Türkisch-amerikanische Beziehungen
US-Präsident Donald Trump: „Türken sind großartige Menschen“

Bei einem Treffen mit Pastor Andrew Brunson im Weißen Haus, begrüßte US-Präsident Donald Trump die Entscheidung der türkischen Gerichte Brunson ausreisen zu lassen. Nun könne man in den türkisch-amerikanischen Beziehungen ein neues Kapitel eröffnen.

Teilen

Washington (nex) – Bei einem Treffen mit Pastor Andrew Brunson im Weißen Haus, begrüßte US-Präsident Donald Trump die Entscheidung der türkischen Gerichte, Brunson ausreisen zu lassen. Nun könne man in den türkisch-amerikanischen Beziehungen ein neues Kapitel eröffnen.

„Dies ist ein gewaltiger Schritt in Richtung einer Beziehung, die eine großartige Beziehung sein kann“, sagte Trump im Weißen Haus und begrüßte Pastor Andrew Brunson, der von einem türkischen Richter am 12. Oktober freigelassen wurde.

„Wir denken über die Türkei heute ganz anders als gestern. Und ich denke, wir haben die Chance, der Türkei wirklich viel näher zu kommen und vielleicht ein sehr, sehr gutes Verhältnis zu haben“, fügte er hinzu.

Brunson saß wegen Terrorismus-Vorwürfen seit dem 7. Oktober 2016 in türkischer Haft und wurde am 23. Juli 2018 in den Hausarrest entlassen. Ein türkisches Gericht verurteilte den Pastor am vergangenen Freitag zu drei Jahren und 45 Tagen Gefängnis, er wird aber keine Haftstrafe absitzen. Das Gericht hat seine Haftzeit angerechnet und seinen Hausarrest und sein Reiseverbot beendet.

Während Brunson ursprünglich aus dem Bundesstaat North Carolina stammt, verbrachte er mehr als zwei Jahrzehnte in der Türkei, und im Weißen Haus erwähnte er seine Zuneigung zum Volk des Landes.

„Wir lieben die Türkei. Wir waren 25 Jahre lang dort und lieben das türkische Volk“, sagte Brunson.

„Ich weiß, dass du das türkische Volk liebst, es sind großartige Menschen“, fügte Trump hinzu.

In diesem Zusammenhang dankte Trump seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan für die Freilassung des Pastors.

„Ich möchte Präsident Erdogan für seine Hilfe danken!“ twitterte Trump am 13. Oktober.

Trump widersprach zudem Medienberichten, wonach es für die Freilassung des Pastors einen Deal zwischen der Türkei und den USA gab.

„Es gab keinen Deal mit der Türkei für die Freilassung und Rückkehr von Pastor Andrew Brunson“, so Trump

„Es gab jedoch eine große Anerkennung im Namen der Vereinigten Staaten, was zu guten, vielleicht sogar großartigen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei führen wird“, fügte er hinzu.

Unparteiisches Gerichtswesen

Als Antwort auf Trump sagte Erdogan, dass die Entscheidung der türkischen Justiz, Brunson freizulassen, unparteiisch war.

„Sehr geehrter Herr Präsident, wie ich immer wieder betone, hat die türkische Justiz eine unparteiische Entscheidung getroffen“, schrieb Erdoğan am 13. Oktober auf Twitter.

Erdogan hoffe zudem, dass die Türkei und die USA die Zusammenarbeit, insbesondere die „gemeinsamen Anstrengungen gegen terroristische Gruppen wie PKK, der DAESH (arabisches Akronym für den IS) und FETÖ“, fortführen würden.

Bereits vor der Freilassung Brunsons sagte Erdogan in einem Gespräch mit Reportern, dass die Türkei ein Rechtsstaat sei und Gerichtsentscheidungen für alle bindend seien.

„Ich bin nicht in der Lage, bei der Justiz zu intervenieren, da die Türkei ein Rechtsstaat ist“, sagte Erdogan am 10. Oktober gegenüber türkischen Journalisten an Bord der Regierungsmaschine, mit der er nach einer zweitägigen Reise nach Ungarn in die Türkei zurückkehrte.

Vertreter westlicher Medien und politischer Parteien hatten den türkischen Staatschef bereits mehrfach aufgefordert, den in der Türkei inhaftierten US-Bürger frei zu lassen. US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Mittwoch, Brunsons Freilassung sei für die türkisch-amerikanischen Beziehungen sehr wichtig. Auch US-Präsident Trump und sein Vize Pence hatten sich wiederholt für die Auslieferung des evangelikalen Pastors eingesetzt.

Politische Spannungen zwischen den beiden Ländern lösten an den Finanzmärkten Sorgen aus, nachdem Trump damit drohte, den wirtschaftlichen Druck zu nutzen, um Brunsons Freilassung zu sichern.

Trump genehmigte im August in Folge der Inhaftierung eine Verdoppelung der Zölle auf türkisches Stahl und Aluminium. Die Türkei reagierte darauf mit einer Erhöhung der Zölle auf US-Autos, Alkohol und Tabakimporte. Die türkische Währung Lira fiel darauf hin im August auf ein Rekord-Tief. Nach der Freilassung Brunsons erholte sich die Währung wieder und erreichte am heutigen Montag den höchsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit Monaten.

Auch interessant

– Manbidsch-Fahrplan –
Syrien: Türkei und USA beginnen gemeinsames Training

US-Verteidigungsminister Jim Mattis sagte, dass die Vereinigten Staaten derzeit mit Ausbildern zusammenarbeiten, und es würden ein paar Wochen Training mit türkischen Truppen folgen, bevor die gemeinsamen Patrouillen beginnen.

Syrien: Türkei und USA beginnen gemeinsames Training

Auch interessant

Netflix-Neuauflage: Streit um das Stanford-Prison-Experiment

Los Gatos - Netflix hat am 21. Oktober die Serie „The New Stanford Prison Experiment“ veröffentlicht. In sechs Folgen werden 30 Freiwillige zufällig in...

US-Senats-Kandidat El Sayed: Trump ist ein Idiot

Detroit - Der demokratische Senatskandidat Abdul El-Sayed aus Michigan hat US-Präsident Donald Trump in einem Podcast als „Idioten“ bezeichnet. Auch Vizepräsident JD Vance und...

Vorwurf des Hochverrats: Avigdor Lieberman fordert Ermittlungen gegen Benjamin Netanjahu

Tel Aviv - Der israelische Oppositionsleiter und Chef der säkular-nationalistischen Partei Yisrael Beiteinu, Avigdor Lieberman, fordert eine strafrechtliche Untersuchung gegen Premierminister Benjamin Netanjahu. Der schwere...

EZB-Zinspolitik: Anleger sollten europäische Staatsanleihen im Blick haben

Von Silvio Vergallo   Der europäische Anleihemarkt hat sich grundlegend verändert. Nach der langen Niedrigzinsphase im Anschluss an die globale Finanzkrise sind die Renditen europäischer Staatsanleihen...

UN-Bericht: Schwere Vorwürfe gegen Israel wegen Völkermords und Kriegsverbrechen

New York - Die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der Vereinten Nationen hat ihren neuesten, umfassenden Bericht zu den palästinensischen Gebieten vorgelegt. Darin erhebt das Gremium...

Headlines

Merz: Iran-Krieg kostete Europa mehr als 100 Milliarden

Berlin - Der Konflikt im Nahen Osten und dessen wirtschaftliche Folgen für Europa sorgen für neue diplomatische Spannungen. Bei...

Selenskyj zu Arbeitsbesuch bei Erdoğan in Istanbul eingetroffen

Istanbul - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist heute zu einem Arbeitsbesuch in Istanbul eingetroffen. Auf Einladung des türkischen...

Epstein: El-Sayed fordert Trump zu einem Lügendetektortest auf

Detroit - Im Endspurt des US-Senatswahlkampfs in Michigan haben sich der demokratische Kandidat Abdul El-Sayed und US-Präsident Donald Trump...

Bericht: Israelische Einflusskampagne fördert Islamfeindlichkeit

London - Eine neue Untersuchung legt offen, wie eine verdeckte Desinformationskampagne mit Millionenaufwand antimuslimische und rassistische Narrative in Europa...

Meinung

Merz: Iran-Krieg kostete Europa mehr als 100 Milliarden

Berlin - Der Konflikt im Nahen Osten und dessen wirtschaftliche Folgen für Europa sorgen für neue diplomatische Spannungen. Bei seinem Besuch in Südkorea hat...

Selenskyj zu Arbeitsbesuch bei Erdoğan in Istanbul eingetroffen

Istanbul - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist heute zu einem Arbeitsbesuch in Istanbul eingetroffen. Auf Einladung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan kommt...

CHP: Vatandaşlar ile Parti Arasındaki Artan Kopuş

Nabi Yücel Vatandaşlarla partiler arasındaki giderek derinleşen kopuş, Türkiye'nin en köklü partisi CHP üzerinden somut biçimde gözlemlenebilir. Cumhuriyet Halk Partisi, 38. Olağan Kurultay'ın ardından ve...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...