Geld für Krisenprävention
Brot für die Welt: Bundesregierung setzt völlig falsche politische Schwerpunkte zugunsten des Militärs

"Die Staaten, die heute die Weltrangliste bei den Militärausgaben anführen, sollten endlich umsteuern und mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit, für die Vorbeugung und für die Bewältigung der Ursachen von Gewaltkonflikten aufwenden", sagte "Brot für die Welt"-Referentin Martina Fischer.

Teilen

Hilfsorganisation fordert angesichts des Sipri-Berichts Umdenken: „Mehr Geld für Krisenprävention und humanitäre Hilfe nötig“

Osnabrück – Angesichts weltweit weiter steigender Militärausgaben übt die Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ heftige Kritik an der Bundesregierung.

„Die Staaten, die heute die Weltrangliste bei den Militärausgaben anführen, sollten endlich umsteuern und mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit, für die Vorbeugung und für die Bewältigung der Ursachen von Gewaltkonflikten aufwenden“, sagte „Brot für die Welt“-Referentin Martina Fischer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Höhere Militärausgaben machten die Welt nicht sicherer. Wolle die Bundesregierung ihren eigenen Ansprüchen genügen, so die Hilfsorganisation, „muss deutlich mehr in zivile Krisenprävention und Friedensförderung als in den militärischen Bereich investiert werden“.

Deutschland liegt nach jüngsten Zahlen des Friedensforschungsinstituts Sipri bei den Militärausgaben im internationalen Vergleich auf Platz acht; mit rund 49,5 Milliarden Dollar waren die Militärausgaben 2018 um 1,8 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Bis 2024, so die Ankündigung von Kanzleramt und Verteidigungsministerium, sollen die deutschen Militärausgaben weiter steigen, von 1,24 Prozent auf 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung.

„Gleichzeitig hat die Bundesregierung in ihren Eckwerten für den Haushalt 2020 der Entwicklungsfinanzierung eine Nullrunde verordnet. Sollte ihre mittelfristige Finanzplanung umgesetzt werden, wird der Anteil der Ausgaben für Entwicklung und humanitäre Hilfe an der deutschen Wirtschaftsleistung in den Folgejahren absinken“, mahnte die „Brot für die Welt“-Referentin in der „NOZ“.

Weiter sagte Fischer: „Die Selbstverpflichtung, 0,7 Prozent für Entwicklung bereitzustellen, wird Deutschland damit nicht erfüllen. Hier werden völlig falsche politische Schwerpunktsetzungen zugunsten des militärischen Bereichs vorgenommen.“

Auch interessant

Neues Atom-Bündnis: Was hinter dem Mekka-Pakt steckt

Ein Gastbeitrag von Toghrul Hasanzadeh Am 7. August 2026 unterzeichneten der türkische Präsident Erdoğan, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und der pakistanische Premier Shehbaz...

Slowenien: Ex-Premier Golob nennt Netanjahu „Kriegsverbrecher“

Ljubljana/Tel Aviv – Nach dem jüngsten Regierungswechsel in Slowenien ist ein heftiger diplomatischer Schlagabtausch zwischen dem ehemaligen slowenischen Premierminister Robert Golob und dem israelischen...

Mega-Rüstungsdeal: Waffen aus der Türkei an die Ukraine

Washington/Ankara – Es ist das historisch größte Rüstungsgeschäft zwischen der Türkei und der Ukraine seit Beginn des Konflikts: Das US-Außenministerium hat den amerikanischen Kongress...

Wandgemälde auf Trümmern in Gaza: Künstler ehren entlassene US-Burger-King-Mitarbeiterin

Gaza - Die Ruinen des Gazastreifens werden zunehmend zur Leinwand für globalen Dank und Solidarität. Palästinensische Künstler haben dort nun ein großflächiges Porträt einer US-amerikanischen...

„Kriechend den Boden wischen“ – Schwere Vorwürfe wegen Demütigungen gegen Sara Netanjahu

Jerusalem – Die Ehefrau des israelischen Ministerpräsidenten, Sara Netanjahu, sieht sich erneut mit schweren Vorwürfen ehemaliger Hausangestellter konfrontiert. Wie die israelische Tageszeitung „Yedioth Ahronoth“ nach...

Headlines

Mattner: „Auch israelische Siedler können Terroristen sein“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich bin ehrlich gesagt äußerst erstaunt – und zwar positiv –, dass die Frankfurter Rundschau...

Safa: Netanjahu ist nicht das Problem, Israel ist

Beirut - Der libanesische Diplomat und Menschenrechtsaktivist Mohamad Safa hat in einem ausführlichen Kommentar den internationalen Fokus auf Israels...

Syrien: Baschar al-Assad zum Tode verurteilt

Damaskus - In einem historisch beispiellosen Prozess hat ein syrisches Gericht in der Hauptstadt Damaskus den gestürzten Präsidenten Baschar...

Mega-Rüstungsdeal: Waffen aus der Türkei an die Ukraine

Washington/Ankara – Es ist das historisch größte Rüstungsgeschäft zwischen der Türkei und der Ukraine seit Beginn des Konflikts: Das...

Meinung

Wandgemälde auf Trümmern in Gaza: Künstler ehren entlassene US-Burger-King-Mitarbeiterin

Gaza - Die Ruinen des Gazastreifens werden zunehmend zur Leinwand für globalen Dank und Solidarität. Palästinensische Künstler haben dort nun ein großflächiges Porträt einer US-amerikanischen...

Israelischer Familie wird Zutritt zu Zoo auf Koh Samui verweigert

Bangkok - Ein Vorfall an einem beliebten Touristenziel in Thailand hat im Internet eine breite Diskussion über die wachsenden Spannungen zwischen lokalen Unternehmen und...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...