Cyber-Kriegsführung
Frankreich: Neue Spezialeinheit soll Cyberattacken identifizieren und abwehren

In Frankreich will das Verteidigungsministerium bis 2019 insgesamt 2600 Spezialisten für seine Einheit zur Verteidigung des Cyberspace verpflichten. Minister Le Drian verglich das Gefährdungspotenzial von Cyberattacken mit jenem von Kampfflugzeugen.

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Paris (nex) – Vor dem Hintergrund anhaltender Verschwörungstheorien über einen angeblich von der Russischen Föderation ausgehenden Hackerangriff auf die Vorstandsetagen der beiden großen politischen Parteien in den USA hat jetzt auch Frankreich seine erste „Cyberkrieger-Einheit“ vorgestellt.

Verteidigungsminister Le Drian verglich das Gefährdungspotenzial von Hackern auf die Kriegsführung mit jenem der ersten Kampfflugzeuge im frühen 20. Jahrhundert. Dies mache eine neue Doktrin für die Armee erforderlich, die auch Cyberattacken als Form der Kriegsführung begreife und auf welche die neue Einheit mit dem Namen Cybercom eine adäquate Antwort zu geben imstande sein soll.


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Sollte sich erweisen, dass Hacker aus einem bestimmten Land kommen und dieses es nicht geschafft haben, sie zu stoppen, würde sich „die Frage der Verantwortung dieses Staates stellen“. Die neue Einheit soll nicht nur ausländische Hacker identifizieren können, sondern auch Schwachstellen in wichtigen militärischen IT-Netzen wie jenen von Drohnenpiloten.

Im Januar soll die französische Einheit ihren Dienst aufnehmen und bis 2019 insgesamt 2600 Spezialisten einstellen. Im Monat zuvor hatte auch Großbritannien einen neuen Cyber-Verteidigungsplan verabschiedet, der mit 2,1 Milliarden Euro finanziert werden soll.

Die Russische Föderation weist alle Anschuldigungen hinsichtlich einer möglichen Verantwortung für Hackerangriffe zurück, die zu Enthüllungen zu Lasten einer als aussichtsreich geltenden Präsidentschaftskandidatin während des US-Wahlkampfs geführt hatten.

Stattdessen habe man selbst am letzten Freitag Pläne für massive Cyberattacken gegen das Finanzsystem des Landes aufgedeckt, hinter denen ausländische Nachrichtendienste stecken. Auch von den USA und Israel sollen bereits staatlich gebilligte Hackerangriffe ausgegangen sein – beispielsweise 2010, als der Wurm „Stuxnet“ die nukleare Infrastruktur des Iran geschädigt hatte.


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