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Mütter gegen PKK: Weiteres Mitglied ergibt sich

Seit Monaten protestieren kurdische Eltern vor den Büros der oppositionellen „Demokratischen Volkspartei“ (HDP) in der südosttürkischen Stadt Diyarbakır gegen die Verschleppung und Rekrutierung ihrer Kinder durch die Terrororganisation PKK.

(Foto: AA)
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Diyarbakir – Seit Monaten protestieren kurdische Eltern vor den Büros der oppositionellen „Demokratischen Volkspartei“ (HDP) in der südosttürkischen Stadt Diyarbakır gegen die Verschleppung und Rekrutierung ihrer Kinder durch die Terrororganisation PKK.

In der südosttürkischen Stadt Urfa hat sich am Sonntag ein weiteres Mitglied den Behörden gestellt. Die Mutter, Gevriye Ayhan, habe seit fünf Jahren nichts mehr von ihrer Tochter gehört und freue sich darauf, sie so bald wie möglich wiederzusehen. Sie habe damals von den Freunden ihrer Tochter Pelda erfahren, dass sie von Mitgliedern der oppositionellen Partei HDP zur Parteizentrale in Diyarbakir gebracht wurde.

Am 13. Januar habe sie sich in großer Hoffnung an dem seit Sommer vergangenen Jahres andauernden Sitzstreik kurdischer Eltern gegen die Oppositionspartei HDP und PKK in der südöstlichen Provinz Diyarbakir angeschlossen und gebetet, dass sie auf diesem Weg ihre Tochter wiedersehen kann.
Dieser Wunsch ist ihr nun in Erfüllung gegangen.

 

Im August hatte die kurdische Mutter Hatice Akar vor dem Provinzbüro der HDP in Diyarbakir einen Sitzstreik begonnen und verbrachte auch die Nächte vor dem Gebäude. Alles was sie wollte, war die Rückkehr ihres Sohnes. Trotz ihrer Erschöpfung hatte sie gesagt, sie werde mit ihrem Protest nicht aufhören. Laut Akar war ihr Sohn in die Berge verschleppt worden. „Mein Sohn betrat das HDP-Provinzbüro und kam nicht mehr heraus“, so Akar gegenüber Medien. Etwa eine Woche später konnte sie ihren 21-jährigen Sohn wieder in die Arme schließen.

Die HDP wird seit ihrer Gründung beschuldigt, Verbindungen zur PKK zu unterhalten. Die separatistische PKK, die neben der Türkei auch in den USA und der EU als terroristische Organisation geführt wird, ist für den Tod von etwa 40.000 Menschen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, verantwortlich.

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