Gastkommentar
Mattner: Israelkritik ist kein linkes Randphänomen

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner

Wenn man sich anschaut, wer vor rund 20 Jahren deutliche Kritik an der israelischen Regierung geäußert hat, wird es aus heutiger Perspektive besonders interessant.

Zwei historische Videos zeigen eindrücklich, von wem damals Gegenwind gegenüber der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern kam – und das ist ein Detail, das man sich heute ganz genau anschauen sollte: Es waren keineswegs Politiker aus dem linken Spektrum, sondern prominente Köpfe aus dem bürgerlichen Lager.

Auf der einen Seite sehen wir Jürgen Möllemann, damals prominenter FDP-Politiker, Vizevorsitzender seiner Partei und Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. Auf der anderen Seite Norbert Blüm: CDU, langjähriger Bundesarbeitsminister, eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Christdemokratie und nun wirklich niemand, den man politisch ernsthaft ins linke Lager sortieren könnte.

Man sollte also bitte nicht so tun, als sei Kritik an der israelischen Regierung damals irgendein linkes Randphänomen gewesen. Sie kam direkt aus der Mitte des bürgerlichen politischen Establishments – und zwar mit einer Deutlichkeit, die heute bei vielen Menschen sofort die bekannten Reflexe auslösen würde.

Möllemann, Blüm und der Antisemitismusvorwurf

Möllemann kritisierte die Politik der Regierung Ariel Scharons gegenüber den Palästinensern bereits Anfang 2002 scharf. Er warf der israelischen Regierung vor, Völkerrecht zu brechen und Menschenrechte zu verletzen. Wenig später bezeichnete der CDU-Politiker Norbert Blüm das Vorgehen der israelischen Regierung gegen die Palästinenser gar als „Vernichtungskrieg“ – Äußerungen, die damals auch innerhalb der CDU erhebliche Empörung auslösten.

Hier kommt ein besonders interessanter Punkt: Auch Blüm musste sich umgehend gegen den Vorwurf des Antisemitismus verteidigen. Er wehrte sich ausdrücklich dagegen, dass unbequeme Wahrheiten sofort mit dem Antisemitismusvorwurf erschlagen würden, und bezeichnete das als eine Form von Denkverbot.

Zudem fügte er etwas hinzu, das heute in dieser Debatte ebenfalls gerne vergessen wird: Er sei ein Freund Israels, und Israelis, die in Israel selbst gegen die Politik Ariel Scharons demonstrierten, seien schließlich auch keine Antisemiten. Das sagte ein langjähriger Bundesminister der CDU – kein Aktivist, kein politischer Außenseiter.

Auch Möllemann musste sich damals massiv mit dem Antisemitismusvorwurf auseinandersetzen, etwa als ihm Michel Friedman Antisemitismus vorwarf. Möllemann wies den Vorwurf zurück, woraufhin innerhalb der FDP heftig gestritten wurde. Gleichzeitig stellte sich das FDP-Präsidium hinter Möllemann und bezeichnete den Antisemitismusvorwurf gegen FDP-Führungsmitglieder als „ehrverletzend und unberechtigt“.

Die Debatte ist sehr viel älter als der 7. Oktober

Genau deshalb sind diese beiden historischen Dokumente so wertvoll: Sie zeigen eine politische Debatte, die heute teilweise kaum noch vorstellbar scheint. Hier waren zwei Politiker aus dem etablierten bürgerlichen Parteienspektrum, die die Politik der israelischen Regierung gegenüber den Palästinensern ungewöhnlich deutlich kritisierten – und beide gerieten dadurch in eine Grundsatzdebatte über den Vorwurf des Antisemitismus.

Es ist historisch dokumentiert und bemerkenswert, wenn heute so getan wird, als sei die Kritik an israelischer Regierungspolitik eine Erfindung der politischen Linken, der letzten Jahre oder gar erst seit dem 7. Oktober 2023. Die Debatte ist sehr viel älter. Sie wurde bereits damals innerhalb des bürgerlichen politischen Lagers geführt – von FDP und CDU, von Politikern, die aus unterschiedlichen Gründen und mit unterschiedlichen Biografien zu einer ähnlichen Kritik an der israelischen Regierung kamen.

Möllemann selbst sagte damals sogar ausdrücklich, er sei bis dahin der einzige deutsche Politiker gewesen, der Israel massiv öffentlich kritisiert habe, und begrüßte, dass sich nun auch Norbert Blüm von der CDU zu Wort meldete.

Es geht mir nicht darum, Möllemann zum Helden zu machen oder Blüm zum unfehlbaren politischen Orakel zu erklären. Es geht darum, einfach einmal hinzuschauen, WER diese Kritik damals ausgesprochen hat: Ein FDP-Vize und ein ehemaliger Bundesarbeitsminister der CDU. Keine linke Protestbewegung, keine Antifa, keine palästinensische Aktivistengruppe, sondern bürgerliche deutsche Spitzenpolitiker. Und trotzdem wurde schon damals die Frage aufgeworfen, ob Israelkritik nicht automatisch in Antisemitismus umschlage.

Palästinensische Perspektive nicht aus dem Raum werfen

Heute erleben wir diese Vermischung teilweise wieder: Man schreibt über Gaza – und plötzlich geht es um Antisemitismus. Man schreibt über die Besatzung – und plötzlich soll man erst einmal das Existenzrecht Israels erklären.

Man kritisiert Siedlungen – und plötzlich wird nicht mehr über Siedlungen gesprochen, sondern über die angebliche Gesinnung desjenigen, der sie kritisiert. Man spricht über palästinensische Menschenrechte – und plötzlich steht die Frage im Raum, ob man damit nicht „Israel delegitimiert“.

Warum eigentlich? Aus palästinensischer Sicht ist das besonders schwer auszuhalten. Denn Besatzung ist für einen Palästinenser kein theoretischer Begriff, Siedlungen sind keine akademische Debatte, Militärkontrollen kein politisches Schlagwort, Vertreibung keine Fußnote und das Recht auf Selbstbestimmung kein Privileg, das davon abhängen darf, auf welcher Seite einer Grenze man geboren wurde.

Menschenrechte sind universell. Natürlich muss Antisemitismus bekämpft werden, und natürlich muss jüdisches Leben geschützt werden. Aber daraus folgt nicht, dass die Politik einer israelischen Regierung von Kritik ausgenommen werden darf.

Deutschland hat eine besondere historische Verantwortung gegenüber jüdischem Leben – aber daraus darf keine Verantwortungslosigkeit gegenüber palästinensischem Leben entstehen. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil: Vielleicht sollten wir gerade aus unserer Geschichte gelernt haben, Menschenrechte nicht nach Nationalität, Religion oder politischer Opportunität zu verteilen.

Die beiden Videos erinnern uns daran, dass die Debatte über Israel und Palästina schon vor mehr als 20 Jahren geführt wurde, und sie erinnern uns daran, wer sie damals geführt hat: FDP, CDU und bürgerliche Politiker. Schon damals wurde mit dem Antisemitismusvorwurf um die Frage gerungen, wo legitime Israelkritik endet.

Vielleicht sollten wir uns deshalb heute etwas weniger für die politische Herkunft desjenigen interessieren, der Kritik äußert – und etwas mehr für die Frage, ob seine Kritik sachlich begründet ist. Eine Demokratie sollte nicht fragen: „Wer kritisiert Israel?“, sondern: „Ist die Kritik berechtigt?“

Genau darüber sollten wir diskutieren können – ohne Denkverbote, ohne automatische Etiketten und vor allem ohne die palästinensische Perspektive jedes Mal aus dem Raum zu werfen, sobald es politisch unbequem wird.

 


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor

Susanne Mattner wurde im Ruhrgebiet geboren und studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowohl in den USA als auch an der Universität Dortmund. Nach ihren Studienstationen verbrachte sie in den 1990er-Jahren auch einige Zeit im Nahen Osten. Nach ihren längeren Auslandsaufenthalten lebt sie heute verheiratet in Hamburg. In ihren Beiträgen verfolgt sie aufmerksam das internationale Zeitgeschehen mit einem geschulten Blick für mediale Narrative. Ihre Schwerpunkte liegen auf geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten, gesellschaftlichen Debatten sowie der kritischen Analyse doppelter Standards in der Berichterstattung.


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Vatikan – Der internationale Druck auf die israelische Siedlungspolitik und die ausufernde Gewalt extremistischer Siedler im besetzten Westjordanland erreicht eine neue Ebene. Nach einem eindringlichen Appell von Papst Leo XIV. sorgen nun auch ungewohnt scharfe Worte aus den USA und Deutschland für Aufsehen.

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Oberhaupt Papst Leo XIV. rief die internationale Gemeinschaft erneut auf, sich aktiv für ein Ende der Übergriffe auf die palästinensische Zivilbevölkerung einzusetzen. Er erneuerte dabei seinen Appell für eine gerechte und dauerhafte Zweistaatenlösung.

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Wie drastisch sich die Lage vor Ort zugespitzt hat, zeigt ein aktueller Vorfall im palästinensischen Dorf Kusra nahe Nablus: Dort blockieren radikale Siedler seit Tagen die Häuser von Zivilisten – darunter auch das Anwesen eines US-Bürgers. Die Anwohner sind teils von der Lebensmittelversorgung abgeschnitten.

Auf den Vorfall reagierte der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee – gewöhnlich als Befürworter von Siedlungen bekannt – mit überraschender Schärfe auf X:

„Die Handlungen derjenigen, die diese schreckliche Terrortat verübt haben, um diese Familie einzuschüchtern und zu drangsalieren, sind widerlich.“

Huckabee bezeichnete das Verhalten der Siedler als „Rowdytum“. Auf Ersuchen der US-Regierung griff die israelische Armee ein und entfernte ein Zelt der Angreifer, die jedoch weiterhin vor Ort bleiben.

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Die aktuellen Vorkommnisse bestätigen Befürchtungen, die Experten und Menschenrechtler seit Monaten dokumentieren. Bereits in der vergangenen Woche analysierte die Autorin Susanne Mattner in einem NEX24-Gastbeitrag die Berichterstattung über den israelischen Aktivisten Dror Etkes (Kerem Navot).

Etkes, selbst Israeli und Armee-Veteran, warnt seit langem davor, dass radikale Siedler nach dem 7. Oktober gezielt in die Armee rekrutiert wurden. Sie agieren im Westjordanland oft zeitgleich als Soldaten mit militärischer Autorität und als Teil extremistischer Siedlergruppen.

Wenn Zivilisten systematisch schikaniert, belagert und von ihrem Land vertrieben werden, erfülle dies schlichtweg die Tatbestände von Terrorismus. Dass nun selbst traditionelle Unterstützer der Siedlerbewegung wie der US-Botschafter den Begriff der „Terrortat“ aufgreifen, zeigt: Das Problem lässt sich diplomationspolitisch nicht mehr verschweigen.

 


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Jerusalem – Der israelische Journalist und Aktivist Andrey X berichtet von einem weiteren gefährlichen Vorfall während seiner Arbeit im Westjordanland.

Andrey X berichtet von einem Schusswaffenangriff während einer Aktion nahe Bethlehem im Westjordanland. Aktivisten hatten nach seinen Angaben versucht, ein von israelischen Siedlern besetztes palästinensisches Haus zurückzuerlangen. Dabei seien israelische Flaggen vom Gebäude entfernt und durch palästinensische Flaggen ersetzt worden. Anschließend hätten israelische Siedler mit scharfer Munition auf die Aktivisten geschossen. Andrey X erklärte, er sei dabei erstmals in seinem Leben mit scharfer Munition beschossen worden.

Andrey X dokumentiert seit Jahren die Gewalt israelischer Siedler und des israelischen Militärs gegen Palästinenser im Westjordanland. Dabei veröffentlicht er regelmäßig Videos direkt aus den betroffenen Gemeinden.

Seine Aufnahmen zeigen unter anderem Angriffe auf palästinensische Dörfer, Behinderungen des Alltags und Auseinandersetzungen zwischen Siedlern, Bewohnern und israelischen Soldaten.

Vom Beobachter zum Chronisten im Westjordanland

In einem ausführlichen Interview mit The New Arab im Juni 2026 erklärte Andrey X, wie er zu seiner heutigen Arbeit kam. Zu Beginn habe er die Situation im Westjordanland noch nicht systematisch dokumentiert. Er habe zunächst in einer palästinensischen Gemeinde erlebt, dass es täglich mehrere Einsätze von Siedlern gegeben habe. Er begann, die Vorgänge zu filmen.

Mit der Zeit habe er jedoch festgestellt, dass die Aufnahmen kaum Menschen außerhalb der betroffenen Gemeinden erreichten. Daraufhin begann er, regelmäßig selbst über die Ereignisse zu berichten und bereits vorhandenes Videomaterial zusammenzutragen. Seine Beiträge verbreiteten sich zunehmend im Internet.

Anschließend hätten sich Palästinenser aus verschiedenen Teilen des Westjordanlands an ihn gewandt und ihn gebeten, auch über die Situation in ihren Gemeinden zu berichten. Schließlich habe er seinen Lebensmittelpunkt zunehmend in das Westjordanland verlegt und begonnen, von Dorf zu Dorf zu reisen.

Inzwischen lebt er nach Angaben von The New Arab über längere Zeiträume im Westjordanland und dokumentiert dort die Entwicklungen vor Ort. Sein Schwerpunkt liegt auf der Gewalt von Siedlern sowie dem Vorgehen israelischer Sicherheitskräfte.

Selbst zum Ziel von Angriffen geworden

Bei seiner Arbeit ist Andrey X nach eigenen Angaben mehrfach selbst zum Ziel geworden.

Bereits im Sommer 2024 berichtete er von einem Angriff israelischer Siedler. Nach seiner Darstellung wurde er an einer Quelle nahe dem palästinensischen Ort Al-Auja mit einem Stock am Kopf getroffen. Dabei sei sein Trommelfell verletzt worden.

Auch seine journalistische Arbeit wurde wiederholt behindert. Im Oktober 2024 wurde Andrey X gemeinsam mit anderen Journalisten auf dem Weg nach Nablus von israelischen Sicherheitskräften angehalten. Die Gruppe wurde nach damaligen Berichten auf einen Militärstützpunkt gebracht.

Im Juli 2026 dokumentierte Andrey X zudem einen Angriff israelischer Siedler auf eine Gruppe von Journalisten im Westjordanland. Die Fahrzeuge der Journalisten wurden mit Steinen und anderen Gegenständen angegriffen; ein Angreifer versuchte nach den veröffentlichten Aufnahmen, einen Reifen aufzuschlitzen. Andrey X saß während des Vorfalls in einem der Fahrzeuge und filmte das Geschehen. Das Material wurde anschließend unter anderem von Democracy Now! veröffentlicht.

Der Vorfall ereignete sich in derselben Gegend, in der genau ein Jahr zuvor der 20-jährige palästinensisch-amerikanische Saif Musallet nach einem Angriff israelischer Siedler ums Leben gekommen war.

Die Kritik an der Gewalt israelischer Siedler hat unterdessen auch international zugenommen. Aktionen radikaler Siedler gegen Palästinenser werden von Menschenrechtsorganisationen und einzelnen Regierungen zunehmend scharf verurteilt. In einigen Fällen wurden solche Angriffe ausdrücklich als „Terrorismus“ beziehungsweise „Siedlerterror“ bezeichnet.

Ein russisch-israelischer Journalist

Andrey X wurde am 2. Mai 1998 als Andrey Ilyich Khrzhanovskiy in Sankt Petersburg geboren. Er stammt aus einer bekannten russischen Künstlerfamilie: Sein Vater ist der Filmregisseur Ilya Khrzhanovsky, sein Großvater der Regisseur Andrei Khrzhanovsky.

Er studierte Anthropologie am University College London und arbeitete zunächst als Journalist für oppositionelle russische Medien. Dazu gehörten unter anderem Meduza, Novaya Gazeta, Doxa und Discours.

Im Februar 2022 hielt er sich bei seinen Großeltern in Israel auf, als Russland die Ukraine angriff. Er entschied sich, nicht nach Russland zurückzukehren. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft erhielt er anschließend die israelische Staatsbürgerschaft.

Sein heutiger Schwerpunkt entwickelte sich erst nach seiner Übersiedlung nach Israel. In einem früheren Interview sagte Andrey X, dass er zunächst nur wenig über den israelisch-palästinensischen Konflikt gewusst habe. Die Erfahrungen nach seiner Ankunft hätten seine Perspektive verändert.

Seit 2023 konzentriert er sich zunehmend auf die Situation im Westjordanland. Heute gehört Andrey X zu den unabhängigen Journalisten, die regelmäßig direkt aus palästinensischen Gemeinden berichten und dabei insbesondere die Gewalt israelischer Siedler dokumentieren.

 

 

 

 

 


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Hamilton-Gemälde
Wandgemälde auf Trümmern in Gaza: Künstler ehren entlassene US-Burger-King-Mitarbeiterin

Gaza – Die Ruinen des Gazastreifens werden zunehmend zur Leinwand für globalen Dank und Solidarität.

Palästinensische Künstler haben dort nun ein großflächiges Porträt einer US-amerikanischen Fast-Food-Mitarbeiterin gemalt. Die Frau war zuvor entlassen worden, nachdem sie einem Kunden gegenüber „Free Palestine“ geäußert hatte.

Der Vorfall löste eine weltweite Welle der Unterstützung aus.Trotz der verheerenden humanitären Lage vor Ort haben die palästinensischen Künstlerinnen Layan Alquqa und Aseel ein markantes Zeichen gesetzt. Auf den Trümmern eines zerstörten Wohnhauses im Gazastreifen schufen sie ein Porträt der US-Bürgerin Arianna (auch Ariana) Hamilton.

Mit der Aktion wollten sie sich im Namen der Menschen in Gaza für den Mut der jungen Frau bedanken. Flankiert wurde die Aktion von Videos in den sozialen Netzwerken, in denen unter anderem ein junges Mädchen das Logo der Fast-Food-Kette Burger King mit einem roten „X“ übersprüht

Hintergrund des Wandbildes ist ein Vorfall in einer Burger-King-Filiale in Breinigsville im US-Bundesstaat Pennsylvania. Hamilton, eine dortige Angestellte, war mit dem Kunden Rami Feinstein, einem israelisch-amerikanischen Musiker, in eine verbale Konfrontation geraten.

Nachdem Feinstein auf seine Herkunft verwies und eine Kette mit dem Davidstern zeigte, entgegnete Hamilton den Satz „Free Palestine“ (Freies Palästina).Feinstein filmte Teile des Vorfalls, forderte eine Rückerstattung und stellte das Video mit der Frage online, ob das Lokal für jüdische Kunden noch sicher sei. Burger King entließ die Mitarbeiterin daraufhin prompt und berief sich auf Richtlinien gegen „Aufhetzung zum Hass“.

Hamilton selbst wies dies zurück und betonte, sie habe lediglich von ihrer Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht. Im Netz erfuhr sie enorme Solidarität: Eine GoFundMe-Kampagne brachte innerhalb einer Woche über 243.000 US-Dollar für ihre Lebenshaltungskosten ein, während gleichzeitig internationale Boykottaufrufe gegen die Kette laut wurden.

Ein bekanntes Muster der Dankbarkeit in Gaza

Es ist nicht das erste Mal, dass die Menschen im Gazastreifen ihre Dankbarkeit für internationale Unterstützung durch monumentale Straßenkunst zum Ausdruck bringen.

Erst kürzlich erregte eine ganz ähnliche Aktion weltweite Aufmerksamkeit: Lokale Künstler und Kinder – angeführt von dem jungen Mädchen Layan – malten ein großes Porträt des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez auf die Trümmer Gazas.

Mit diesem Wandbild dankte die Bevölkerung dem spanischen Regierungschef für dessen klare politische Haltung. Sánchez gilt als einer der schärfsten europäischen Kritiker der israelischen Regierung, erkannte den Staat Palästina offiziell an und stellte sich zudem schützend vor den spanischen Nationalspieler Lamine Yamal, als dieser wegen des Zeigens palästinensischer Flaggen in die Kritik geraten war.

Die Kunstaktionen in Gaza zeigen, dass öffentliche Worte der Solidarität und Akte des Mutes – ob von Spitzenpolitikern oder einfachen Angestellten im Ausland – die Menschen im Kriegsgebiet direkt erreichen und dort tiefen Eindruck hinterlassen.

 


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Bangkok – Ein Vorfall an einem beliebten Touristenziel in Thailand hat im Internet eine breite Diskussion über die wachsenden Spannungen zwischen lokalen Unternehmen und israelischen Urlaubern ausgelöst.

Am gestrigen Mittwoch wurde einer israelischen Familie, bestehend aus einem Ehepaar und seinen zwei Töchtern, der Zutritt zum Samui Exotic Park auf der Insel Koh Samui verwehrt.

Berichten zufolge wurde die Familie am Ticketschalter zunächst freundlich empfangen. Als sie jedoch nach ihrer Nationalität gefragt wurden und angaben, aus Israel zu stammen, teilte das Personal ihnen mit, dass israelischen Staatsbürgern der Zutritt nicht gestattet sei.

Ein herbeigerufener Manager forderte die Familie anschließend nachdrücklich auf, das Gelände sofort zu verlassen.Der Vorfall folgt auf wochenlange, eskalierende Meinungsverschiedenheiten rund um die Freizeiteinrichtung.

Die Eigentümerin des Parks hatte zuvor ein Schild mit der Aufschrift „Free Palestine“ auf dem Gelände angebracht. Nach Angaben des Managements führte dies zu einer Welle negativer Online-Bewertungen und konfrontativer Direktnachrichten durch israelische Touristen.

Thailändische Unterstützer des Parks reagierten daraufhin mit positiven Bewertungen, um den Online-Ruf des Betriebs zu schützen.Die Parkbetreiberin erklärte zudem, dass die Entscheidung auch durch anhaltenden Frust über die Missachtung von Parkregeln beeinflusst worden sei.

Demnach kam es wiederholt vor, dass Besucher Tiergehege ohne Erlaubnis betraten, Tiere unsachgemäß behandelten oder Tierfutter entwendeten. Die Eigentümerin betonte, dass Touristen die lokalen Richtlinien und Grenzen respektieren müssten.

Das Ereignis spiegelt umfassendere, anhaltende soziale Reibungspunkte in großen thailändischen Tourismuszentren wie Koh Samui, Koh Phangan und Phuket wider. Anwohner und Geschäftsinhaber äußerten zuletzt vermehrt Bedenken hinsichtlich Ruhestörungen, der Missachtung thailändischer Bräuche sowie der Zunahme von nicht lizenzierten Betrieben und Gemeinschaftsstrukturen, die ausschließlich auf Hebräisch operieren. Diese Spannungen führten in der jüngeren Vergangenheit vereinzelt zu Dienstleistungsverweigerungen und öffentlichen Protesten.

 


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Ich bin ehrlich gesagt äußerst erstaunt – und zwar positiv –, dass die Frankfurter Rundschau so detailliert, so deutlich und vor allem so mutig über die Gewalt israelischer Siedler im Westjordanland berichtet. Denn normalerweise wird bei diesem Thema in Deutschland sehr schnell die rhetorische Schere angesetzt. Bestimmte Dinge werden lieber vorsichtig formuliert, manche Begriffe werden vermieden und bei manchen Fakten scheint man sich vorher zu fragen, wer sich darüber empören könnte. Dieser Artikel macht das erfreulicherweise nicht.

Die Frankfurter Rundschau hat den israelischen Menschenrechtler Dror Etkes interviewt, Gründer der israelischen Menschenrechtsorganisation Kerem Navot. Und ich betone das Wort israelisch ganz bewusst. Denn ich höre die israelische Bubble jetzt schon wieder: „Selbsthassender Jude!“ „Antisemit!“ „Er hasst sein eigenes Land!“ „Was für ein Verräter!“

Genau diese Reaktionen kennt Etkes übrigens selbst. Israelische Menschenrechtsaktivisten würden in Israel zunehmend als „Verräter“ behandelt, berichtet er. Aber vielleicht sollten wir einfach einmal zuhören, was dieser Mann tatsächlich sagt.

Etkes ist kein palästinensischer Aktivist, der aus dem Ausland auf Israel blickt. Er ist Israeli, in Jerusalem aufgewachsen, war selbst in einem religiös-zionistischen Umfeld verankert und hat seinen Militärdienst geleistet. Seit Jahrzehnten dokumentiert er die israelische Siedlungspolitik und die Gewalt im Westjordanland. 2012 gründete er Kerem Navot.

Was der israelische Menschenrechtler berichtet

Und was berichtet dieser Israeli? Dass die Gewalt der Siedler inzwischen überall dort stattfindet, wo Palästinenser leben. Dass Menschen aus ihren Gebieten gedrängt werden. Dass Siedler versuchen, Palästinenser immer weiter in die bebauten Teile ihrer Dörfer zurückzudrängen, während die offenen Flächen übernommen werden. Dass Siedlergewalt vom israelischen Militär gedeckt werde. Und dass sich die Grenze zwischen Siedlergewalt und staatlicher Gewalt immer schwerer ziehen lasse.

Etkes beschreibt eine Situation, in der Tausende Siedler nach dem 7. Oktober in die israelische Armee rekrutiert wurden und anschließend im Westjordanland gleichzeitig Soldaten mit militärischer Autorität und Teil extremistischer Siedlergemeinschaften sind.

Und dann fällt dieser Satz: „Es gibt keinen sicheren Quadratmeter mehr für Palästinenser.“

Das ist keine Kleinigkeit. Das ist keine gelegentliche „Auseinandersetzung“. Das ist keine folkloristische Randerscheinung des Konflikts.

„Wir müssen das Kind beim Namen nennen“

Und deshalb komme ich zu einem Punkt, bei dem ich inzwischen ganz bewusst aufhöre, sprachlich herumzueiern: Wir müssen das Kind beim Namen nennen. Wir reden seit Jahrzehnten von palästinensischen Terroristen. Dann möchte ich dieselbe klare Sprache auch bei israelischen Siedlern hören.

Wenn radikale Siedler palästinensische Zivilisten terrorisieren, ihre Häuser angreifen, Moscheen anzünden, Menschen töten und durch Gewalt und Einschüchterung erreichen wollen, dass diese Menschen ihr Land verlassen, dann ist das nicht einfach nur „Siedlergewalt“. Das ist Terror.

Und wer diesen Terror ausübt? Terroristen.

Für diejenigen, die gezielt Gewalt einsetzen, um eine Zivilbevölkerung einzuschüchtern, zu vertreiben und sich deren Land anzueignen, sollten wir endlich dieselben Maßstäbe anlegen.

Terror ist keine Nationalität. Terror ist keine Religion. Terror hat keine Flagge. Und vor allem darf das Wort „Terrorist“ nicht zu einem politischen Etikett werden, das man nur dann aus der Schublade holt, wenn es gegen die jeweils andere Seite passt.

Wenn wir von palästinensischem Terrorismus sprechen, dann müssen wir auch den Siedlerterror benennen, wenn genau diese Kriterien erfüllt sind. Alles andere ist keine klare Haltung gegen Terror. Es ist zweierlei Maß.

Und vielleicht ist genau deshalb dieser Artikel der Frankfurter Rundschau so wichtig. Weil hier ausnahmsweise einmal ein Israeli selbst zu Wort kommt, der nicht in das bequeme Schwarz-Weiß-Bild passt.

Ein Israeli, der seine eigene Gesellschaft kritisiert. Ein Israeli, der die Gewalt dokumentiert. Ein Israeli, der seit Jahrzehnten hinschaut. Und der dafür von Teilen der eigenen Gesellschaft als Verräter behandelt wird. Vielleicht sollten wir ihm einfach einmal zuhören, statt ihn reflexhaft zum „Selbsthasser“ zu erklären. Die Benennung von Terror ist kein Angriff auf eine Religion.

Und deshalb frage ich ganz am Ende etwas, das eigentlich gar nicht mehr so schwer zu beantworten sein dürfte: Wundert sich wirklich noch irgendjemand darüber, dass Palästinenser angesichts von Jahrzehnten aus Besatzung, Entrechtung, Vertreibung, Gewalt und Perspektivlosigkeit Hass entwickeln?

Das bedeutet nicht, Hass gutzuheißen. Aber wer die Ursache verstehen will, darf nicht so tun, als wäre dieser Hass aus dem Nichts entstanden.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor

Susanne Mattner wurde im Ruhrgebiet geboren und studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowohl in den USA als auch an der Universität Dortmund. Nach ihren Studienstationen verbrachte sie in den 1990er-Jahren auch einige Zeit im Nahen Osten. Nach ihren längeren Auslandsaufenthalten lebt sie heute verheiratet in Hamburg. In ihren Beiträgen verfolgt sie aufmerksam das internationale Zeitgeschehen mit einem geschulten Blick für mediale Narrative. Ihre Schwerpunkte liegen auf geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten, gesellschaftlichen Debatten sowie der kritischen Analyse doppelter Standards in der Berichterstattung.


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Mekka-Pakt
Neues Atom-Bündnis: Was hinter dem Mekka-Pakt steckt

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Ein Gastbeitrag von Toghrul Hasanzadeh

Am 7. August 2026 unterzeichneten der türkische Präsident Erdoğan, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und der pakistanische Premier Shehbaz Sharif in Mekka ein gemeinsames Verteidigungsabkommen. Die drei Staaten bekräftigten den Grundsatz der kollektiven Verteidigung: Ein Angriff auf eine Partei gilt als Angriff auf alle.

Das Abkommen wurde unmittelbar als „islamische NATO“ bezeichnet, eine Bezeichnung, die die Komplexität des Pakts eher reduziert als erklärt. Auch der türkische Vizepräsident Cevdet Yılmaz lehnte diese Charakterisierung ab und verwies stattdessen auf einen regionalen Sicherheitspakt. In diesem Sinne sollte das Abkommen zunächst eingeordnet werden.

Die Bedeutung des Mekka-Pakts reicht jedoch über ein gewöhnliches regionales Abkommen hinaus. Dem Dokument gingen etwa zwei Jahre intensiver Verhandlungen voraus, und es entstand im Kontext bestehender sicherheitspolitischer Entwicklungen. Bereits im September 2025 unterzeichneten Saudi-Arabien und Pakistan einen bilateralen Verteidigungspakt. Diese Abfolge verdeutlicht, dass es sich um einen strategisch geplanten Prozess zur Etablierung eines neuen militärisch-politischen Formats handelt.

Der Nahe Osten erlebt derzeit eine grundlegende Neuordnung seines Sicherheitssystems. Nach dem Sturz des Assad-Regimes befindet sich Syrien in einer Phase des Wandels, deren Ausgang ungewiss bleibt.

Die Konfrontation zwischen dem Iran, Israel und den USA verlässt zunehmend den diplomatischen Rahmen. Die Angriffe auf saudisches Territorium im Februar 2026 haben gezeigt, wie direkt eine regionale Auseinandersetzung Riad treffen kann. Unter diesen Umständen sind Staaten immer weniger bereit, sich ausschließlich auf externe Sicherheitsgarantien zu verlassen.

Drei Staaten, drei Ressourcen

Der Pakt ist insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Kapazitäten seiner Teilnehmer von Bedeutung.

Saudi-Arabien verfügt über finanzielle Ressourcen, Energiepotenzial und eine strategische Lage zwischen dem Persischen Golf und dem Roten Meer. Für Riad stehen der Schutz der Energieinfrastruktur und der Seeverbindungen im Vordergrund.
Pakistan verfügt über umfangreiche Streitkräfte und Atomwaffen.

Seine Beteiligung verleiht dem Abkommen eine zusätzliche strategische Dimension. Islamabad unterhält diplomatische Kanäle zu verschiedenen Machtzentren, die sich in Krisensituationen als nützlich erweisen können.

Die Türkei bringt eine gut ausgerüstete Armee, NATO-Erfahrung und einen schnell wachsenden Rüstungssektor mit. In den letzten 15 Jahren vollzog Ankara einen bemerkenswerten technologischen Sprung bei Drohnen, gepanzerten Fahrzeugen und Marinewaffen. Der Anteil importierter Rüstungsgüter sank von etwa 80 auf rund 20 Prozent.

Die Türkei gehört heute zu den größten Waffenexporteuren weltweit. Diese Transformation ist für den Mekka-Pakt unmittelbar relevant: Ankara kann nicht nur fertige Waffensysteme anbieten, sondern auch Technologien und Erfahrung beim Aufbau einer nationalen Rüstungsindustrie.

Das Kampfjet-Projekt der fünften Generation KAAN ist in diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben, da Saudi-Arabien möglicherweise an dessen Finanzierung beteiligt wird. Obwohl es zunächst als einzelnes Beschaffungsprojekt erscheint, könnte es sich zu einem Bestandteil einer umfassenden industriellen Kooperation entwickeln.

Die finanziellen Ressourcen Riads, die technologische Basis Ankaras und das Humankapital Islamabads lassen sich in diesem Rahmen effektiv bündeln.

Die größte Herausforderung

Ein Militärbündnis entsteht nicht durch einen einzigen Vertrag. Erforderlich sind klare Entscheidungsprozesse, Geheimdienstkooperation, gemeinsame Planung, Standardisierung der Rüstung und regelmäßige Übungen. Die NATO hat dafür Jahrzehnte gebraucht und dabei Hunderte von Standards und normativen Dokumenten entwickelt.

Der Mekka-Pakt hat einen kürzeren, aber nicht weniger anspruchsvollen Weg vor sich. Bereits bei der Unterzeichnung zeigt die Struktur der Zusammenarbeit den Anspruch auf mehr als bloße politische Rhetorik. Beteiligt sind nicht nur Außenministerien, sondern auch Verteidigungsministerien, Generalstäbe und Nachrichtendienste.

Ein militärisch-politisches Koordinationszentrum in Saudi-Arabien ist geplant. Im Gegensatz zur NATO, deren politische und militärische Strukturen institutionell getrennt sind, entsteht hier ein kompakteres Format, das direkt auf die Koordinierung der drei Staaten ausgerichtet ist.

Die Effektivität des Pakts hängt weniger vom Wortlaut des Abkommens ab als vielmehr von der Fähigkeit der beteiligten Staaten, die vereinbarten Mechanismen mit substanziellem Inhalt zu füllen. Sollte der Pakt seine Handlungsfähigkeit bei gemeinsamen Entscheidungen und bei der Reaktion auf Bedrohungen unter Beweis stellen, könnte er für weitere Staaten attraktiv werden. Verbleibt er hingegen auf der Ebene einer politischen Erklärung, bleibt sein Einfluss begrenzt.

Ein Bündnis ohne Großmächte

Eine besondere Eigenschaft des Mekka-Pakts besteht darin, dass unter seinen Teilnehmern keine Großmächte vertreten sind. Regionale Staaten versuchen, mehr Verantwortung für ihren eigenen strategischen Raum zu übernehmen.

Das bedeutet nicht, dass sie die Zusammenarbeit mit Großmächten aufgeben wollen. Es geht um bestehende Abhängigkeiten. Alle drei Teilnehmer pflegen enge Beziehungen sowohl zu den USA als auch zu China.

Der Pakt ist daher nicht als Versuch zu interpretieren, eine Alternative zum amerikanischen oder chinesischen Einfluss zu etablieren. Vielmehr verdeutlicht er das Bestreben regionaler Mächte, ihre eigene Rolle in einer multipolaren Ordnung zu stärken.r multipolaren Ordnung stärken wollen.

Jeder der drei Staaten hat dabei seine eigenen Sicherheitsinteressen. Saudi-Arabien sieht sich Bedrohungen durch den Iran und die Huthis ausgesetzt. Pakistan lebt mit angespannten Beziehungen zu Indien. Die Türkei hat ernsthafte Konflikte mit Israel und ist an ihren südlichen Grenzen mit einer Reihe von Risiken konfrontiert.

Der Mechanismus der kollektiven Verteidigung kann als zusätzliches Instrument dienen, wenn die eigenen Kapazitäten eines Staates nicht ausreichen. Dabei lässt er den Parteien einen gewissen politischen Spielraum und führt nicht automatisch zu einer Eskalation jedes regionalen Konflikts.

Die Beteiligung Pakistans verleiht dem Konstrukt zusätzliches Gewicht. Der Besitz von Atomwaffen durch Islamabad bedeutet, dass ein potenzieller Gegner nicht nur das militärische Potenzial eines einzelnen Landes berücksichtigen muss, sondern auch die möglichen Folgen einer weitergehenden Eskalation.

Das macht den Mekka-Pakt allerdings nicht zu einem nuklearen Schutzschirm im Sinne der NATO-Garantien. Es erhöht lediglich die strategischen Kosten eines möglichen Konflikts mit den Vertragsparteien.

Zwischen Iran, Israel und fragilen Staaten

Die größten Herausforderungen für das neue Format liegen unmittelbar im Umfeld seiner Teilnehmer. Die erste betrifft den Iran, dessen Regionalpolitik die Interessen aller drei Staaten berührt.

Die zweite betrifft Israel und die zunehmenden Spannungen in der Region. Die dritte ergibt sich aus der Instabilität schwächerer Staaten, vor allem des Irak, Syriens und des Libanon.

Eine einheitliche Haltung von Ankara, Riad und Islamabad könnte stabilisierend wirken. Das ist jedoch nur dann möglich, wenn es den Beteiligten gelingt, sich nicht nur über gemeinsame Bedrohungen, sondern auch über ihre eigene Vorstellung von der regionalen Ordnung zu einigen.

Die drei Staaten unterhalten unterschiedliche Beziehungen zu Iran, Israel, den USA und China, und ihre nationalen Interessen stimmen bei weitem nicht immer überein. Die Beständigkeit des Pakts wird davon abhängen, ob diese Unterschiede als Konfliktquelle oder als Spielraum für diplomatisches Manövrieren betrachtet werden.

Eine neue Machtkonstellation

Institutionell ist der Mekka-Pakt derzeit nicht mit der NATO vergleichbar, da ihm ein integriertes militärisches Kommando, eine umfassende Rechtsgrundlage sowie langjährige Erfahrung in der gemeinsamen Planung fehlen. Ihn jedoch als rein symbolisches Dokument zu betrachten, greift zu kurz.

Hinter dem Abkommen stehen ein zweijähriger Verhandlungsprozess, ein zuvor geschlossener bilateraler Pakt sowie ein beträchtliches Potenzial für militärisch-technische Zusammenarbeit.

Für Saudi-Arabien bedeutet es mehr Sicherheit und Kontrolle über strategische Routen. Für Pakistan eine gestärkte Rolle in der Nahostpolitik. Für die Türkei ist es eine Gelegenheit, Erfahrungen in der militärischen Integration einzubringen und ihren Einfluss in der Region auszubauen. Der Mekka-Pakt ist bislang eine Absichtserklärung, die jedoch das Bestreben regionaler Akteure widerspiegelt, eigenständig Sicherheitsstrukturen in einem Raum zu etablieren, der lange von externen Mächten dominiert wurde.

Sollte die Institutionalisierung gelingen, könnte ein substanzielles Element der regionalen Sicherheitsarchitektur entstehen. Andernfalls bleibt der Pakt ein weiteres politisches Dokument einer instabilen Epoche.

 


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


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Toghrul Hasanzade ist politischer Analyst und freier Autor mit Schwerpunkten in der europäischen Außenpolitik, internationalen Beziehungen und dem postsowjetischen Raum. Er hat Europäische Studien an der Europa-Universität Viadrina studiert und war Stipendiat des Internationalen Parlaments-Stipendiums des Deutschen Bundestages. Seine Texte erscheinen regelmäßig in aserbaidschanischen Medien. Zudem tritt er als Experte für europäische Politik in Fernsehsendungen auf.


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Rentenreform
Streit um Rentenreform: Lauterbach warnt vor Aus der Rente mit 63

Berlin – Neue Runde im Streit um die „Rente mit 63“: Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwochausgabe), die Rentenkommission habe zwar „insgesamt sehr gute Vorschläge gebracht“. Ein „großes Unrecht“ bleibe aber bestehen.

„Bekanntlich haben Geringverdiener und Menschen ohne Studium deutlich weniger Rente, weil sie früher sterben“, rechnete der Kölner SPD-Politiker vor, der inzwischen Vorsitzender des Forschungsausschusses im Bundestag ist. Gewinner seien Akademiker, die oft nur 40 Jahre einzahlten und 20 Jahre Rente bezögen.

Dagegen zahlten Menschen mit Ausbildung häufig 50 Jahre Beiträge und erhielten zudem fünf Jahre weniger Rente. „Ihnen die abschlagsfreie Rente nach dem 65. Lebensjahr zu streichen, vergrößert dieses Unrecht“, betonte Lauterbach. „Das spüren die Leute in ganz Deutschland, nicht nur in Ostdeutschland.“

Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zugesagt, die Vorschläge der Rentenkommission in vollem Umfang umzusetzen – einschließlich der Abschaffung der abschlagsfreien Frührente. Doch der Widerstand gegen die Reformpläne wächst.

Billigen will das Bundeskabinett an diesem Dienstag die sogenannte Frühstartrente. Damit will die Regierung Kinder bereits ab dem sechsten Lebensjahr an die kapitalgedeckte Altersvorsorge heranführen. Sie soll als Teil der privaten Altersvorsorge das Rentensystem stärken helfen.

Das autorisierte Lauterbach-Statement:

„Die Rentenkommission hat insgesamt sehr gute Vorschläge gebracht. Insbesondere die Einführung einer langfristigen Kapitalrente ist ein Befreiungsschlag für das System. Ein großes Unrecht bleibt aber bestehen, hier hat man eine große Chance vertan: Bekanntlich haben Geringverdiener und Menschen ohne Studium deutlich weniger Rente weil sie früher sterben.

Gewinner sind Akademiker die oft nur 40 Jahre einzahlen und 20 Jahre Rente beziehen. Menschen mit Ausbildung zahlen oft 50 Jahre ein und bekommen auch noch 5 Jahre weniger Rente. Ihnen die abschlagsfreie Rente nach dem 65 Lebensjahr zu streichen vergrößert dieses Unrecht. Das spüren die Leute in ganz Deutschland, nicht nur in Ostdeutschland.“

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Israel-Kritik
Safa: Netanjahu ist nicht das Problem, Israel ist

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Beirut – Der libanesische Diplomat und Menschenrechtsaktivist Mohamad Safa hat in einem ausführlichen Kommentar den internationalen Fokus auf Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu kritisiert.

Eine mögliche Verhaftung Netanjahus werde das grundlegende Problem im Nahen Osten nicht lösen, argumentiert Safa. Dieses liege seiner Ansicht nach tiefer – im politischen und gesellschaftlichen System Israels.

Safa, der nach eigenen Angaben seit mehr als 35 Jahren im Südlibanon lebt und verschiedene Kriege in der Region miterlebt hat, verweist dabei auf die israelische Politik vergangener Jahrzehnte. Er habe in seinem Leben bereits acht israelische Ministerpräsidenten und unterschiedliche Regierungen erlebt. Die Regierung Netanjahus sei zwar die extremste, unterscheide sich in ihrer grundlegenden Politik jedoch nicht so stark von ihren Vorgängern, wie es die Konzentration auf den derzeitigen Regierungschef nahelege.

Safa verweist auf frühere israelische Regierungen

Den alleinigen Fokus auf Netanjahu für die Gewalt und die Zerstörung im Libanon hält Safa deshalb für irreführend. Netanjahu sei nicht die eigentliche Krankheit, sondern lediglich ein Symptom eines größeren Problems.

Als historisches Beispiel verweist der Diplomat auf die Ereignisse von 1996. Damals habe die Regierung von Ministerpräsident Schimon Peres während der israelischen Operation „Grapes of Wrath“ schwere Angriffe im Libanon durchgeführt. Besonders das Massaker von Kana sei dabei bis heute ein prägendes Ereignis. Das israelische Militär bombardierte damals ein Gelände der Vereinten Nationen, auf dem rund 800 vertriebene libanesische Zivilisten Schutz gesucht hatten.

Auch die späteren Ministerpräsidenten Ehud Barak, Ariel Sharon und Ehud Olmert hätten während ihrer Amtszeiten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Libanon zu verantworten gehabt, schreibt Safa. Die Argumentation sei dabei immer ähnlich gewesen: Die Verantwortung werde auf einzelne Regierungschefs konzentriert, während die grundsätzlichen politischen Strukturen unangetastet blieben.

Dieses Muster wiederhole sich nun bei Netanjahu.

„Würde Israel danach aufhören, eine Bedrohung zu sein?“

Safa stellt deshalb die Frage, was sich tatsächlich ändern würde, wenn Netanjahu verhaftet und aus dem Amt entfernt würde. Seine Antwort fällt eindeutig aus: Israel würde dadurch nicht plötzlich aufhören, eine Bedrohung für den Frieden in der Region darzustellen.

Das Problem liege für ihn nicht bei einem einzelnen Regierungschef oder einer bestimmten politischen Partei, sondern im System selbst. Die Gewalt sei über Jahrzehnte normalisiert worden. Israel, wie es sich der Weltöffentlichkeit heute präsentiere, sei das Ergebnis einer jahrzehntelangen Entwicklung, die von Dehumanisierung und Gewalt gegenüber Menschen im Nahen Osten geprägt sei.

Safa formuliert seine Kritik dabei bewusst drastisch. Israel töte Kinder „als Hobby“, schreibt er. Die Aussage steht für seine grundsätzliche These, dass die Gewalt nicht erst mit der Regierung Netanjahu entstanden sei, sondern auf eine wesentlich längere Geschichte zurückgehe.

Kritik an Opferzahlen und israelischer Politik

Safa nennt in seinem Kommentar zudem hohe Opferzahlen. Israel habe innerhalb von rund 1.000 Tagen fast 100.000 Menschen im Nahen Osten getötet, darunter 25.000 Kinder. Daraus leitet er eine tägliche Zahl von rund 100 Getöteten ab.

In der israelischen Führung und Gesellschaft herrsche seiner Darstellung zufolge die Vorstellung vor, Gewalt gegen andere Völker sei notwendig, um die eigene Sicherheit und den eigenen Erfolg zu gewährleisten. Einen tatsächlichen Friedenswillen Israels sieht Safa deshalb nicht.

Stattdessen strebe Israel nach seiner Einschätzung eine vollständige Annexion Palästinas sowie weiterer Gebiete im Libanon und in Syrien an.

„Frieden ohne Gerechtigkeit bleibt eine Illusion“

Auch den häufig verwendeten Begriff eines Friedens durch Stärke stellt Safa infrage. Ein Frieden könne nicht allein durch militärische Überlegenheit entstehen. Voraussetzung seien vielmehr gegenseitiger Respekt und Gerechtigkeit.

„Ein Frieden ohne absolute Gerechtigkeit bleibt eine reine Illusion“, lautet seine Position.

Auch Diplomatie könne langfristig nur funktionieren, wenn Staaten und Regierungen das internationale Recht und völkerrechtliche Vereinbarungen respektierten. Deshalb sei es aus seiner Sicht widersprüchlich, wenn westliche Regierungen Israel trotz der Vorwürfe von Massentötungen und der Besetzung beziehungsweise Annexion von Gebieten als Friedenspartner darstellten.

Safa wirft Israel vor, gleichzeitig gegen die Palästinenser vorzugehen und Gebiete seiner Nachbarstaaten zu beanspruchen. Die Menschen in der Region wüssten daher sehr genau, wer der eigentliche Gegner des Friedens sei.

Seine Schlussfolgerung fällt entsprechend deutlich aus: Der Name dieses Gegners sei Israel.

Wer ist Mohamad Safa?

Mohamad Safa ist ein libanesischer Diplomat, Menschenrechtsaktivist und Klimaaktivist. Er wurde am 8. März 1991 in Borj Rahal im Südlibanon geboren. Safa studierte Geschichte und absolvierte anschließend einen Masterstudiengang in Weltraumdiplomatie und internationalen Beziehungen.

Seit 2013 ist Safa als Exekutivdirektor der Nichtregierungsorganisation Patriotic Vision (PVA) tätig. 2016 wurde er zum Vertreter der Organisation bei den Vereinten Nationen bestimmt.

Die Organisation besitzt einen offiziellen Konsultativstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC). Safa engagierte sich dabei unter anderem für humanitäre Hilfe, Klimaschutz und die Einhaltung des Völkerrechts.

Im März 2026 sorgte Safa international für Aufmerksamkeit, als er unter Protest von seinen UN-Funktionen zurücktrat.

 


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Assad-Urteil
Syrien: Baschar al-Assad zum Tode verurteilt

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Damaskus – In einem historisch beispiellosen Prozess hat ein syrisches Gericht in der Hauptstadt Damaskus den gestürzten Präsidenten Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Das Urteil, das liveAssad-Urteil im syrischen Staatsfernsehen verlesen wurde, markiert einen tiefgreifenden juristischen und politischen Wendepunkt in der Aufarbeitung des jahrzehntelangen Baath-Regimes. Es ist das erste Mal in der jüngeren Geschichte der Region, dass ein gestürztes Staatsoberhaupt von der eigenen Justiz wegen systematischer Staatsverbrechen zur Höchststrafe verurteilt wurde.

Dem ehemaligen Diktator sowie den führenden Köpfen seines militärischen und geheimdienstlichen Machtapparats wurden vorsätzlicher Mord an unzähligen Bürgern, systematische Folter, willkürliche Inhaftierungen sowie schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Staatsapparat unter Assad über 14 Jahre hinweg als Tötungsmaschinerie gegen die eigene Bevölkerung missbraucht wurde.

Die historische Rolle von Atef Nadschib

Neben Baschar al-Assad wurden auch sein Bruder Mahir al-Assad, der berüchtigte Kommandeur der gefürchteten 4. Division, sowie sein Cousin Atef Nadschib zum Tode verurteilt. Ihnen wird die direkte Verantwortung für die Planung und Durchführung von Massakern an Zivilisten sowie Folter mit Todesfolge zugeschrieben.

Nadschib, der ehemalige Geheimdienstchef der Provinz Daraa, nimmt in der Geschichte des Konflikts eine Schlüsselrolle ein. Er hatte im Jahr 2011 die Verhaftung und brutale Folter von Schulkindern angeordnet, die Anti-Regime-Graffiti an Wände gesprüht hatten.Diese Tat gilt historisch als der entscheidende Funke, der die landesweiten Massenproteste und den anschließenden, blutigen Bürgerkrieg auslöste.

Warum das Verfahren als historischer Meilenstein gilt

Internationalen Beobachtern zufolge bricht dieses Verfahren mit fast allen bisherigen Mustern der juristischen Aufarbeitung im Nahen Osten und wird deshalb als Meilenstein eingestuft.

Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass das Urteil durch die eigene, nationale Justiz gefällt wurde. Im Gegensatz zu Diktatoren wie Slobodan Milošević oder Charles Taylor wird Assad nicht vor einem internationalen Tribunal in Den Haag zur Rechenschaft gezogen, sondern von einem ordentlichen Gericht im eigenen Land.

Während beispielsweise Saddam Hussein im Jahr 2006 unter dem direkten Einfluss einer US-geführten Besatzung verurteilt wurde, handelt es sich hierbei um ein eigenständiges Verfahren einer souveränen syrischen Übergangsregierung.

Zudem zeigt sich die Einzigartigkeit darin, dass kein vorheriger Verhandlungsfrieden geschlossen wurde. Häufig enden langjährige Bürgerkriege mit Amnestien und Straffreiheit für die Machthaber, um den Frieden politisch zu erkaufen. Das neue syrische Gericht bricht radikal mit dieser Praxis und zieht die Führung bedingungslos strafrechtlich zur Verantwortung.

Damit liegt auch ein juristisches Novum in Syrien vor, da es das erste Mal seit dem Machtantritt der Assad-Dynastie im Jahr 1970 ist, dass die Verbrechen des Regimes offiziell von einem syrischen Richter als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft wurden.

Dabei beschränkte sich der Prozess nicht nur symbolisch auf das Staatsoberhaupt, sondern zog zeitgleich die gesamte operative Spitze aus Militär und Geheimdienst als kollektive Tötungsmaschinerie zur Verantwortung.

Politische Signalwirkung trotz russischem Asyl

Während das Urteil in den Straßen von Damaskus von der Bevölkerung mit großer Erleichterung und spontanen Feierlichkeiten aufgenommen wurde, bleibt die Vollstreckung gegen die Hauptbeschuldigten vorerst theoretischer Natur. Baschar al-Assad und sein engster Zirkel waren nach dem endgültigen Kollaps des Regimes im Dezember 2024 nach Russland geflohen.

Da sich Assad weiterhin unter dem Schutz des Kremls in Moskau aufhält und die russische Führung jede Kooperation verweigert, gilt eine Auslieferung an die neue syrische Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa auf absehbare Zeit als ausgeschlossen.

Internationale Beobachter, Rechtsexperten und Menschenrechtsorganisationen werten den Richterspruch dennoch als ein immens wichtiges Signal gegen die Straflosigkeit im Nahen Osten.

Auch wenn die Täter der physischen Vollstreckung der Strafe in ihrem russischen Exil entgehen, schafft das Urteil ein offizielles, unumstößliches juristisches Fundament für die unzähligen Opfer. Es dokumentiert die Gräueltaten des Regimes völkerrechtlich und brandmarkt die geflüchtete Führungsriege für den Rest ihres Lebens als verurteilte Kriegsverbrecher auf internationaler Bühne.

 


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