Roman-Brodmann-Preis
Dokumentarfilm ‚Inside Gaza‘ gewinnt weiteren Preis

Zu den zahlreichen Auszeichnungen für „Inside Gaza" kommt der Roman-Brodmann-Preis hinzu. Der Film zeigt AFP-Journalisten im Alltag des Gaza-Krieges.

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Berlin – Der Dokumentarfilm „Inside Gaza“ der französisch-belgischen Regisseurin Hélène Lam Trong ist mit dem Roman-Brodmann-Preis ausgezeichnet worden.

Die mit 10.000 Euro dotierte Preisverleihung fand am Freitagabend in der Landesvertretung von Rheinland-Pfalz beim Bund in Berlin statt — im Anschluss an ein Kolloquium zum Thema „Autokratismus, Kulturkampf, Desinformation! Stirbt die Demokratie?“ sowie ein Panel zum Thema „Produzieren und Berichten in Kriegs- und Krisenzonen“, an dem auch RSF-Geschäftsführer Christian Mihr teilnahm.

Der Preis wurde in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben. Für die Auszeichnung waren 130 Filme eingereicht worden, zehn davon hatte eine Auswahljury nominiert.

Zahlreiche Auszeichnungen

„Inside Gaza“ ist bereits vielfach ausgezeichnet worden. Beim 33. FIGRA International Documentary Festival in Frankreich gewann der Film sowohl den Großen Preis als auch den Publikumspreis.

Zuvor hatte das Projekt den Best Global Issues Pitch Award beim Sunny Side of the Doc in La Rochelle sowie den AJB Doc Special Award gewonnen. Die Regisseurin Hélène Lam Trong hatte bereits 2023 Frankreichs renommiertesten Journalismuspreis, den Prix Albert Londres, für ihren Dokumentarfilm über Kinder von IS-Kämpfern erhalten.

Was zeigt der Film?

„Inside Gaza“ begleitet sieben Journalistinnen und Journalisten der Agence France-Presse (AFP), einer der größten Nachrichtenagenturen der Welt, die von Oktober 2023 bis Februar 2024 aus dem Kriegsgebiet im Gazastreifen berichteten. Im Mittelpunkt stehen die Reporterinnen Mai Yaghi und Adel Zaanoun sowie die Fotojournalisten Mahmud Hams und Mohammed Abed — allesamt langjährige AFP-Mitarbeiter.

Der Film zeigt bisher unveröffentlichtes Filmmaterial und Zeugenaussagen der Protagonisten, die die extreme Schwierigkeit ihrer Arbeit in einem kriegsverwüsteten Gebiet schildern — während sie gleichzeitig ihre eigenen Familien schützen mussten.

„Inside Gaza erhebt nicht den Anspruch, den Konflikt zu erklären, sondern zu zeigen, dass Reporter ihr Leben riskieren, damit die Öffentlichkeit weiterhin Zugang zu unabhängigen und genauen Informationen hat“, betont die Regisseurin.

Die Jury lobte, der Film zeige sowohl die Erschöpfung und Einsamkeit der Reporter als auch ihren „unbeirrbaren Willen, weiter zu berichten.“
Journalist:innen als Zielscheibe

Über 200 getötete Journalisten

Der Film entstand unter extremen Bedingungen. Reporter ohne Grenzen (RSF) wies darauf hin, dass Journalistinnen und Journalisten im Gazastreifen oft gezielt angegriffen werden. Seit Beginn des Krieges hat die israelische Armee nach RSF-Angaben fast 220 Journalistinnen und Journalisten getötet — viele davon im direkten Zusammenhang mit ihrer Arbeit.

Im Frühjahr 2024 wurden alle AFP-Reporter samt ihren Familien aus dem Gebiet evakuiert. Seitdem ist die Agentur auf palästinensische Freiberufler angewiesen, die vor Ort geblieben sind und die Realität des Krieges dokumentieren — in einem Gebiet, das für die internationale Presse seit Kriegsbeginn gesperrt ist.
Produktion und Ausstrahlungen

„Inside Gaza“ ist eine französisch-belgische Koproduktion von Arte France, RTBF und FACTSTORY, mit Beteiligung der AFP und Unterstützung von RTS sowie in Partnerschaft mit Reporter ohne Grenzen. Der Film wurde zudem vom französischen Nationalen Filmzentrum (CNC), dem Cinema and Audiovisual Center der Wallonie-Brüssel-Föderation sowie weiteren Förderern unterstützt.

Seine Weltpremiere feierte der Film am 24. September im belgischen Fernsehen RTBF zur Hauptsendezeit, gefolgt von Ausstrahlungen in der Schweiz (RTS), Deutschland und auf ARTE in Frankreich. International war der Film unter anderem beim DIG Festival in Modena sowie beim Bayeux Calvados-Normandy War Correspondents‘ Award zu sehen.

Roman Brodmann — der Namensgeber

Der Preis ist nach dem Journalisten Roman Brodmann benannt, einem Vertreter der „Stuttgarter Schule“ im Dokumentarfilm. Bekanntheit erlangte Brodmann durch den ARD-Film „Der Polizeistaatsbesuch“ von 1967 über den Besuch des persischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi in der Bundesrepublik. Das Stuttgarter Haus des Dokumentarfilms verleiht den Preis für politische Dokumentarfilme mit Autorenhandschrift.

 


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