Vlad Kolesnikov
Russland: Kremlkritischer Teeanger tot aufgefunden

Ein 18-jähriger Schüler starb am Weihnachtsabend im russischen Samara. Er hatte in der Vergangenheit mit politischen Provokationen für Aufsehen gesorgt.

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Russland: Tod eines 18-jährigen Schülers mit kremlkritischen Ansichten wirft Fragen auf

Moskau (nex) – Die Journalistin des Senders „Radio Liberty“, Claire Bigg, gibt dem russischen Staat Mitschuld am Ableben Vlad Kolesnikovs, eines 18-jährigen russischer Schülers, der am Weihnachtsabend leblos in seiner Wohnung aufgefunden worden war, wo er zuvor eine Überdosis an Betäubungsmitteln zu sich genommen hatte. Es ist nun strittig, ob es sich beim Ableben des Teenagers um einen Selbstmord gehandelt hat oder ob unsachgemäßer Umgang mit Alkohol und Drogen die Ursache war.

Der Schüler hatte der Journalistin im Vorfeld seines mutmaßlichen Suizids noch eine Nachricht geschickt, in der es hieß: „Wenn ich sie in den nächsten 2-6 Tagen nicht in Kontaktiere, können Sie über mich schreiben. Es bedeutet, dass ich tot bin. Ich nahm eine tödliche Dosis.“

Der psychisch labile Schüler hatte in den Monaten zuvor mehrfach auch durch politische Provokationen die Aufmerksamkeit der russischen Sicherheitsbehörden, aber auch vonseiten regierungsfeindlicher Aktivisten im In- und Ausland auf sich gezogen. So war er in T-Shirts mit pro-ukrainischem Aufdruck in der Schule und mit einem Tonträger, auf dem er die ukrainische Hymne abspielte, bei der Musterung für den Militärdienst erschienen.

Dabei hatte er unter anderem die Rückgabe der Halbinsel Krim an die Ukraine gefordert, die sich nach dem Umsturz auf dem Maidan im März 2014 unter Umständen von Kiew abgespalten hatte, die international für schwere Verwerfungen sorgten. Kolesnikov wurde auf Grund mehrerer Aktionen, in denen er sich kritisch über die russische Armee geäußert hatte und ankündigte, keinen Wehrdienst leisten zu wollen, seiner Schule verwiesen.

Journalistin Bigg berichtete, es hätte gegen den Schüler infolge seines Auftretens auch Schikanen und teilweise auch gewalttätige Übergriffe gegeben. Auch der russischen Opposition nahestehende Gruppen sprachen von „Mobbing“, das dem Tod des 18-Jährigen vorangegangen wäre und dazu geführt hätte, dass der Schüler keinen anderen Ausweg als einen Selbstmord gesehen hätte. Russische Offizielle sprachen im Zusammenhang mit dem Ableben Kolesnikovs hingegen von einem „Unfall“ im Zusammenhang mit dem übermäßigen Konsum von Alkohol und dessen Mischen mit Drogen und Energy-Drinks.

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