
Ankara – Unter der neuen Führung von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa erlebt der Handel zwischen der Türkei und Syrien eine historische Renaissance. Nach dem dramatischen Machtwechsel in Damaskus sind die türkischen Exporte im Jahr 2025 sprunghaft um fast 70 Prozent angestiegen und haben die Marke von 2,5 Milliarden US-Dollar überschritten, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.
Dieser deutliche Anstieg des Handels ist das Ergebnis umfangreicher diplomatischer und geschäftlicher Gespräche zwischen den beiden Nationen und signalisiert eine neue Ära der wirtschaftlichen Stabilität in der Region.
Der politische Umbruch am 8. Dezember 2024 markierte das Ende einer Ära. Nach über 13 Jahren eines verheerenden und blutigen Bürgerkriegs kollabierte das Regime von Baschar al-Assad innerhalb weniger Tage.
Während von der Türkei unterstützte Oppositionsmilizen und Einheiten der Freien Syrischen Armee (FSA) in Damaskus einmarschierten, floh Assad letztendlich nach Moskau, wo ihm der Kreml aus „humanitären Gründen“ Asyl gewährte. Dieser Zusammenbruch des alten Systems machte den Weg frei für eine grundlegende Neuordnung der bilateralen Beziehungen.
Diplomatie als Wegbereiter für den Handel
Hinter den aktuellen Rekordzahlen steht eine gezielte Strategie der Annäherung. Der deutliche Anstieg des Handels ist das direkte Ergebnis umfangreicher diplomatischer und geschäftlicher Gespräche zwischen Ankara und der neuen Verwaltung in Damaskus. Diese Dialoge haben das notwendige Vertrauen bei Investoren und Exporteuren geschaffen, die Syrien nach über einem Jahrzehnt der Isolation nun als den wichtigsten Aufstrebungsmarkt der Levante betrachten.
Wirtschaftsexperten führen das massive Wachstum vor allem auf die konsequente Wiedereröffnung wichtiger Grenzübergänge wie Bab al-Hawa und Öncüpınar zurück. Während die Handelswege unter dem Assad-Regime oft politisch blockiert oder durch Kampfhandlungen unsicher waren, ermöglicht die aktuelle Sicherheitslage unter al-Scharaa einen reibungslosen Warenfluss.
Wiederaufbau treibt die Nachfrage
Besonders gefragt sind türkische Erzeugnisse aus den Bereichen Baumaterialien, Maschinenbau, Lebensmittel und Konsumgüter. Da Syrien nach der jahrelangen Zerstörung vor einer gigantischen Wiederaufbauphase steht, fungiert die türkische Industrie als primärer Lieferant. Experten erwarten, dass dieser Trend im Jahr 2026 nicht nur anhält, sondern sich durch großangelegte Infrastrukturprojekte noch beschleunigen wird.
Eine neue regionale Ordnung
Die Öffnung der Grenztore hat die Logistikkosten für syrische Importeure drastisch gesenkt. Die Türkei festigt damit ihre Rolle als wichtigster Handelspartner und wirtschaftlicher Schutzherr des neuen Syrien. Für die Region bedeutet dies nicht nur einen wirtschaftlichen Aufschwung, sondern auch eine Abkehr von der jahrzehntelangen Abhängigkeit von Teheran und Moskau hin zu einer engeren Integration in den anatolischen Wirtschaftsraum.
Turkish President Erdogan:
As Syria achieves stability and security, all neighboring countries—starting with us—will directly feel its positive effects.
Trade will accelerate, investments will increase, and tourism will develop. In the residential areas that were reduced to… pic.twitter.com/yWU6omRBM3
— Clash Report (@clashreport) January 27, 2026
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