Immobilien
Mieten: Bis zu 51 Quadratmeter weniger als vor 10 Jahren

Wer vor 10 Jahren nach einer Wohnung in der Großstadt suchte, hatte gute Chancen für 1.000 Euro Miete eine geräumige Bleibe zu finden.

Teilen

NürnbergEin 10-Jahresvergleich von immowelt zur Veränderung der für 1.000 Euro Kaltmiete erhältlichen Wohnfläche in den 14 größten deutschen Städten zeigt:

  • In allen Städten gibt es 2021 für das gleiche Geld deutlich weniger Wohnraum als 2011 – in der Spitze Rückgang von 51 Quadratmetern
  • In München sinkt der für 1.000 Euro Miete erhältliche Wohnraum von 83 auf 48 Quadratmeter, in Berlin von 114 auf 70 Quadratmeter
  • Deutlichste Rückgänge in Dortmund (-51 Quadratmeter) und Leipzig (-46 Quadratmeter)

Wer vor 10 Jahren nach einer Wohnung in der Großstadt suchte, hatte gute Chancen für 1.000 Euro Miete eine geräumige Bleibe zu finden. In München bekamen Mieter im Median 83 Quadratmeter Wohnraum, in Berlin gab es für das Budget sogar 114 Quadratmeter. 10 Jahre später bekommen Mieter für die gleiche Summe deutlich weniger Fläche, wenn sie eine Wohnung neu anmieten: In München reichen 1.000 Euro Miete gerade noch für 48 Quadratmeter (-42 Prozent), in Berlin lediglich für 70 Quadratmeter (-39 Prozent). Das ist das Ergebnis eines 10-Jahresvergleichs von immowelt, in dem die angebotenen Mietwohnungen in den 14 deutschen Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern untersucht wurden.

Am stärksten fällt der absolute Rückgang in Dortmund aus: Vor 10 Jahren fand man für 1.000 Euro Kaltmiete noch eine Wohnung mit 150 Quadratmetern. Heute erhalten Wohnungssuchende in Dortmund für das gleiche Budget nur noch 99 Quadratmeter – ein Minus von 51 Quadratmetern.

Zwar hatten 1.000 Euro 2011 inflationsbedingt noch eine höhere Kaufkraft – damit allein lässt sich jedoch nicht erklären, warum die heute für diesen Betrag angebotenen Wohnungen deutlich kleiner ausfallen. So haben vor allem die enormen Mietpreisanstiege der vergangenen 10 Jahre dafür gesorgt, dass Mieter, die heute nach einer Wohnung suchen, für dasselbe Budget deutlich weniger Wohnraum erhalten als noch 2011.

Starker Rückgang in Leipzig, geringstes Minus in Hamburg

Nach Dortmund ist in Leipzig die Verringerung bei der Wohnfläche am stärksten. Für 1.000 Euro Kaltmiete bekamen Leipziger Mieter 2011 noch eine Wohnung mit 143 Quadratmetern. Wer 10 Jahre später eine Wohnung in Leipzig neu anmieten will, erhält für das gleiche Budget 46 Quadratmeter weniger Wohnraum.

Auch in Dresden bekommen Mieter für ihr Geld heute deutlich kleinere Wohnungen: Während es 2011 für 1.000 Euro Kaltmiete noch 130 Quadratmeter Wohnfläche gab, bekommen neue Mieter heute für denselben Betrag nur noch 92 Quadratmeter – ein Rückgang von 38 Quadratmetern.

Allerdings erhalten Wohnungssuchende in günstigen Großstädten wie Dresden, Leipzig oder Dortmund trotz der starken absoluten Rückgänge für 1.000 Euro Miete immer noch vergleichsweise geräumige Wohnungen.

Am geringsten ist das Minus bei der Wohnfläche in Hamburg. Für 1.000 Euro bekommen Mieter in der Hansestadt heute 18 Quadratmeter weniger Wohnraum als 2011. Auch in Hannover ist die Verringerung mit 20 Quadratmetern eher moderat. In beiden Städten sind die Mietpreise weniger stark gestiegen als in anderen Großstädten – die Rückgänge beim Wohnraum fallen dementsprechend geringer aus.

Der enorme Anstieg der Angebotsmieten in vielen Großstädten hat eine verstärkte Immobilität auf dem Wohnungsmarkt zur Folge: Selbst Umzugswillige verbleiben in ihren großen Mietwohnungen, da ein Wechsel in eine kleinere Immobilie nicht mit einer Kostenersparnis verbunden wäre. Im Gegenteil: Oftmals müssten Mieter beim Umzug sogar mehr Geld für eine kleinere Wohnung ausgeben. Vor allem ältere Menschen bleiben daher häufig in ihrer preiswerten, geräumigen Wohnung – auch wenn sie den Platz eigentlich nicht mehr benötigen.

Auch interessant

– Türkei –
Ukraine-Krieg: Mieten steigen in Antalya um bis zu 300 Prozent

Die Miet- und Immobilienpreise in der türkischen Provinz Antalya sind seit Beginn des russisch-ukrainischen Krieges in die Höhe geschnellt, da Russen und Ukrainer, die aus ihren Ländern fliehen mussten, dort Immobilien erwerben.

Ukraine-Krieg: Mieten steigen in Antalya um bis zu 300 Prozent

Auch interessant

Der „Korea-Discount“ schwindet – die Bewährungsprobe folgt

Von Dina Tina Dem südkoreanischen Aktienmarkt haben positive Entwicklungen selten gefehlt. Was ihm jedoch fehlte, war die beständige Überzeugung der Anleger. Nach seiner beeindruckenden Rallye im...

US-Kongress diskutiert Schutzrechte für Amerikaner in der israelischen Armee

Washington D.C. - Laut Berichten von Military.com zielt eine Initiative im US-Kongress darauf ab, wichtige militärrechtliche Schutzmaßnahmen auf US-Bürger auszuweiten, die im israelischen Militär...

Papst Leo XIV.: „Ich trage das Foto eines getöteten muslimischen Jungen bei mir“

Rome - Papst Leo XIV. hat enthüllt, dass er ständig das Foto eines muslimischen Jungen bei sich trägt, der während der israelischen Invasion im...

Göbeklitepe: Wie der deutsche Archäologe Klaus Schmidt die Geschichte neu schrieb

Von Klaus Jürgens Während Stonehenge 5.000 Jahre und die Pyramiden von Gizeh 4.500 Jahre alt sind, ist Göbeklitepe sage und schreibe 12.000 Jahre alt. Es...

Brandgeruch: Großeinsatz am Kölner Dom

Köln - Am Mittwochnachmittag sind Polizei und Feuerwehr zu einem Großeinsatz am Kölner Dom ausgerückt. Auslöser war nach ersten Informationen ein gemeldeter Brandgeruch im...

Headlines

Ex-Mossad-Chef: „Ich schäme mich, Jude zu sein“

Jerusalem - Der ehemalige Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, Tamir Pardo, hat die israelischen Aktionen im besetzten Westjordanland scharf...

Palästinenser: Israel hält seit Jahren Steuermillionen zurück

Jerusalem - Der palästinensische Premierminister Mohammad Mustafa warnte am Sonntag eindringlich vor den Folgen der israelischen Finanzpolitik. „Die Besatzung...

US-Kongress diskutiert Schutzrechte für Amerikaner in der israelischen Armee

Washington D.C. - Laut Berichten von Military.com zielt eine Initiative im US-Kongress darauf ab, wichtige militärrechtliche Schutzmaßnahmen auf US-Bürger...

Hegseth: Das US-Militär sollte jedes Jahr den Friedensnobelpreis erhalten

Washington D.C. - US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagt, das Militär des Landes verdiene es, „jedes Jahr“ den Friedensnobelpreis zu gewinnen. Als...

Meinung

Brandgeruch: Großeinsatz am Kölner Dom

Köln - Am Mittwochnachmittag sind Polizei und Feuerwehr zu einem Großeinsatz am Kölner Dom ausgerückt. Auslöser war nach ersten Informationen ein gemeldeter Brandgeruch im...

Der „Korea-Discount“ schwindet – die Bewährungsprobe folgt

Von Dina Tina Dem südkoreanischen Aktienmarkt haben positive Entwicklungen selten gefehlt. Was ihm jedoch fehlte, war die beständige Überzeugung der Anleger. Nach seiner beeindruckenden Rallye im...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...

Araştırma: ChatGPT kullanımı beyin aktivitesini önemli ölçüde azaltıyor

Cambridge – MIT Media Lab tarafından yapılan bir araştırma, ChatGPT ve diğer AI asistanlarının kullanımının beyin aktivitesini büyük ölçüde azalttığına dair ilk kanıtları sunuyor. Araştırma,...