Fahrausbildung günstiger zu machen.

Entscheidend wird sein, die Maßnahmen so umzusetzen, dass Effizienzgewinne möglich sind, ohne das erreichte Verkehrssicherheitsniveau zu gefährden. „Das erreichte Verkehrssicherheitsniveau von Fahranfängerinnen und Fahranfängern ist ein großer Erfolg“, sagt Fani Zaneta, Referentin für Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband.

„Die Reform muss dieses Niveau langfristig sichern und weitervorantreiben. Kostensenkungen dürfen nicht zulasten der Verkehrssicherheit gehen. Am Ende zählt, dass junge Menschen sicher am Straßenverkehr teilnehmen können.“

Anpassungen der Prüfinhalte und Prüfungsdauer: Effizienz und Qualität sichern

Die geplante Verkürzung bei der Fahrzeit der praktischen Prüfung sowie eine Verschlankung des Fragenkatalogs für die theoretische Prüfung sind aus Sicht des TÜV-Verbands vertretbar, sofern die Kürzungen gezielt statt pauschal erfolgen. „Führerscheinprüfungen bewerten sichere Fahrkompetenz und Regelkenntnis – das muss vollständig gewährleistet bleiben“, sagt Zaneta.

„Entscheidend ist, dass aus einer Verschlankung keine Verwässerung wird.“ Die Überarbeitung der Prüfinhalte und Prüfdauer sollte differenziert umgesetzt werden und sicherheitsrelevante Inhalte sollten vollständig erhalten bleiben. Zugleich gibt Zaneta zu bedenken, dass durch die Maßnahmen keine spürbaren Kosteneinsparungen zu erwarten sind, da die Prüfgebühren nur einen geringen Anteil an den Gesamtkosten des Führerscheinerwerbs ausmachen.

Lernstandskontrollen als Chance für mehr Prüfungserfolg

Nach Ansicht des TÜV-Verbands weisen die Reformpläne zur Fahrausbildung an einer Stelle Ergänzungsbedarf auf: Verpflichtende Lernstandskontrollen sind weiterhin nicht vorgesehen. Anhand dieser Kontrollen lässt sich der Lernfortschritt systematisch überprüfen und frühzeitig erkennen, ob Fahrschüler:innen ausreichend auf die Prüfung vorbereitet sind. Ohne diese Orientierung drohen mehr Fehlversuche in den Prüfungen.

„Wenn die Ausbildung an Tiefe verliert, wird sich das in steigenden Nichtbestehensquoten niederschlagen“, sagt Zaneta. „Lernstandskontrollen helfen, genau das zu vermeiden und Fahrschülerinnen und Fahrschüler gezielt auf die Prüfung vorzubereiten.“ Der TÜV-Verband plädiert dafür, verpflichtende Lernstandskontrollen im weiteren Verfahren verbindlich zu verankern.


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