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China: Behörden bedrohen Hui-muslimischen Dichter Cui Haoxin

Cui Haoxin, ein Angehöriger der Minderheit der Hui-Muslime, bekannt durch seinen Schriftstellernamen An Ran, wurde durch die Sicherheitspolizei einer Befragung unterzogen, nachdem er Posts über die Umerziehungslager und Masseninhaftierungen von Uiguren und anderen Minderheiten in Xinjiang veröffentlichte.

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(Foto: rfa)

Cui Haoxin, ein Mitglied der ethnischen Minderheit der Hui-Muslime, bekannt unter seinem Schriftstellernamen An Ran, bekam Besuch von der lokalen Sicherheitspolizei, nachdem er von seinem Twitterkonto Berichte über Inhaftierungen versendete oder weiterleitete.

,,Chinesische Polizei drang in mein Haus ein und warnte mich, mein Konto in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook nicht zu verwenden“, schrieb Cui in seinem Blog über den Besuch vom 16. August. „Fünf Polizisten kamen in mein Haus und sprachen mit mir zwei Stunden lang. Die Bedrohung ist real. Letztens hat eine Versammlung der UN über Umerziehungslager diskutiert, wo Millionen Muslime festgehalten werden. Die UN schätzte, dass die Zahl der Inhaftierten ca. eine Million sind. Heute findet diese Diskussion zwischen mir und der chinesischen Polizei statt. Sie leugneten es immer noch und warnten mich davor, [Feinde aus] den Westen zu benutzen,“ so der Dichter.

Chinesische Behörden wollten keine abweichenden Meinungen hören und verwechselten Abweichung mit fehlender Loyalität, so Cui. „Die Regierung beseitigt nicht die Probleme, sie beseitigt denjenigen, der nachfragt. Viele chinesische Muslime werden beseitigt. Manche davon sind meine Freunde. Manche sind verschwunden. Manche sind im Gefängnis wie Professor Ilham Tohti,“ schrieb Cui.

In einem späteren Interview mit RFA (Radio Free Asia) sagte Cui, die Behörden hätten besonders drei seiner Tweets beanstandet.
„In dem ersten häate ich einen Beitrag retweetet, der das Problem der Konzentrationslager erwähnte,“ sagte er. „Sie fragten mich, ob ich das glaube, ich sagte ja, da es eine Menge von Zeugen, eine Menge Evidenz, Videos gibt. Warum sollte ich es nicht glauben? Sie sagten, ich solle es nicht erlauben, dass feindliche Kräfte im Westen mich benutzen lassen. Sie sagten [Berichte über] Xinjiang seinen vom Ausland erfunden, um China zu beschmutzen, und sie wollten, dass ich damit aufhöre, auf ausländischen Websites Kommentare abzugeben.“

Im Angesicht von Brutalität

Cui sagte, er habe sich zunächst zurückgehalten, infolge von Drohungen gegen seine Familie durch die Staatssicherheitspolizei im Jahr 2013. Aber die Massenverhaftungen von Uiguren, Kasachen und anderen Minderheiten in Umerziehungslagern hätten seine Perspektive verändert, sagte er und erwähnte, dass er letztens den Film ,Schindlers Liste‘ gesehen habe.

„Ich glaube, was in Xinjiang passiert, wird eines Tages auf den Rest von China übergreifen, und wir werden dasselbe Schicksal haben,“ sagte er. „Das gab mit den Mut dieser Brutalität entgegenzutreten. Ich will nicht durch mein Leben driften und mich ducken; ich will in Würde leben und sterben,“ sagte Cui.

Sulaiman Gu, ein Menschenrechtsaktivist, der derzeit in den USA studiert, sagte, Cui sei auch ein lautstarker Gegner in sozialen Medien gewesen, eine sehr große Moschee im Norden von Ningxia, niederzureißen; dies wurde zunächst auf Eis gelegt, nachdem tausende von Menschen vor ihr protestiert hätten.
„An Ran, der sich in einem entscheidenden Moment hinsichtlich der Moschee von Weizhou geäußert hatte, wird jetzt wegen der Uigurenfrage bedroht,“ sagte Gu.

„China schickt die Uiguren in Konzentrationslager und nimmt Hui-Muslimen ihre Moscheen, um uns in den Schlamm zu treten, damit wir schweigen,“ sagte er. „Das ist der Grund, warum sie jedem die Kehle zuschnüren, der die Wahrheit sagt. Diese ethnische Säuberung, die eben jetzt im Gange ist, zeigt uns, dass China nicht unser Land ist; genauso wie Nazideutschland nicht das Land der Juden war“, so Gu.

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