Istanbul – Vergessen Sie klassische Werbespots. Die Türkei hat mit „An Istanbul Story“ ein neues Kapitel der „Soft Power“ aufgeschlagen. Eine einzige Folge der aufwendig produzierten Miniserie erreichte über 32 Millionen Views – insgesamt generierte die Kampagne bereits über eine halbe Milliarde Aufrufe.
Hollywood-Qualität für den Tourismus: Ay Yapım und Hilal Saral
Hinter dem Erfolg steckt eine strategische Allianz der Superlative: Die staatliche Agentur TGA (Türkische Agentur für Tourismusförderung und -entwicklung) hat für das Projekt die renommierte Produktionsfirma Ay Yapım gewonnen – die Schmiede hinter Welterfolgen wie „Kara Sevda“.
Um sicherzugehen, dass die Serie wie ein echtes Drama wirkt, wurde die „Serien-Königin“ Hilal Saral (Regisseurin von „Aşk-ı Memnu“) verpflichtet.
Duru und Selim: Eine Liebe zwischen Fiktion und Realität
Im Mittelpunkt der zehn Episoden steht die spannungsgeladene Beziehung zwischen Duru (Sinem Ünsal) und Selim (Ozan Akbaba). Die beiden arbeiten gemeinsam am Set einer Filmproduktion in Istanbul – eine „Geschichte in der Geschichte“.
Duru verkörpert die moderne, ehrgeizige Frau, während Selim als charismatischer, aber oft impulsiver Gegenpart agiert. Ihre Dialoge sind geprägt von der typisch türkischen Melancholie (Hüzün) und einer leidenschaftlichen Dynamik, die das Publikum sofort in ihren Bann zieht.
Während sie für ihren Film die schönsten Ecken der Stadt erkunden, verschwimmen für die Zuschauer die Grenzen zwischen dem Drehbuch und den echten Gefühlen der Protagonisten. Ob bei einem nächtlichen Spaziergang am Bosporus oder einem intensiven Gespräch in den Gassen von Beyoğlu – die Chemie zwischen Ünsal und Akbaba macht die Stadt für den Betrachter emotional greifbar.
Ein virales Phänomen: 570 Millionen Views
Minister Mehmet Nuri Ersoy präsentierte jüngst beeindruckende Zahlen: Während die vierte Episode, „Whisper of Memories“, allein über 32 Millionen Klicks erzielte, hat die gesamte Kampagne plattformübergreifend bereits die Marke von 570 Millionen Aufrufen überschritten. Die Strategie der TGA, nicht Betten, sondern Sehnsüchte zu verkaufen, ist voll aufgegangen.
Das Erbe der „Dizi-Diplomatie“: Von Südamerika bis Fernost
„An Istanbul Story“ baut auf einem Phänomen auf, das die Türkei zum weltweit zweitgrößten Serien-Exporteur nach den USA gemacht hat.
Der Elif-Effekt: Wie NEX24 bereits berichtete, wurden in Südamerika Neugeborene nach türkischen Serienhelden benannt – ein Resultat der enormen Popularität von Produktionen in Ländern wie Chile und Argentinien.
Sprachboom: Weltweit lernen Menschen Türkisch, um Produktionen wie „Muhteşem Yüzyıl“ im Original zu verstehen und die emotionale Tiefe der Dialoge ungefiltert zu erleben.
Serien-Pilger: Ganze Reisegruppen buchen heute Touren zu den Villen am Bosporus oder den historischen Schauplätzen, die sie aus ihren Lieblings-Dizis kennen.
Träume als Wirtschaftsfaktor
Mit dieser Kooperation beweist die Türkei, dass sie die Klaviatur der „Soft Power“ perfekt beherrscht. Man verkauft nicht mehr nur Hotelzimmer, sondern eine Lebensart.
Wenn hunderte Millionen Menschen mit Duru und Selim durch Istanbul fühlen, ist das die effektivste Einladung der Welt. Der Tourismus-Rekord von über 65 Milliarden Dollar ist somit auch das Ergebnis einer globalen kulturellen Liebesgeschichte.































































