Yeni Parti-Gründung
Türkei: Neue Partei zersplittert Opposition

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Ankara – In der türkischen Politik hat sich ein historisches Beben ereignet: Nach einer beispiellosen innerparteilichen Krise haben rund 90 Abgeordnete der Republikanischen Volkspartei (CHP) die Fraktion verlassen und sind zu einer neu gegründeten Partei übergetreten.

Damit verliert die traditionsreiche CHP nach vielen Jahrzehnten schlagartig ihren Status als stärkste Oppositionskraft (Ana Muhalefet Partisi) im türkischen Parlament.

Der politische Paukenschlag zeichnete sich nach monatelangen juristischen und internen Machtkämpfen ab. Nachdem der jüngste Parteitag der CHP gerichtlich annulliert wurde und der frühere Vorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu an die Spitze der Partei zurückkehrte, zog die Reformgruppe um Özgür Özel die Reißleine. Am heutigen 24. Juli folgte die offizielle Konsequenz: die Gründung der neuen politischen Kraft mit dem Namen „YENI Parti“ (Neue Partei).

Historischer Kollaps der CHP

Der Massenaustritt der rund 90 Abgeordneten gleicht einer Kernschmelze für die älteste Partei der Republik, die von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk ins Leben gerufen wurde.

Durch den Verlust von fast zwei Dritteln ihrer Mandate schrumpft die verbliebene CHP-Fraktion im Parlament (TBMM) auf einen historischen Tiefstand zusammen und fällt im Ranking der Fraktionsstärken weit zurück.Der Status der offiziellen Hauptopposition geht damit ab sofort direkt an die neu formierte Fraktion über.

Für die politische Landschaft der Türkei bedeutet dies das Ende einer Ära, in der die CHP über Jahrzehnte hinweg das unangefochtene Gesicht des säkularen Widerstands gegen die Regierung darstellte.

Erdoğans Triumph: Eine zersplitterte Opposition

Für Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan und seine regierende AKP kommt die aktuelle Spaltung zur perfekten Zeit. Nach den empfindlichen Verlusten der AKP bei den Kommunalwahlen sah sich die Regierung mit einer erstarkten Opposition konfrontiert. Die jetzige Zersplitterung pulverisiert diese Gefahr vorerst.

Analysten betonen, dass der Kollaps der CHP strategisch kaum besser für die Regierungsspitze hätte laufen können. Durch die Aufspaltung des Oppositionslagers in die Kılıçdaroğlu-CHP und die neue Özel-Partei wird das Wählerpotenzial massiv fragmentiert. 

Symbolträchtiges Gründungsdatum

Die Abspaltung rund um Özgür Özel setzt derweil auf maximale Symbolik. Das Gründungsdatum am 24. Juli wurde bewusst gewählt, da es sich um den Jahrestag des Vertrags von Lausanne handelt – dem Gründungsdokument der modernen türkischen Republik.

Mit dem Slogan einer „Türkei-Allianz“ (Türkiye İttifakı) und den Nationalfarben Rot und Weiß will die neue Gruppierung enttäuschte Wählerinnen und Wähler aufsuchen.

Während sich die Reste der CHP im absoluten Chaos neu sortieren müssen, versucht die frisch gegründete YENI Parti das entstandene Vakuum sofort zu füllen. Ihr erklärtes Ziel ist es, trotz des erschwerten Starts und ohne staatliche Parteienfinanzierung, die Führung im Kampf gegen Erdoğans AKP zu übernehmen.

 


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Der nächste türkische Präsident: Hakan Fidan

Griechenland
Zum 31. Todestag von Dr. Sadık Ahmet: Das Vermächtnis eines Bürgerrechtlers

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Komotini – Jedes Jahr am 24. Juli erinnern Angehörige der türkisch-muslimischen Minderheit in Westthrakien sowie viele Menschen in der Türkei an Dr. Sadık Ahmet. Sein Todestag steht bis heute für den Verlust eines Mannes, der für zahlreiche Menschen weit mehr war als ein Arzt: Er war eine prägende Stimme im Einsatz für die Rechte der türkischen Minderheit in Nordostgriechenland. Am 24. Juli 2026 jährt sich sein Tod zum 31. Mal.

Geboren wurde Sadık Ahmet am 7. Januar 1947 im westthrakischen Dorf Küçük Sirkeli (Agra) nahe Komotini (Gümülcine). Seinen Namen erhielt er von seinem Großvater, Değirmenci Sadık Efendi, der als Müller in der Region hohes Ansehen genoss. Seine Mutter Fehime Hanım stammte aus dem Dorf Mehrikoz (Ürpek), ebenfalls im Raum Komotini.

Seine Kindheit fiel in eine Zeit großer Umbrüche. Nach dem Zweiten Weltkrieg erschütterte der griechische Bürgerkrieg das Land. Auch die Dörfer der türkisch-muslimischen Bevölkerung Westthrakiens blieben von den Auseinandersetzungen nicht verschont. Bewaffnete Gruppen überfielen wiederholt Ortschaften, verschleppten Bewohner oder töteten sie. Zu den Opfern gehörte auch ein Verwandter der Familie Ahmet, weshalb diese zeitweise Schutz bei Angehörigen in Komotini suchte.

Der Vater ernährte die Familie mit landwirtschaftlicher Arbeit und dem Bau von Wagenrädern. Sadık Ahmet wuchs in einfachen Verhältnissen auf, half früh im Familienbetrieb mit und besuchte zunächst die Dorfschule. Anschließend wechselte er an die türkisch-muslimische Celal-Bayar-Mittelschule und das Gymnasium in Komotini.

Schon als Schüler entdeckte er seine Leidenschaft für das Schreiben. Erste Artikel erschienen in der türkischsprachigen Regionalzeitung „Akın“. Bereits damals zeichnete sich sein Interesse an den gesellschaftlichen Anliegen der türkischen Minderheit ab – ein Engagement, das später sein gesamtes Leben bestimmen sollte.

Nach dem Schulabschluss begann Ahmet 1966 ein Medizinstudium an der Universität Ankara. Ein Jahr später setzte er seine Ausbildung an der Aristoteles-Universität Thessaloniki fort und schloss das Studium 1974 erfolgreich ab. Anschließend leistete er seinen Wehrdienst in Griechenland als einfacher Soldat.

Als Arzt genoss Dr. Sadık Ahmet in seiner Heimat großes Vertrauen. Parallel zu seiner medizinischen Tätigkeit engagierte er sich zunehmend für die Belange der türkischen Minderheit in Westthrakien.

Im Mittelpunkt stand dabei die Frage der ethnischen Selbstbezeichnung. Während sich viele Angehörige der Minderheit als Türken muslimischen Glaubens verstehen, vertrat der griechische Staat über Jahrzehnte die Auffassung, es handele sich ausschließlich um eine religiöse – nicht jedoch ethnische – Minderheit. Dieser grundlegende Dissens prägte zahlreiche politische und juristische Auseinandersetzungen.

1985 initiierte Ahmet eine vielbeachtete Unterschriftenkampagne, bei der nach unterschiedlichen Angaben rund 15.000 Unterschriften gesammelt wurden. Ziel war es, auf die Anliegen der Minderheit aufmerksam zu machen und ihre Rechte stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken.

Sein Engagement blieb nicht ohne Folgen. Wegen verschiedener politischer Aktivitäten wurde Dr. Sadık Ahmet mehrfach strafrechtlich verfolgt und zu Haftstrafen verurteilt. Internationale Menschenrechtsorganisationen beobachteten die Verfahren aufmerksam und verwiesen auf Fragen der Meinungs- und Vereinigungsfreiheit.

Bei den griechischen Parlamentswahlen 1989 gelang ihm als erstem unabhängigen Vertreter der türkisch-muslimischen Minderheit der Einzug in das Athener Parlament. Seine Wahl wurde später jedoch für ungültig erklärt. Nachdem er 1990 in einer öffentlichen Rede die Bezeichnung „Türken“ für die Minderheit verwendet hatte, wurde er erneut verurteilt.

Vor seinem Haftantritt sprach Ahmet jene Worte, die bis heute vielfach zitiert werden:

„Nur weil ich Türke bin, muss ich ins Gefängnis. Wenn es strafbar ist, Türke zu sein, sage ich noch einmal, dass ich Türke bin und es auch bleiben werde.“

Diese Aussage machte ihn für viele Angehörige der Minderheit zu einem Symbol des Einsatzes für Identität, Meinungsfreiheit und Minderheitenrechte.

1993 wurde das griechische Wahlrecht geändert und eine landesweite Drei-Prozent-Sperrklausel eingeführt. Kritiker sahen darin unter anderem eine erhebliche Hürde für unabhängige Minderheitenkandidaten.

Am 24. Juli 1995 kam Dr. Sadık Ahmet bei einem Verkehrsunfall im Dorf Susurköy (Sostis) ums Leben. Die Umstände seines Todes sind bis heute Gegenstand unterschiedlicher Bewertungen und Spekulationen; eine allgemein anerkannte Klärung der offenen Fragen erfolgte nicht.

Mehr als drei Jahrzehnte nach seinem Tod bleibt Dr. Sadık Ahmet eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der türkisch-muslimischen Minderheit in Westthrakien. Für die einen war er ein unbeirrbarer Bürgerrechtler, für andere eine umstrittene politische Figur.

Unbestritten ist jedoch, dass sein Wirken die Debatte über Minderheitenrechte, kulturelle Identität und politische Teilhabe in Griechenland nachhaltig geprägt hat. Sein Name steht bis heute für den Versuch, gesellschaftliche Anerkennung und gleiche Rechte mit den Mitteln des politischen und zivilgesellschaftlichen Engagements einzufordern.

Kemal Bölge

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Israel
ARTE-Doku: Drastische Zunahme der Siedlergewalt an Palästinensern

Jerusalem – Eine aktuelle Fernsehdokumentation des europäischen Kultursenders ARTE legt die tiefgreifenden strukturellen und völkerrechtlichen Veränderungen im besetzten Westjordanland offen.

Ein zentraler Schwerpunkt der journalistischen Recherche liegt dabei auf der drastischen Zunahme gewaltsamer Übergriffe militanter Siedlergruppen auf die umliegende arabische Zivilbevölkerung.

Die im Juli 2026 veröffentlichte investigative Reportage dokumentiert schwerwiegende Vorfälle im palästinensischen Dorf Jalud bei denen organisierte Gruppen von Siedlern systematisch landwirtschaftliche Infrastrukturen zerstörten Olivenhaine in Brand steckten und gezielt medizinische Dorfkliniken attackierten.

Die Brisanz dieser Entwicklung wird durch interne Dokumente der israelischen Armee (IDF) unterstrichen. Demnach warnte die militärische Führung der IDF die eigene Regierung bereits mehrfach schriftlich vor diesen als „nationalistische Straftaten“ eingestuften Übergriffen da die anhaltende Gewalt das Risiko eines unkontrollierbaren Flächenbrandes in der gesamten Region massiv erhöht.

Systematische Legalisierung und staatlich gestützte Expansion

Diese Gewalteskalation geht Hand in Hand mit einer beispiellosen staatlichen Annexion: Die Dokumentation zeigt detailliert wie die israelische Regierung kurz vor den für den 27. Oktober angesetzten Parlamentswahlen die rückwirkende Legalisierung von insgesamt 37 bislang nicht genehmigten jüdischen Siedlungen vorangetrieben hat.

Politische Analysten und Regionalexperten werten diesen koordinierten Schritt als gezielten Versuch der nationalistischen Koalition in Jerusalem noch vor einem potenziellen Regierungswechsel vollendete territoriale Tatsachen zu schaffen und eine künftige Zweistaatenlösung im Nahen Osten dauerhaft unmöglich zu machen.

Am konkreten Beispiel des strategisch wichtigen Außenpostens Esh Kodesh der sich in den Bergen zwischen den palästinensischen Städten Ramallah und Nablus befindet veranschaulicht der Bericht die Mechanismen dieser staatlich gestützten Expansion.

Das Viertel wurde ursprünglich von radikalen Siedlern ohne jegliche behördliche Genehmigung auf privatem palästinensischem Land errichtet. Die Dokumentation zeigt auf wie diese provisorischen Zelt- und Containerlager über die Jahre hinweg systematisch an die staatliche Strom- und Wasserinfrastruktur angeschlossen und schließlich durch nachträgliche Kabinettsbeschlüsse rechtlich legitimiert wurden. Diese Praxis führt zu einer kontinuierlichen Fragmentierung des palästinensischen Territoriums und einer schleichenden Annexion der Region.

Wirtschaftliche Nutzung und völkerrechtlicher Status

Neben der rein territorialen Landnahme beleuchtet das investigative Format auch die ökonomischen Dimensionen der Siedlungspolitik. Auf den ehemals palästinensischen Agrarflächen haben sich in den vergangenen Jahren florierende landwirtschaftliche Großbetriebe und private Weingüter etabliert.

Die dort produzierten Güter und Weine werden unter Umgehung internationaler Kennzeichnungsrichtlinien in großem Stil in die Vereinigten Staaten und nach Europa exportiert was den Siedlungen eine stabile wirtschaftliche Basis sichert.

Internationale Gremien sowie die UN-Sicherheitsratsresolution 446 betonen unverändert dass all diese Aktivitäten keinerlei rechtliche Gültigkeit besitzen und schwerwiegend gegen das völkerrechtliche Besatzungsverbot verstoßen.

Auch ein jüngstes Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) forderte den sofortigen Stopp aller Siedlungsaktivitäten was von den Akteuren vor Ort jedoch weiterhin ignoriert wird.

 


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Israel: „Es wird in Gaza keine Araber mehr geben“

Tourismus
Digitalisierung im Tourismus: Ägypten führt digitales „Visa on Arrival“ per QR-Code ein

Kairo – Das ägyptische Ministerium für Tourismus & Altertümer hat ein neues, vollständig digitales Visa-on-Arrival-System angekündigt, das einen Meilenstein in der Modernisierung der nationalen Einreiseverfahren für internationale Reisende darstellt.

Die Pilotphase dieses hochinnovativen Systems startet am 1. August 2026 am Internationalen Flughafen Kairo und umfasst zunächst alle dortigen Ankunftsterminals.

Dieses Projekt bildet den ersten Schritt einer umfassenden, landesweiten Digitalisierungsstrategie, in deren Verlauf das neue Verfahren schrittweise an allen weiteren Verkehrsflughäfen des Landes implementiert werden soll.

Das primäre Ziel der Behörden ist es, den bürokratischen Aufwand bei der Landung drastisch zu reduzieren und den Besuchern ein beschleunigtes, zeitgemäßes Einreiseerlebnis zu bieten.

QR-Code ersetzt den traditionellen Papieraufkleber

Im Zentrum der Neuerung steht die vollständige Abschaffung des traditionellen Visumaufklebers aus Papier, welcher durch einen digitalen Visa-QR-Code ersetzt wird.

Reisende können diesen Code flexibel über drei verschiedene Kanäle anfordern: über das offizielle Online-Portal, das exakt 48 Stunden vor dem Start der Pilotphase freigeschaltet wird, über eine dedizierte mobile Anwendung oder direkt an neu installierten Selbstbedienungsautomaten in den Ankunftshallen des Kairoer Flughafens. Der QR-Code kann wahlweise vor der Abreise, während des Fluges oder unmittelbar nach der Landung generiert werden. 

Die Grenzbeamten scannen den Code, der per E-Mail auf dem Smartphone vorgezeigt oder ausgedruckt werden kann, zusammen mit dem Reisepass ab. Jeder generierte Code besitzt ab dem Zeitpunkt der Ausstellung eine Gültigkeit von 48 Stunden, bei Gesamtkosten von 36 US-Dollar.

Während der Testphase laufen das digitale und das papierbasierte System parallel, nach Abschluss wird der Papieraufkleber jedoch dauerhaft eingestellt.

Umfassende Modernisierung der Urlaubsdestination Ägypten

Die Einführung des digitalen Visums ist kein isolierter Schritt, sondern gliedert sich nahtlos in ein großangelegtes Modernisierungsprogramm für die ägyptische Tourismusinfrastruktur ein.

Bereits am 1. Februar 2026 hatte die Regierung die traditionellen Einreise- und Ausreise-Landekarten aus Papier an allen Flughäfen ersatzlos gestrichen und durch eine digitale Passagierdatenbank ersetzt, die mit dem internationalen API-System verknüpft ist.

Diese fortlaufenden Investitionen in smarte, reisefreundliche Technologien sollen die Attraktivität Ägyptens als eine der weltweit führenden Urlaubsdestinationen weiter untermauern und das Image der Destination im globalen Wettbewerb nachhaltig stärken.

Reibungsloser Übergang für Urlauber aus Europa

Für die europäische Reisebranche bleibt Ägypten aufgrund seiner einzigartigen Kombination aus Jahrtausende alter Kultur und erstklassigen Baderesorts ein absoluter Favorit. Destinationen wie Hurghada, Scharm El-Scheich und Marsa Alam verzeichnen kontinuierlich hohe Buchungszahlen, während kulturelle Rundreisen in Luxor oder Kairo sowie Nilkreuzfahrten unverändert boomen.

Durch den Abbau von Wartezeiten in den Ankunftshallen und den Verzicht auf Bargeldzahlungen an den Flughafenschaltern passt sich das Land den Bedürfnissen moderner Reisender an. Das Ministerium ermutigt Fluggesellschaften und Reiseveranstalter nachdrücklich, diese neuen Richtlinien proaktiv an ihre Kunden weiterzugeben, um einen reibungslosen Übergang ab August zu gewährleisten.

 


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Göbeklitepe: Wie der deutsche Archäologe Klaus Schmidt die Geschichte neu schrieb

Hstorischer Kurzfilm
Kriegsverbrechen 1921: Film zeigt Massaker an Türken

Atça/Aydın – In der westtürkischen Provinz Aydın sind die Dreharbeiten zum historischen Kurzfilm „Das Massaker in der Çomaklı-Ebene von Atça“ abgeschlossen worden.

Die Produktion basiert auf dem dritten Band des Werkes Yörük Ali Efe des Autors Sabahattin Burhan und greift historische Ereignisse aus den Jahren des Türkischen Unabhängigkeitskrieges auf.

Der Film erzählt die Geschehnisse in der Çomaklı-Ebene bei Atça während der griechischen Besatzung Westanatoliens im Jahr 1921. Im Mittelpunkt stehen Gewaltverbrechen an der türkischen Zivilbevölkerung, die sich nach türkischen historischen Quellen während der Besatzungszeit von 1919 bis 1922 ereignet haben und bis heute einen festen Platz in der regionalen Erinnerungskultur einnehmen.

Die Dreharbeiten fanden an Originalschauplätzen in und um Atça statt. Besonderer Wert wurde auf eine authentische Rekonstruktion der Epoche gelegt – von den Kostümen über die Ausstattung bis hin zur Gestaltung der historischen Schauplätze. Die Aufnahmen, die am 11. Juli 2026 begonnen hatten, wurden in der vergangenen Woche planmäßig abgeschlossen.

Regie führt Osman Emre. Für die Kamera zeichnen Deniz Kuyumcu und Aydın Yücel verantwortlich. Die Produktionsleitung übernimmt Kamil Okyay, die Gesamtkoordination liegt bei Oğuz Mucan. Die künstlerische Leitung verantwortet Dilek Üstaş, während die Filmmusik von Saykı und Oğuz Mucan komponiert wird. Zum Ensemble gehören Mustafa Benli, Alperen Şahin, Tanzer Ünal, Niyazi Üstaş, Mehmet Gülseven, Hasan Yüksel, Sait Özçakır und Firdevs Serpil Biçer.

Das Filmprojekt wurde mit maßgeblicher Unterstützung des Ortsvorstehers (Muhtar) von Atça, Ali Keleş, sowie der Einwohnerinnen und Einwohner und örtlichen Gewerbetreibenden realisiert.

Ziel der unabhängigen Produktion ist es, ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Geschichte Westanatoliens einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und die Erinnerung an die zivilen Opfer der Kriegsjahre filmisch aufzuarbeiten.

Nach dem Abschluss der Dreharbeiten befindet sich der Kurzfilm derzeit in der Postproduktion. Im Anschluss ist eine Präsentation auf nationalen und internationalen Filmfestivals vorgesehen.

In der türkischen und aserbaidschanischen Geschichtswissenschaft hat sich der Fachbegriff Mezalim für massenhafte Gewaltverbrechen an der muslimischen Zivilbevölkerung etabliert.

Kemal Bölge, Aydın

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Srebrenica: Albrights und Soros‘ Kampf für die Muslime

Gastbeitrag
Thomas: Israelkritik muss lauter und kompromissloser werden

Ein Gastkommentar von Michael Thomas

Wir leben in einer ebenso erstaunlichen wie bedrohlichen und bedenklichen Zeit.

Seit nunmehr sehr vielen Jahren hat sich der öffentliche Dialog im Hinblick auf Israel durch besondere Strategien ernstlich verschoben.

Einzelne pro-israelische Argumentationsstränge werden besonders hervorgehoben und durch gewissermaßen kultische und rituelle Handlungen und Reden in einen heiligen Status verwandelt, der nach allgemeiner Auffassung nicht diskutiert werden darf.

Israel – wo liegt die Grenze sachlicher Gespräche?

So behandelt jede Nachkriegsregierung Deutschlands den Staat Israel undifferenziert ausschließlich nur als Fluchtstätte der Juden, an denen sich das Dritte Reich vergangen hat. Wichtig ist hier gerade die Idee, so zu tun, als bestünde Israel aus nichts anderem. Der Staat wird nicht als solcher, sondern nur als Refugium von Opfern behandelt und betrachtet. Das hat keineswegs erst mit der Regierung Helmut Kohls, sondern direkt nach Ausrufung der neuen Bundesrepublik begonnen.

Unnötig festzustellen, dass dieses Verhältnis zu Israel weder ein objektives noch sachlich zu vertretendes darstellt. Dennoch wurde es so manifestiert. Alles, was in Deutschland zum Verhältnis zu Israel diskutiert wird, erhält sofort grundsätzlich und unmittelbar die Konnotation Holocaust.

Begleitend erweckt sowohl Israel als auch beispielsweise sowohl die US-amerikanische wie auch die deutsche Regierung den Eindruck einer Gleichbedeutung von Israel und Judentum.

Der Staat wird gleichsam aus der Staatengemeinschaft erhoben und genießt durch die Geschichte des Holocaust einen absoluten Sonderstatus. Das zeigt sich überdeutlich in der haarsträubenden Diskussion um das vorgebliche „Existenzrecht“, das exklusiv nur Israel und keinem anderen Staat auf der Welt zugestanden werden soll.

Das kalkulierte Schweigen zu Völkerrechtsverstößen

Faszinierenderweise funktioniert jedoch eine besondere flankierende Strategie bis heute erstaunlich erfolgreich: Wenn auch seit jetzt Jahrzehnten in steigender Anzahl objektiv und mit Fakten belegte Berichte über teilweise extreme Verstöße Israels gegen jedes Völker- und Menschenrecht publik werden, erfahren diese grundsätzlich keine Würdigung durch „befreundete“ Regierungen.

Trivial ausgedrückt: Sie werden einfach totgeschwiegen.

Wenn in Bundespressekonferenzen gezielt darauf angesprochen wird, verlautbart die Regierung lediglich, man müsse das prüfen, man verfüge selbst nicht über Erkenntnisse, man werde zum Thema sicherlich „mal telefonieren“ und sei insgesamt „besorgt“. Zu keinem Zeitpunkt erfolgt eine unmissverständliche Verurteilung.

Ob nun wie im Folterlager Sde Teiman gefesselten Gefangenen Stöcke in den Anus gestoßen, in Gaza Kinder gezielt durch Scharfschützen abgeknallt oder Menschen von führenden israelischen Politikern öffentlich als „Tiermenschen“ bezeichnet werden, ist gleichgültig.

Ich wiederhole mich hier absichtsvoll: Das sind keine Ungeschicklichkeiten, keine einzelnen Unterlassungssünden, keine temporären Wahrnehmungsstörungen, sondern hier handelt es sich um eine dezidierte, konsequent verfolgte Strategie.

Ungleichgewicht in der politischen Rhetorik
Auf der anderen Seite wird jedoch alles, was gegen palästinensischen Widerstand ins Feld gebracht oder nötigenfalls erdacht und erfunden werden kann, von der deutschen Regierung dankbar aufgegriffen, überbetont, bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit präsentiert und ausgewalzt.

So erklärte Annalena Baerbock im Amt als Außenministerin öffentlich und vor laufenden Kameras, ein Video von der Vergewaltigung einer Israelin durch einen Hamas-Kämpfer gesehen haben zu wollen – das nachweislich überhaupt nicht existiert.

Sie hat ein Dokument öffentlich herbeifantasiert, von dem die israelische Regierung in Halbsätzen Andeutungen gemacht, es aber niemals präsentiert hat. Das Märchen von angeblich „40 enthaupteten Babies“ wurde von Regierungen öffentlich entrüstet vertreten und verbreitet, Dementis, als bekannt wurde, dass die Geschichte erlogen war, jedoch nicht.

Ebenso versuchen Heerscharen von Menschen rund um den Globus seit Jahrzehnten, sowohl die israelische als aber auch die deutsche und US-amerikanische Regierung mit sauber recherchierten und mit zahllosen Beweisen unterlegten Berichten zur Rede zu stellen.

Die Wirkungslosigkeit sachlicher Argumentation

Da wird sachlich korrekt, meist mit gesetzten und vorsichtigen Worten Klage erhoben, Antwort, Reaktion, Stellungnahme und Veränderung verlangt.

Aber wie oben bereits festgestellt: All dies Material wird ausgesessen und totgeschwiegen. Es findet einfach keine Reaktion statt. Nichts.

Solange sich daran nichts ändert, kann und wird Israel seine Ziele mit unnachgiebiger Härte, Grausamkeit, politischer Unverwundbarkeit und Konsequenz weiter verfolgen. Dieser Dreiklang der starrsinnig vorangetrieben, permanent wiederholten Narrative beschützt es vor allen Verurteilungen: Israel sei immer nur Opfer, alle würden nur Juden hassen und es verteidige sich angeblich nur selbst.

Die Mittel sachlicher Dialoge, sauber erhobener und präsentierter Fakten, ruhiger Gesprächsangebote haben sich in den zurückliegenden vierzig Jahren und mehr so wirkungsvoll gezeigt wie ein gespucktes Papierkügelchen gegen einen Elefanten, der einfach weitertrottet.

Das Problem dieser Wirkungslosigkeit liegt im festen Willen Deutschlands etwa begründet, nicht nur nichts an seiner Unterstützung Israels verändern, sondern sogar anwachsenden Widerstand dagegen mit maximaler Staatsgewalt unterdrücken zu wollen.

Solange sich diese Regierung nicht ausweglos dazu gezwungen sieht, sich endlich öffentlich dieser Diskussion zu stellen, solange wird sie auch alles unternehmen, diese zu unterdrücken. Wenn sich die bisher verwendeten Mittel als unzureichend dazu zeigen, diesen Druck aufzubauen, werden sie sich soweit zu verändern haben, bis sie beginnen, Wirkung zu zeigen.

Die historische Parallele und die Notwendigkeit neuer Mittel
Ein Beispiel: Vor mehr als 45 Jahren sah ich erstmals einen Originalausschnitt einer Rede von Josef Goebbels, der unter dem tosenden Beifall einer sich von den Sitzen erhebenden Menge sagte:

„Wir werden den Juden das freche Lügenmaul schon stopfen!“

Abgesehen davon, dass zu diesem Zeitpunkt blutige Attentate von Nazis auf Sozialdemokraten und Kommunisten längst Tagesgeschäft waren, würde es damals wohl kaum genützt haben, sich Goebbels Rede mit dem halblaut gemurmelten Protest: „Nein, Juden haben kein Maul, sie sind nicht frech und sie lügen auch nicht.“ entgegenstellen zu wollen.

Wir löschen kein Haus, wenn wir mit einem halben Glas lauwarmem Wasser zum Feuer laufen und dabei von Horden überholt werden, die Benzinkanister dorthin tragen. Wenn es nicht gelingt, mit wirkungsvollerer, ja weil drastischerer Sprache durchzudringen, um den Hebel kraftvoller zu gestalten, mit dem wir die eigene Regierung zur Reaktion drängen können, werden zweifellos über die nächsten Dekaden Hunderttausende mehr sterben, Landstriche verwüstet und mit einem unmenschlichen System überzogen werden, das sich allen Ernstes für „erwählt“ hält, so wie sich die Nazis damals einbildeten, „Herrenmenschen“ zu sein.

Eine Zeit der politischen Korrektheit gab es noch nie, seit es Israel gibt, und sachlich ruhig vorgetragene Argumente haben noch nie funktioniert.

Plädoyer für einen lauter und aggressiver geführten Diskurs
Wer nicht zur Waffe oder gar Bombe greifen will, muss entweder andere Mittel ersinnen oder die deutlich verschärfen, über die er verfügt. Wird dies unterlassen, so meine unumstößliche Überzeugung, greifen Judenhass, Gewalt und Streiterei immer schärfer um sich.

So halte ich es persönlich nicht nur für vertretbar, sondern geradezu für notwendig, auf allen Ebenen politischen wie gesellschaftlichen Lebens eine auch anrempelnde Sprache zu verwenden, durchaus um Streit zu entzünden.

Dieser Streit zeigt nicht nur die Anwesenheit von Widerstand, der ansonsten verschluckt, übersehen und totgeschwiegen wird, sondern gibt randständigen Zweiflern auch Denkanstöße. Dieser Streit kann Erschütterungen auslösen, aber letztlich Gewalt verhindern.

Denn soviel ist natürlich auch richtig: Wenn die Szene der Israelkritik langanhaltend die Erfahrung ihrer völligen Hilflosigkeit, ihrer Ausblendung, Marginalisierung macht, kriminalisiert, verhaftet und mit Schlagstöcken malträtiert wird, wird sie sich anderweitig ein Ventil suchen. Und wir erleben derzeit bereits, dass sich undifferenzierte Übergriffe auf Juden weltweit deutlich vermehrt haben.

Die Bilder und Informationen aus den von Israel besetzten, bekriegten und verwüsteten Regionen reißen nicht ab. Viele davon erzählen von schier unfassbaren Grausamkeiten und einige davon erzeugen Wut, Verzweiflung und Hass.

Wenn Umfragen längst belegen, dass Israel derzeit der verachtetste Staat der Welt ist, noch vor Nordkorea übrigens, kann man ermessen, dass das Gefühl der Hilflosigkeit gefährliche Ausmaße annehmen kann, dem ein zufällig vorübergehender Jude irgendwo zum Opfer fallen kann. Aber Gewalt ist niemals eine Lösung.

Es mag eine deprimierende Idee sein, aber sie ist zweifellos richtig: Präsenz und Lautstärke dominieren das Feld – und das hat seit langer Zeit die pro-israelische Fraktion fest im Griff. Der Kampf muss zwingend lauter geführt werden und zur Schicksalsfrage von Regierungen werden.

Somit plädiere ich für eine neue Form der Unsachlichkeit, um die seit langem unsachliche und in wesentlichen Teilen völlig irrationale Sprachregelung scharf und auch aggressiv in Zweifel zu ziehen, mit der die Phalanx des Widerstandes derzeit konfrontiert wird.

Nur über diesen Weg können sich überzeugendere Mehrheiten bilden, die eines Tages einen überzeugenden Hebel darstellen, um Veränderungen herbeizuführen – was ganz nebenbei gesagt auch die Ziel- und Sinngebung einer Demokratie ist.

Werden wir lauter, unverschämter, wütender, ja auch unsachlicher, wenn wir Gewalt verhindern und vermeiden wollen!


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor 

Michael Thomas ist Privatier, Fotograf, leidenschaftlich an Ägyptologie und Literatur interessiert, mit der er vor vielen Jahren als Autor regional einige Beachtung fand. Er verfolgt interessiert das Weltgeschehen durch Beobachtung internationaler Presse. Seinen Fokus legt er insbesondere auf die Palästinafrage und auf die islamische Welt.

 

Netanjahu-Haftbefehl
NYC-Bürgermeister Mamdani: Netanjahu ist ein Kriegsverbrecher

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New York – New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hat seine Position als eine der profiliertesten und konsequentesten Stimmen der Israel-Kritik innerhalb der US-amerikanischen Politiklandschaft nachdrücklich untermauert.

In einer viel beachteten Videobotschaft, die über die Onlineplattform X verbreitet wurde, bezeichnete der erste muslimische Bürgermeister in der Geschichte der Weltmetropole den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu unumwunden als einen Kriegsverbrecher.

In dem über zwei Minuten langen Video machte Mamdani den israelischen Regierungschef persönlich für den Tod von mehr als 73.000 Menschen und die Verstümmelung Zehntausender Kinder im Gazastreifen verantwortlich.

Er betonte in seiner Ansprache vor der Weltöffentlichkeit, dass Netanjahu angesichts dieser verheerenden humanitären Lage und der mutmaßlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor ein internationales Tribunal in Den Haag gehöre und auf New Yorker Boden absolut nicht willkommen sei. Mamdani unterstrich in seiner Botschaft zudem den universellen Charakter dieser Forderung und betonte, dass diese rechtliche Konsequenz für jeden Staatsführer weltweit gelten müsse, gegen den ein rechtskräftiger internationaler Haftbefehl vorliege.

Mit diesem offensiven Auftritt knüpft der progressive Kommunalpolitiker nahtlos an seine klaren Zusagen aus dem vergangenen Jahr an. Bereits während seines intensiven Bürgermeister-Wahlkampfs im Jahr 2025 hatte Mamdani im Falle eines Wahlsieges medienwirksam angekündigt, das New York City Police Department (NYPD) anzuweisen, Netanjahu bei dessen nächster Einreise zur UN-Generalversammlung festnehmen zu lassen.

Um dieses historische Versprechen in die Realität umzusetzen, beauftragte die Stadtverwaltung nach seinem Amtsantritt das New York City Law Department mit einer umfassenden juristischen Prüfung. Die Rechtsabteilung der Metropole analysierte in den vergangenen Tagen akribisch alle verfassungsrechtlichen und kommunalen Wege, um den offiziellen Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) aus dem Jahr 2024 auf städtischem Boden zu vollstrecken

.Anwälte prüfen juristische Wege für das NYPD

Die detaillierte Auswertung der New Yorker Juristen ergab im Ergebnis jedoch komplexe föderale Hürden, die einem direkten Zugriff der lokalen Polizeibehörden entgegenstehen.

Nach den geltenden Gesetzen des US-Bundesrechts und den Bestimmungen des offiziellen UN-Hauptquartier-Abkommens besitzen kommunale Sicherheitskräfte keine unabhängige rechtliche Autorität, um eigenmächtige Festnahmen von ausländischen Regierungschefs durchzuführen, da diesen auf Bundesebene diplomatische Immunität garantiert wird.

Angesichts dieser rechtlichen Realität änderte Mamdani seine Strategie und richtete in seiner Videobotschaft einen dringenden und unmissverständlichen Appell an die übergeordneten staatlichen Behörden der Vereinigten Staaten. Er forderte die Bundesregierung in Washington auf, sich den völkerrechtlichen Statuten des IStGH anzuschließen, die eigene Blockadehaltung aufzugeben und Netanjahu bei dessen geplanter Ankunft im September im Sinne der globalen Gerechtigkeit eigenständig in Gewahrsam zu nehmen.

Gegenwind durch Donald Trump via Truth Social

Der mutige außenpolitische Vorstoß des New Yorker Bürgermeisters stieß auf der nationalen Bühne umgehend auf den erbitterten Widerstand der konservativen Kräfte. US-Präsident Donald Trump schaltete sich persönlich in die Debatte ein, um den progressiven Forderungen aus dem New Yorker Rathaus ein rigides Ende zu setzen.

In einer Erklärung auf seiner Plattform Truth Social stellte Trump am Dienstag unmissverständlich klar, dass eine Festnahme des israelischen Regierungschefs in Trump unterstrich die unerschütterliche strategische Partnerschaft zwischen Washington und Tel Aviv. Er betonte dabei nachdrücklich, dass die Vereinigten Staaten kein Mitglied des Internationalen Gerichtshofs sind, dessen Jurisdiktion grundsätzlich nicht anerkennen und jeglicher Kooperation amerikanischer Behörden mit dem Gericht in Den Haag eine fundamentale Absage erteilen.

Ungeachtet des massiven Drucks aus dem Weißen Haus und scharfer Angriffe pro-israelischer Verbände bleibt Mamdani seiner kompromisslosen Linie treu und fordert weiterhin eine lückenlose juristische Aufarbeitung der Geschehnisse im Nahen Osten auf der ganz großen Weltbühne.

Haftbefehl gegen Benjamin Netanjahu

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat am 21. November 2024 Haftbefehl gegen Benjamin Netanjahu wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gazastreifen ausgestellt. Die Anklagepunkte umfassen unter anderem den Einsatz von Aushungerung als Kriegsmethode, Mord und Verfolgung. NYC-Bürgermeister Zohran Mamdani fordert trotz föderaler Hürden die Vollstreckung dieses Haftbefehls auf städtischem Boden.

 


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Islam in Deutschland
Bundesweit einmalig: Bayerische Stadt zeigt muslimische Gebetszeiten auf Ortsschild

München – Die oberbayerische Stadt Penzberg sorgt mit einer in Deutschland bislang einmaligen Initiative für Aufsehen und setzt ein unübersehbares Zeichen für das interreligiöse Zusammenleben.

An den Ortseingängen der Kommune wurden offizielle Hinweistafeln angebracht, die neben den traditionellen christlichen Gottesdienstzeiten nun dauerhaft auch die Zeiten für das muslimische Freitagsgebet der lokalen islamischen Gemeinde ausweisen, berichtet katholisch.de.

Es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass eine Stadtverwaltung die Gebetszeiten der zweitgrößten Religionsgemeinschaft des Landes auf diese Weise im öffentlichen Raum sichtbar macht. Das Projekt versteht sich nach Angaben der Beteiligten als klares Symbol gegenseitiger Wertschätzung, der Gleichbehandlung und der gelebten Religionsfreiheit im ländlichen Raum.

Parteiübergreifende Tradition im Alpenvorland

Die Idee zu den neuen Hinweistafeln entstand bereits im vergangenen Jahr bei einem Gespräch zwischen dem damaligen Ersten Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) und dem Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg, Benjamin Idriz. In einer offiziellen Stellungnahme hob der Imam hervor, dass sich in Penzberg über viele Jahre hinweg eine parteiübergreifende Tradition der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und den Glaubensgemeinschaften entwickelt habe.

Bereits unter der früheren Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD) wurden im Stadtgebiet Wegweiser zu den jeweiligen Gotteshäusern aufgestellt. Mit den neuen Gottesdienst-Schildern folgte nun ein weiterer Schritt, der gemeinsam mit Korpans Nachfolger, dem amtierenden Bürgermeister Thomas Kopf, sowie dem katholischen Pfarrer Bernhard Holz und dem evangelischen Pfarrer Julian Lademann an vier Ortseingängen offiziell vorgestellt und eingeweiht wurde.

Die Kosten für die Produktion und Montage der Hinweistafeln werden gemeinschaftlich von den beteiligten Religionsgemeinschaften und der Stadt getragen.

Offenheit als Kernbotschaft und ein sichtbares Bekenntnis

Die Verantwortlichen betonen, dass die Neuerung weit über eine bloße Orientierungshilfe hinausreicht und die gesellschaftliche Realität vor Ort abbilden soll. Das Schild listet die wöchentlichen Termine künftig differenziert nach Sommer- und Winterzeit auf, um Besuchern und Bürgern verlässliche Orientierungspunkte zu bieten.

Imam Benjamin Idriz hob hervor, dass sowohl das wöchentliche Freitagsgebet als auch die dazugehörige Predigt in der bekannten Penzberger Moschee konsequent in deutscher Sprache stattfinden. Die transparente Darstellung auf den Tafeln soll Hemmschwellen abbauen und unterstreichen, dass die religiösen Zeremonien allen interessierten Menschen, unabhängig von ihrer Konfession, jederzeit offenstehen.

Nach Auffassung von Idriz seien die neuen Tafeln weit mehr als bloße Verkehrshinweise im Straßenraum. Sie stellten vielmehr ein sichtbares Bekenntnis zu einer offenen Stadt dar, in der alle Religionsgemeinschaften ihren anerkannten Platz besäßen und gemeinsam Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen würden.

Penzberg zeige mit dieser überregional viel beachteten Aktion einmal mehr, dass religiöse und kulturelle Vielfalt die Gesellschaft nicht trenne, sondern verbinde, sofern das Zusammenleben von gegenseitigem Respekt, Vertrauen und einem klaren gemeinsamen Willen getragen werde.

Hasskommentare in den sozialen Netzwerke

Während das Echo innerhalb der Penzberger Stadtbevölkerung und bei den lokalen Kirchenvertretern positiv ausfiel und als Bereicherung des kommunalen Miteinanders gewertet wurde, offenbart der Blick in die digitalen Medien eine tiefe gesellschaftliche Spaltung. In den sozialen Netzwerken fluten seit der Montage der ersten Schilder hasserfüllte, muslimfeindliche und rechtspopulistische Kommentare die Diskussionsspalten.

Kritiker werfen der Stadt eine vermeintliche Islamisierung vor und fordern die sofortige Demontage der Tafeln. Idriz betonte diesbezüglich, dass die harten digitalen Reaktionen keineswegs die friedliche und von gegenseitigem Respekt geprägte Stimmung vor Ort widerspiegeln, sondern vielmehr die Dynamik polarisierender Algorithmen im Netz verdeutlichen. Die Penzberger Moschee gilt ungeachtet dessen seit Jahren als architektonisches und soziales Leuchtturmprojekt für einen transparenten und integrierten Islam in Deutschland.

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Spritpreisentwicklung
Klüssendorf: „Wir gelten als Paradies für Mineralölkonzerne“

Osnabrück – SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat wegen der abermals gestiegenen Spritpreise einen Preisdeckel für Benzin und Diesel angeregt.

„Unsere Nachbarländer schauen teils mit Häme auf die Spritpreisentwicklung bei uns in Folge des Iran-Krieges. Um es deutlich zu sagen: Wir gelten als Paradies für die Mineralölkonzerne“, sagte Klüssendorf im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz).

„Luxemburg und Belgien haben zum Beispiel vor vielen Jahren und Jahrzehnten bereits einen Spritpreisdeckel eingeführt. Dort wird im Dialog mit der Industrie ein Höchstpreis festgelegt.“ Das funktioniere, weil die Behörden Einblick in die Wertschöpfungsketten und Gewinne hätten.

Eine Neuauflage des steuerfinanzierten Tankrabatts lehnte Klüssendorf kategorisch ab. „Den Markt gewähren zu lassen, zuzusehen, wie die Konzerne zusätzliche Gewinne verbuchen und die Marktverlierer staatlich zu alimentieren, das kann perspektivisch kein Weg mehr für die SPD sein“, sagte der SPD-Politik zu „noz“.

„Und es wäre gut für das Land, wenn wir uns als Gesellschaft hier endlich ehrlich machen würden.“ Denn die Erwartung, der Staat könne alle Fehlentwicklungen mit Steuergeld ausgleichen, sei „unerfüllbar“.

„Im Ziel, die Bezahlbarkeit des Lebens zu sichern, brauchen wir statt Markradikalismus endlich zupackende ordnungspolitische Lösungen. Unerwünschte und inakzeptable Marktergebnisse mit Sozialtransfers und Subventionen zu überdecken, ist kein Zukunftskonzept mehr“, betonte Klüssendorf. „Ich bin sehr dafür, Strukturen und Regeln grundlegend zu überarbeiten. Die vermeintliche unsichtbare Hand kann es nachweislich nicht allein, das sehen wir an allen Ecken und Enden.“

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Israel
Weltweite Zunahme von Angriffen auf Israelis

Tel Aviv – Das israelische Außenministerium warnt in einem umfassenden und alarmierenden Lagebericht eindringlich vor einer weltweit dramatisch ansteigenden Welle von Feindseligkeiten, Bedrohungen und physischen Übergriffen auf israelische Staatsbürger im Ausland.

Wie die Konsularabteilung der Behörde unter Berufung auf aktuelle Erhebungen offiziell bekannt gab, hat die gezielte Konfrontation von Reisenden aufgrund ihrer nationalen Identität im vergangenen Jahr eine Dimension erreicht, die in dieser Form historisch beispiellos ist.

Die offiziellen diplomatischen Vertretungen und das Kriseninterventionszentrum des Ministeriums sahen sich mit einer Flut von Notrufen und Hilfegesuchen konfrontiert, die das gesamte Spektrum von verbalen Einschüchterungen über den gezielten Ausschluss aus Dienstleistungen bis hin zu schweren körperlichen Attacken abdecken, berichtet die israelische Zeitung Ynet News.

Laut den verifizierten Statistiken mussten allein 45 israelische Staatsbürger, die im Ausland Opfer schwerer Anfeindungen und körperlicher Angriffe wurden, intensiv durch die spezialisierte Abteilung für in Not geratene Israelis betreut und unterstützt werden. Diplomatische Kreise betonten, dass diese spezifische Kategorie in den Vorjahren statistisch nahezu inexistent war und nun die veränderte, hochgradig volatile Sicherheitsrealität für israelische Reisende auf globaler Ebene widerspiegelt.

Die registrierten Vorfälle umfassen nicht nur handgreifliche Auseinandersetzungen, sondern auch systematisches Bespucken, offene Bedrohungen in Unterkünften sowie den plötzlichen Rauswurf von Gästen aus Hotels, Cafés und Restaurants, sobald diese durch ihre Sprache oder sichtbare Merkmale als Israelis identifiziert wurden.

Gewaltsame Übergriffe von der Mongolei bis Montenegro

Wie gefährlich die Situation für Reisende im öffentlichen Raum inzwischen geworden ist, verdeutlicht ein spektakulärer und brutaler Vorfall aus dem abgelegenen Norden der Mongolei. Eine sechsköpfige Gruppe israelischer Touristen, die mit einem Campervan in der Region unterwegs war, wurde an ihrem Campingplatz mitten in der Nacht von Angreifern mit Äxten und Messern attackiert, nachdem die Täter die Gruppe Hebräisch sprechen hörten.

Berichten des israelischen Senders Kan News zufolge handelte es sich bei den Angreifern um Angehörige einer lokalen Minderheit, wobei der Haupttäter stark alkoholisiert gewesen sein soll und während der Tat antisemitische Parolen johlte.

Einer der Israelis erlitt durch einen harten Schlag einen Kieferbruch und musste nach Israel ausgeflogen werden, während die mongolische Regierung den Vorfall umgehend scharf verurteilte.

Nahezu zeitgleich ereignete sich ein ähnlich schwerer Vorfall in der Küstenstadt Budva in Montenegro. Dort wurde eine Gruppe israelischer Touristen von mehr als zehn jungen Männern eingekesselt, massiv beschimpft, mit Tritten attackiert und mit Stühlen beworfen, was bei den Opfern Berichten zufolge ebenfalls zu schweren Verletzungen wie Kieferbrüchen und Bewusstlosigkeit führte.

Auch im europäischen Kulturbereich manifestieren sich die Spannungen zunehmend. Im spanischen San Sebastián kam es im Rahmen des internationalen Tanzwettbewerbs Global Dance Open zu heftigen Protesten, bei denen Demonstranten die israelischen Teilnehmerinnen belagerten, deren sofortigen Ausschluss forderten und lautstarke Vergleiche mit historischen Unrechtsregimen zogen.

Globale Brennpunkte und wachsende Verunsicherung

Insgesamt verzeichnete die Einsatzzentrale des Außenministeriums im untersuchten Zeitraum 3.611 akute Fälle, die an die zuständigen Vertretungen im Ausland weitergeleitet werden mussten.

Aus den statistischen Daten geht klar hervor, welche Reisedestinationen sich zu den primären Brennpunkten für konsularische Notfälle entwickelt haben. Die mit Abstand meisten Anfragen verzeichneten die diplomatischen Vertretungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 615 Fällen, gefolgt von Thailand mit 347 Vorfällen sowie Griechenland, den Vereinigten Staaten, Italien und Georgien.

Neben den akuten Bedrohungslagen verzeichnete die Konsularabteilung seit Jahresbeginn zudem 292 Fälle von Inhaftierungen von Staatsbürgern im Ausland. Die enorme gesellschaftliche Sprengkraft dieser Entwicklung wird durch eine aktuelle weltweite Erhebung der Anti-Defamation League (ADL) untermauert.

Demnach geben inzwischen rund achtzig Prozent aller befragten Israelis an, sich bei Reisen im Ausland unwohl, verunsichert oder akut gefährdet zu fühlen. Die Sorge vor unfairer Behandlung, gezielten Provokationen oder physischer Gewalt im öffentlichen Raum ist zu einem ständigen Begleiter für israelische Touristen geworden, was das weltweite konsularische Netzwerk dazu zwingt, rund um die Uhr im Einsatz zu stehen, um Opfern von Übergriffen schnellen Beistand zu leisten und in Zusammenarbeit mit den lokalen Sicherheitsbehörden vor Ort für den Schutz der Bürger zu sorgen.

 

 

 


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