Iran-Krieg
Abbas Araghchi: „Wir haben diesen Krieg nicht begonnen“

Außenminister Araghchi wirft den VAE vor, ihr Territorium für US-Angriffe auf Kharg zur Verfügung zu stellen. Iran droht mit Angriffen auf US-Firmen.

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Teheran – Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte in einem Interview, dass die jüngsten US-israelischen Luftangriffe auf die Inseln Kharg und Abu Musa vom Territorium der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aus durchgeführt wurden. Laut Araghchi wurden für die Angriffe HIMARS-Raketensysteme mit geringer Reichweite eingesetzt.

Details zu den Abschussorten

Die Angriffe wurden laut iranischen Erkenntnissen von zwei Standorten in den VAE aus gestartet: aus Ras Al Khaimah sowie von einem Ort in unmittelbarer Nähe der Stadt Dubai. Araghchi bezeichnete es als „äußerst gefährlich“, dass dicht besiedelte Gebiete für den Abschuss von Raketen genutzt werden. Er kündigte Vergeltung an, betonte jedoch, dass der Iran vorsichtig agieren werde, um seinerseits keine bevölkerten Gebiete anzugreifen.

Drohungen gegen US-Unternehmen

Gegenüber der Nachrichtenagentur Tasnim präzisierte Araghchi die Art der Vergeltung: Sollten iranische Energieanlagen ins Visier genommen werden, werde der Iran Einrichtungen amerikanischer Unternehmen in der Region oder Unternehmen, an denen die USA Anteile halten, angreifen.

Die Insel Kharg ist für den Iran von strategischer Bedeutung, da schätzungsweise 90 % der iranischen Ölexporte über diese Insel abgewickelt werden. Laut US-Angaben galten die Angriffe der Luftverteidigung, einem Marinestützpunkt, einem Flughafenturm und einem Hubschrauberhangar; die Ölinfrastruktur sei nicht beschädigt worden.

Lage in der Straße von Hormus und weitere Gefechte

Zur Situation in der Straße von Hormus erklärte Araghchi, dass diese lediglich für Tanker und Schiffe der „Feinde Irans“ und deren Verbündete gesperrt sei. Andere Schiffe könnten die Meerenge weiterhin frei passieren.

Unterdessen halten die Kämpfe in mehreren iranischen Städten an:

Isfahan: Berichten von Al Jazeera zufolge wurden bei Angriffen mindestens 15 Personen getötet.

Teheran: Die Revolutionsgarden (IRGC) gaben an, eine Drohne über der Hauptstadt abgeschossen zu haben. Trotz US-Behauptungen betont das IRGC, dass die iranische Marine voll einsatzbereit bleibe.

Hintergrund und Reaktionen

Araghchi bezeichnete den am 28. Februar begonnenen Krieg als eine dem Iran aufgezwungene, unprovozierte und illegale Aggression. Seit Beginn der Offensive seien mehr als 1.400 Zivilisten getötet worden. „Wir haben diesen Krieg nicht angefangen“, sagte er gegenüber Medien.

Militärexperten wie Seth Krummrich äußerten sich überrascht über die iranische Verteidigungsfähigkeit und die effektive Nutzung von Geheimdienstinformationen und Satellitenbildern gegen US-Stützpunkte.

Warnungen vor nuklearer Eskalation in den USA

Innerhalb der Trump-Administration mehren sich kritische Stimmen. David Sacks, Trumps Berater für KI und Krypto, forderte im All-In-Podcast einen schnellen Ausstieg („Off-Ramp“) aus dem Konflikt. Er warnte eindringlich vor den Konsequenzen weiterer Angriffe auf die Infrastruktur und nannte dabei explizit die Gefahr eines Atomkrieges.

Sacks kritisierte zudem eine Fraktion innerhalb der Politik:

„Man sieht eine Gruppe von Menschen, ich würde sagen größtenteils, aber nicht ausschließlich in der Republikanischen Partei, die den Krieg eskalieren wollen“, so Sacks.

Er warnte, dass weitere Treffer an iranischer Energieinfrastruktur dazu führen könnten, dass der Iran seinerseits die Öl- und Gasinfrastruktur in den Golfstaaten angreift, was ein weitaus schlimmeres Ergebnis wäre.

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