Umfrage
Viele Unternehmer wollen kurzfristige Nachfolge – und scheitern damit

Rund 50 Prozent der Unternehmer wollen ihre Firma innerhalb eines Jahres abgeben, jeder Vierte sogar am liebsten sofort: Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Epigos, einem Onlineportal zur Unternehmensnachfolge, das über 800 Betroffene anonym befragt hat.

Teilen

Rund 50 Prozent der Unternehmer wollen ihre Firma innerhalb eines Jahres abgeben, jeder Vierte sogar am liebsten sofort: Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Epigos, einem Onlineportal zur Unternehmensnachfolge, das über 800 Betroffene anonym befragt hat.

„Viele Unternehmer sind in einer Situation, in der sie dringend einen Nachfolger benötigen. Aber wer so kurzfristig sucht, ist zum Scheitern verurteilt“, sagt Benjamin O’Daniel, Leiter des Portals Epigos.

Hintergrund: Quer durch alle Branchen stehen Unternehmensnachfolgen an. Doch viele Firmeninhaber finden keinen passenden Nachfolger. Innerhalb der Familie schreckt die jüngere Generation häufig vor der aufreibenden Arbeit zurück. Auch außerhalb der Familie finden sich selten qualifizierte Nachfolger. Der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass viele jüngere Menschen Karriere in der Festanstellung machen – und kein Interesse am risikoreichen Unternehmertum haben.

„Für Firmeninhaber heißt das: Sie brauchen eine längere Vorlaufzeit, um einen qualifizierten und solventen Nachfolger zu finden“, so Benjamin O’Daniel. Wer mehr Zeit mitbringt, habe auch eine bessere Verhandlungsposition – insbesondere beim Verkaufspreis. „Der Preis ist elementar. Es ist die Rendite für jahrelange harte Arbeit und sichert den Unternehmer auch finanziell ab.“

Besonders ältere Unternehmer suchen schnell einen Nachfolger, weil häufig eine kurzfristige Dringlichkeit entsteht – etwa durch eine Krankheit oder eine unternehmerische Krise. Dann ist die Verhandlungsposition allerdings ausgesprochen schlecht. Jeder potenzielle Interessent will einen finanziellen Risikoabschlag oder springt wieder ab. Das sorgt für Bitterkeit beim Unternehmer, für den seine Firma eine Herzensangelegenheit ist.

Die Umfrageergebnisse im Detail: 50,9 Prozent wollen innerhalb eines Jahres ihre Firma abgeben. Davon 22,2 Prozent gerne sofort und 28,7 Prozent innerhalb der kommenden 12 Monate. 24,9 Prozent wollen innerhalb der kommenden fünf Jahre ihre Firma veräußern – ein durchaus realistischer Zeitrahmen. 24,3 Prozent informieren sich zwar allgemein – etwa über den Firmenwert – planen aber derzeit keinen Verkauf.

Fazit: „Ein kühler Kopf, eine ruhige Planung und ein langer Atem – dann gelingt die Unternehmensnachfolge“, so Benjamin O’Daniel.

Auch interessant

6.000 KM: Türkei stellt Intercontinental-Rakete vor

Istanbul - Die Türkei hat auf der Rüstungsmesse SAHA Expo 2026 in Istanbul ihre erste Interkontinentalrakete vorgestellt: die Yıldırımhan, entwickelt vom Forschungs- und Entwicklungszentrum des...

Türkei baut Europas größte Speicher-Pipeline für erneuerbare Energien

Ankara – Was vor wenigen Jahren noch wie ein ambitionierter Ferntraum klang, ist inzwischen messbare Realität: Die Türkei hat sich still und leise an...

Israel-Sanktionierung: Aktivisten fordern zur Teilnahme auf

Brüssel – Über eine Million Menschen. In weniger als drei Monaten. Aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten. Was im Januar 2026 als Petition begann, ist heute...

Algerien gedenkt: Als Frankreich 45.000 Menschen massakrierte

Algier – Während Europa am 8. Mai den 81. Jahrestag des Kriegsendes feierte, begingen Algerier einen anderen Jahrestag — einen der blutigsten Tage der...

Trotz US-Sanktionen: Spanien verleiht Albanese Auszeichnung

Madrid - Trotz US-amerikanischer Sanktionen und drohender Strafverfolgung in Deutschland hat Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez der UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese,...

Headlines

Algerien gedenkt: Als Frankreich 45.000 Menschen massakrierte

Algier – Während Europa am 8. Mai den 81. Jahrestag des Kriegsendes feierte, begingen Algerier einen anderen Jahrestag —...

Aliyev: EU-Beobachter in Armenien spielen falsche Helden

Baku - Erst gestern hatte der armenische Premierminister Nikol Paschinjan für Aufsehen gesorgt: Bergkarabach, jahrzehntelang Kriegsschauplatz zwischen Armenien und...

Paschinjan: Bergkarabach gehörte nie uns

Eriwan – Der Südkaukasus erlebt seit dem Ende des Karabach-Krieges eine Annäherung, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schien....

Türkei: Erdogan gratuliert zum Europatag

Ankara – Zum Europatag am 9. Mai hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan eine Botschaft an die europäischen...

Meinung

Palästina: Zum Jahrestag der Erdmordung von Shireen Abu Akleh

Ramallah/Washington – Heute, am 11. Mai 2026, jährt sich die Ermordung der palästinensisch-amerikanischen Al-Jazeera-Journalistin Shireen Abu Akleh durch israelische Soldaten zum vierten Mal. Sie wurde...

Algerien gedenkt: Als Frankreich 45.000 Menschen massakrierte

Algier – Während Europa am 8. Mai den 81. Jahrestag des Kriegsendes feierte, begingen Algerier einen anderen Jahrestag — einen der blutigsten Tage der...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...