"Der harte Kern"
Rechte Terrorzelle wollte mit halbautomatischen Waffen viele Muslime töten

Die Bundesanwaltschaft ging am Freitag mit einer Razzia gegen eine mutmaßliche rechtsterroristische Vereinigung vor. Wie die Bild berichtet, plante die Gruppierung nach dem Vorbild des Anschlags im neuseeländischen Christchurch im März 2019 Anschläge auf Moscheen in Deutschland.

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Düsseldorf – Die Bundesanwaltschaft ging am Freitag mit einer Razzia gegen eine mutmaßliche rechtsterroristische Vereinigung vor.

Wie die Bild berichtet, plante die Gruppierung nach dem Vorbild des Anschlags im neuseeländischen Christchurch im März 2019 Anschläge auf Moscheen in Deutschland. Ein V-Mann, der in die Gruppe eingeschleust wurde, berichtete den Ermittlern, dass die Gruppe mit halbautomatischen Waffen in Moscheen eindringen und möglichst viele Muslime töten wollten.

Am Samstag vor einer Woche habe sich die Gruppe erstmals persönlich in Minden (NRW) getroffen, wo eines der Mitglieder lebt. Er war bei den Ermittlern bereits als Reichbürger in Erscheinung getreten.

Am Freitag kam es dann zu einer Razzia, bei der zwölf Deutsche zwischen 31 und 60 Jahren festgenommen wurden.

Wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, agierte die Gruppe unter dem Namen „Der harte Kern“. Die Verdächtigen sollen Verbindungen zur rechtsextremen Gruppierung „Soldiers of Odin“ gehabt haben. Diese rechtsextremistische Bürgerwehr soll demnach 2015 in Finnland gegründeten worden sein.

Wie der Spiegel berichtet,  soll der mutmaßliche Anführer der rechtsextremen Truppe, Werner S., 53, an dem Wochenende in Minden seine Pläne skizziert haben: Man solle in kleineren Gemeinden Muslime angreifen, beim Beten in Moscheen. Zwei der Männer wurden nach Erkenntnissen der Ermittler auserkoren, die Waffen zu beschaffen. Alle zusammen sollten das nötige Geld aufbringen: 50.000 Euro. Parallel dazu sollten mögliche Anschlagsziele ausgekundschaftet werden. Zehn Männer sollten in zehn Bundesländern zuschlagen. Durch die Anschläge, so erhofften es sich die Rechtsextremen offenbar, würden Gegenangriffe provoziert – die dann in einer Art Bürgerkrieg enden würden, berichtet der Spiegel weiter.

Christchurch-Anschlag

Ein 28-jähriger Australier und drei Neuseeländer verübten am 15. März 2019 Anschläge auf zwei Moscheen in Neuseeland, bei denen mindestens 50 Menschen getötet und fast 40 verletzt wurden. Unter den Opfern befinden sich Medienberichten zufolge auch Kinder.

„Wir kommen nach Konstantinopel“

Bei einem vor dem Anschlag veröffentlichten Manifest ruft der Attentäter dazu auf, Erdogan, Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Bürgermeister von London, Sadiq Khan, zu töten.

Das Manifest hat einen Abschnitt mit dem Titel „für Türken“, in dem er droht, alle Türken zu töten, die auf der europäischen Seite der Türkei und anderswo in Europa leben. Östlich des Bosporus dürften Türken jedoch weiterhin friedlich leben, so der Australier in seinem mittlerweile gelöschten Manifest.

„Wir kommen nach Konstantinopel und werden jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstören. Die Hagia Sophia wird frei von Minaretten sein und Konstantinopel wird zu Recht wieder im Besitz von Christen sein“, so der Text weiter.

Der Tod von Erdogan werde einen Keil zwischen den „türkischen Invasoren, die derzeit unsere Länder besetzen“ und dem ethnisch europäischen Volk treiben sowie gleichzeitig die „Macht der Türkei“, einem „Hauptfeind Russlands“, in der Region schwächen und die NATO destabilisieren, so das Manifest.

 

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