US-Israel-Krise
USA: Pentagon stuft Israel als höchste Spionage-Bedrohung ein

Das US-Verteidigungsministerium hat Israel auf die höchste Kategorie seiner Geheimdienstbedrohung hochgestuft — wegen israelischer Spionage gegen US-Regierungsbeamte.

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Washington – Das US-Verteidigungsministerium hat Israel auf die höchste Stufe seiner internen Geheimdienstbedrohungsbewertung hochgestuft — die Kategorie „Kritisch“. Das berichtete NBC News am Freitag unter Berufung auf zwei aktuelle und einen ehemaligen US-Regierungsbeamten.

Es ist das erste Mal, dass ein enger US-Verbündeter in diese höchste Bedrohungsstufe eingestuft wird.

Die Defense Intelligence Agency des Pentagon habe in den vergangenen Wochen eine neue Gegenspionage-Bewertung herausgegeben, heißt es in dem Bericht. In einem internen Dokument — einem sieben Seiten umfassenden Bericht, der konkrete Vorfälle beschreibt — wurde Israel auf die Stufe „Kritisch“ angehoben.

Hintergrund sind wachsende Spannungen zwischen den USA und Israel über den weiteren Verlauf des Krieges gegen Iran und im Libanon.
Was Israel vorgeworfen wird

Laut den zitierten Beamten ist das Pentagon besorgt, dass Israel gezielt hochrangige US-Regierungsbeamte ausspäht — um an Informationen über interne Beratungen und Entscheidungsprozesse der Trump-Administration im Nahen Osten zu gelangen.

Die Einschätzung der US-Geheimdienste: Israels Fähigkeit zur menschlichen Spionage und technischen Informationsgewinnung befinde sich auf einem „kritischen Niveau“.

Emily Harding, Vizepräsidentin des Center for Strategic and International Studies in Washington, bezeichnete Israel gegenüber NBC News als einen Staat mit einem „hyper-aggressiven Geheimdienst“ — und verwies darauf, dass die israelische Spionage gegen die USA eine lange Geschichte habe, die bis zum Fall Jonathan Pollard in den 1980er Jahren zurückreiche.

Israelische und amerikanische Reaktionen

Ein Sprecher der israelischen Botschaft in Washington wies die Vorwürfe scharf zurück:

„Es ist völlig falsch, dass Israel die USA ausspioniert. Israel sammelt keine Geheimdienstinformationen über amerikanische Stellen, geschweige denn über US-Regierungsbeamte. Unsere Geheimdienstbemühungen richten sich gegen unsere Feinde, nicht gegen unsere Verbündeten. Anderslautende Behauptungen sind entweder falsch informiert oder politisch motiviert.“

Das Pentagon lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, die gesamte Geschichte sei „falsch und auf jemanden zurückzuführen, der keine Ahnung hat, was vor sich geht.“

Wachsende Spannungen zwischen Washington und Tel Aviv

Die Hochstufung kommt zu einem Zeitpunkt erheblicher Spannungen zwischen den USA und Israel. Bereits in den vergangenen Wochen hatte NBC News berichtet, dass das US-Militär im Iran-Konflikt weit mehr hochentwickelte Raketenabwehr-Abfangraketen zum Schutz Israels eingesetzt hatte als israelische Streitkräfte selbst — und damit erhebliche Teile seiner eigenen Vorräte aufgebraucht hatte.

Hinzu kommt der öffentlich bekannte Streit zwischen Präsident Donald Trump und Premier Benjamin Netanyahu über das weitere Vorgehen im Libanon und die Verhandlungen mit Iran.

Experten betonten, dass die Einstufung nicht bedeute, dass die USA und Israel keine enge Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen, Terrorismusbekämpfung und regionaler Sicherheit mehr pflegten. Sie zeige jedoch, dass das Vertrauen zwischen den beiden Regierungen auf einem historischen Tiefpunkt angekommen sei.

 


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