Daten-Leak
Türkei: 50 Millionen geleakte Daten stammen nicht vom Hohen Wahlausschuss

Die privaten Daten von 50 Millionen türkischen Staatsbürgern, die veröffentlicht wurden, stammen nicht vom Hohen Wahlausschuss (YSK), dessen Schutz nach den Worten des zuständigen Leiters „sehr stark“ sei.

Teilen

Ankara (nex) – Die privaten Daten von 50 Millionen türkischen Staatsbürgern, die veröffentlicht wurden, stammen nicht vom Hohen Wahlausschuss (YSK), dessen Schutz nach den Worten des zuständigen Leiters „sehr stark“ sei.

Der Präsident des Hohen Wahlausschusses erklärte am Freitag, dass die Veröffentlichung der persönlichen Daten nicht vom System seiner Behörde stamme.

„Am Ende unserer Ermittlungen auf den Webseiten [mit den geleakten Daten] sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass diese mit den Daten unserer Datenbank, die wir den politischen Parteien mitgeteilt haben, übereinstimmen“, sagte der YSK-Präsident Sadi Güven in einem Gespräch mit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Wählerdaten seien den politischen Parteien vor den Wahlen mitgeteilt worden.

„Experten haben recherchiert. Wenn auch die Daten mit unseren Aufzeichnungen übereinstimmen, gab es in unserem System keine undichte Stelle. Eine undichte Stelle zu entdecken wäre sehr schwierig bis unmöglich“, fügte Güven hinzu.

Güven teilte mit, dass die Staatsanwaltschaft Ankara Informationen über den Fall angefordert habe und der Hohe Wahlausschuss bereits sorgfältig geprüft habe, ob die geleakten Dokumente mit den Datensätzen des Wahlausschusses übereinstimmten.

„Unsere Bemühungen in der Angelegenheit gehen weiter. Wir werden diese Informationen der Staatsanwaltschaft zukommen lassen“, so Güven weiter.

Am Mittwoch hatte der Generalstaatsanwalt von Ankara infolge von Hinweisen in Berichten auf die Online-Veröffentlichung der persönlichen Daten von fast 50 Millionen türkischen Staatsbürgern Ermittlungen eingeleitet

Nach Angaben des Büros des Generalstaatsanwalts werden Staatsanwälte mit einer Reihe von Behörden wie zum Beispiel dem Hohen Wahlausschuss oder der Generaldirektion für Personenstands- und Staatsangehörigkeitsangelegenheiten in Verbindung treten.

„Wir haben gesehen, dass die im Internet zirkulierenden Daten mit den Dateien, die wir im Jahr 2008 geteilt haben, übereinstimmen. Wir wissen, wer diese Listen von uns bekommen hat. Wer aber diese geleakt hat – das ist etwas, was die Justiz in Erfahrung bringen sollte“, schloss Güven.

 

Auch interessant

Türkei: Monumentales römisches Schwimmbecken freigelegt

Aydin - In der Westtürkei ist Archäologen ein sensationeller Fund gelungen, der faszinierende Einblicke in die hochentwickelte Sport- und Ingenieurskultur des Römischen Reiches gewährt. Wie...

Türkei: Die Chronologie des Putschversuchs

  Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Zehn Jahre nach dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli 2016 haben die türkischen Sicherheitsbehörden erstmals eine detaillierte Chronologie der monatelangen...

Muslime trauern um Gerhard Abdulqadir Schabel

Berlin - Die muslimische Gemeinschaft in Deutschland trauert um eine ihrer prägendsten und engagiertesten Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte. Wie die Hilfsorganisation muslimehelfen offiziell bekannt...

Der „Sánchez-Effekt“: Muslime weltweit feiern Spanien-Sieg

Madrid - Der triumphale Gewinn der Weltmeisterschaft 2026 durch die spanische Nationalmannschaft im MetLife Stadium von New York hat weit über die Grenzen Europas...

Bundesweit einmalig: Bayerische Stadt zeigt muslimische Gebetszeiten auf Ortsschild

München - Die oberbayerische Stadt Penzberg sorgt mit einer in Deutschland bislang einmaligen Initiative für Aufsehen und setzt ein unübersehbares Zeichen für das interreligiöse...

Headlines

NYC-Bürgermeister Mamdani: Netanjahu ist ein Kriegsverbrecher

New York - New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hat seine Position als eine der profiliertesten und konsequentesten Stimmen der...

Druck aus Aserbaidschan: Netanjahu blockiert „Völkermord-Resolution“

Tel Aviv - Der diplomatische Diskurs um die historische Einordnung der Ereignisse im Osmanischen Reich von 1915 hat eine...

Israel: „Es wird in Gaza keine Araber mehr geben“

Gaza - In Israel hat ein koordinierter Massenmarsch hochrangiger Regierungsmitglieder und ultranationalistischer Siedlergruppen die völkerrechtlichen und demografischen Pläne der...

Ben-Gvir über inhaftierte Palästinenser: „Sie pinkeln sich vor Angst in die Hosen“

Tel Aviv - Der rechtsextreme israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, hat mit neuen, drastischen Äußerungen über den...

Meinung

Kriegsverbrechen 1921: Film zeigt Massaker an Türken

Atça/Aydın – In der westtürkischen Provinz Aydın sind die Dreharbeiten zum historischen Kurzfilm „Das Massaker in der Çomaklı-Ebene von Atça“ abgeschlossen worden. Die Produktion basiert...

Thomas: Israelkritik muss lauter und kompromissloser werden

Ein Gastkommentar von Michael Thomas Wir leben in einer ebenso erstaunlichen wie bedrohlichen und bedenklichen Zeit. Seit nunmehr sehr vielen Jahren hat sich der öffentliche Dialog...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Araştırma: ChatGPT kullanımı beyin aktivitesini önemli ölçüde azaltıyor

Cambridge – MIT Media Lab tarafından yapılan bir araştırma, ChatGPT ve diğer AI asistanlarının kullanımının beyin aktivitesini büyük ölçüde azalttığına dair ilk kanıtları sunuyor. Araştırma,...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...