Umfrage
Wichtigste Wirtschaftsredaktionen: „Börsen-Zeitung“ erneut auf Platz Eins

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Die „Börsen-Zeitung“ unter Chefredakteur Claus Döring hat die beste Wirtschaftsredaktion. Das ergab die Befragung von 179 PR-Profis, die vom 8. bis 20. Mai für den „Wirtschaftsjournalist“ die Arbeit der wichtigsten Wirtschaftsredaktionen bewertet haben. Die „Börsen-Zeitung“ liegt mit einer Durchschnittsnote von 1,71 nun bereits zum dritten Mal in Folge auf Platz 1 (Vorjahr 1,62). Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die Agentur Bloomberg folgen auf Platz zwei und drei. Der größte Einfluss wird allerdings nicht der „Börsen-Zeitung“, sondern dem „Handelsblatt“ zugestanden. Dieses wird auch am meisten von den PR-Profis gelesen. Die Finanznachrichtenagentur dpa-AFX (Chefredakteur Bernd Zeberl) verbessert sich von 2,09 im vergangenen Jahr auf eine Durchschnittsnote von 1,99 und zählt damit noch vor der Schwester-Agentur dpa (2,04; Rang 10; Sven Gösmann)) zu den zehn besten Redaktionen. Das „Handelsblatt“ (Sven Afhüppe) liegt mit der Note 1,83 gleichauf mit dem britischen „Economist“, erhielt jedoch öfter die Note eins und klettert somit von Rang sieben im vergangenen Jahr auf Rang vier. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ verbessert sich von Platz acht auf sechs (Note 1,9). Schlechter bewerteten die Kommunikatoren die Leistungen der Agentur Reuters (Rang drei im vergangenen Jahr), die nur mehr auf Platz 8 liegt, sowie die der „Financial Times“ (Rang 7). Vor allem die großen Magazine haben nach Ansicht der Kommunikatoren an Qualität verloren. Dem „Stern“ (Chefredakteure: Florian Gless, Anna-Beeke Gretemeier) stellen sie in diesem Jahr mit 3,77 die schlechteste Durchschnittsnote aus (3,65 Vorjahr). Damit löst das Magazin die Redaktion der „Bild“ als Schlusslicht ab. Sie landet mit einer Bewertung von 3,66 im Durchschnitt auf dem vorletzten Rang. Der „Focus“ sank ebenfalls noch leicht auf die Note von 3,63 (Vorjahr 3,52), bleibt jedoch auf Platz 50 gelistet. Die größten Verlierer des diesjährigen „Wirtschaftsjournalist“-Rankings sind „Manager Magazin“ (Note 2,95; Vorjahr 2,66; Chefredakteure: Martin Noé und Sven Clausen) und „Spiegel“ (Note 2,84; Vorjahr 2,56; Steffen Klusmann). Sie rutschen jeweils um 15 Ränge nach unten. Die „Wirtschaftswoche“ (Beat Balzli) und „Capital“ (Horst von Buttlar) landen beide mit einer Note von 2,77 nur noch auf Platz 27. Die „WiWo“ verschlechtert sich damit um zehn Ränge, „Capital“ um neun. Die Kommunikatoren kritisieren vor allem mangelnde Ausgewogenheit, den Hang zur Skandalisierung und die Jagd nach Exklusivgeschichten. Das komplette Ergebnis mit allen Detaildaten ist im aktuellen „Wirtschaftsjournalist“ veröffentlicht, der unter der Chefredaktion von Wolfgang Messner sechs Mal im Jahr im Medienfachverlag Oberauer in Salzburg erscheint. Neben dem Ranking der besten Wirtschaftsredaktionen veranstaltet das Branchenblatt auch die Wahl zum „Wirtschaftsjournalist des Jahres“ und zum „Unternehmenssprecher des Jahres“.

"Walk for Freedom"
Kosovo gedenkt Rettung durch NATO vor 20 Jahren

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Pristina (nex/aa) – Zum zwanzigsten Mal jährte sich der NATO-Eingriff in den Kosovo. Daran wurde in Pristina mit einer Zeremonie erinnert. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright und der ehemalige US-Armeegeneral Wesley Clark, der die NATO-Streitkräfte während der Bombardierung des damaligen Jugoslawien im Jahr 1999 kommandierte, nahmen an der Veranstaltung auf dem Skenderbeg-Platz teil. Anlässlich der Zeremonie äußerte Clinton mit Stolz, dass er dem kosovarischen Volk gegen die ethnischen Säuberungen zur Seite stand. „Nach 78 Tagen Luftangriffen der NATO wurde der Krieg gewonnen, aber das kosovarische Volk gewann den Frieden“, sagte Clinton.
Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton (Foto: AA)
Albright, die bei der Zeremonie ebenso eine Rede hielt, betonte,
dass der Krieg im Kosovo mit barbarischen Morden und einer Tyrannei gegen die Demokratie zu kämpfen hatte, jedoch sei die Allianz stark und entschlossen gewesen.
„Es war keine leichte Entscheidung, wie Sie sich vorstellen können, wir hatten viele Diskussionen, und Präsident Clinton wollte sicherstellen, dass der Kosovo sicher ist. Am Vorabend der Bombardierung rief er mich am Telefon an und sagte mir: „Madeline, die Flugzeuge fliegen, wir tun das Richtige“, und ich sagte ihm: „Ja, Herr Präsident, wir tun das Richtige“, sagte Albright. Kosovo-Präsident Hashim Thaci seinerseits sagte, die USA, die EU und die NATO hätten 1999 „einen großen und bemerkenswerten Schritt“ gemacht. Im Rahmen der Feierlichkeiten fand der „Walk for Freedom“ mit der Anwesenheit hochrangiger in- und ausländischer Beamter im Zentrum von Pristina statt. Die Intervention der NATO im Jahr 1999 begann mit einer Luftkampagne gegen Serbien, der eine zunehmende Gewaltperiode zwischen der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) und serbischen Streitkräften folgte. Der Luftangriff erzwang den Abzug der serbischen Streitkräfte im Juni 1999. Der Kosovo erklärte 2008 die Unabhängigkeit von Serbien, aber Belgrad bestand darauf, dass das Land weiterhin Teil Serbiens bleibt. Seitdem bestehen weiterhin Spannungen zwischen der ethnisch-albanischen Mehrheit des Kosovo und einer kleinen serbischen Minderheit im Norden. Die Unabhängigkeit des Kosovo wird von über 100 Ländern anerkannt, darunter den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und der Türkei. Serbien, Russland und China gehören zu den Ländern, die ihre Unabhängigkeit noch nicht anerkannt haben.

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– NEX24-Exklusivinterview – Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch

Mit seiner Entscheidung, eine erste Nationalarmee zu gründen, schrieb Mitte Dezember nicht nur das kosovarische Parlament Geschichte. Der in einer türkischen Militärflugschule ausgebildete Pilot Afrim Zabeli, schloss nur einen Tag vor der Abstimmung seine Schulung zum Militärhubschrauber-Piloten ab und wurde somit 1. Pilot der kosovarischen Armee. NEX24 Kosovo-Korrespondent Mustafë Mehmeti sprach mit dem 27-Jährigen in der Hauptstadt Pristina.

Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch
 

Türkei
Antalya: Explosion im Krankenhaus – 1 Toter

Antalya (nex) – Im Bezirk Muratpaşa, einem Bezirk der Provinz Antalya, hat sich um 09.30 Uhr Ortszeit eine Explosion in einem privaten Krankenhaus ereignet. Ein großes Aufgebot von Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen war am Unfallort. Der 30-jährige Arif Dal, der erst vor 2 Monaten geheiratet hatte, wurde getötet und drei Personen bei der Explosion verletzt. Eine der verletzten Personen ist wegen einer Fingerverletzung, die operiert werden musste, an die Abteilung plastische Chirurgie in die Universitätsklinik überwiesen worden. Die Explosion wurde während der Gasfüllung einer Klimaanlage auf der Terrasse des Krankenhauses ausgelöst, berichtet CNN Türk. https://www.facebook.com/cnnturk/videos/son-dakika-antalyada-patlama/10157775938450106/

Golf von Oman
Nach Angriffen auf Tanker: Ölpreis schnellt in die Höhe

Abu Dhabi (nex/agenturen) – Die Nachricht, dass zwei Tanker im Golf von Oman Feuer gefangen haben, schürt die Angst vor geopolitischen Unruhen in der Region. https://twitter.com/HelenCRobertson/status/1139063762022014982 „Der Ölpreis ist nach einem Einbruch auf ein 5-Monatstief über Nacht stark gestiegen. Berichte über einen Öltanker, der im Omanischen Meer in Flammen steht, verunsicherten die Märkte und ließen den Preis innerhalb weniger Minuten zwei Dollar in die Höhe schnellen“, so Neil Wilson von Market.com. Man werde jedoch abwarten müssen, ob dieser Preis Bestand haben wird, oder ob es sich um ein Algorithmus-basiertes Ergebnis handelt, das bald wieder abklingen wird. „Wir wissen, dass sich die geopolitischen Spannungen in der Region verschärfen und dabei auch Bedenken in Bezug auf kurzfristige Ausfälle usw. aufkommen lassen – aber da die OPEC die Produktion bereits drosselt und die US-Produktion auf einem Rekordhoch liegt, ist der Markt weit weniger anfällig für einen Schock“, so Wilson weiter.

Die tagesschau berichtet: Im Golf von Oman hat es einen Zwischenfall mit zwei Tankern gegeben: Die norwegische Seefahrtsbehörde bestätigte einen Angriff auf den Öltanker „Front Altair“.

Das unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Schiff sei am frühen Morgen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran attackiert worden, teilte die Behörde mit. Es sei von drei Explosionen an Bord berichtet worden, das Schiff brenne. Die Crewmitglieder seien nicht zu Schaden gekommen. Hintergründe seien unklar, man rate norwegischen Schiffen aber, bis auf Weiteres Abstand zu iranischen Fahrwassern zu halten.

 

Berlin
Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot

Er war über 25 Jahre eines der prägenden Gesichter der tagesschau. Nun ist Wilhelm Wieben nach ARD-Informationen im Alter von 84 Jahren gestorben. Wieben arbeitet bereits seit 1966 in der Redaktion der tagesschau, seinen ersten Einsatz als Sprecher hatte er 1973. Von 1974 bis 1998 las er auch die 20 Uhr-Ausgabe.

Wie die tagesschau weiter berichtet, wurde Wieben 1935 in Hennstedt in Schleswig-Holstein und ging nach einer Verwaltungslehre zur Schauspielausbildung nach Berlin.

Später der Wechsel zur tagesschau. 25 Jahre prägte Wieben die Sendung. Seinen Abschied nahm er ohne großes Aufsehen: „Wir melden uns wieder um 22:30 Uhr mit den tagesthemen“. Später sagte er, er nehme die „Erinnerung an eine sehr schöne Zeit“ mit. „Kein Bedauern, dass es nicht mehr ist, wie es nun so viele Jahre gewesen ist“, berichtet die tagesschau weiter.

https://youtu.be/dQlDESos0OQ

Deeskalationszone
Syrien: Assad-Armee greift türkischen Beobachtungsposten an – 3 Verletzte

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Idlib – Streitkräfte der syrischen Regierung haben einen türkischen Beobachtungsposten in der syrischen Provinz Idlib angegriffen, sagte das türkische Verteidigungsministerium am Donnerstag in einer Mitteilung. Bei dem Angriff wurden drei türkische Soldaten leicht verletzt, heißt es in der Erklärung. Einige der Anlagen, Ausrüstungen und Materialien wurden ebenfalls teilweise beschädigt. Die Türkei, Russland und Iran hatten sich im vergangenen September darauf geeinigt, Idlib in eine Deeskalationszone zu verwandeln und damit Aggressionen gegeneinander einzustellen. „Etwa 35 Mörser wurden aus der Region As Shariah abgefeuert, die von den syrischen Streitkräften in der Deeskalationszone Idlib kontrolliert wird. Sie zielen auf unseren Beobachtungspunkt Nummer 10, der sich auf dem Berg Zawiya befindet“, heißt es in der Erklärung. In der Erklärung heißt es weiter, dass die türkische Regierung mit Russland die notwendigen Initiativen im Zusammenhang mit dem Angriff ergriffen hat. Auch wenn sich die Türkei und Russland darauf geeinigt hatten, Aggressionen zu stoppen und Idlib in eine Deeskalationszone zu verwandeln, hat das syrische Regime konsequent gegen die Bedingungen des Waffenstillstands verstoßen. Es hat zahlreiche Angriffe innerhalb der Deeskalationszone gestartet.

UN: Bis zu weiteren 2 Millionen syrischer Flüchtlinge könnten in die Türkei fliehen

Bis zu 2 Millionen Flüchtlinge könnten in die Türkei fliehen, wenn sich die Kämpfe im Nordwesten Syriens verschärfen, sagten die Vereinten Nationen am Montag. Nach jüngsten Angriffen syrischer Boden- und Luftstreitkräfte, mit russischer Unterstützung, auf die letzten Festungen oppositioneller Kämpfer, sind zehntausende Zivilisten gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. „Unsere Befürchtung ist, sollte dies so weitergehen und sich der Konflikt weiter verschärfen, werden wir wirklich Hunderttausende, eine Million oder zwei Millionen syrische Flüchtlinge Richtung Türkei marschieren sehen können“, sagte der humanitäre Koordinator der UN-Region für die Syrienkrise, Panos Moumtzis gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der Angriff seit Ende April, der sich hauptsächlich auf die südlichen Teile der Provinz Idlib und die angrenzenden Teile von Hama und Latakia konzentrierte, markiert den intensivsten Konflikt zwischen Präsident Baschar al-Assad und seinen aufständischen Feinden seit letztem Sommer. In Genf erklärte Moumtzis gegenüber Reuters, dass sich die Situation verschlechtere und das Abkommen zwischen Russland und der Türkei zur Deeskalation der Kämpfe führe und praktisch nicht mehr existiere. „Es ist eine Katastrophe, was passiert ist…. um der Menschheit willen, es muss eine Intervention geben“, zitiert Reuters Moumtzis weiter. „Vor einigen Monaten haben wir darum gebeten, dafür zu sorgen, dass dieses Albtraum-Szenario nicht eintritt. Eigentlich entfaltet es sich in diesem Augenblick vor unseren eigenen Augen“, so Moumtzis.

Bundesverwaltungsgericht
Töten männlicher Küken bleibt vorerst erlaubt

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Das Bundesverwaltungsgericht hat das massenhafte Töten männlicher Küken in der Legehennenzucht vorerst noch als rechtmäßig bestätigt. Bis zur Einführung von alternativen Verfahren dürften Brutbetriebe männliche Küken weiter töten.

Wie die Tagesschau weiter berichtet, hatten die Richter abzuwägen, ob Brutbetrieben die Aufzucht der Tiere wirtschaftlich zuzumuten oder ob das Töten der Küken ethisch vertretbar ist.

Die Richter haben heute entschieden, dass allein die wirtschaftlichen Interessen der Brütereien kein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes seien. Bis Alternativen zur Verfügung stünden, sei die Fortsetzung der Praxis allerdings noch rechtmäßig. Derzeit werden jährlich bis zu 50 Millionen männliche Küken in Deutschland unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet. Ihre Aufzucht rentiert sich für Geflügelhalter nicht, da die Brüder der Legehennen weder Eier legen können noch schnell genug Fleisch ansetzen.

Ratgeber
Medikamente bei Hitze im Gemüsefach des Kühlschranks lagern

Die meisten Medikamente vertragen sommerliche Wärme gut. „Hersteller haben sie so entwickelt, dass sie bei Zimmertemperatur gelagert werden können“, erläutert der Münchner Apotheker Ralph Laves im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Auch wenn die Temperatur in der Wohnung kurz über 25 Grad steige, sei das kein Problem. „Bei noch höheren Temperaturen brauchen sie jedoch Kühlung“, betont der Apotheker. „Salben und Cremes etwa trennen sich bei hohen Temperaturen rasch in ihre Bestandteile.“ Das Gemüsefach des Kühlschranks sei für Arzneimittel ein guter Ort. Dort könnten sie nicht einfrieren und unwirksam werden. Menschen mit Diabetes sollten ihren Insulinvorrat am besten auch im Gemüsefach (bei +2 bis +8 Grad Celsius) lagern. „Für den Transport von hitzeempfindlichen Medikamenten leiht Ihnen Ihr Apotheker gerne eine Kühltasche“, sagt Laves und warnt: Bestelle man Medikamente in einer Versandapotheke, sei nicht gewährleistet, dass sie den Transport über optimal temperiert seien.

"Tot gerittener Gaul"
SPD-Chef: Fusion mit Linken „schlechter Aprilscherz“

Der kommissarische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hat Gedankenspielen über eine mögliche Fusion von SPD und Linkspartei eine klare Absage erteilt. „Das ist ein schlechter und verspäteter Aprilscherz“, sagte Schäfer-Gümbel dem Berliner „Tagesspiegel“. „Von einem tot gerittenen Gaul kann man nur absteigen“. Mit Blick auf den früheren SPD- und späteren Linksparteichef Oskar Lafontaine sagte Schäfer-Gümbel: „Den will ich nicht zurück.“ Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hatte unter Berufung auf den langjährigen Lafontaine-Vertrauten Heinz Bierbaum berichtet, Lafontaine halte eine Fusion beider Parteien für notwendig. Schäfer-Gümbel führt die Partei nach dem Rücktritt von Andrea Nahles kommissarisch zusammen mit Malu Dreyer und Manuela Schwesig. Lafontaine war 1999 vom Amt des Parteivorsitzenden und als Finanzminister zurück- und 2005 aus der SPD ausgetreten. Danach engagierte er sich in der WASG, die wenig später dann in der Linkspartei aufging, deren Vorsitzender er 2007 zusammen mit Lothar Bisky wurde.

S-400-Deal
Türkei: Auch andere NATO-Mitglieder nutzen bereits russische Raketensysteme

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Ankara (nex) – Auch wenn die USA den Druck auf die Türkei und Indien erhöhen, vom Kauf der S-400 zurückzutreten, waren in den vergangenen Jahren mindestens drei NATO-Mitglieder bereits im Besitz von russischen Raketenabwehrsystemen. Nachdem Indien im Oktober 2018 nach umfangreichen Gesprächen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Premierminister Narendra Modi über den Kauf von S-400-Raketenabwehrsystemen ein Abkommen mit Moskau unterzeichnet hat, sollen die Lieferungen im Oktober 2020 beginnen und bis April 2023 abgeschlossen sein. Die Türkei, die 2017 die Verhandlungen über den Kauf aufgenommen hat, wird voraussichtlich in den nächsten zwei Monaten ihre erste Bestellung erhalten. Bei dem NATO-Verbündeten Türkei ist Washingtons Haupteinwand gegen den geplanten Einsatz russischer Systeme, dass sie nicht mit der NATO-Ausrüstung kompatibel wären und eine Bedrohung für die Jagdflugzeuge F-35 des US-Herstellers Lockheed Martin darstellen würden, bei denen die Türkei ein potenzieller Käufer und Partner in Entwicklung und Produktion ist. Russland hat die frühere Version des S-300-Systems bisher an rund 20 Länder verkauft, darunter die NATO-Mitgliedsländer wie Bulgarien, Griechenland und die Slowakei. Die S-300-Raketen sind derzeit ein integrierter Bestandteil der Luftverteidigung Griechenlands – einer NATO-Nation – und wurden auch in Griechenland eingesetzt, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Experten gehen davon aus, dass die NATO-Streitkräfte und ihre Jets den in Griechenland stationierten Radarsystemen so stark ausgesetzt sind, wie sie es von dem in der Türkei stationierten Raketenschild her kennen. Es wird vermutet, dass die USA selbst 1994 ein Luftverteidigungssystem S-300 von Belarus gekauft hatten. Die New York Times berichtete jedoch, dass dies dazu gedacht sei, das System zu untersuchen, um seinen eigenen Patriot-Luftabwehrsystem zu modernisieren. Das S-400 Triumf-Raketensystem wurde vom russischen Almaz Central Design Bureau als Upgrade des S-300-Modells entwickelt und trägt Boden-Luft-Raketen, die eine Vielzahl von Flugzeugen aus Entfernungen von 40 bis 400 Kilometern (25 bis 250 Meilen) anvisieren können. Es wird derzeit als das beste Luftverteidigungssystem der Welt bezeichnet. Vorteile des S-400 Die S-400-Raketen sind mit modernsten Radarsystemen ausgestattet, die eine mobile Radarstation mit einer Reichweite zwischen 65 und 1.200 km (40-746 Meilen) und einer aktuellen maximalen Kapazität von 100 Zielen ermöglichen. Während in den USA hergestellte Kampfjets der fünften Generation, wie die F-35, entwickelt wurden, um das S-400-Sytem zu überwinden, wird angenommen, dass andere Flugzeuge wie die F-16 und F-18 Versionen nicht in der Lage sind, dem System auszuweichen. Betriebsmäßig besteht jedes S-400-Bataillon aus zwei Batterien mit je vier Trägerraketen für insgesamt 40 Trägerraketen in fünf Regimenten – genug, um zwei bis drei Großstädte zu schützen. Sie sind so konzipiert, dass sie alle Luftobjekte einschließlich Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und ballistische Raketen zerstören können. S-400 internationale Einsätze Russland verfügt derzeit über fünf S-400-Regimenter in seinem Territorium: zwei in Moskau und je eines in den pazifischen, baltischen und südlichen Militärbezirken, wobei bis 2020 weitere 28 Regimenter geplant sind, die jeweils aus zwei oder drei Bataillonen mit jeweils vier Systemen bestehen, hauptsächlich in See- und Grenzgebieten. Syrien, Belarus und China besitzen derzeit auch S-400-Systeme. Seit einigen Jahren bildet Russland chinesisches Militärpersonal für die Nutzung des Luftverteidigungssystems aus. China war der erste internationale Kunde, der 2014 einen Auftrag im Wert von drei Milliarden Dollar erteilte. Während die Türkei und Indien im Rampenlicht der Medien stehen könnten, sind Saudi-Arabien, Ägypten, Irak und Katar weitere US-Verbündete, die derzeit mit Moskau über die Hardware verhandeln. Im Februar 2017 erklärte Sergey Chemezov, CEO der Rostec Corporation – der staatlichen Firma, die die S-400 herstellt -, dass Ägypten an dem Flugabwehrsystem S-400 interessiert sei. Aber die Verhandlungen wurden aufgrund der finanziellen Probleme Ägyptens verschoben, berichtet Anadolu weiter. Raketensystem S-300, das in 17 Ländern eingesetzt wird, darunter NATO-Verbündete. Die frühere Version des S-400-Systems verwendet ein identisches Radarsystem und befindet sich derzeit im Besitz von 17 Ländern, darunter Griechenland, die Slowakei und Bulgarien – alle US-Verbündeten. Die Ukraine, Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Ägypten, Indien, Iran, Kasachstan, Venezuela, Vietnam, Georgien, Moldawien, Turkmenistan und Usbekistan haben ebenfalls die S-300. Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte, gab Ankara 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt. Die USA haben dieses Vorhaben Ankaras scharf verurteilt und ihren NATO-Partner gewarnt, dass sie, wenn der Kauf voranschreitet, die Teilnahme Ankaras am Jagdflugzeugprogramm F-35 neu bewerten müssten. „Die Türkei muss sich entscheiden“, warnte der amerikanische Vizepräsident Mike Pence. „Will sie ein echter Partner im erfolgreichsten Militärbündnis der Geschichte bleiben oder will sie die Sicherheit dieser Partnerschaft gefährden, indem sie solche rücksichtslosen Entscheidungen trifft, die unser NATO-Bündnis untergraben“, fragte Pence. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu drohte daraufhin mit einem Kauf russischer Kampfjets. „Es gibt die F-35, aber es gibt auch Flugzeuge, die in Russland hergestellt werden. Wenn wir keine F-35 kaufen können, wird die Türkei ähnliche Flugzeuge aus anderen Ländern kaufen. Und das wird so lange so fortgeführt, bis wir mit der Produktion unserer eigenen Kampfjets der fünften Generation beginnen“, zitiert der türkische Nachrichtensender NTV Cavusoglu. Moskau lobt Erdogans „harte Haltung“ Russland begrüßt die „harte Haltung“ des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gegenüber den USA. „Der Druck ist in der Tat beispiellos. Wir begrüßen die ziemlich harte und kategorische Haltung von Präsident Erdogan. Wir glauben, dass nur diese Position es uns ermöglicht, tatsächlich einen freien und souveränen Dialog aufzubauen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in der Sendung „Moskau. Kreml. Putin“ des russischen TV-Kanals Rossiya-1TV. Russland und die Türkei gehörten laut Peskow zu den wenigen Länder auf der Welt, die souverän und selbstständig handeln könnten.

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– Türkische Rüstungsindustrie – Sicherheitsexperten: Türkische Rüstungsunternehmen bringen israelische Waffenindustrie in große Bedrängnis

Das angespannte Verhältnis zur Türkei wirkt sich negativ auf die israelische Rüstungsindustrie aus, schreibt ein sicherheitspolitisches Fachmagazin. Die Türkei kaufe nicht nur keine Rüstungsgüter für den eigenen Bedarf mehr in Israel, sondern mache dem Land zusätzlich auch noch erfolgreich Konkurrenz auf dem Weltmarkt.

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