Wenn ein Lager eng wird, ist die Ursache nicht immer der fehlende Quadratmeter. Manchmal stehen Paletten nur zu lange an der falschen Stelle. Kartons wandern vom Wareneingang in eine Ecke, später in die nächste, und irgendwann weiß niemand mehr genau, ob sie schon geprüft, reserviert oder nur aus dem Weg geräumt wurden.
Der Wunsch nach mehr Fläche ist dann verständlich. Doch häufig beginnt die eigentliche Entlastung früher: bei klareren Wegen, festen Zuständigkeiten und einer Lagerstruktur, die zum tatsächlichen Warenfluss passt.
Ordnung beginnt bei den beweglichen Einheiten
Regale mögen das Bild eines Lagers prägen, ein großer Teil der Arbeit findet jedoch zwischen den festen Stellplätzen statt. Dort werden die Waren geprüft, kommissioniert, umgepackt oder kurzfristig bereitgestellt. Es ist vor allem die Ausstattung des Lagers, die dann darüber entscheidet, ob aus einer Palette eine brauchbare Lagereinheit wird oder ob es sich einfach nur um eine weitere Abstellfläche handelt.
Durch stapelbare Rahmen, passende Behälter und klar erkennbare Transporteinheiten entstehen klarere Einheiten, die sich besser zählen, bewegen und zwischenlagern lassen. Sie schaffen keine neue Fläche, sondern sie machen die vorhandene Fläche besser nutzbar und bringen wesentlich mehr Struktur ins Lager.
Fläche kostet, auch wenn sie nur blockiert wird
Manchmal lassen sich durch das Mieten von neuen Lagerflächen echte Wachstumsprobleme lösen. Manchmal wird dadurch allerdings auch nur eine unübersichtliche Organisation noch unübersichtlicher gemacht.
Hinzu kommt die Frage nach den Kosten, denn die steigenden Mieten in Deutschlands Städten betreffen nicht nur private Haushalte. Auch die Unternehmen müssen genauer rechnen, wenn es um zusätzliche Räume geht. Jeder Quadratmeter, der bloß durch schlecht sortierte Ware belegt wird, bindet Kapital und erschwert die Abläufe.
Materialfluss ist mehr als Transport
Wenn die Ware an der falschen Stelle steht, wirkt ein Lager oft kleiner, als es eigentlich ist. Für den Wareneingang sind andere Flächen nötig als für die Kommissionierung und für Retouren, die Prüfung brauchen. Die Versandware sollte nicht wieder durch den halben Betrieb geschoben werden. Wenn die Wege verschiedener Warenkategorien durcheinandergeraten, kommt es dadurch zu Umwegen. Die Mitarbeiter müssen länger suchen, Stapler rangieren häufiger, und einfache Tätigkeiten ziehen sich hin.
Die folgenden Fragen zeigen schnell auf, wo es an Struktur fehlt:
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Welche Waren werden täglich bewegt?
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Welche Artikel liegen lange auf Zwischenflächen?
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Wo entstehen Suchzeiten?
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Welche Wege kreuzen sich unnötig?
Es ist wichtig, Probleme in der Organisation konkret zu identifizieren, um sie lösen zu können. Erst wenn diese Schwachstellen sichtbar sind, kann ein Lager sinnvoll umgestellt werden.
Kleinteile stören den Ablauf besonders schnell
Während große Paletten meist leicht zu erkennen sind, wird es bei den kleineren Teilen schwieriger. Angebrochene Kartons, Ersatzteile, Muster, Rückläufer oder Saisonware landen schnell auf Zwischenflächen, weil ihr endgültiger Platz nicht ganz eindeutig ist. Das führt dann zu Suchzeiten, die im Tagesgeschäft vielleicht kaum auffallen, sich aber summieren.
Wenn niemand genau weiß, ob ein Teil geprüft, reserviert oder nur abgestellt wurde, hilft auch ein großes Lager nicht weiter. Daher sind sichtbare Kategorien, feste Zwischenplätze und einfacher Beschriftungen wichtig. Sie können oft wesentlich mehr Ruhe in den Ablauf bringen als zusätzliche Regalmeter.
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