Fußball-WM 2022
Bei der diesjährigen WM kommen „Roboter-Linienrichter“ zum Einsatz

Die Experten erwarten den Wettbewerb mit Spannung, da die Austragungszeit ein Novum sein wird. Auch technisch wird es Neuerungen geben.

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Da die FIFA Weltmeisterschaft 2022 nun kurz bevorsteht, richtet sich der Fokus immer mehr auf den eigentlichen Wettbewerb. Es ist natürlich wichtig, über die Kontroversen, die durch die Vergabe in den kleinen Wüstenstaat entstanden sind, zu diskutieren, doch sollte der Fußball der Hunderten Millionen Menschen auf der Welt so viel Freude bereitet, nicht komplett ignoriert werden. Die Experten erwarten den Wettbewerb mit Spannung, da die Austragungszeit ein Novum sein wird. Auch technisch wird es Neuerungen geben. So wird der VAR erstmals in einem großen Turnier mit einem System arbeiten, welches „Robot-Linesman“ getauft wurde.Der Vorsitzende des FIFA Schiedsrichter Komitees, Pierluigi Collina wird die Tage nicht müde zu bestätigen, dass keinesfalls Roboter in Katar mit Abseitsfahnen an der Seitenlinie stehen werden. Vielmehr wird der Weltverband ein neues System zur Abseitserkennung einführen, das übersetzt „Roboter-Linienrichter“ getauft wurde. Dieses soll den Offiziellen dabei helfen, bei knappen Abseitssituationen immer schnell die richtige Entscheidung zu fällen. Es handelt sich um die neuste Technik, bei der 10 Kameras mithilfe von spezieller Software 29 Körperteile jedes Spielers erfasst und in Echtzeit analysiert werden. Die Entscheidung soll mit dem neuen System viel schneller gefällt werden können als mit dem üblichen Liniensystem des VARs. Zudem sollen 3-D-Animationen auf den Leinwänden in den Stadien dem Publikum die Begründung der Entscheidung eindeutig anzeigen.Die neue Abseitstechnik ist eine weitere Spielerei, die dem Profifußball dabei helfen soll, fairer und attraktiver zu werden. Das neue System wird kaum Einfluss auf die Spiele nehmen und könnte lediglich bei wirklich strittigen Abseitssituationen für den Schiedsrichter und seine Assistenten hilfreich sein. Die Ergebnisse wird die neue Technik nicht beeinflussen. Wer sich am Ende durchsetzt, wird in erster Linie davon abhängen, welches Team sich im Zuge der sehr kurzen Vorbereitung am besten zusammenfindet, um gemeinsam am großen Ziel zu arbeiten. Natürlich gelten Nationen wie Brasilien, Frankreich und Argentinien als Topfavoriten, doch könnten die ungewöhnlichen Umstände bei der Winter-WM in der Wüste dazu führen, dass sich einer der WM-Geheimfavoriten durchsetzt.Trotz und auch wegen der Kritik an der WM 2022 in Katar wird diese sicher in der Vorweihnachtszeit in den Medien heiß diskutiert. Neben der Situation im Ausrichterland, die besonders Politikinteressierte auf den Plan ruft, kommen auch Technikinteressierte und natürlich die Fußballfans auf ihre Kosten. Menschen, die sich für die Kultur im Gastgeberland interessieren, werden auch während des Wettbewerbs nur weniges aus dem Land erfahren. Die Presse, die im Zuge des Turniers nach Katar reist, wird sich an einen Kodex halten müssen, der die Berichterstattung deutlich einschränkt.Die WM startet am 20. November mit dem Auftaktspiel zwischen Katar und Ecuador. Das Finale wird am 18. Dezember, dem 4. Advent, stattfinden. Das DFB-Team wird am 23. November ihr erstes Spiel absolvieren. Beobachter sind gespannt, wie die Stimmung im Gastgeberland sein wird, ob es offene Kritik der Teilnehmer geben wird und ob die neue Abseitstechnik eine spürbare Beschleunigung der strittigen Entscheidungen bringt.

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