Iran-Sanktionen
Ankara: Türkei wird weiterhin mit dem Iran Handel treiben

Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi hat gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu deutlich gemacht, dass die Türkei die Verhängung neuer Wirtschaftssanktionen durch US-Präsident Trump ablehnt.

Teilen

Türkischer Wirtschaftsminister: Die Türkei wird auch weiterhin mitdem Iran Handel treiben

Ankara (nex) – Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi hat gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu deutlich gemacht, dass die Türkei die Verhängung neuer Wirtschaftssanktionen durch US-Präsident Trump ablehnt. Zeybekçi: „Wir werden auch weiterhin entsprechend den Resolutionen der Vereinten Nationen mit dem Iran Handel treiben.“

Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht wegen der neuen US-Sanktionen erhebliche Auswirkungen auf sowie Konsequenzen für deutsche und andere europäische Unternehmen zukommen. „Wir haben juristisch keine Möglichkeit, deutsche Unternehmen gegen Entscheidungen der amerikanischen Regierung zu schützen oder sie davon auszunehmen“, sagte Altmaier am Freitag im „Deutschlandradio“.

Nach geltendem US-Sanktionsrecht würden von den neuen Sanktionen auch deutsche Unternehmen getroffen, wenn diese zum Beispiel im Iran Geschäfte machten und zugleich auch in den USA tätig seien. Zudem müssten dann US-Unternehmen mit diesen Unternehmen ihre Geschäfte zurückfahren. Optionen wie der Vorschlag der Schaffung eines staatlichen Fonds zum Ausgleich möglicher Nachteile für Firmen, die im Iran tätig sind, sei im deutschen Recht nicht vorgesehen, sagte Altmaier.

„Wenn wir grundsätzlich erklären würden, wir gleichen solche Nachteile aus, dann könnte es für viele Länder in der Welt auch ein Anreiz sein, einseitig Maßnahmen und Sanktionen zu verhängen. Deshalb warne ich davor, voreilig Vorschläge ins Gespräch zu bringen“, sagte Altmaier. Die Bundesregierung biete jedoch Unterstützung und juristische Beratung für betroffene Unternehmen an.

Der neue US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, hatte deutsche Unternehmen aufgefordert, ihre Investitionen im Iran zurückzufahren.

Der deutsch-iranische Handel ist allerdings gegenwärtig eher überschaubar: Im Jahr 2017 erreichte er laut dem deutschen „Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen“ (BGA) ein Volumen von 3,4 Milliarden Euro.

Thomas Bernhard

Auch interessant

– Velaro-Bestellung –
Türkei: Siemens zieht 420-Millionen-Dollar-Deal an Land

Neuer Großauftrag für das deutsche Traditionsunternehmen Siemens: Die türkische Staatsbahn hat für 340 Millionen Euro (etwa 420 Millionen US-Dollar) zehn Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Velaro bestellt.

Türkei: Siemens zieht 420-Millionen-Dollar-Deal an Land

Auch interessant

„Die Stimme des Volkes ist die Stimme Gottes“

Ein Gastbeitrag von Çağıl Çayır „Die Stimme des Volkes ist die Stimme Gottes“, sagte Mustafa Kemal 1923. Der Satz verbindet die politische Mitsprache mit der...

Putin-Rede beim Gipfeltreffen: Europa schadet sich selbst

Moskau - Auf dem 8. Gipfeltreffen des Forums der Erdgas exportierenden Länder (GECF) – an dem unter anderem auch der iranische Präsident Massud Peseschkian...

Erdoğan entlässt Chefberater Oktay Saral im Kopftuch-Streit mit Aserbaidschan

Ankara - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat seinen Chefberater Oktay Saral entlassen. Saral hatte das Kopftuchverbot an Schulen in Aserbaidschan kritisiert und...

Rekordwahl in Israel: Weder Netanjahu noch Eisenkot kommt auf eine Regierungsmehrheit

Tel Aviv - Die Knesset-Wahl in Israel hat nach ersten Exit-Polls und einer historisch hohen Wahlbeteiligung kein eindeutiges Ergebnis geliefert. Weder Premierminister Benjamin Netanjahu...

Epstein: El-Sayed fordert Trump zu einem Lügendetektortest auf

Detroit - Im Endspurt des US-Senatswahlkampfs in Michigan haben sich der demokratische Kandidat Abdul El-Sayed und US-Präsident Donald Trump erneut einen heftigen Schlagabtausch geliefert....

Headlines

Merz: Iran-Krieg kostete Europa mehr als 100 Milliarden

Berlin - Der Konflikt im Nahen Osten und dessen wirtschaftliche Folgen für Europa sorgen für neue diplomatische Spannungen. Bei...

Selenskyj zu Arbeitsbesuch bei Erdoğan in Istanbul eingetroffen

Istanbul - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist heute zu einem Arbeitsbesuch in Istanbul eingetroffen. Auf Einladung des türkischen...

Epstein: El-Sayed fordert Trump zu einem Lügendetektortest auf

Detroit - Im Endspurt des US-Senatswahlkampfs in Michigan haben sich der demokratische Kandidat Abdul El-Sayed und US-Präsident Donald Trump...

Bericht: Israelische Einflusskampagne fördert Islamfeindlichkeit

London - Eine neue Untersuchung legt offen, wie eine verdeckte Desinformationskampagne mit Millionenaufwand antimuslimische und rassistische Narrative in Europa...

Meinung

Merz: Iran-Krieg kostete Europa mehr als 100 Milliarden

Berlin - Der Konflikt im Nahen Osten und dessen wirtschaftliche Folgen für Europa sorgen für neue diplomatische Spannungen. Bei seinem Besuch in Südkorea hat...

Selenskyj zu Arbeitsbesuch bei Erdoğan in Istanbul eingetroffen

Istanbul - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist heute zu einem Arbeitsbesuch in Istanbul eingetroffen. Auf Einladung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan kommt...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...

Araştırma: ChatGPT kullanımı beyin aktivitesini önemli ölçüde azaltıyor

Cambridge – MIT Media Lab tarafından yapılan bir araştırma, ChatGPT ve diğer AI asistanlarının kullanımının beyin aktivitesini büyük ölçüde azalttığına dair ilk kanıtları sunuyor. Araştırma,...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...