Flüchtlingskrise
Griechischer Gouverneur kritisiert Frontex: „Sie trinken nur Ouzo“

Moutzouris beobachtet steigenden Unmut bei Einheimischen Osnabrück – Der neue Gouverneur der griechischen Region Nordägäis, Konstantinos Moutzouris, hat den Beamten der europäischen Grenzschutzmission Frontex schwere Vorwürfe gemacht. „Sie kommen mit alten Schiffen und machen nichts, außer dass sie Ouzo trinken“, sagte er im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Von mir aus können sie gerne wieder nach Hause fahren.“ Moutzouris ist seit dem 1. September Verwaltungschef der nordägäischen Inseln, zu denen die Flüchtlings-Hotspots Lesbos und Samos zählen. Der Gouverneur kritisierte auch, dass die hohe Zahl der Mitarbeiter von Hilfs- und Nichtregierungsorganisationen negative Verdrängungseffekte für die einheimische Bevölkerung habe. EU- und NGO-Mitarbeiter belasten Wohnungsmarkt Ihm zufolge handelt es sich um mindestens 2000, wenn nicht 3000 Beschäftigte ausländischer Organisationen, die wegen der Flüchtlingskrise derzeit allein auf Lesbos tätig sind. „Sie blockieren alle Wohnungen, sie zahlen hohe Preise.“ Studenten und andere einkommensschwache Einheimische hätten Probleme, eine Unterkunft zu finden. Andererseits sei er den Helfern dankbar, sagte der Gouverneur. „Einige machen gute Arbeit, wenn auch nicht alle.“ Die Versorgung der Flüchtlinge, Frontex-Kräfte und Helfer biete zudem Einkommensmöglichkeiten für die heimische Wirtschaft. Trotzdem sei die Lage eine Belastung, die die Bevölkerung nicht länger hinnehmen wolle. Als weiteres Beispiel der Belastung nannte der Gouverneur das Krankenhaus von Lesbos. Auf 120 Griechen, die dort im Schnitt täglich in Behandlung seien, kämen inzwischen täglich ebenso viele Migranten. Der Unmut in der einheimischen Bevölkerung wachse. Auf Lesbos und Samos leben derzeit weit mehr als 20.000 Flüchtlinge. Sie bilden fast ein Fünftel der Gesamtbevölkerung beider Inseln. Moutzouris äußerte sich aus Anlass eines Besuchs des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius (SPD), der sich vor Ort ein Bild von der Lage machen wollte.

Zum Thema

– Türkei – BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“

Im Vergleich zu der Situation in Griechenland, gleichen laut der griechischen Journalistin Liana Spyropoulou, die Flüchtlingslager in der Türkei 5-Sterne-Hotels.

BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“

Gülen-Netzwerk
Türkei: Journalisten kommen nach Revisionsurteil vorzeitig frei

Von Nabi Yücel Türkisches Gericht: Ahmet Altan und Nazlı Ilıcak kommen trotz Verurteilung unter Auflagen frei. Mehmet Altan wird von allen Anklagepunkten freigesprochen. Das türkische Gericht verurteilte Ahmet Altan zu zehn Jahre und sechs Monate, Nazlı Ilıcak zu acht Jahre neun Monate wegen Reuebekundung. Beide wurden vorzeitig entlassen, dürfen aber in der restlichen Zeit des Strafmaß nicht außer Landes. Mehmet Altan bekam Freispruch. Nach mehr als drei Jahren Haft hat die Istanbuler 6. Strafkammer am Montag die Freilassung zweier prominenter Journalisten angeordnet. Der ehemalige Journalist und Chefredakteur der Tageszeitung „Taraf“ Ahmet Altan und die ehemalige Journalistin der Tageszeitungen „Sabah“ und „Bugün“ Nazlı Ilıcak, wurden allerdings zu mehrjährigen Haftstrafen wegen Unterstützung einer Terrororganisation verurteilt. Mehmet Altan, ebenfalls Journalist und Kolumnist, wurde von allen Anklagepunkten freigesprochen. Die 6. Strafkammer kam am Montag zusammen, um die vom Obersten Gerichtshof angeordnete Revision der Altan-Brüder und Nazlı Ilıcak zu verhandeln. Die Generalstaatsanwaltschaft forderte in der überarbeiteten Anklageschrift für Ahmet Altan und Nazlı Ilıcak diesmal wegen Beihilfe zur Straftat in Zusammenhang mit dem Gülen-Netzwerk eine reduzierte Haftstrafe zwischen fünf bis zehn Jahren, während man für Mehmet Altan Freispruch beantragte. Der Anklagepunkt „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ wurde fallen gelassen. Die Angeklagten Altan-Brüder sowie Nazlı Ilıcak forderten in ihrer Verteidigungsrede Freisprüche. Ilıcak forderte bei einer Verurteilung Rücksicht auf ihr Alter und Gesundheitszustand. Drei weitere Mitangeklagte im selben Fall forderten ebenfalls Freispruch. Das Istanbuler Gericht verurteilte Ahmet Altan zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft. Nazlı Ilıcak erhielt eine Strafe von acht Jahren und neun Monaten. Ahmet Altans Bruder, Mehmet Altan, wurde in allen Anklagepunkten freigesprochen. Er nahm als einziger an der Verhandlung als Verdächtiger teil. Ahmet Altan und Nazlı Ilıcak bekamen die Auflage sich regelmäßig bei der Polizei zu melden, eine Ausreisesperre ins Ausland wurde ebenfalls verhängt. Ahmet Altan und Nazlı Ilıcak waren kurz nach dem Umsturzversuch in der Türkei verhaftet worden. Im Februar 2018 wurden sie wegen Mitgliedschaft im terroristischen Gülen-Netzwerk zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Oberste Gerichtshof hob das Urteil auf und wies den Fall an das erstinstanzliche Gericht zurück. Ahmet Altan war Chefredakteur der ehemaligen Tageszeitung „Taraf“, die nach dem gescheiterten Putschversuch verboten wurde und die den angeblichen Komplott des türkischen Militärs gegen die türkische Regierung im Jahre 2007 sowie 2010 aufdeckte. Die Zeitung „Taraf“ veröffentlicht am 20. Januar 2010 einen Artikel über einen mutmaßlichen Putschplan namens „Balyoz“. Es war nach der „Ergenekon“ (2007) der nächste Komplott gegen hochrangige Militärs, Journalisten, Akademiker, Unternehmer und Rechtsanwälte, bei der abschließend gegen 235 Personen langjährige Haftstrafen verhängt wurden. Die Ermittlungen gegen die sogenannte „Balyoz“ und „Ergenekon“ wurden aufgenommen, nach dem 8 Tage nach dem Artikel der „Taraf“, mehrere Journalisten der „Taraf“ wie auch „Zaman“ und „Bugün“ Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Beşiktaş erstatteten und sich als Geschädigte zeigten. Darunter befanden sich Namen wie Nazlı Ilıcak, Mehmet Altan, Ekrem Dumanlı, Abdurrahman Dilipak, Ahmet Taşgetiren, Ali İhsan Karabasanoğlu, Hidayet Karaca, Cengiz Çandar, Hasan Celal Güzel, Hüseyin Gülerce, Mustafa Karaalioğlu, Perihan Mağden, Akif Emre, Hasan Karakaya oder Murat Belge. Im späteren Verlauf der Ermittlungen und Strafverfolgung in Zusammenhang mit der „Balyoz“ unterstellten die Journalisten der „Taraf“, der „Zaman“, wie auch der „Bugün“, den Verdächtigen weitere Verbrechen vor und etablierten damit die Vorverurteilung der Verdächtigen. Die Verfahren gegen die sogenannten „Balyoz“ und „Ergenekon“ Prozesse endeten für fast alle 235 Angeklagten mit lebenslangen Haftstrafen, wurden jedoch nach Aufdeckung des großangelegten Komplotts durch das Gülen-Netzwerk ab 2016 von Gerichten allmählich aufgehoben, die Verurteilten sind inzwischen rehabilitiert.

Meinung
Kommentar: Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Politik selbst Teil des Problems

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Politik für alle? Nein, stattdessen gibt es Gejammere von Politikern und eine Verrohung der Gesellschaft! Es wird einigen unserer spitzenmäßigen Experten und bestbezahlten Lobbyisten nicht gefallen, aber der derzeitige Jammerzustand der Gesellschaft ist doch hausgemacht. Wer, wie Grünen-Politiker Cem Özdemir, einen Preis für seine rhetorischen Fähigkeiten erhält, darf sich über die Verrohung der Gesellschaft nicht beklagen. Wer mit dem Motto aufwacht, alle anderen sind Fanatiker, Islamisten, Türken oder Rechts und abends mit einem Preis ins Bett geht, dann ist es ganz bestimmt Cem Özdemir oder Seyran Ates; vielleicht auch der eine oder andere mehr… Kaum gibt der Grünen-Politiker Cem Özdemir publikumswirksam vor, Strafanzeigen gegen „deutsche und türkische Fanatiker“ auch an Samstagen zu stellen, weil diese ihn angeblich bedroht haben wollen, reihen sich in sein Fahrwasser andere gehypte Persönlichkeiten der gleichen Gesinnung und jammern über ihre Erfahrungen mit „Fanatikern“.
(Screenshot/Twitter)
Dabei sind diese Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Politik selbst ein Teil dieses Problems. Cem Özdemir ist ebenso ein Teil davon wie Düzen Tekkal, Seyran Ates, Ahmad Mansour, Ali Ertan Toprak und viele andere, die in die gleiche Kerbe einschlagen. Dabei sind sie die Allerletzten, die Solidarität und Zuspruch benötigen. Es sind die vielen Lokalpolitiker, amtlichen oder ehrenamtlichen Mitarbeiter von sozialen Einrichtungen in Thüringen, Sachsen-Anhalt oder sonstigen Hotspots von Neonazis, die unsere Solidarität und Anerkennung verdienen, weil sie direkt betroffen und nicht nur verbaler Androhung, sondern auch tagtäglichen tätlichen Bedrohungen ausgesetzt sind. Es sind die zahlreichen Moscheen und Synagogen, die unsere Solidarität und Respekt verdienen; für ihre dennoch unermüdliche soziale wie gesellschaftliche Verantwortung, die sie jeden Tag erneut unter Beweis stellen müssen. Vor allem sind es die vielen Menschen, die aufgrund der vielen persönlichen Erlebnisse von Anfeindungen, Bedrohungen und erlebten Gewalttaten unsere Solidarität und unsere Anteilnahme verdienen; seit Jahrzehnten. Sei es die Kopftuch-tragende junge Dame in der U-Bahn, die von oben bis unten erst hämisch beäugt, dann verbal angegangen und wenn es ganz aus dem Ruder gerät, Gewalt an ihrem Körper spüren muss und alle anderen Fahrgäste teilnahmslos daneben stehen. Es ist der Schwarzafrikaner, der am Arbeitsplatz beäfft und dann als Stinktier bezeichnet wird, um schließlich vom Arbeitsplatz hinauskomplimentiert zu werden, weil er schnell ersetzbar ist. Es sind so viele Menschen, die inzwischen kategorisiert, katalogisiert, untergeordnet worden sind, dass einem Angst und Bange werden kann. Aber unsere Herren Cem Özdemir oder Damen Seyran Ates machen sich sorgen um die Gesellschaft? Wohl eher um ihr eigenes Wohlergehen! Genau daraum geht es doch: „ihr Wohl“! Der massive Sozialabbau, die hohe Arbeitslosigkeit, die wachsende Armut, betrifft diese Leute nicht. Sie haben ganz andere konkrete Probleme, die sie bejammern: ihr Wohlergehen, ihre politische Karriere, ihre gesellschaftliche Stellung, ihre stetige Anerkennung in Partei und Gesellschaftsschicht, die sie ansprechen. Die anderen, dass sind wir, das Volk bzw. die Mitbürger und es ist nichts in Sicht, was uns aus diesem „Jammertal“ hinausführen könnte. Das deutsche Volk, die in Deutschland lebenden Mitbürger, fühlen sich daher verraten und verkauft, reagieren mit Politikverdrossenheit und Protest. Der Protest ist vielfältig: der eine geht auf die Straße, der andere macht grundsätzlich andere dafür verantwortlich. Der dritte will erst gar nichts damit zu tun haben, der hat ja sowieso schon resigniert festgestellt, dass das nichts mehr bringt und der vierte, dem geht bereits alles auf den Keks, wenn einem anderen etwas auf den Keks geht. Die Parteien, die CDU/CSU, Grünen und allen voran die SPD, ihre Politiker, sie haben ihre Ideale auf dem Altar des eigenen „Wohls“ geopfert und bauen dabei Staat und die Gesellschaft rücksichtslos um. Es gibt kein „Wir-Gefühl“ mehr, es gibt nur noch ein „Ihr-Gefühl“. Deshalb heißt es auch ständig: „Ihr“ seid es, die anders tickt, anders handelt, anders aussieht oder andere verantwortlich macht. Diese einfache und prägnante Formel hat sich in der Parteienlandschaft etabliert, um die eigenen Leute zu umgarnen und noch festzuhalten. Eine Volkspartei, die ihrem Namen alle Ehre macht, die gibt es schon lange nicht mehr. Alle diese genannten und nicht genannten Personen oder Parteien sind doch selbst die Pyromanen, die hier und da herumzündeln und sich dann selbst mit viel Elan als Feuerlöscher der sogenannten wehrhaften Demokratie anbieten, um sodann mit vollem Elan den aufsteigenden Rauch zu verhindern. Warum ist denn eigentlich für Özdemir die wehrhafte Demokratie dann gefragt, wenn man selbst seine „Kritiker“ juristisch verfolgen lässt, während man anderen, z.B. einem türkischen Präsidenten, dieses verwehrt? Ist dann Beleidigung für andere eine Kritik, für einen selbst aber dann schon kriminell? Wieso kann eine Seyran Ates zwar angeblich erkennen, weshalb Kopftuch-Frauen sich vom Blick eines Mannes abwenden, aber nicht registrieren, dass die Hälfte der Passagiere eines Linienbusses sich von der Kopftuch-Dame abwenden? Was ist denn das größere gesellschaftliche Problem? Diese Art der Reaktion scheint auch deutlich dem generell eskalierten Zustand der Wahrnehmung von bestimmten Realitäten zu entspringen. Ein tatsächlicher Mordversuch an einem Flüchtling, ein tätlicher Angriff auf eine Kopftuch-Frau, ein Lynchversuch von einem Mob völkisch-kurdischer PKK-Sympathisanten wird da weit weniger extrem dargestellt und entsprechend weniger gewichtet, als eine Email mit Drohgebärden. Es ist eigentlich recht einfach. Inzwischen ist doch die Gesellschaft ziemlich verroht, tagtäglich gibt es Meldungen über Angriffe auf Moscheen, Muslime, Flüchtlinge, Ausländer oder Juden; aber aus unerfindlichen Gründen scheinen Droh-Emails eine besonders willkommene Abwechslung zu sein, sich just dann mit dem betroffenen Politiker zu solidarisieren. Keiner von diesen hervorpreschenden Solidaritätskundgebern von Cem Özdemir wäre in der Lage das Maul aufreißen oder dazwischen zu gehen, wenn ein Flüchtling, eine Moschee bzw. Synagoge angegriffen oder ein Türke von einem Mob durch die Ortschaft gejagt würde. Sie würden es lediglich registrieren und den Vorhang zuschieben. Das Gewissen kann man dann nicht damit bereinigen, in dem man bei einer Einmal-Aktion eine Kippa aufsetzt und Solidarität bekundet oder einmal im Jahr den Fuß in eine Moschee setzt bzw. der täglich im Büro umherwischenden Kopftuch-Putzfrau in der Toilette einen „Grüß Gott“ entgegnet. Wenn man das Problem auf sich und Gleichgesinnte beschränkt oder reduziert, während man die wirklichen Helden und Opfer da draußen geflissentlich übergeht, ist man selbst mit ein Teil des Problem. Entweder gibt es ein „wir“ oder weiterhin nur das „ich, ich, ich.“ So lange man sich nur um die „eigenen Leute“, die „eigenen Interessen“ kümmert und nicht um alle, ist man ein Teil des Problems.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Türkei – BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“

Im Vergleich zu der Situation in Griechenland, gleichen laut der griechischen Journalistin Liana Spyropoulou, die Flüchtlingslager in der Türkei 5-Sterne-Hotels.

BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“

Türkei
BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“

Berlin – Im Vergleich zu der Situation in Griechenland, gleichen laut der griechischen Journalistin Liana Spyropoulou, die Flüchtlingslager in der Türkei 5-Sterne-Hotels. Seit Beginn der Flüchtlingskrise 2015 habe sie die griechischen Flüchtlingslager dutzende Male besucht und vor zwei Wochen zum ersten Mal die Gelegenheit gehabt, auch die türkischen Camps an der Grenze zu Syrien zu besuchen. „In der Türkei habe ich erkannt, was für ein unmenschliches Spiel MEINE Regierung, MEIN Griechenland, mit Flüchtlingen spielt, wie Politik auf den Rücken der Ärmsten und Schutzlosesten gemacht wird“, schreibt Spyropoulou in einem Artikel der BILD-Zeitung. „Ich schätze, ich muss nicht erklären warum ich mich nicht nur als Griechin, sondern auch als Europäerin, geschämt habe“, kommentiert die Journalistin auf Twitter Fotos von griechischen und türkischen Camps.
(Screenshot)
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EU-Kommissar Hahn lobt enormen Einsatz der Türkei für syrische Flüchtlinge

EU-Kommissar Hahn lobt enormen Einsatz der Türkei für syrische Flüchtlinge
 

Fußball
Tor-Gala türkischer Nationalspieler in den europäischen Ligen

Die türkischen Fußballnationalspieler in den europäischen Ligen haben am letzten Spieltag mit ihrer Leistung, Assists und Toren für große Aufmerksamkeit gesorgt. Cenk Tosun, Caglar Söyüncü, Ozan Kabak, Enes Ünal trafen jeweils für ihre Teams. Yusuf Yazici und Kaan Ayhan bereiteten dagegen wichtige Tore ihrer Mannschaften vor. Die Spieler der türkischen Fußballelf, die in der EM-Qualifikationsgruppe H kurz vor der Zielgeraden stehen, führen die Tabelle mit 19 Punkten vor Frankreich, Island, Albanien und Andorra an. Die Fußball-Europameisterschaft 2020 findet vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 in zwölf verschiedenen europäischen und eurasischen Städten statt. Die aserbaidschanische Hauptstadt Baku gehört ebenfalls zu den Austragungsorten der Euro 2020. Die türkischen Fußballlegionäre, die für verschiedene Mannschaften in Europa spielen, sorgten unterdessen gestern für eine euphorische Fußballnacht. Tore von vier türkischen Nationalspielern Der türkische Nationalstürmer Cenk Tosun, der in der englischen Premier League für den FC Everton auflief, traf in der siebten Minute der Nachspielzeit gegen den Vizemeister der Saison 2016/2017, Tottenham Hotspur, und sicherte mit dem 1:1 Endstand seiner Mannschaft einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Ebenfalls in der ersten englischen Liga schoss Caglar Söyüncü das erste Tor seiner Mannschaft Leicester City gegen Crystal Palace. Söyüncü spielte bei dem 2:0-Sieg die Hauptrolle. Damit setzte sich Leicester vor den FC Chelsea auf den dritten Tabellenplatz. Vor Leicester rangieren nur Manchester City und der FC Liverpool. Ein anderer türkischer Nationalspieler sorgt derweil beim FC Schalke 04 für Aufsehen. Ozan Kabak schoss bei dem wichtigen 3:2 der auswärts spielenden Gelsenkirchenern gegen den FC Augsburg ein Tor und sicherte seinem Team drei Punkte. Dadurch ist Schalke mit 18 Punkten, einen Punkt hinter den zweitplatzierten Dortmundern, weiterhin im Titelrennen dabei.
(Screenshot/Twitter)
Enes Ünal, der seine Fußballkarriere in Spanien fortsetzt, schoss im Heimspiel seiner Mannschaft Real Valladolid gegen Real Mallorca ein Tor. Das Spiel endete 3:0. Valladolid setzt sich mit den drei Punkten im Mittelfeld der Tabelle fest und hat nun ein angenehmes Polster zu den Abstiegsrängen. Assists von Yusuf Yazici und Kaan Ayhan Der derzeit in Frankreich gefeierte türkische Fußballstar Yusuf Yazici verlor zwar mit seinem Team OSC Lille gegen Olympique Marseille 2:1, bereitete aber den Ehrentreffer seiner Elf vor. Letzte Woche hatte der Spieler, der von Trabzonspor nach Lille kam mit einem Treffer sowie zwei Assists für Aufmerksamkeit gesorgt. Französische Zeitschriften berichteten daraufhin mit Begeisterung über den türkischen Nationalspieler. Auch Kaan Ayhan bereitete diese Woche ein Tor vor. In dem rheinischen Derby zwischen Fortuna Düsseldorf und 1.FC Köln hatte Ayhan mit seinem Assist einen entscheidenden Beitrag bei dem 2:0-Sieg der Düsseldorfer.

Kampf dem Terror
Kommentar: Unterstützt die Türkei den IS?

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Finanziert oder unterstützt die Türkei „Dschihadisten“, gar die IS in Syrien? Diese Frage wird ständig aufgeworfen und nicht hinterfragt übernommen, um die türkische Regierung ins Zwielicht zu bringen. Stichhaltige Beweise gab es hierzu bislang nicht. Im Gegenteil: die Recherche-Plattform „Correctiv“ stellte selbst bei einem Faktencheck fest, dass z.B. für die Vorwürfe des „Compact-Magazin“, die deutsche Bundesregierung finanziere in Syrien „islamistische“ Gruppen, es keine Anhaltspunkte gebe. Der ehemalige türkische Chefredakteur Can Dündar hatte in einer Kolumne der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet zusammen mit Erdem Gül im Jahre 2015 der türkischen Regierung vorgeworfen, den Islamischen Staat, genannt IS, mit Waffen zu unterstützen. Sie wurden bekanntlich angeklagt, Dündar wurde 2016 in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von 5 Jahren und 10 Monaten wegen der Verbreitung von Staatsgeheimnissen verurteilt. Die Tatsache, dass es sich um einen MIT-Konvoi für Syrien handelte, wurde staatlicherseits bislang zwar nicht bestritten, aber dafür revidierte Can Dündar später seine früheren Aussagen, der türkische Staat unterstütze den IS mit Waffenlieferungen. Während einer Sitzung im Auswärtigen Ausschuss des Europäischen Parlaments im Jahre 2017 sowie in einer TV-Sendung des ZDF „Lanz“, berichtigte Can Dündar am 26. Juni 2018 in diesem Zusammenhang die Fragestellung des ehemaligen Nationaltorwarts Toni Schumacher: „Zunächst mal darf ich sie korrigieren, wir konnten nicht belegen, dass Waffen an den IS gesendet worden sind.“ Zuerst einmal muss man sich vom inzwischen inflationär oft ineinander übergreifenden Begriffen wie „Dschihadisten“, „Islamisten“ oder „IS“ loslösen, denn angesichts der starken Fragmentierung der syrischen Opposition und den Wirren des syrischen Bürgerkriegs, ist allein schon die häufige undifferenzierte Verwendung dieser Begriffe irreführend. Es gibt bzw. gab im syrischen Bürgerkrieg drei maßgebende Konfliktparteien: das Regime von Baschar al-Assad, die Opposition sowie den Islamischen Staat. Der IS wurde bislang vom Regime wie auch der Opposition bekämpft. Von Beginn des syrischen Bürgerkrieges an unterstützten nicht nur die USA und die Türkei gemäßigte wie moderate Oppositionsrebellen in Syrien, sondern auch die Bundesregierung sowie zahlreiche andere europäische Regierungen. Die deutsche Regierung unter der Kanzlerin Merkel gab im syrischen Bürgerkrieg ebenfalls Millionen Euro an syrische oppositionelle Rebellen aus, wie die Türkei die syrischen Rebellen-Verbündeten im Kampf gegen Assad und die IS, im späteren Verlauf auch gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG unterstützte. Was ist aber die Opposition in Syrien? Unter der syrischen Opposition versteht man die „Nationalkoalition syrischer Revolutions- und Oppositionskräfte“, kurz ETILAF. Die Bundesregierung erkennt die ETILAF, wie die Türkei und andere Nationen, als einzige legitime Repräsentantin des syrischen Volkes an. Das Auswärtige Amt unterstützt seit 2016 ein Koordinationsbüro der sog. syrischen Opposition in der Berliner Chausseestraße, das nach Angaben der Bundesregierung zur Infrastruktur der ETILAF gehört, finanziell und logistisch. Nach Kenntnis und Einschätzung der Bundesregierung ist das syrische Oppositionsbündnis im Syrischen Bürgerkrieg, das am 11. November 2012 gegründet wurde, eine zentrale Kraft innerhalb der syrischen Opposition (Bundestagsdrucksache 19/1471). Die Nationale Koalition syrischer Revolutions- und Oppositionskräfte (ETILAF) umfasst eine Generalversammlung, die alle sechs Monate das politische Komitee, den Präsidenten und die drei Vizepräsidenten wählt. Zentrale Verwaltungsaufgaben werden durch den Generalsekretär wahrgenommen. Die gegenwärtig 91 Mitglieder der Generalversammlung werden von den sie entsendenden Gremien durch Wahl oder Benennung bestimmt. Zu den Organen der ETILAF (arabisch für Koalition) gehören unter anderem die Syrische Übergangsregierung („Syrian Interim Government“, SIG), die Verwaltungseinheit „Assistance Coordination Unit“ (ACU) sowie das Büro für Pilgerfragen Muwatina, der Syrische Nationale Demokratische Block, Gemeinsam für ein Freies und Demokratisches Syrien, Demokratische Partei der Arabischen Sozialistischen Union, der Zusammenschluss Syrischer Lokalverwaltungsräte, der Syrische Nationalrat, die Assyrische Komponente und die Turkmenische Komponente der Nationalen Koalition syrischer Revolutions- und Oppositionskräfte, der Kurdische Nationalrat, das Syrische Geschäftsforum, die Vereinigung Islamisch Syrischer Gelehrter sowie der Nationale Freie Zusammenschluss Syrischer Öffentlich Beschäftigter. Man muss hier festhalten, dass die Bundesregierung keine Gruppierungen innerhalb oder im Umfeld der ETILAF von den benannten Institutionen als Terrororganisation einstuft. Auf völkerrechtlicher Grundlage hat die Bundesregierung ihre Entscheidung dahingehend getroffen, dass die Nationale Koalition als legitime Vertretung des syrischen Volkes zunächst einmal beibehalten wird. Völkerrechtlich erkenne die Bundesregierung nur Staaten, nicht aber Regierungen, ausdrücklich an.
Was vereint die ETILAF unter ihrem Bündnis?
Der Politischer Block
  • Demokratische Partei der Arabischen Sozialistischen Union
  • Bewegung für ein freies und demokratisches Syrien
  • Nationaldemokratischer Block
  • Nationale Allianz
Die Freie Syrische Armee
  • Faruq-Brigade
  • Südliche Front
  • 13te Division
  • Brigade Ritter der Gerechtigkeit
  • Syrien Revolutionäre Front
  • Dscharabulus-Brigade
  • al-Qassas Armee
  • Alwiya Fadschr al-Ḥurriyya
  • Liwa Thuwwar al-Raqqa
  • Armee der Revolutionäre
  • Hamza-Brigade
Der Syrischer Nationalrat
Die Nationalen Bündnisse
  • Assyrische Demokratische Organisation
  • Turkmenische demokratische syrische Bewegung
  • Nationale syrisch-turkmenische Partei
  • Das Syrian Business Forum
Warum ist die PYD, bzw. Ihr bewaffneter Arm YPG, nicht im Bündnis? Die ETILAF hat für einen Dialog mit der kurdischen PYD/YPG folgende Vorbedingungen gesetzt: Die Partiya Yekîtiya Demokrat (PYD) müsse ihre Bindungen zur Partiya Karkerên Kurdistanê (PKK) auflösen; alle nicht-syrischen Vertreter aus ihren Reihen ausschließen; sich als eine gesamtsyrische Partei verstehen und sich klar zu den Zielen der Opposition, insbesondere gegen das Assad-Regime, bekennen. Gegenwärtig hält die ETILAF weiterhin keine dieser Voraussetzungen für erfüllt, zumal die grundlegende Haltung zum syrischen Regime bislang ambivalent erschien. Seit wann wird die Opposition vom Westen und der Türkei unterstützt? Volker Beck fragte im Dezember 2011 als Abgeordneter der Grünen, also zu Beginn des syrischen Konflikts, die Bundesregierung, wer die syrischen Rebellengruppen auf welche Weise mit Waffen beliefere. Die Bundesregierung antwortete (Drucksache 17/8206), sie verfüge zu diesem Thema über keine belastbaren eigenen Erkenntnisse. Die Europäische Union habe am 9. Mai 2011 aufgrund der anhaltenden groben Menschenrechtsverletzungen ein umfassendes Embargo von Rüstungsgütern, Waffen und zu interner Repression verwendbarer Ausrüstung gegen die Republik Syrien beschlossen, so die Bundesregierung weiter. Auch die Türkei habe den Verkauf und den Transport von Militärgütern nach Syrien gestoppt. Die Russische Föderation habe die im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen anhängige Forderungen nach einem Waffenembargo abgelehnt, heißt es in der Antwort auf die Fragen von Volker Beck. Das bedeutet, zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine nennenswerten politischen Interessen der Europäischen Union, Deutschlands oder der Türkei, sich in Syrien in irgendeiner Weise zu betätigen. Doch im Jahre 2013 war die Situation bereits eine andere, wie es auch in manchen Antworten der Bundesregierung hervorgeht. Kathrin Vogler von Die Linke fragte im Juni 2013 in einer Anfrage (Drucksache 17/13991) an die Bundesregierung, wie sie sicherstellen wolle, dass Frankreich, Großbritannien oder ein anderes EU-Mitgliedsland keine Waffen oder andere Rüstungsgüter aus deutscher Produktion, deutscher Lizenzproduktion und/oder Waffen mit deutschen Komponenten an syrische Rebellen liefere. Das bedeutet, Länder der Europäischen Union lieferten zu diesem Zeitpunkt bereits Waffen an die syrische Opposition, was auch in weiteren Antworten der Bundesregierung zu späterem Zeitpunkt hervorgeht. Für die Die Linke fragte im September 2014 u.a. Ulla Jelpke die Bundesregierung, ob von früheren Waffenlieferungen „an so genannte gemäßigte Rebellen“ in Syrien, einschließlich der „Freien Syrischen Armee“, erneut direkt oder indirekt – durch Weitergabe oder Weiterverkauf, Verlust im Gefecht oder dem Überlaufen von scheinbar gemäßigten Oppositionsgruppen zum IS – in die Hände des IS geraten seien. Die Bundesregierung antwortete (Drucksache 18/2568), dass aus eigenen Erkenntnissen der Bundesregierung dies nicht verifiziert werden könne. Es sei nicht auszuschließen, dass den Kämpfern des IS bei ihren Gewinnen im Irak und in Syrien auch Waffen amerikanischer Provenienz in die Hände gefallen sein könnten. Staatssekretär Dr. Markus Ederer antwortete am 29. Mai 2015 (Drucksache 18/5062) gegenüber der Frage von Katrin Kunert (Die Linke), dass die Türkei und die USA am 19. Februar 2015 nach mehrmonatigen Verhandlungen eine Verständigung darüber erzielt hätten, moderate syrische Oppositionskämpfer auszubilden und auszurüsten. Informationen der Bundesregierung zufolge wurde das Programm Mitte Mai 2015 mit zunächst ca. 90 gemeinsam von der Türkei und den USA ausgewählten Kämpfern gestartet. Zu dieser Zeit wurde die syrische Opposition bzw. Ihre Rebellen nun offiziell unterstützt. In einer Antwort der Bundesregierung an die Fraktion Die Linke heißt es im Dezember 2015 (Drucksache 18/6962) u.a., auch für einen erfolgreichen Kampf gegen die Terror-Miliz Islamischer Staat in Syrien sei ein politischer Prozess, der alle moderaten Kräfte einbeziehe, dringend erforderlich – parallel zu den auch militärischen Maßnahmen der internationalen Anti-IS-Koalition. Die gemäßigte Opposition bleibe nach Auffassung der Bundesregierung die Alternative zu staatlicher oder dschihadistischer Repression. Viele Stimmen dieses Spektrums hätten sich zur Nationalen Koalition der Syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte (NK) vereinigt. Mehr als 120 Staaten, darunter auch Deutschland, würden die NK als legitime Vertretung des syrischen Volkes betrachten. Sie hätten sich mehrfach zur Vision eines demokratischen Syriens aller religiösen und ethnischen Gruppen bekannt. Das heißt, die Bundesregierung sah zu diesem Zeitpunkt keine Alternative zu “staatlicher oder dschihadistischer Repression” und unterschied bereits hier konkret zwischen dem Assad-Regime als staatlicher sowie auf der einen Seite die IS als dschihadistische Repression. Staatsminister Michael Roth erklärte am 21. Oktober 2016 in einer Antwort an die Grünen-Abgeordnete Dr. Franziska Brantner (Drucksache 18/10163), dass die Bundesregierung von Anfang an die Bemühungen des VN-Sondervermittlers Staffan de Mistura nach Kräften unterstütze. Deutschland engagiere sich in der Internationalen Syrien-Kontaktgruppe und fördere die Rückkehr zu Friedensverhandlungen in Genf. Eine Wiederaufnahme des politischen Prozesses sei auch eine wichtige Voraussetzung, um den IS nachhaltig zu besiegen und Radikalisierung den Nährboden zu entziehen. Die Bemühungen der Bundesregierung, den VN-Sondervermittler Staffan de Mistura nach Kräften zu unterstützen und in Genf eine Friedensverhandlung zu erreichen, gab es. Derzeit hält sich die Bundesregierung zu den derzeitigen Treffen in Genf bedeckt. In einer Unterrichtung des Bundestags durch die deutsche Delegation in der Parlamentarischen Versammlung der NATO (Drucksache 18/13662) vom September 2017 erklärte der Berichterstatter des Unterausschusses „Transatlantische Verteidigungs- und Sicherheitszusammenarbeit“, Abgeordneter Andrzej Szewinski (Polen), der syrische Bürgerkrieg habe nach vier Jahren einen kritischen Wendepunkt erreicht und stelle heute eine regionale, gar eine globale Bedrohung dar. Der Kampf um die Macht in Syrien habe jede Lösungsbemühung scheitern lassen, Rebellen radikalisiert, zehntausende ausländische Kämpfer angezogen und das Wiederauftreten ausgerotteter Pandemien verursacht. In den Schlussfolgerungen wird empfohlen, die direkten Hilfszahlungen an die am unmittelbarsten von den syrischen Kriegsflüchtlingen betroffenen Regierungen zu erhöhen und die informationsdienstliche Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten zu verbessern. Ohne umfassende regionale und internationale Abstimmung gebe es auch langfristig keine Aussicht auf eine politische Lösung. Bei der sich anschließenden Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, inwiefern Katar und Saudi-Arabien in den Konflikt eingriffen. Der Berichterstatter riet von Waffenlieferungen an Oppositionsgruppen ab, da ein hohes Risiko bestehe, dass Waffen an Extremisten gelangten. In der Diskussion äußerten mehrere Delegierte ihre Besorgnis über die Auswirkungen des syrischen Krieges auf die Türkei, insbesondere was die Sicherheitslage in den Flüchtlingslagern angehe. Debattiert wurde auch über die Rolle der VN in Syrien sowie über die Schaffung von humanitären Korridoren. Mehrere Delegierte sprachen sich für die strafrechtliche Verfolgung von Ausreisenden aus, die als Kämpfer in den syrischen Bürgerkrieg zögen. Auf Nachfrage stellte der Berichterstatter klar, dass die Russische Föderation nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich das Regime des syrischen Staatspräsidenten Baschar al Assad unterstütze. Ab September 2017 änderte sich offenbar die Grundhaltung der EU gegenüber der aktiven Unterstützung der syrischen Oppositionskräften, was der Abgeordnete Andrzej Szewinski zur Aussprache brachte. Damit änderte sich auch die grundlegende Haltung gegenüber den bewaffneten syrischen Rebellenmilizen, was sich auch in der europäischen Berichterstattung bemerkbar macht. Im weiteren Verlauf erkennt man, wie sich diese Haltung wiederspiegelt. 2017 unterrichtete eine Delegation der Bundesregierung den Bundestag über die Inhalte der Sitzungen des Parlamentarischen Versammlung des Europarates (Drucksache 18/12747). Darin kritisierte die UEL-Fraktion George Loukaides (Zypern), dass die Vereinigten Staaten und die Europäische Union in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Mitteln extrem fundamentalistische Rebellen in Syrien im Kampf gegen das Assad-Regime unterstützt hätten. Den Menschen in Syrien und dem Irak müsse auf anderem Wege geholfen werden, als durch eine gefährliche militärische Intervention. Als Vertreter der SOC-Fraktion rügte John E. Tomlinson (Vereinigtes Königreich), der Titel des Berichts sei irreführend. Es entstünde der Eindruck, dass einige durch die Terrorgruppe „IS“ bedrohte Religionsgemeinschaften, insbesondere Christen, wichtiger seien als andere. Stattdessen sollten, wie auch im Bericht geschehen, alle bedrohten Bürger, unabhängig von religiöser oder ethnischer Abstammung, gleichermaßen im Fokus stehen. Im März 2018 stellte die Fraktion der AfD (Drucksache 19/1047) die Frage, ob denn die Bundesregierung Überlegungen hätte, mit Hilfe des NATO-Verbündeten Türkei eine demilitarisierte Zone im nördlichen Syrien einzurichten. Die Antwort lautet darauf: „Die Bundesregierung hat sich seit Beginn des Syrienkonfliktes kontinuierlich für eine landesweite Waffenruhe und ungehinderten humanitären Zugang eingesetzt und unterstützt entsprechende Anstrengungen im Rahmen des Genfer Prozesses.“ Im Februar 2019 hielt sich die Bundesregierung auf Anfrage der Fraktion Die Linke (Drucksache 19/7562) schon ziemlich bedeckt. Mehrere Fragen wurden aufgrund nationaler Interessen und des Staatswohls nicht beantwortet. Gleichwohl unterstütze sie weiterhin mit Nachdruck die Bemühungen der Vereinten Nationen um eine politische Lösung des Syrienkonflikts und damit auch die syrische Opposition, die Vertretung der Rechte des syrischen Volkes. Was unterstützt nun die Bundesregierung und die Türkei? Wie aus den Antworten der Bundesregierung hervorgeht, unterstützt Deutschland und Europa sowie die Türkei und die USA die syrische Opposition, die hier näher beschrieben wurde. Die ETILAF wird von zahlreichen Nationen anerkannt. Am 12. November 2012 gaben die Staaten des Golf-Kooperationsrates bekannt, dass sie die Nationalkoalition als die „legitime Vertretung des syrischen Volkes“ anerkennen. Frankreich und die Türkei gaben am 13. und 15. November 2012 die Anerkennung der Koalition als „einzig legitime Vertretung des syrischen Volkes“ bekannt. Am 20. November 2012 erkannte das Vereinigte Königreich die Nationalkoalition als „einzig legitime Vertretung des syrischen Volkes“ an. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben die Nationalkoalition am 11. Dezember 2012 als „die legitime Vertretung des Syrischen Volkes“ anerkannt. Am darauffolgenden Tag haben bei einem Treffen der Freunde Syriens über 100 Länder, darunter auch Deutschland und Österreich, die Nationalkoalition als einzige legitime Vertretung des syrischen Volkes anerkannt. Unter der ETILAF ist auch der militärische Arm FSA geordnet. Ihre Rebellenmilizen kämpften bislang nicht nur gegen das syrische Assad-Regime, sondern auch gegen die Terrormiliz IS, sowie zeitweise gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG, während der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien 2016/17, die am 24. August 2016 unter dem Operationsnamen „Schutzschild Euphrat“ begann und am 29. März 2017 endete. Auch bei der türkischen Militäroperation „Operation Olivenzweig“ zwischen dem 20. Januar 2018 – 18. März 2018. Waren Rebellenmilizen der FSA zugegen. Die türkische Militäroffensive in Nordsyrien 2019 wurde ebenfalls mit Rebellenmilizen der FSA am 17. Oktober unter dem Namen „Operation Friedensquelle“ begonnen. Im Verlaufe des Syrien-Konflikts änderte sich in der Europäischen Union die Haltung zum bewaffneten Widerstand gegen das Assad-Regime. Zwar hielt man seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges weiterhin an der syrischen Opposition fest, doch dies sollte ab Ende 2017 nun fortan nur noch auf politischer Basis fortgesetzt werden, eine aktive militärische Unterstützung in Form von Waffenlieferungen wurde bereits ab diesem Zeitpunkt zumindest von der Bundesregierung nicht mehr verfolgt. Das bedeutet, dass die Bundesregierung von Beginn an sehr wohl über die nötigen Kenntnisse über die Türkei wie auch über andere Verbündete europäische Länder informiert war, was die aktive Unterstützung der Freien Syrischen Armee FSA sowie ihrer Rebellenmilizen, darunter auch gemäßigte wie moderate Kräfte, angeht. Obwohl das bekannt ist, hält sich die Bundesregierung in dieser Hinsicht vor allem gegenwärtig sehr bedeckt, um die türkischen Interessen zu konterkarieren.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Gesundheit
Zu große Packungen: Medikamente im Wert zwischen 5-7 Milliarden Euro landen im Müll

75 Prozent der Berliner und Brandenburger geben an, dass sie schon Medikamente entsorgt haben, weil Tablettenpackungen zu groß waren oder die Arznei nicht vertragen wurde. Das ergab eine repräsentative Umfrage des rbb. Arzneimittel-Experte Gerd Glaeske kritisiert im Verbrauchermagazin „SUPER.MARKT“ die Verschwendung enormer Werte: „Ich bin sicher, dass heute etwa um die 10 Prozent der Ausgaben sicher im Müll landen – eher bis 15 Prozent. Das wären dann zwischen fünf und sieben Milliarden Euro.“ Ein Hauptgrund für die Verschwendung liegt in zu großen Packungen. So gaben 62 Prozent der Befragten an, dass zum Zeitpunkt der Genesung noch ausreichend Medikamente in der Verpackung vorrätig waren. Andere Gründe waren, dass die Behandlung vorzeitig abgebrochen oder ein Medikament nicht vertragen wurde. Zwar gibt jeder Zweite Medikamente bei einer Apotheke zurück, doch diese dürfen die Arznei nicht weitergeben. Die jährliche Verschwendung zu Lasten aller Krankenversicherten geht weiter, obwohl aus anderen Ländern Verfahren bekannt sind, die Abhilfe versprechen. Aus Entwicklungsländern, aber auch aus Skandinavien und den Niederlanden ist eine exakte Portionierung bekannt. Statt 50er- oder 100er-Packungen erhält ein Patient nur so viele Tabletten, wie er benötigt. Weitere Informationen dazu im rbb-Verbrauchermagazin „SUPER.MARKT“ am 04.11.2019, 20:15 Uhr, im rbb-Fernsehen.

Rentenpolitik
Neuer Kompromissvorschlag zur Grundrente aus der Union

Im Koalitionsstreit um die Grundrente hat der Chef der Arbeitnehmergruppe in der Unionsfraktion, Peter Weiß, einen neuen Kompromissvorschlag unterbreitet. Die geplante Höherwertung der Renteneinzahlungen von Geringverdienern solle nur bis zum Jahr 2014 gelten, dem letzten Jahr vor der Einführung des Mindestlohns Anfang 2015. „Am besten wäre, die geplante Höherwertung auf die Zeit bis 2014 zu begrenzen“, sagte der CDU-Politiker Weiß der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. So würde dem Wunsch der Union Rechnung getragen, die Kosten der Grundrente zu begrenzen. Andererseits hätte man aber die Zeiten schlechter Löhne in Ostdeutschland mit der Regelung voll erfasst, so dass auch einem Wunsch der SPD entsprochen werde.

Bukarest
WM: Bronzemedaille für türkische Ringerin Zeynep Yetgil

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Bukarest – Die türkische Ringerin Zeynep Yetgil hat bei der U-23 Junioren-Weltmeisterschaft im rumänischen Bukarest die Bronzemedaille gewonnen. Nachdem Zeynep Yetgil im Halbfinale gegen ihre indische Gegnerin Pooja Gehlot mit 8:4 das Nachsehen hatte, traf sie im Kampf um die Bronzemedaille auf ihre russische Gegnerin Ekaterina Verbina. In der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm der Damen setzte sich Yetgil bei dem Match um Platz drei gegen ihre russische Rivalin mit 5:2 durch.
(Screenshot/Bartin Üniversitesi)
Die russische Athletin, die zugleich Junioren- Europameisterin ist und bis zu dem Kampf noch amtierende Vizeweltmeisterin war, hatte gegen ihre türkische Kontrahentin nach einem 2:0 Rückstand bis vier Sekunden vor Schluss ein 2:2 Remis errungen. Doch in der allerletzten Sekunde holte die türkische Nationalringerin Yetgil durch einen überraschenden Angriff weitere Punkte und sicherte sich mit einem 5:2 Endstand die WM-Bronzemedaille. Die Proteste der russischen Seite wurden nach einer Videoanalyse durch die Ringrichter abgelehnt, sodass Yetgil als Siegerin vom Feld ging. Der obligatorische Militärgruß Während der Siegerehrung zeigte auch Zeynep Yetgil den obligatorischen Militärgruß, den türkische Sportlerinnen und Sportler bei einem Sieg überall auf der Welt demonstrativ ausführen. Damit drücken die Athlethen ihre Solidarität mit der türkischen Armee aus, die mit einer Anti-Terror-Offensive gegen die Terrororganisationen YPG/PKK und ISIS in Nordsyrien vorgehen.

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– Bari – Taekwondo-EM: Gold für Türkinnen İrem Yaman und Rukiye Yıldırım

Bei der G4 Extra Taekwondo-Europameisterschaft im italienischen Bari haben die türkische Nationalsportlerinnen İrem Yaman und Rukiye Yıldırım jeweils Goldmedaillen gewonnen.

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Militäroffensive Friedensquelle
Tall Abyad: YPG hält Zivilisten für legitime Ziele in Nordsyrien

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel In der syrischen Stadt Tall Abyad an der Grenze zur Türkei sind mindestens 20 Menschen bei einer Autobombenexplosion ums Leben gekommen. 30 weitere sollen zum Teil schwer verletzt sein. Die Explosion fand mitten in der belebten Markstraße statt, ganze Häuserfronten wurden durch die Detonation in Mitleidenschaft gezogen. „Nach ersten Erkenntnissen wurden bei der Explosion in der nordöstlichen Stadt 13 Zivilisten getötet und etwa 20 weitere verletzt“, hieß es in einer Erklärung des türkischen Verteidigungsministeriums am frühen Samstag. Die Explosion habe sich auf einem Marktplatz ereignet. Nur einen Tag zuvor hatte das türkische Verteidigungsministerium einen Sprengstofffund bekannt gegeben: „In Tall Abyad wurden geheime Räume der YPG entdeckt. Sie wurden unbrauchbar gemacht, eine Tonne Ammoniumnitrat wurden beschlagnahmt.“ In dieser Woche hatte es bereits mehrere Explosionen von Autobomben in Orten in der Umgebung gegeben. Deren Verantwortung übernahmen bislang über soziale Netzwerke PKK/YPG-nahe Sympathisanten. Tall Abjad liegt an der Grenze zur Türkei in der sogenannten Sicherheitszone, die die Türkei im Norden Syriens errichtet hat. Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG mussten aufgrund der Vereinbarungen mit Russland und den USA sich aus diesen Gebieten zurückziehen. Doch der Rückzug wurde bislang nur widerwillig vollzogen. Noch immer versucht die YPG sich den Deals zu widersetzen und beschießt immer wieder auch Stellungen türkischer Posten oder eines der mit der Türkei koalierenden syrischen Rebellenmilizen. Sie bezeichnen die Angriffe „Cenga Rojava“, zu deutsch „Krieg in Rojava“ und teilen Angriffe dieser Art unter dem Hashtag #CengaRojava. Der letzte Autobombenanschlag in Tall Abyad wird ebenfalls der YPG angelastet. Bereits während der türkischen Militäroffensive „Operation Olivenzweig“ hatte die YPG nach ihrer Niederlage in der Region Afrin angekündigt, Zivilisten als legitime Ziele zu betrachten, die mit den türkischen Streitkräften, Hilfsorganisationen und Rebellenmilizen kooperieren oder sich in ihrem Umfeld aufhalten.
(Screenshot/Twitter)
Charles Lister, Direktor des Programms zur Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus am Middle East Institute in den USA hatte die Ankündigung der YPG im April 2018 scharf verurteilt. In einem Tweet verurteilte Lister zwar auch die Feststellung der YPG, die türkische Regierung unterstützte ein Programm zur Wiederansiedlung von syrischen Flüchtlingen bzw., sprachen in diesem Fall von einer demografischen Veränderung, gleichzeitig erklärte Lister aber, dass die YPG damit Zivilisten, in dem Fall „Familien“, als Hauptziele für ihre „tödlichen Angriffe“ legitimiere, was verabscheuungswürdig sei.

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