Türkei
Erdogan: Deutschland öffnet Schoß für Terrororganisationen

„Ich sehe die Zukunft Deutschlands, das Terroristen mit offenen Armen aufnimmt, anstatt die PKK, das Gülen-Netzwerk, den IS (Daesh) oder rassistische Gruppen zu bekämpfen, in keinem guten Licht“, so Erdogan in einer Rede.

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Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat Deutschland kritisiert, das Mitglieder des Gülen-Netzwerks FETÖ an die Türkei nicht ausliefert.

„Wir sind besorgt, dass Deutschland, das den Schoß für Terrororganisationen wie die PKK und die DHKP-C öffnet, nun zum Hinterhof des Gülen-Netzwerks wird“, sagte er in seiner Rede während einer Preisverleihung am heutigen Donnerstag im Präsidentenpalast in Ankara. Erdogan verglich Terrorgruppen mit dem Skorpion, der mit seinem Stachel ausholt und den Frosch, der ihn trägt, in den Rücken sticht, „weil dies eben seiner Natur entspricht“.

„Ich sehe die Zukunft Deutschlands, das Terroristen mit offenen Armen aufnimmt, anstatt die PKK, das Gülen-Netzwerk, den IS (Daesh) oder rassistische Gruppen zu bekämpfen, in keinem guten Licht“, so Erdogan weiter. „Deutschland ist zu einem der wichtigsten Länder geworden, in denen Terroristen Schutz suchen. Das sage ich ganz offen.“

Deutschland mit seinen etwa drei Millionen türkischstämmigen Einwohnern ist eines der Länder, in dem das vom in den USA lebenden Prediger Fetullah Gülen geführte FETÖ ein großes Netzwerk mit Dutzenden Privatschulen, Geschäften und Medienorganisationen betreibt. Mehrere wichtige Persönlichkeiten des Gülen-Netzwerks aus der Türkei, unter ihnen auch Staatsanwälte und Journalisten, sind vermutlich nach Deutschland geflohen.

Im vergangenen Monat hatte die Türkei offiziell deutsche Behörden aufgefordert, zwei hochrangige Staatsanwälte, Zekeriya Öz und Celal Kara, ausfindig zu machen, festzunehmen und an die Türkei auszuliefern. Sie werden der Beteiligung an dem vereitelten Putschversuch vom 15. Juli verdächtigt. Des Weiteren spielten Öz und Kara nach Angaben der türkischen Behörden in einer Korruptionsaffäre im Jahr 2013 eine Schlüsselrolle, von der hochrangige Politiker betroffen waren.

Später wurden sie der Fälschung von Beweisen als Teil des Staatsstreichs beschuldigt. In Deutschland ist das Gülen-Netzwerk nicht verboten, da nach Angaben der Behörden zu einem solchen Schritt die erforderlichen Beweise fehlten. Das Gülen-Netzwerk konzentriert sich in Deutschland auf den sogenannten interreligiösen Dialog mit der Botschaft eines gemäßigten Islams, worin viele jedoch einen Versuch, das Vertrauen der Medien und politischen Institutionen zu gewinnen, sehen.

Ankara beschuldigt den selbsternannten, in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen, den vereitelten Putschversuch vom 15. Juli, bei dem 246 Menschen getötet und fast 2.200 verletzt wurden, mithilfe seiner Anhänger innerhalb des Militärs durchgeführt zu haben, die das gülennahe Netzwerk FETÖ gegründet hätten.


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