Corona-Krise
Türkei: Gesundheitsminister Fahrettin Koca fordert zur Impfung auf

"Wir möchten diejenigen, die noch unentschlossen sind, daran erinnern, sich impfen zu lassen: Die Menschheit ist bereit, sich impfen zu lassen", sagte Fahrettin Koca in einem Tweet.

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Ankara – Während auch zahlreiche Deutschtürken sich noch vehement gegen eine Impfung stellen und hinter den weltweiten Impfkampagnen einen perfiden Plan des Microsoft-Gründers Bill Gates zu einer Bevölkerungskontrolle sehen, hat der türkische Gesundheitsminister die Menschen erneut zur Impfung aufgefordert.

„Wir möchten diejenigen, die noch unentschlossen sind, daran erinnern, sich impfen zu lassen: Die Menschheit ist bereit, sich impfen zu lassen“, sagte Fahrettin Koca in einem Tweet und fügte hinzu, dass nur in Ländern, die keine Impfstoffe liefern können, die Impfraten niedrig seien.

Koca erklärte, dass einige der 81 Provinzen des Landes relativ niedrige Raten bei der zweiten Impfdosis aufweisen, obwohl sie das Ziel der ersten Dosis in kurzer Zeit erreicht haben.

„Wir haben acht Provinzen mit einer zweiten Dosisrate von weniger als 65 Prozent und 59 Provinzen mit weniger als 80 Prozent, obwohl die erste Dosis der Impfung [Kampagne] in kurzer Zeit erfolgreich war“, so Koca.

In mehreren südöstlichen Provinzen, darunter Şanlıurfa, Mardin, Diyarbakır, Bingöl, Muş, Bitlis, Siirt und Batman, liegt die Durchimpfungsrate immer noch unter 65 Prozent. Koca machte „Zögern und offener Widerstand gegen Impfstoffe“ als die Hauptursachen für die niedrigen Raten verantwortlich.

Erdogan fordert zur Impfung auf

Auch der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat die Bevölkerung wiederholt aufgefordert, sich Impfen zu lassen.

„Alle Bürgerinnen und Bürger haben leichten Zugang zu dem Impfstoff, und er ist kostenlos. In Anbetracht der Probleme, mit denen andere Länder konfrontiert sind, ist dies ein großer Erfolg. Wir wollen die Menschen nicht dazu zwingen, sich impfen zu lassen, aber wir müssen die Chance nutzen, die der Impfstoff als wirksamste Waffe gegen die Pandemie bietet“, so Erdogan am 6. September.

In einer Videobotschaft zum muslimischen Feiertag erklärte Erdogan, dass es keine Probleme mit der Versorgung mit dem COVID-19-Impfstoff gebe, und forderte alle Menschen über 18 Jahren auf, sich impfen zu lassen. Die Impfrate im Land sei im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt auf einem „guten Niveau“.

Der Rückgang der Zahl der Todesfälle durch Impfungen spiele eine wichtige Rolle für die Moral der Nation, sagte Erdogan. Die beste Verteidigung gegen die Pandemie sei die Impfung zusammen mit Maßnahmen wie Hygiene, Maske und Abstandsregeln.

Auch DITIB empfiehlt Impfung

Auch der türkische Islamverband DITIB empfahl eine Impfung.

„Als Religionsgemeinschaft tragen wir Verantwortung füreinander und miteinander“, sagte Kazim Türkmen, Vorsitzender des DITIB-Bundesverbands und Hausherr der Zentralmoschee in Köln, gegenüber EPD. Die DITIB empfehle ihren Mitglieder, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. berichtete DOM Radio.

119,3 Millionen Impfungen

Die Türkei hat seit dem Start einer Impfkampagne im Januar dieses Jahres über 119,3 Millionen Dosen COVID-19-Impfstoff verabreicht, so die am Sonntag veröffentlichten offiziellen Zahlen. Mehr als 56,03 Millionen Menschen haben eine erste Impfdosis erhalten und mehr als 50,03 Millionen wurden vollständig geimpft, so das Gesundheitsministerium. Über 11,89 Millionen Menschen sei zudem eine dritte Auffrischungsimpfung verabreicht worden.

Seit Dezember 2019 hat die Pandemie nach Angaben der US-amerikanischen Johns Hopkins University mehr als 5,14 Millionen Todesopfer in mindestens 192 Ländern und Regionen gefordert, wobei weltweit mehr als 257 Millionen Fälle gemeldet wurden.


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