Türkisch-amerikanische Beziehungen
USA dementieren Meldungen zu „militärischen Maßnahmen gegen die Türkei“

Eine Meldung aus den USA hat die türkische Nation in Wallung gebracht. Hat US-Außenminister Mike Pompeo tatsächlich das gesagt was CNBC in einem Artikel angedeutet hat; im Falle einer erforderlichen Situation in Nordsyrien gegen die Türkei militärische Maßnahmen zu treffen?

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CNBC interviewt Pompeo: Trump bereit militärisch in der „Türkei“ zu intervenieren

Von Nabi Yücel

Eine Meldung aus den USA hat die türkische Nation in Wallung gebracht. Hat US-Außenminister Mike Pompeo tatsächlich das gesagt was CNBC in einem Artikel angedeutet hat; im Falle einer erforderlichen Situation in Nordsyrien gegen die Türkei militärische Maßnahmen zu treffen?

Die Meldung des US-amerikanischen Wirtschafts- und Nachrichtensenders CNBC von Montag, in der US-Außenminister Mike Pompeo gegenüber dem CNBC-Moderator Wilfred Frost angeblich erklärt habe, „für den Fall, dass militärische Maßnahmen gegenüber der Türkei erforderlich seien, sollte man Wissen, dass Präsident Trump voll und ganz bereit ist, diese Maßnahmen zu ergreifen“, sorgte in den USA wie auch Türkei für Furore.

(Screenshot/Twitter)

Nachdem die türkischen Oppositionszeitungen Cumhuriyet und Sözcü die Meldung aufgegriffen hatten, schlug die Meldung aus den USA in der Türkei wie eine Bombe ein. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Meldung von CNBC bewusst oder unbewusst falsch herausgegeben wurde. Laut jüngsten Meldungen habe Pompeo die Meldung nun dementiert, lediglich eine militärische Maßnahme angedeutet und hierzu die Position Trumps wiedergegeben. Von der Türkei sei keine Rede gewesen, heißt es nun.

CNBC hatte am Montag mit einem Titel angedeutet, Trump sei bereit militärische Maßnahmen in der Türkei in Zusammenhang mit dem Nordsyrien-Deal einzuleiten. Laut der ersten Meldung der CNBC heißt es: „Präsident Donald Trump ist bereit, bei Bedarf militärische Gewalt gegen die Türkei einzusetzen, erklärte Außenminister Mike Pompeo am Montag, als er nach dem Angriff der Türkei auf Kurden in Nordsyrien befragt wurde.“

In der aktualisierten und korrigierten Meldung der CNBC heißt es nun, Trump sei “voll und ganz bereit, bei Bedarf militärische Maßnahmen zu ergreifen.“ Von der Türkei ist jetzt nur am Rande in Zusammenhang mit dem Deal die Rede.

(Screenshot/CNBC)

In der Türkei sorgte die Meldung für Furore. In sozialen Netzwerken meldeten sich Persönlichkeiten zu Wort, darunter auch ehemalige Militärs. Generalleutnant a.D. Engin Alan, der während des Balyoz-Komplotts inhaftiert und Jahre später nach Aufdeckung der Machenschaften der Gülen-Sekte rehabilitiert wurde, twitterte, man verwechsle offenbar die Türkei mit Syrien und dem Irak. Wer in die Türkei einmarschiere, werde weinend das Land verlassen, schrieb Alan weiter.

(Screenshot/Twitter)

Innerhalb des türkischen Militärs genießt die USA und die NATO seit langem kein Vertrauen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich nach Alan noch weitere Militärs zu Wort meldeten. Der ehemalige Vizeadmiral der Ägäis-Flotte Atilla Kezek twitterte nach der CNBC-Meldung, Trump solle sich in Acht nehmen. Auf anatolischen Boden hätten sich viele Mächte verkalkuliert, so die Engländer, Franzosen und Griechen. Trump solle zur Vernunft kommen und keine Dummheit begehen, schrieb Kezek weiter.

Fünftägige Waffenruhe

Eine hochkarätige US-Delegation unter Führung von Pence sowie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben sich am Donnerstag auf eine Waffenruhe in Nordsyrien geeinigt. Ziel sei, dass die Kämpfer der YPG-Miliz abziehen können. Nach dem vollständigen Abzug der Kurdenmilizen solle die türkische Offensive ganz beendet werden.

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