Reuters-Report
Türkei dementiert Reuters-Berichte zu MI6 und al-Sharaa

Die Türkei dementiert Berichte über eine Beteiligung des britischen MI6 am Schutz des syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa. Ankara setzt auf direkte Kooperation mit Syrien.

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Ankara – Die türkische Direktion für Kommunikation hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach der türkische Geheimdienst MIT Großbritannien um Unterstützung beim Schutz des syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa gebeten haben soll.

Das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation erklärte am Freitag unmissverständlich, dass entsprechende Behauptungen „nicht wahr“ seien.

Zuvor hatte die britische Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf fünf anonyme Quellen berichtet, der MIT habe den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 im vergangenen Monat ersucht, eine Rolle beim Schutz al-Sharaas zu übernehmen. Hintergrund seien mutmaßliche Attentatspläne gegen das syrische Staatsoberhaupt.

Effektive Kooperation statt ausländischer Schutzmacht

In der offiziellen Stellungnahme aus Ankara wurde betont, dass der türkische Geheimdienst MIT eine effektive Zusammenarbeit bei der Terrorbekämpfung pflege – sowohl mit der internationalen Geheimdienstgemeinschaft als auch mit den Sicherheitsinstitutionen des benachbarten Syriens.

„Die jüngsten erfolgreichen Operationen, die gemeinsam mit den syrischen Behörden gegen die Terrororganisation Daesh (IS) durchgeführt wurden, sind aktuelle Beispiele für diese Kooperation“, hieß es in der Erklärung. Die Darstellung, der MIT habe den MI6 um Schutzmaßnahmen für den syrischen Präsidenten gebeten oder eine solche Rolle für die Briten angeregt, sei jedoch faktisch falsch.

Hintergrund: Sicherheitslage in Syrien

Der Bericht von Reuters verwies auf eine angeblich wachsende Besorgnis über Pläne des sogenannten Islamischen Staates (IS), Anschläge auf al-Sharaa zu verüben. Syrien, das eine Bevölkerung von rund 26 Millionen Menschen zählt, befindet sich nach Jahren des Konflikts in einem fragilen Wiederaufbauprozess.

Im vergangenen Jahr hatten die Türkei, Großbritannien und die USA ihre Unterstützung für al-Sharaa signalisiert, um die Einheit des Landes zu fördern. In diesem Zuge hatten London und Washington den Großteil der Sanktionen gegen Syrien sowie gegen die Gruppe Hayat Tahrir al-Sham (HTS), der al-Sharaa früher vorstand, aufgehoben.

Schweigen der beteiligten Ministerien

Interessant bleibt die Reaktion im Vorfeld der Veröffentlichung: Weder der MIT noch das türkische Außenministerium äußerten sich gegenüber Reuters. Auch das britische Außenministerium sowie die syrischen Verteidigungs- und Innenministerien ließen Anfragen unbeantwortet.

Das Dementi der Kommunikationsdirektion rückt nun die eigenständige Sicherheitsarchitektur in der Region und die direkte türkisch-syrische Kooperation in den Fokus, anstatt sich auf westliche Sicherheitsgarantien zu verlassen.

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