Fußball-WM 2006
DFB: Transparency Deutschland sieht bislang „nur Vermutungen“ bezüglich WM-Vergabe

Die Kirche im Dorf zu lassen, rät Transparency Deutschland mit Blick auf den DFB und die Vergabe-Debatte zur Fußball-WM 2006.

Teilen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – In der Debatte um die Vergabe der Fußball-WM 2006 hat Transparency Deutschland dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) geraten, das Ergebnis der Untersuchungen abzuwarten. „Selbstverständlich hat das Image des DFB gelitten, das ist gar keine Frage“, sagte Sylvia Schenk von Transparency Deutschland der „Welt am Sonntag“. „Wir wissen aber aus vergleichbaren Fällen in der Wirtschaft, dass es mittelfristig darauf ankommt, was letztlich bei den Vorwürfen herauskommt und wie dann mit dem Ergebnis umgegangen wird.“

Bislang sei vieles unbewiesen oder werde auf „reine Vermutungen“ gebaut. „Es geht ja um Vorfälle von vor zehn oder mehr Jahren und einen kleinen Kreis handelnder Personen, wenn auch in früheren Führungspositionen.“ Nach Auffassung Schenks sei der DFB gut beraten, nichts weiter zu sagen, sondern die Untersuchungen abzuwarten und das Ergebnis öffentlich präsentieren zu lassen. Bei all dem sei zu beachten, dass die meisten Betroffenen derzeit keine Funktion im DFB mehr inne hätten, „also anders als aktuelle Führungskräfte in einem Unternehmen vom Verband allenfalls indirekt belangt und im Hinblick auf ein Krisenmanagement auf eine Linie gebracht werden können“, so Schenk. „Zum Krisenmanagement gehört nämlich auch dazu, dass sich die entscheidenden Personen managen lassen“. Zu den möglichen Auswirkungen auf eine Bewerbung des DFB um die Ausrichtung der Europameisterschaft 2024 sagte Schenk: „Vieles hängt davon ab, wie der DFB im weiteren Verlauf mit dem Thema umgeht. Nach so langer Zeit kann auch die unbefriedigende Situation eintreten, dass bestimmte Punkte offen bleiben. Außerdem wird sich zeigen, ob gegebenenfalls langjährige Rechtsstreitigkeiten drohen – etwa Schadensersatzklagen oder doch noch Straf- beziehungsweise Steuerverfahren. International dürften sich die Folgen in Grenzen halten – welcher mögliche Konkurrent ist denn derzeit völlig ohne Probleme?“ Die Entscheidung über die EM-Vergabe fällt 2017. Als größter Konkurrent Deutschlands gilt die Türkei.

Auch interessant

US-Kongress diskutiert Schutzrechte für Amerikaner in der israelischen Armee

Washington D.C. - Laut Berichten von Military.com zielt eine Initiative im US-Kongress darauf ab, wichtige militärrechtliche Schutzmaßnahmen auf US-Bürger auszuweiten, die im israelischen Militär...

DUH: Erneuerbare Energien trotz Netzausbau billiger als Gas

Berlin - Auch unter Einbeziehung der Kosten für Netzausbau und Batteriespeicher sind Erneuerbare Energien deutlich günstiger als der Neubau von Gaskraftwerken. Das ist das Ergebnis...

Thailand: Behörden nehmen türkischen Bauunternehmer fest

Pattaya – Ein türkischer Bauunternehmer, der im Zusammenhang mit dem Einsturz eines Wohngebäudes während des verheerenden Erdbebens in der Türkei im Jahr 2023 gesucht...

Çelik: „Neutralitätspolitik der Türkei ist keine Schwäche“

Ein Gastkommentar von Özgür Çelik Das Magazin Foreign Affairs veröffentlichte am 27. April 2026 eine Analyse von Aslı Aydıntaşbaş mit dem Titel „Die Bedrohung der...

„Verlorene Stämme“: Israel lässt indische Juden einfliegen

Tel Aviv/Neu-Delhi – Über 250 Angehörige der Bnei-Menashe-Gemeinschaft aus Nordostindien sind am Donnerstagabend am Flughafen Ben Gurion gelandet — begrüßt mit einem Torbogen aus...

Headlines

Gaza-Hilsflotte: Türkei fordert sofortige Freilassung der Aktivisten

Ankara - Nach dem gewaltsamen Stopp der „Global Sumud Flotilla“ in internationalen Gewässern nahe Kreta verschärft die Türkei ihren...

Europarat: Deutschland missbraucht Antisemitismus-Begriff

Brüssel - In einer ungewöhnlich deutlichen Rüge hat der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O’Flaherty, die deutsche Bundesregierung vor einer...

Orthodoxer Jude an Trump: „Zerstöre Israel vollständig!“

Austin/Texas - In der hitzigen Debatte um den Nahostkonflikt sorgt ein Video für Aufsehen, in dem ein Vertreter der...

Todesstrafe in Israel: Wer ist Ben-Gvir?

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Das israelische Parlament hat den Weg für ein Gesetz geebnet, das die Todesstrafe für Terrorakte...

Meinung

Gaza-Hilsflotte: Türkei fordert sofortige Freilassung der Aktivisten

Ankara - Nach dem gewaltsamen Stopp der „Global Sumud Flotilla“ in internationalen Gewässern nahe Kreta verschärft die Türkei ihren Ton gegenüber Tel Aviv massiv....

Europarat: Deutschland missbraucht Antisemitismus-Begriff

Brüssel - In einer ungewöhnlich deutlichen Rüge hat der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O’Flaherty, die deutsche Bundesregierung vor einer Instrumentalisierung des Antisemitismus-Begriffs gewarnt. In einem...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Araştırma: ChatGPT kullanımı beyin aktivitesini önemli ölçüde azaltıyor

Cambridge – MIT Media Lab tarafından yapılan bir araştırma, ChatGPT ve diğer AI asistanlarının kullanımının beyin aktivitesini büyük ölçüde azalttığına dair ilk kanıtları sunuyor. Araştırma,...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...