Wirtschaft
Wachstums-Garanten: Weshalb die Internet-Wirtschaft dem schwachen Wachstum trotzt

Berlin – Die deutsche Wirtschaft wird 2022 weniger stark wachsen, also noch vor einigen Monaten angenommen. Doch auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gibt es immer wieder Branchen, die sich dem Trend widersetzen. Aktuell ist dies ganz eindeutig die Internet-Wirtschaft. Was macht den Sektor so robust? Schwächeres Wachstum erwartet Die Konjunktur wird 2022 schwächeln. So hat das Institut für Weltwirtschaft die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft im aktuellen Jahr erst vor wenigen Wochen deutlich nach unten korrigiert. Das Kieler Institut erwartet nun nur noch ein Wachstum von 2,1 Prozent. Grund dafür sind aktuelle weltpolitische Ereignisse, ebenso wie die noch immer grassierende Inflation, die im März bereits den Stand von 7,2 Prozent erreicht hat. Auch besonders hohe Rohstoffpreise und weltweite Lieferprobleme für Waren wie etwa Computerchips, hemmen den wirtschaftlichen Aufschwung zusätzlich. Digitaler Sektor weiterhin stark Doch es gibt eine Branche, die sich dem Trend widersetzt. Die Internet-Wirtschaft ist weiterhin stark und auch im Jahr 2022 auf spürbares Wachstum ausgerichtet. Digitale Angebote und Geschäftsmodelle, E-Commerce und Software werden auch in den kommenden Monaten deutlich an Popularität bei den Verbrauchern zulegen. Mehrere Branchen können beispielhaft für die Stärke des Sektors genannt werden. Der E-Commerce etwa, also der Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Netz, boomt bereits seit Jahren. Im Jahr 2022 könnte die Branche alleine in Deutschland auf insgesamt 110 Milliarden Euro Umsatz anwachsen; besonders beliebt ist der Handel mit Lebensmitteln, Elektronik, Möbeln oder Bekleidung. Durch passende Angebote hat sich die Zielgruppe erweitert, man spricht nun auch ältere Kunden an – und ist dadurch in den Mainstream gerückt. Zweitens boomt der Markt für digitale Angebote im Unterhaltungssektor. Internet-Spielhallen sind hierfür das beste Beispiel: Diese setzen in Deutschland inzwischen mehr als eine Milliarde Euro jährlich um. Die Betreiber sorgen dabei mit immer wieder neuen Konzepten für nachhaltiges Wachstum. Sogenannte progressive Jackpots etwa lassen den Preispool an virtuellen Automaten mit jeder Benutzung immer weiter steigen – so lange, bis ein Gewinner schließlich die gesamte Summe erhält. Hierfür wird von jedem Einsatz, den ein Spieler am virtuellen Automaten tätigt, ein gewisser Prozentsatz abgeführt und zum Jackpot addiert. Das erhöht das Engagement der Spieler und verbreitert die Kundenschicht. Der Vorteil für die Betreiber: Digitale Unterhaltung bietet sich für schnelle Änderungen der Angebote an. So bleibt die Branche stets innovativ. Und noch eine weitere Sparte wächst: Der Umsatz mit digital vertriebener Software wird auch 2022 erneut deutlich zunehmen. Grund dafür sind anhaltende Trends wie zum Beispiel die immer häufigere Nutzung von Home Office Möglichkeiten und die weiterhin zunehmende Digitalisierung in allen Sparten.
(Symbolfoto: pixabay)
  Digitale Disruption sorgt für Wachstum Die Gründe für das stetige Wachstum des Sektors sind immer wieder dieselben: Die Internet-Wirtschaft wälzt mit Nachdruck etablierte Sektoren um, verbessert dadurch bestehende Geschäftsmodelle und ermöglicht ganz neuen Kundenschichten, an Wohlstand und Konsum teilzuhaben. Auch in den kommenden Jahren sollte diese Tatsache sich nicht ändern. Denn weiterhin gibt es schnellen Fortschritt im technologischen Sektor zu vermelden. Das freut die Profiteure des digitalen Wandels und wird für weitere innovative Geschäftsideen sorgen. Fazit Deutschlands Bruttoinlandsprodukt wird 2022 weniger stark wachsen, als zunächst vermutet. Doch nicht alle Bereiche sind von dieser Entwicklung betroffen. Insbesondere die Internet-Wirtschaft befindet sich auch in diesem Jahr auf einem soliden Wachstumskurs. Grund dafür sind innovative Geschäftsmodelle, die Erschließung neuer Kundenschichten und das Ankommen digitaler Produkte und Dienstleistungen im Verbraucher-Mainstream.

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In der zentraltürkischen Provinz Konya entsteht zur Zeit Europas größtes Solarkraftwerk.

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Ukraine-Krieg
Finnland steht unmittelbar vor einem NATO-Beitritt

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Helsinki – Der russische Präsident Wladimir Putin nannte die NATO-Beitrittspläne der Ukraine als Grund für die Invasion, jedoch erwägen seitdem auch bisher neutrale Länder wie Schweden und Finnland einen Beitritt in das Bündnis. Am heutigen Mittwoch debattierte das finnische Parlament über einen Beitritt des Landes. Finnland teilt eine lange Grenze mit Russland. Die wichtigsten Fraktionen des Parlaments brachten dabei ihre Unterstützung zum Ausdruck. Die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Sanna Marin erwähnten die NATO in ihren Reden nicht, sprachen sich aber dennoch für die Idee eines Militärbündnisses aus. „Es ist offensichtlich, dass die Aktionen Russlands Finnland einige Schritte näher an die Notwendigkeit einer militärischen Anpassung gebracht haben“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten, Antti Lindtman. Finnland ist ein enger Partner der NATO, hat aber einen militärisch bündnisfreien Status beibehalten. Nun müssten jedoch seine Verteidigung und Sicherheit gestärkt werden, und eine Entscheidung über einen Antrag auf NATO-Mitgliedschaft könnte innerhalb weniger Wochen getroffen werden, betonte Marin. Die Regierung hat auch angedeutet, dass die öffentliche Unterstützung für einen Beitritt zum Bündnis durch eine Parlamentsabstimmung anstelle eines Referendums ermittelt werden könnte, obwohl noch kein Termin für eine solche Abstimmung festgelegt wurde. Die Zentrumspartei, der größte Verbündete der Sozialdemokraten in der finnischen Fünf-Parteien-Koalitionsregierung, erklärte, sie sei bereit, einen NATO-Beschluss zu unterstützen. „Die Zentrumspartei ist zu allen Entscheidungen bereit, die für die Sicherheit Finnlands erforderlich sind, einschließlich der Beantragung einer NATO-Mitgliedschaft“, sagte der Fraktionsvorsitzende Juha Pylvas. Acht von zehn Fraktionsvorsitzenden sprachen sich entweder für einen NATO-Beitritt oder eine militärische Annäherung aus. Russland warnt Schweden und Finnland vor NATO-Beitritt In der vergangenen Woche warnte Moskau Finnland und Schweden vor einem NATO-Beitritt gewarnt und erklärte, dass dieser Schritt Europa keine Stabilität bringen würde. Schweden und Finnland sind Mitglieder der EU, aber nicht der NATO. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte gegenüber Reportern, dass „das Bündnis ein auf Konfrontation ausgerichtetes Instrument“ bleibe. Eine atomwaffenfreie baltische Region sei nicht mehr möglich, wenn Finnland und Schweden der NATO beitreten. Russland müsste im Falle eines Beitritts die Situation mit eigenen Maßnahmen „wieder ins Gleichgewicht bringen“. „Wenn Schweden und Finnland der NATO beitreten, wird sich die Länge der Landgrenzen der Allianz mit der Russischen Föderation mehr als verdoppeln. Natürlich müssen diese Grenzen verstärkt werden“, schrieb Dmitri Medwedew, ehemaliger Präsident und stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates, am vergangenen Donnerstag in seinem offiziellen Telegramm-Kanal. Russland werde „die Gruppierung der Landstreitkräfte und die Luftverteidigung ernsthaft verstärken und bedeutende Seestreitkräfte in den Gewässern des Finnischen Meerbusens einsetzen müssen. In diesem Fall wird es nicht mehr möglich sein, über einen atomwaffenfreien Status des Baltikums zu sprechen – das Gleichgewicht muss wiederhergestellt werden“, so Medwedew. Im Februar warnte Maria Zakharova, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, vor „militärischen und politischen Konsequenzen“, sollten die Länder dem Block beitreten.

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Ukraine-Krieg
Kirchenführer der Ukraine: Moskaus Patriarch Kyrill ist mitschuldig am Krieg

Hamburg – Zwei hochrangige Vertreter der ukrainischen Orthodoxie kritisieren das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche für sein Schweigen zu Putins Angriff. Vor dem orthodoxen Osterfest am kommenden Wochenende geben sie dem Moskauer Patriarchen Kyrill eine Mitschuld am Krieg. In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT erklärt der Metropolit Augustin Markewytsch: „Seit Kriegsbeginn sind wir wütend auf Kyrill. Kein Wort hat er zugunsten der Ukrainer verloren.“ Vor dem Krieg habe Kyrill die Ukrainer als seine Herde bezeichnet. Doch jetzt trete er „als Patriarch der Russen auf“. Dass Kyrill einen Gottesdienst in der Militärkirche bei Moskau feierte, war nach Meinung des Metropoliten Augustin, selbst Militärbischof, „der Sargnagel für die Beziehungen zwischen unserer Kirche und den russischen Orthodoxen“. Augustin ist Metropolit der Ukrainischen Orthodoxen Kirche: Mit mehr als 12.000 Gemeinden die größte Kirche des Landes, gehört sie formell zu Moskau und untersteht kirchenrechtlich dem Patriarchen Kyrill. Sie distanziere sich jedoch klar vom Krieg – und auch von Kyrill, so Metropolit Augustin. „Trotzdem werden wir jetzt verleumdet: Wir würden russische Agenten, ja sogar Waffen in unseren Kathedralen verstecken.“ Der Metropolit weiter: „Schon vor dem Krieg wurden wir als Moskau-Treue beschimpft. Unter der Regierung Poroschenko entstanden Gesetze gegen uns, und manche Politiker wollen uns nun verbieten.“ Dies könnte einige Priester zur Zusammenarbeit mit der russischen Armee provozieren. „Wir müssen jetzt aber einig sein gegen den äußeren Feind!“ Noch härtere Worte gegen Moskau findet Erzbischof Jewstratij Sorja, dessen Bischofssitz die verheerte Stadt Tschernihiw nördlich von Kiew ist: „Einige demokratische Staaten verstehen immer noch nicht, dass Putin die Welt zurück in die Zeit nach 1945 versetzen will, eine Zeit der Teilung. Dafür zerstört er die Ukraine und verbrennt Russlands Zukunft.“ Der Erzbischof weiter: „Wo russische Macht ist, gibt es keine Religionsfreiheit, vor allem nicht für meine Orthodoxe Kirche der Ukraine, die dem Kiewer Metropoliten Epiphanij untersteht und vom Kreml als feindliche Institution angesehen wird.“ Priester seines Bistums seien während der Besatzung von Russen verhört und eingeschüchtert worden. Andernorts würden Priester gefoltert oder getötet, Kirchen zerstört – so alle Kirchen in Mariupol. Auch seine Kathedrale in Tschernihiw sei beschädigt worden. Und eine Kirche des „Moskauer Patriarchats“ am Rande der Stadt sei völlig ausgebrannt: „Menschen versteckten sich dort, aber die Russen schossen auf die Kirche, und sie fing Feuer.“ Metropolit Augustin und Erzbischof Jewstratij gehören den beiden konkurrierenden orthodoxen Kirchen der Ukraine an, sind sich jedoch einig in ihrer Ablehnung Putins und Kyrills. Über den Moskauer Patriarchen sagt der Erzbischof: „Faktisch unterstützt Kyrill den Krieg gegen die Ukraine, was sogar jene Ukrainer schockiert, die ihn zuvor als ihr geistliches Oberhaupt ansahen.“ Der Wunsch von Papst Franziskus, Kyrill zu treffen, beruhe auf dem Missverständnis, Kyrill könne Putin beeinflussen und den Krieg beenden. „Das Gegenteil ist der Fall! Putin beeinflusst Kyrill.“

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Rentenpolitik
Rentenpaket II: DGB kritisiert Aufbau eines Kapitalstocks als „Unfug“

Osnabrück – Das von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) angekündigte Rentenpaket II der Ampelkoalition stößt bei den Gewerkschaften in Teilen auf scharfe Kritik. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Der geplante Aufbau eines Kapitalstocks für die gesetzliche Rentenversicherung ist politischer Unfug. Aktien taugen nicht als sichere Anlage für die Rente. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Börsenkurse zeigen das aktuell deutlich.“ Piel warnte, „wenn Kurse massiv nachgeben oder gar ins Bodenlose stürzen“, sei eine Alterssicherung in Aktien nicht sicher. Auch für die von vielen hoch gelobten Schweden bestehe der Erfolg bei der Alterssicherung nicht in den Staatsfonds, sondern in ihrer gesetzlichen Rente in Kombination mit einer guten betrieblichen Alterssicherung. Die Gewerkschafterin forderte: „Die Bundesregierung darf sich nicht von der FDP und ihrem Glauben an die Finanzmärkte in die Irre führen lassen.“ Piel begrüßte zugleich, dass die Regierung das Rentenniveau bei 48 Prozent stabilisieren wolle. Damit stärke die Koalition die gesetzliche Rente und die Alterssicherung besonders der jüngeren Generation. „In Zukunft“, so fügte die Gewerkschafterin hinzu, „muss die Ampel das Rentenniveau auf 50 Prozent anheben.“ Arbeitsminister Heil hatte zuvor angekündigt, die Koalition werde mit dem Rentenpaket II noch in diesem Jahr zwei zentrale Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umsetzen:
„Erstens: Wir sorgen dafür, dass das Rentenniveau stabil bei 48 Prozent bleibt, und zwar langfristig. Und zweitens: Wir stellen die Finanzierung der Rente auf eine breite Basis mit dem Aufbau eines Kapitalstocks.“
Ein Kapitalstock von zehn Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln soll 2022 der erste Schritt sein.

Israel-Konflikt
Jerusalem: Erdogan verurteilt israelische Sicherheitskräfte

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Ankara – In einem Telefongespräch mit dem israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog brachte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag seine Besorgnis über das israelische Vorgehen gegen palästinensische Gläubige in der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem zum Ausdruck. Die beiden Staatsoberhäupter erörterten regionale Themen und bilaterale Beziehungen, „insbesondere die von einigen radikalen israelischen Gruppen und Sicherheitskräften in den letzten Tagen verursachten Ereignisse“, so Erdogan in einer Reihe von Tweets. Erdogan teilte Herzog mit, dass seit Beginn des Ramadan mehr als 400 Palästinenser verletzt wurden und 18 Menschen, darunter Kinder, bei den Ereignissen im Westjordanland und an der Al-Aqsa-Moschee ums Leben kamen. Erdogan fügte hinzu, er sei besorgt, dass die Ereignisse auf den Gaza-Streifen übergreifen könnten. Der türkische Staatschef machte „Radikale“ für die Anschläge verantwortlich und sagte, dass Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die Sicherheit der Moschee zu gewährleisten. „Die gewalttätigen Ereignisse, die sich jedes Jahr ereignen, rufen in der islamischen Welt berechtigte Reaktionen hervor“, fügte er hinzu. Herzog wurde mit den Worten zitiert, dass Israel die Freiheit der Religionsausübung schütze und die Bemühungen der israelischen Sicherheitskräfte diese Freiheit gewährleisteten. Herzog sagte Erdogan, dass Aufwiegelung und Propaganda ignoriert werden sollten, während Gewalt – insbesondere gegen Juden, die zum Gebet gehen – verurteilt werden sollte. Israel führte am frühen Dienstagmorgen seinen ersten Luftangriff auf den Gazastreifen seit Monaten durch, um nach eigenen Angaben auf eine Rakete zu reagieren, die aus der palästinensischen Enklave abgefeuert wurde. Am Wochenende kam es zu Gewalttätigkeiten rund um Jerusalem. Am vergangenen Freitag wurden bei Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften auf dem Gelände der Al-Aqsa-Moschee mindestens 152 Palästinenser verwundet, der jüngste Ausbruch einer Gewaltwelle, die ein Abgleiten in einen größeren Konflikt befürchten lässt. Das Telefongespräch fand in einer Zeit der Annäherung zwischen Tel Aviv und Ankara statt. Außenminister Mevlut Cavusoglu sagte, er werde in der dritten Maiwoche Israel und Palästina nacheinander besuchen. In einem Live-Interview mit NTV am 14. April widerlegte Cavusoglu frühere Behauptungen, er werde Israel zusammen mit Verteidigungsminister Hulusi Akar besuchen. „Der Präsident sagte beim Empfang von Herzog, dass wir mit Energieminister Fatih Dönmez nach Israel reisen würden. Ich verstehe also nicht, warum es weitere Spekulationen gibt“, so der türkische Außenminister. Mögliche Zusammenstöße in Haram al-Sharif, der drittheiligsten Stätte des Islams, kamen während Herzogs Besuch in Ankara im vergangenen Monat zur Sprache. Erdogan hatte seinem israelischen Amtskollegen auch mitgeteilt, dass Ankara von den israelischen Behörden erwarte, während des muslimischen heiligen Monats Ramadan sensibel vorzugehen, und betonte, wie wichtig es sei, den Palästinensern die Einreise nach Israel zu ermöglichen. Im April finden die drei wichtigsten Feste der abrahamitischen Religionen statt: Das jüdische Pessachfest, das christliche Osterfest und der muslimische Fastenmonat Ramadan. „So gut es auch klingt, das bedeutet immer Ärger“, sagte ein türkischer Diplomat und erklärte, dass die Reaktion Ankaras und insbesondere Erdogans zu einem Lackmustest für die aufkeimenden türkisch-israelischen Beziehungen werden könnte. Die ersten Äußerungen Erdogans zu den Zusammenstößen waren gemäßigter als in den vergangenen Jahren. Am Sonntag rief Erdogan seinen palästinensischen Amtskollegen Mahmoud Abbas an, um ihm mitzuteilen, dass er die israelische „Intervention gegen die Gläubigen“ scharf verurteilt. Erdogan dankte Abbas für seine „Zurückhaltung und umsichtige Führung“ und versicherte ihm, dass die Türkei immer an der Seite Palästinas stehe. „Die Ereignisse erinnern uns an die Notwendigkeit, dass alle palästinensischen Gruppen auf Einigkeit und Versöhnung hinarbeiten müssen“, twitterte Erdogan. In einer Rede vor Botschaftern in Ankara schlug Erdogan einen schärferen Ton gegenüber Israel an und betonte die Bedeutung, die die Türkei der Al-Aqsa-Moschee und Jerusalem beimisst. Der türkische Staatschef brachte die Ereignisse in Jerusalem auch mit verschiedenen Angriffen auf muslimische Gebetsstätten in Europa in Verbindung. „Antimuslimische und fremdenfeindliche Gruppen sollten ihre Meinungs- und Versammlungsfreiheit nicht nutzen dürfen, um den Glauben, die Heiligtümer und die Gebetsstätten von Muslimen zu beleidigen und anzugreifen“, sagte er. Erdogans Äußerungen folgen auf Zusammenstöße in Schweden, nachdem ein rechtsextremer und antimuslimischer Politiker seine Anhänger aufgefordert hatte, eine Kopie des Korans zu verbrennen. Viele Länder des Nahen Ostens verurteilten seine Pläne. Der Irak bestellte den schwedischen Spitzendiplomaten in Bagdad ein, um gegen die Angelegenheit zu protestieren, und die Regierungen von Jordanien und Katar verurteilten die Pläne. Auch das türkische Außenministerium schaltete sich ein. „Wir verurteilen auf das Schärfste die Angriffe und Provokationen gegen Muslime, den Islam, den Koran und die Gebetsstätten in verschiedenen Teilen der Welt während des heiligen Monats Ramadan“, hieß es in der Erklärung. Cavusoglu sagte, der Al-Aqsa-Ausbruch und die Koranverbrennung in Schweden seien zwei Gesichter antimuslimischer Angriffe im Rahmen einer Reihe von Ereignissen, die sich gegen Muslime im heiligen Monat Ramadan richten. Gemeinsam mit seinem ungarischen Amtskollegen Peter Szijjarto erklärte Cavusoglu am 19. April, dass seit Beginn des Ramadan fast jeden Tag Anschläge auf heilige muslimische Stätten oder Glaubensrichtungen verübt worden seien. „Letzte Woche verbrannte ein Neonazi-Politiker den Koran, während er von der schwedischen Polizei geschützt wurde. Das ist inakzeptabel, aber kein Einzelfall. Am 15. April war ein türkischer Staatsbürger in New York das Ziel eines antimuslimischen Angriffs“, sagte er. „Am 16. April wurden in der deutschen Stadt Dortmund Drohbriefe an eine türkische Moschee geschickt, denen das Foto eines Schweins beigefügt war. Am nächsten Tag wurden in Kanada Schüsse auf eine muslimische Gruppe abgegeben, die eine Moschee verließ. In Virginia, USA, wurden antitürkische Parolen an die Wand einer Moschee gekritzelt … und Sie alle wissen, was in der Al-Aqsa-Moschee passiert ist“, so Cavusoglu weiter.
„Ich glaube nicht, dass die Eskalation der Ereignisse im Ramadan ein Zufall ist. Dies ist das Werk der ultrarechten Nazigruppen, die an den Wahlurnen verlieren. Wir stellen uns sowohl gegen antimuslimische als auch gegen antisemitische Angriffe, da wir beide als Verbrechen gegen die Menschlichkeit betrachten.“

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Konya
In der Türkei entsteht Europas größtes Sonnenkraftwerk

Konya – In der zentraltürkischen Provinz Konya entsteht zur Zeit Europas größtes Solarkraftwerk.

Das Kraftwerk in Konya Karapinar soll wie geplant im Dezember fertiggestellt werden und über zwei Millionen Menschen mit Strom versorgen. Ein Teil des Werks sei bereits im Einsatz und produziere 700 Megawatt Strom. Die gesamte Anlage werde insgesamt 1350 Megawatt Strom erzeugen.

„Es wird den jährlichen Strombedarf von zwei Millionen Menschen decken. Mit anderen Worten, Konyas Strom wird von einem einzigen Kraftwerk gedeckt. Dieses Kraftwerk ist eines der drei größten Kraftwerke der Welt, mit einer Leistung von heute 700 MW ist es bereits das größte in Europa“, so Cemal Kalyoncu, Vorstandsvorsitzender der Kalyon Holding, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Kalyon Holding wurde mit dem Bau der Anlage beauftragt. Kalyon Photovoltaic (PV) Solar Technologies Factory ist der erste integrierte Hersteller von Solarmodulen in der Türkei und einer der führenden weltweit. 

Durch seine immense Größe sei das Solarkraftwerk sogar aus dem Weltall sichtbar, sagte Mustafa Varank, Minister für Industrie und Technologie, bei der Spatenstichzeremonie im vergangenen Jahr. Nach der Fertigstellung werde das Werk eine Fläche von 2.600 Fußballfeldern umfassen und 3.000 Menschen beschäftigen. 

Die Anlage werde jährlich fast 2 Millionen Tonnen Kohlenstoffemissionen vermeiden und den Anteil der Solarenergie an der gesamten Energieerzeugung der Türkei um 20 Prozent erhöhen. „Es wird über 3,5 Millionen Solarmodule enthalten und das größte an einem einzigen Standort errichtete Solarkraftwerk in Europa und eines der fünf größten der Welt sein“, betont Kalyoncu. Mit einer Solarkapazität von 7.154 Megawatt (MW) steht die Türkei derzeit weltweit an 13. und in Europa an siebter Stelle.

Einsparung von 600. Millionen Dollar

Unter Berücksichtigung der heutigen Erdgaspreise werde das Solarkraftwerk der Türkei nach Fertigstellung eine Einsparung von 600 Millionen Dollar an Erdgasimporten ermöglichen.

„Mit anderen Worten: Devisen im Wert von 600 Millionen Dollar werden im Land bleiben“, so Kalyoncu weiter.

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Die Türkei hat sich rasch zu einem führenden Markt für Windenergie entwickelt. Im September feierte das Land einen wichtigen Meilenstein.

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STRG_F
Linker Ex-V-Mann erhebt Vorwürfe gegen Verfassungsschutz

Hamburg – Ein ehemaliger V-Mann, der in den 1990er Jahren in der links-autonomen Szene eingesetzt war, wirft dem Verfassungsschutz vor, ihn wiederholt durch Fehlinformationen getäuscht zu haben. Jan P. war damals vor allem auf die linke Szene in Wuppertal und Solingen angesetzt, wurde aber auch zu Anti-Castor-Demos, den Chaostagen in Hannover oder in die Hamburger Hafenstraße geschickt. „Ich war zehn Jahre lang überall dabei, wo es gekracht hat“, so der heute 55-jährige Jan P. über seine Tätigkeit im Interview mit dem Rechercheformat STRG_F (NDR/funk). Der damals Anfang 20-Jährige sei auch an gewalttätigen Aktionen beteiligt gewesen – immer mit dem Wissen des Verfassungsschutzes. Bei einer Aktion hätten seine Informationen dazu geführt, dass eine Gruppe linker Aktivistinnen und Aktivisten von einer Einheit des Sondereinsatzkommandos (SEK) der Polizei erwartet und zusammengeschlagen worden sei. Er habe heute Schuldgefühle, „den Personen und der Gesellschaft gegenüber“, sagt Jan P. Zeitweilig sei Jan P. sogar auf einen V-Mann der rechten Szene angesetzt gewesen. Eben dieser geriet in den Fokus der Öffentlichkeit, als 1993 bei einem rassistischen Brandanschlag auf das Haus einer türkischstämmigen Familie in Solingen fünf Menschen starben. Trotz Gerichtsverfahren blieben Fragen zur Beteiligung des rechten V-Mannes am Brandanschlag und zur Verantwortung des Verfassungsschutzes offen. Bis heute wird Jan P. den Eindruck nicht los, dass er eingesetzt wurde, um die Aufklärung des Falls zu behindern. „Aus heutiger Sicht habe ich den Verfassungsschutz geschützt. Und nicht die Verfassung“, so Jan P. Er habe wiederholt aussteigen wollen. Doch Zweifel seien jedes Mal von seinem V-Mann-Führer weggewischt worden. Während seiner aktiven Zeit bis Ende der 1990er Jahre soll Jan P. nach eigenen Angaben monatlich rund 3.000 DM für seine Tätigkeit erhalten haben. 20 Jahre lang habe er anschließend geschwiegen. Das Doppelleben und der fortwährende Verrat an seinen Freunden aus der linken Szene hätten ihn krank gemacht. Er habe oft an Suizid gedacht, leide unter Depressionen. Arztberichte diagnostizieren Jan P. eine „posttraumatische Belastungsstörung, bezogen auf die zehnjährige V-Mann Tätigkeit“. Weder das zuständige Innenministerium Nordrhein-Westfalens noch das Bundesamt für Verfassungsschutz wollten sich auf Anfrage zum Fall Jan P. äußern. Seit 2016 gelten für die Geheimdienste erstmals allgemeine „Qualitätsstandards in der Quellenführung“. Nach Recherchen von STRG_F wird die Zusammenarbeit nun etwa anhand eines detaillierten Bewertungsbogens regelmäßig überprüft. Laut eines vertraulichen Papiers müsse die Vertrauensperson ein „psychisch stabiler und einschätzbarer Charakter“ sein und die Geldzuwendungen des Staates „dürfen nicht auf Dauer die alleinige oder überwiegende Lebensgrundlage“ der Quelle bilden. (NDR/funk), Dienstag, 19. April, ab 17.00 Uhr auf dem YouTube-Kanal von STRG_F unter https://www.youtube.com/c/STRGF.

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Wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung nahm die zuständige Behörde in Niedersachsen 2019 eine im Jahr 2014 vollzogene Einbürgerung eines Mannes zurück. Gegen die Rücknahme der Einbürgerung erhob der Mann Klage.

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Ukraine-Krieg
Polnischer Vize-Außenminister: Zögern der Bundesregierung enttäuschend

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Berlin – Der polnische Vize-Außenminister Szynkowski vel Sek hat Deutschland vor dem Hintergrund der russischen Offensive in der Ostukraine zum Handeln aufgefordert. Das Zögern der Bundesregierung, das er seit Wochen beobachte, sei enttäuschend, sagte Szynkowski vel Sek am Dienstag im rbb24 Inforadio. Drei Schritte seien wichtig: Er fordere so schnell wie möglich – am besten sofort – ein Öl-, Gas- und Kohle-Embargo. Die Ukraine müsse auch mehr Waffen und eine konkrete EU-Beitrittsperspektive bekommen.
„Man muss auf diese Logik verzichten, dass wir jetzt nicht viel machen sollen, um Russland nicht zu provozieren. Russland ist ein Aggressor und die Ukraine ein Opfer. Wir als Europäische Union sind insofern auch ein Opfer, weil unsere zukünftige Sicherheit und Stabilität bedroht ist.“
Deutschland werde seiner Führungsrolle in der EU nicht gerecht, so der polnische Vize-Außenminister. „Von führenden Staaten würde ich erwarten, insbesondere in einer Krise, ein wirklicher Leiter zu sein, ein Staat, der Entscheidungen trifft, denen andere Länder folgen. Das sehen wir von Deutschland leider nicht.“ Er freue sich aber, dass immer mehr deutsche Politiker verlangen, dieser Verantwortung nachzukommen. Wenn man der Ukraine jetzt nicht helfe, müsse man in Europa jahrelang mit den Konsequenzen leben.

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Gesundheit
Meister der Abwehr – das Immunsystem

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Mit jeder neuen Variante des Corona-Virus ist es gefordert – das Immunsystem. Doch auch unabhängig vom aktuellen Pandemie-Geschehen sind wir jeden Tag unzähligen Viren und Bakterien ausgesetzt. Oft bekämpft unser Immunsystem diese Krankheitserreger, ohne dass wir es bemerken. Wie das funktioniert, darüber informiert jetzt die Stiftung Gesundheitswissen und zeigt anhand von Studien, welche Maßnahmen die Immunabwehr stärken können. Die Corona-Pandemie bestimmt seit über zwei Jahren unseren Alltag. Nun fallen zahlreiche Schutzmaßnahmen weg: Das ist für viele ein Grund sich wieder vermehrt mit der Abwehrfähigkeit ihres Immunsystems zu befassen: Ist mein Immunsystem in der Lage, Viren und Bakterien abzuwehren, auf die es wieder verstärkt treffen wird? Vor diesem Hintergrund bietet die Stiftung Gesundheitswissen Antworten auf wichtige Fragen rund um die Immunabwehr und was man selbst zur Stärkung beitragen kann. Was stärkt das Immunsystem, was schwächt es? Die eigenen Abwehrkräfte können mit verschiedenen Maßnahmen gestärkt werden: Eine ausgewogene Ernährung wird in dem Zusammenhang oft empfohlen. Daneben gibt es weitere Maßnahmen, wie mäßiger Alkoholkonsum, nicht Rauchen, ausreichend Bewegung, genügend Schlaf oder das Vermeiden von langem andauerndem Stress. Diese Tipps für einen gesunden Lebensstil können auch für das eigene Immunsystem förderlich sein. Immunabwehr stärken – das sagen Studien mit Blick auf Erkältungskrankheiten:
  • Ausreichend Schlaf: Eine Untersuchung zeigte, dass Personen, die weniger als sieben Stunden pro Nacht schlafen, fast dreimal so häufig eine Erkältung bekamen wie Personen, die acht Stunden oder länger schliefen. Eine weitere Studie kam zu ähnlichen Ergebnissen. Jedoch wurden in beiden Studien nur wenige Personen untersucht. So ist unklar, ob sich diese Ergebnisse auf die Bevölkerung insgesamt übertragen lassen.
  • Dauerstress vermeiden: Es gibt Hinweise, dass sich Personen, die dauerhaft Stress ausgesetzt sind, häufiger erkälten als Personen ohne Dauerstress. Entspannungsverfahren wie beispielsweise Tai-Chi können die Reaktion des Abwehrsystems verbessern. Inwieweit dadurch tatsächlich Erkältungen verhindert werden können, ist wissenschaftlich nicht belegt.
  • Körperliche Aktivität: Studien geben Hinweise darauf, dass Personen, die regelmäßig körperlich aktiv sind, seltener Erkältungen bekommen als weniger aktive Personen. Aktive Personen, die sich regelmäßig an fünf Tagen in der Woche bewegten, waren nur an halb so vielen Tagen im Jahr erkältet wie nicht aktive Personen. Ebenso war das Ausmaß der Erkältungsbeschwerden bei den aktiven Personen um bis zu 40 Prozent niedriger als bei den nicht aktiven Personen.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung mit Obst und Gemüse stärkt die Immunabwehr durch die darin enthaltenen Vitamine und Spurenelemente.
  • Nicht Rauchen: Raucher und auch Passivraucher haben ein erhöhtes Risiko häufigerer Erkältungen sowie eines längeren Krankheitsverlaufs. So zeigte sich in einer Studie, dass starke Raucherinnen im Vergleich zu Nichtraucherinnen eine 2,5-fach verlängerte Krankheitsdauer aufwiesen. Auch in den Leitlinien verschiedener medizinischer Gesellschaften wird die Tabakentwöhnung zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten genannt.
  • Sauna und Wechselduschen: Saunagänge oder Wechselduschen sollen das Abwehrsystem stärken. In einer Studie führte Wechselduschen zu 30 Prozent weniger Arbeitsunfähigkeitstagen durch Erkältungen. In Bezug auf die Krankheitsdauer zeigten sich jedoch keine bedeutsamen Unterschiede. Die Untersuchungen wurden nur an wenigen Personen durchgeführt.
Hinweis: Ob dadurch die Häufigkeit von akuten Atemwegserkrankungen tatsächlich reduziert wird, ist nicht endgültig durch Studien belegt. Wie funktioniert das Immunsystem? Das Immunsystem kann sehr gut auf verschiedene Schadstoffe und Krankheitserreger reagieren. Je nach Art des Erregers kann die Abwehrreaktion unterschiedlich stark und schnell sein. Hier arbeiten zwei verschiedene Systeme zusammen: das angeborene Immunsystem und das erworbene Immunsystem. Das angeborene Immunsystem ist von Geburt an aktiv, und hat helfende Bestandteile, wie beispielsweise die Haut, die Schleimhäute oder bestimmte Abwehrzellen. Um Erreger schnell und gut bekämpfen zu können, müssen die Abwehrzellen und Organe des Körpers miteinander kommunizieren. Dafür benutzen sie Signalstoffe. Mittels dieser Signalstoffen können Abwehrzellen mitteilen, wenn sie einen Krankheitserreger entdeckt haben und Verstärkung rufen. Das erworbene Immunsystem dagegen wird aktiv, wenn das angeborene Immunsystem zum ersten Mal auf einen Erreger trifft, den es nicht allein besiegen kann. Das erworbene Immunsystem lernt im Laufe des Lebens immer mehr Krankheitserreger kennen, die es dann mithilfe von so genannten T-Zellen und B-Zellen gezielt bekämpfen kann. Die neuen Informationen rund um das Immunsystem im Überblick:

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Corona-Pandemie
Schulminister Tonne ruft zum freiwilligen Maskentragen auf

Hannover. – Angesichts des Wegfalls der Maskenpflicht an den Schulen ruft Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne Schüler und Lehrer dazu auf, an den ersten Schultagen nach den Osterferien freiwillig eine Maske zum Schutz vor einer Corona-Infektion zu tragen. „Mein Appell an alle lautet: Insbesondere im Rahmen der Sicherheitswoche nach den Osterferien ist ein Tragen der Maske sicherlich hilfreich. Jegliches Tragen ist freiwillig, andererseits haben sich alle auch daran gewöhnt. Die Maske tut nicht weh und bietet einem selbst und den anderen Schutz“, erklärte der SPD-Politiker am Osterwochenende im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Grundsätzlich sei es schön für die Schüler, dass sie keine Maske mehr tragen müssten, betonte der Minister und fügte hinzu: „Es war eine sehr lange Zeit der Einschränkungen, insbesondere für die Grundschüler. Daher haben wir auch hier schon vor den Osterferien aus pädagogisch-didaktischen Gründen gelockert.“ Was er jedoch kritisiere, sei, dass das neue Infektionsschutzgesetz dem Land keinen Spielraum mehr lasse, auf eine mögliche Verschlechterung der Lage im Grundsatz wie auch im Einzelfall zu reagieren, um die Gesundheit und den Präsenzunterricht zu schützen. „Eine Maskenpflicht ist grundsätzlich nicht mehr vorgesehen, und das halte ich für sehr kurzsichtig. Die Maske hat uns zuletzt sehr dabei geholfen, die Schulen offen zu halten. Die kategorische Absage an eine Maskenpflicht ist ein Fehler“, stellte Tonne gegenüber der NOZ klar. Auf die Frage, wie er es bei seinen vier eigenen schulpflichtigen Kindern handhabe, legte der Minister sich noch nicht abschließend fest und sagte: „Das werden wir in Ruhe besprechen.“ Ihm sei es wichtig, eine Lösung zu finden, mit der die Kinder sich wohlfühlen. „Sosehr sie sich einerseits freuen, dass sie weniger Maske tragen müssen, so sehr möchten sie sich aber auch weiterhin wirksam schützen können. Ich finde es richtig, wenn Kinder und Eltern die neue Lage miteinander erörtern und sich auf einen individuellen Umgang verständigen.“

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Eine Mehrheit der Deutschen hätte die Einführung einer Corona-Impfpflicht unterstützt. Fast jeder Zweite (46 Prozent) sprach sich im aktuellen ARD-Deutschland für eine allgemeine Impfpflicht für alle Erwachsenen ab 18 Jahren aus.

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