Israel
Gaza: Mindestens ein Journalist von israelischen Soldaten erschossen

Der palästinensische Journalist Yaser Murtaja ist am Samstag seinen Verletzungen erlegen. Mit Murtajas Tod ist die Zahl der Opfer der seit dem 30. März andauernden Massenproteste auf 31 gestiegen.

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Jerusalem (nex) – Der palästinensische Journalist Yaser Murtaja ist am Samstag seinen Verletzungen erlegen.

Mit Murtajas Tod ist die Zahl der Opfer der seit dem 30. März andauernden Massenproteste auf 31 gestiegen.

Medienberichten zufolge wurde der 30-jährige Journalist von einer Kugel der israelischen Streitkräfte in der Brust getroffen. Einige Medien berichten von einem Schuss in den Bauch. Sieben weitere Journalisten seien verletzt worden.

Murtaja, ein Fotograf bei der in Gaza ansässigen Agentur Ain Media, wurde am Freitag in Khuza’a im Süden des Gazastreifens erschossen, so das palästinensische Gesundheitsministerium. Murtaja habe an dem Tag eine Weste mit dem Aufdruck „Press“ getragen und war somit nach außen als Journalist erkennbar.

Nach Angaben der palästinensischen Journalistenvereinigung wurde Murtaja 350 Meter vor dem Grenzzaun erschossen.

Vor einigen Wochen schrieb Murtaja auf Facebook, dass er Gaza nie verlassen habe und postete ein Luftbild des Hafens.

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1883970868300435&set=a.100942126603327.1895.100000626201179&type=3&theater

Auch der Journalist Khalil Abu Akatrah, der unter anderem für die „Deutsche Welle“ arbeitete, sei gestern an der Grenze Gaza/Israel von der israelischen Armee „gezielt beschossen“ worden. Eine Kugel habe ihn am Bein und eine weitere Kugel am Bauch getroffen. Am heutigen Samstag sei er seinen Verletzungen erlegen.

Israelischen Streitkräfte: Umstände werden untersucht

„Die IDF beabsichtigt nicht, auf Journalisten zu schießen, und die Umstände, unter denen Journalisten angeblich durch IDF-Schüsse verletzt wurden, sind unbekannt und werden untersucht“, so die israelischen Streitkräfte in einer Mitteilung.

Menschenrechtsorganisationen verurteilt Schüsse auf Demonstranten

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat die tödlichen Schüsse der israelischen Armee auf palästinensische Demonstranten scharf kritisiert und das Vorgehen Israels bei den Massenprotesten mit mindestens 18 Toten an der Gaza-Grenze verurteilt.

Das Vorgehen sei kalkuliert und nicht rechtmäßig gewesen, sagte der stellvertretende Nahost-Direktor Goldstein in Tel Aviv. Für die Toten seien die leitenden israelischen Beamten verantwortlich.

Sie hätten den Einsatz scharfer Munition gegen die Demonstranten angeordnet. Israelische Soldaten hätten zudem „exzessive Gewalt“ angewendet. Das Ergebnis seien „vorhersehbare Tode und Verletzungen der Demonstranten“, die dabei keine „unmittelbare Bedrohung für das Leben“ der Soldaten gewesen seien.

Bei Protesten waren im Gazastreifen am Karfreitag viele Demonstranten während einer Protestaktion für das Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israel erschossen worden. Israel lehnt die Rückkehr ab.

 

 

 

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