Neurotechnologie
Künstliche Neuronen kommunizieren mit lebenden Gehirnzellen

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Northwestern – Ingenieure der Northwestern University haben künstliche Neuronen entwickelt, die direkt mit lebenden Gehirnzellen interagieren können. Die flexiblen Bauteile erzeugen lebensechte elektrische Signale und könnten die Neurotechnologie sowie die Energieeffizienz von KI-Systemen revolutionieren.

Wissenschaftler an der Northwestern University erzielten einen bedeutenden Durchbruch an der Schnittstelle zwischen Maschine und menschlichem Gehirn. Das Team um Mark C. Hersam entwickelte gedruckte künstliche Neuronen, die über bloße Imitation hinausgehen und aktiv mit biologischen Nervenzellen kommunizieren. In Experimenten mit Hirngewebe von Mäusen lösten diese kostengünstigen, flexiblen Geräte Reaktionen in realen Neuronen aus.

Schnittstelle für Neuroprothetik und KI

Diese Entwicklung rückt die Vision von Elektronik, die direkt mit dem Nervensystem gekoppelt ist, in greifbare Nähe. Mögliche Anwendungsgebiete sind Hirn-Maschine-Schnittstellen und Neuroprothesen, die Hör-, Seh- oder Bewegungsfunktionen wiederherstellen könnten. Zudem weist die Technologie den Weg zu einer neuen Generation von Computersystemen. Durch die Nachahmung neuronaler Kommunikation könnte Hardware künftig komplexe Aufgaben mit einem Bruchteil der heute benötigten Energie bewältigen.

„Die Welt ist von künstlicher Intelligenz dominiert, doch das datenintensive Training führt zu massiven Stromverbrauchsproblemen“, erklärte Mark C. Hersam, Leiter der Studie und Professor für Materialwissenschaften an der McCormick School of Engineering. Da das Gehirn um fünf Größenordnungen energieeffizienter arbeitet als ein digitaler Computer, müsse die nächste Hardware-Generation vom biologischen Vorbild lernen.

Abkehr vom starren Silizium

Herkömmliche Computer basieren auf Milliarden identischer Transistoren auf starren Siliziumchips. Das Gehirn hingegen besteht aus heterogenen, dynamischen Netzwerken, die sich ständig anpassen. Um diese Komplexität zu erreichen, nutzte Hersams Team elektronische Tinten aus Nanoflocken von Molybdändisulfid (MoS2) und Graphen. Mittels Aerosol-Jet-Druck wurden diese auf flexible Polymeroberflächen aufgebracht.

Besonders innovativ: Ein Polymer, das bisher als störend galt, wurde gezielt genutzt

Durch teilweise Zersetzung des Polymers unter Stromfluss entstanden leitfähige Filamente, die plötzliche elektrische Reaktionen – ähnlich dem Feuern eines Neurons – ermöglichen. Die künstlichen Neuronen erzeugen so Spikes, kontinuierliche Signale und Burst-Muster, die biologischen Signalen präzise entsprechen.

Erfolgreiche Tests an biologischem Gewebe

In Zusammenarbeit mit der Neurobiologin Indira M. Raman wurde die Wirksamkeit am Kleinhirn von Mäusen getestet. Die künstlichen Signale entsprachen in Timing und Dauer exakt den biologischen Eigenschaften. „Andere Labore versuchten es mit organischen Materialien, die zu langsam waren, oder mit Metalloxiden, die zu schnell reagierten. Wir bewegen uns in einem Zeitbereich, der direkt mit lebenden Neuronen interagiert“, so Hersam.

Angesichts des enormen Energie- und Wasserverbrauchs moderner Rechenzentren unterstreicht Hersam die Dringlichkeit effizienterer Hardware. Die additive Fertigung der neuen Neuronen ist zudem kostengünstig und nachhaltig. Die Studie wurde am 18. April in der Fachzeitschrift Science Daily veröffentlicht.

 


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USA
Mamdani: „Wir haben immer Geld für den Krieg, aber nicht um die Armen zu ernähren“

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New York – Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani hat den US-Krieg gegen den Iran in der NBC-Sendung „Meet The Press“ scharf verurteilt und dabei auf einen Songtext des verstorbenen Rappers Tupac Shakur zurückgegriffen.

„Ich wünschte, die Worte von Tupac aus den 90er Jahren wären nicht immer noch prophetisch, aber sie treffen für zu viele Menschen weiterhin zu — nämlich dass wir immer Geld für den Krieg haben, aber nicht, um die Armen zu ernähren“, sagte Mamdani gegenüber Moderatorin Kristen Welker.

Das Zitat stammt aus Tupacs Song „Keep Ya Head Up“ und beschreibt nach Ansicht Mamdanis die aktuelle Lage in Amerika treffender denn je.

Krieg verschärft Lebenshaltungskostenkrise

Mamdani betonte, der andauernde Krieg gegen den Iran habe die ohnehin hohen Lebenshaltungskosten in New York City weiter in die Höhe getrieben. „Während dieser Krieg eine Lebenshaltungskostenkrise verschärft hat, ist das eine Krise, die bereits vor meiner Bürgermeisterkandidatur existierte — und sie spiegelt sich darin wider, dass wir die teuerste Stadt der Vereinigten Staaten sind“, sagte er.

Die Militäroperation gegen den Iran solle „nicht nur aus politischen oder moralischen Gründen, sondern auch aus rein wirtschaftlichen Gründen abgelehnt werden“, so Mamdani. Die USA hätten bereits schätzungsweise 28 Milliarden Dollar für den Krieg ausgegeben — Geld, das seiner Meinung nach stattdessen für die Arbeiterklasse in ganz Amerika eingesetzt werden könnte.

Krieg tief unpopulär in der Bevölkerung

Der Krieg gegen den Iran, der Ende Februar als gemeinsame Militäroperation der USA und Israels begann, ist in der amerikanischen Bevölkerung inzwischen tief unpopulär. In einer aktuellen CBS News/YouGov-Umfrage gaben fast 60 Prozent der Amerikaner an, der Krieg laufe „sehr“ oder „eher schlecht“ für die USA.

Der Konflikt hatte zudem dazu geführt, dass der Iran die Straße von Hormus sperrte, was die globalen Ölpreise in die Höhe trieb und die Benzinkosten in den gesamten USA ansteigen ließ. Im Kongress scheiterte unterdessen ein parteiübergreifender Versuch, den Präsidenten zum Abzug der US-Streitkräfte aus dem Iran-Konflikt zu verpflichten — die Abstimmung im Repräsentantenhaus verlief weitgehend entlang der Parteilinien.

Trump: Militär hat Vorrang vor Kinderbetreuung

Präsident Donald Trump wies derweil Forderungen zurück, Subventionen für die Kinderbetreuung auszuweiten. Bei einem privaten Osteressen im Weißen Haus sagte er:

„Es ist uns nicht möglich, uns um Kinderbetreuung, Medicaid, Medicare und all diese einzelnen Dinge zu kümmern. Das können die Bundesstaaten auf eigene Initiative tun. Wir müssen uns um eine Sache kümmern: den Militärschutz. Wir müssen das Land schützen.“

Mamdani setzt auf kostenlose Kinderbetreuung

Ein klarer Gegensatz zu Mamdanis politischer Agenda: Der Bürgermeister, der im November gewählt wurde und dabei einen Wahlkampf für eine erschwinglichere Stadt geführt hatte, hat die kostenlose Kinderbetreuung zu einer seiner wichtigsten Prioritäten erklärt.

Im März kündigten Mamdani und New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul ein kostenloses Kinderbetreuungsprogramm für bis zu 2.000 Zweijährige in New York City an — mit dem Ziel, es künftig auszuweiten. Zur Finanzierung seiner Versprechen, darunter erschwinglichere Kinderbetreuung, hatte Mamdani im Wahlkampf eine Steuererhöhung für die reichsten New Yorker angekündigt.

Vergangene Woche schlugen er und Hochul offiziell eine „Pied-à-Terre“-Steuer für Eigentümer von Immobilien im Wert von mehr als 5 Millionen Dollar in New York City vor, die dort nicht ihren Hauptwohnsitz haben.

„Diese Steuer wird mindestens 500 Millionen Dollar direkt für die Stadt einbringen und Dinge wie kostenlose Kinderbetreuung, sauberere Straßen und sicherere Nachbarschaften finanzieren“, so Mamdani.

Zohran Kwame Mamdani wurde 1990 in Kampala, Uganda, geboren und wuchs in New York City auf. Er ist der Sohn des renommierten ugandisch-amerikanischen Politikwissenschaftlers Mahmood Mamdani und der südafrikanischen Filmemacherin Mira Nair. Mamdani studierte Wirtschaftswissenschaften an der Bowdoin College in Maine. Vor seiner politischen Karriere arbeitete er als Mieterrechtsberater in Queens.

Er ist Mitglied der Demokratischen Sozialisten Amerikas (DSA) und vertrat ab 2021 den Stadtteil Astoria in Queens als Abgeordneter der New York State Assembly. Im November 2024 wurde er zum Bürgermeister von New York City gewählt.

Präsidentschaft außer Reichweite

Trotz seiner rasanten politischen Karriere und wachsender Popularität weit über New York hinaus bleibt das Weiße Haus für Mamdani verfassungsrechtlich unerreichbar. Viele seiner Unterstützer würden ihn gerne als nächsten US-Präsidenten sehen — doch die US-Verfassung schließt ihn aus: Als in Kampala, Uganda geborener Politiker erfüllt er nicht die Voraussetzung des „natural-born citizen“, die für eine Präsidentschaftskandidatur zwingend erforderlich ist.

Keiner seiner Eltern war zum Zeitpunkt seiner Geburt US-Bürger — sein Vater ist ugandischer, seine Mutter indischer Staatsbürgerin. Eine Verfassungsregel aus dem Jahr 1787 versperrt ihm damit den Weg ins höchste Amt Amerikas.

 


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Global Outrage
Israeli Soldier Smashes Jesus Statue in Lebanon

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Beirut – A viral photograph showing an Israeli soldier smashing a statue of Jesus Christ in southern Lebanon with a sledgehammer has sparked outrage worldwide.
The image was viewed more than 5 million times on X and ignited a broad debate about Western indifference to the destruction of religious symbols by Israeli soldiers and settlers.

The Israeli military confirmed the authenticity of the image and announced that an investigation had been launched.

„The actions do not align with the values of the army or the expected conduct of its soldiers,“ the military said in a statement. Appropriate measures would be taken „based on the findings“ — without providing further details on the soldier’s identity or possible disciplinary action. The statue was located on the outskirts of the village of Debl in southern Lebanon, near the border with Israel.

Palestinian Lawmakers React Sharply

Ayman Odeh, a Palestinian member of the Israeli Knesset, responded with pointed sarcasm: „We’ll wait to hear the police spokesperson claim that the soldier felt threatened by Jesus.“

His colleague Ahmad Tibi wrote on Facebook that those who blow up mosques and churches in Gaza and spit on Christian clergy in Jerusalem — without punishment — have no hesitation in destroying a statue of Jesus Christ and publishing it online. „When the Western world remains silent, racists go further,“ Tibi said.

A Pattern of Destruction

The incident is not an isolated one. Israeli forces repeatedly attacked religious sites during the war on Gaza — including mosques and churches. In the occupied West Bank, settlers vandalized or attacked 45 mosques last year, according to the Palestinian Authority’s Ministry of Religious Affairs.

The Religious Freedom Data Center (RFDC) documented at least 201 incidents of violence against Christians in Israel between January 2024 and September 2025 — predominantly carried out by Orthodox Jews targeting international clergy or individuals displaying Christian symbols.

The majority of these incidents — including spitting, verbal abuse, vandalism and physical assaults — took place in Jerusalem’s Old City, located in occupied East Jerusalem.

Conservative Christians Silent — While Christians in Israel Face Harassment

There is a striking discrepancy between rhetoric and reality: while conservative and radical Christians in the West frequently invoke a „Judeo-Christian partnership“ and offer unconditional support for Israel, Christians in Israel — particularly international clergy and pilgrims — are regularly harassed and attacked by radical settlers and parts of the ultra-Orthodox community.

Conservative American political commentator Candace Owens reacted on X with sharp criticism: „Which commentators will reliably lecture us about Judeo-Christian values?“ — a direct jab at Western conservatives who unconditionally support Israel while Israeli soldiers destroy Christian symbols.

A report by the Times of Israel recently documented a significant rise in attacks on Christians in Israel. The second annual report by the Rossing Center, cited by the Times of Israel, documented 111 anti-Christian incidents in 2024. An accompanying survey found that nearly half of Christians under the age of 30 are considering emigrating from Israel.

In connection with the report, the group also examined Christian attitudes toward issues such as identity, religious freedom, Israeli-Jewish society, the role of the church, and emigration.

The survey results showed that relations between the Christian community and the rest of the country are somewhat strained: one in three Christians feels unaccepted by their Jewish-Israeli fellow citizens and is considering leaving the country — a figure that rises to 48 percent among those under 30.

 


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Weltweite Empörung
Libanon: Israelische Soldaten zerstören Jesus-Statue

Beirut – Ein virales Foto, das einen israelischen Soldaten zeigt, der mit einem Vorschlaghammer eine Jesus-Christus-Statue im Südlibanon zerstört, hat weltweit Empörung ausgelöst.

Das Bild wurde über 5 Millionen Mal auf X aufgerufen und löste eine breite Debatte über die westliche Gleichgültigkeit gegenüber der Zerstörung religiöser Symbole durch israelische Soldaten und Siedler aus.

Die israelische Armee bestätigte die Echtheit des Bildes und teilte mit, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei.

„Die Handlungen entsprechen nicht den Werten der Armee oder dem erwarteten Verhalten ihrer Soldaten“, hieß es in einer Stellungnahme. Angemessene Maßnahmen würden „auf Grundlage der Ergebnisse“ ergriffen — ohne weitere Details zu Identität oder möglichen Disziplinarmaßnahmen gegen den Soldaten zu nennen. Die Statue befand sich am Ortsrand des Dorfes Debl im Südlibanon, nahe der Grenze zu Israel.

Palästinensische Abgeordnete reagieren scharf

Ayman Odeh, palästinensisches Mitglied der israelischen Knesset, kommentierte ironisch: „Wir werden darauf warten zu hören, dass der Polizeisprecher behauptet, der Soldat habe sich von Jesus bedroht gefühlt.“

Sein Kollege Ahmad Tibi schrieb auf Facebook, dass diejenigen, die in Gaza Moscheen und Kirchen in die Luft sprengen und in Jerusalem christliche Geistliche anspucken — und das ungestraft — keine Hemmungen hätten, eine Jesusstatue zu zerstören und dies zu veröffentlichen. „Wenn die westliche Welt schweigt, gehen Rassisten weiter“, so Tibi.

Ein Muster der Zerstörung

Der Vorfall ist kein Einzelfall. Israelische Streitkräfte griffen während des Krieges gegen Gaza wiederholt religiöse Stätten an — darunter Moscheen und Kirchen. Im besetzten Westjordanland vandalisierten oder griffen Siedler im vergangenen Jahr laut dem palästinensischen Ministerium für religiöse Angelegenheiten 45 Moscheen an.

Das Religious Freedom Data Center (RFDC) dokumentierte zwischen Januar 2024 und September 2025 mindestens 201 Vorfälle von Gewalt gegen Christen in Israel — überwiegend begangen von orthodoxen Juden gegen internationale Geistliche oder Personen, die christliche Symbole trugen.

Die Mehrheit dieser Vorfälle, darunter Anspucken, verbale Beleidigungen, Vandalismus und körperliche Angriffe, ereignete sich in der Altstadt von Jerusalem im besetzten Ostjerusalem.

Radikale Christen schweigen — während Christen in Israel schikaniert werden

Bemerkenswert ist dabei die Diskrepanz zwischen Rhetorik und Realität: Während konservative und radikale Christen im Westen oft von einer „jüdisch-christlichen Partnerschaft“ sprechen und Israel bedingungslos unterstützen, werden Christen in Israel — insbesondere internationale Geistliche und Pilger — von radikalen Siedlern und teilen der ultraorthodoxen Gemeinschaft regelmäßig schikaniert und angegriffen.

Die konservative amerikanische Politanalystin Candace Owens reagierte auf X mit scharfer Kritik: „Welche Kommentatoren werden uns zuverlässig über jüdisch-christliche Werte belehren?“ — eine direkte Anspielung auf westliche Konservative, die Israel bedingungslos unterstützen, während israelische Soldaten christliche Symbole zerstören.

Ein Bericht der Times of Israel dokumentierte zuletzt einen deutlichen Anstieg solcher Angriffe auf Christen in Israel. Der zweite Jahresbericht des Rossing Center auf den sich Times of Israel bezieht dokumentiert 111 antichristliche Vorfälle im Jahr 2024. Eine begleitende Umfrage ergab, dass fast die Hälfte der Christen unter 30 Jahren aus Israel auswandern möchte. 

Im Zusammenhang mit dem Bericht untersuchte die Gruppe auch die Einstellungen von Christen zu Themen wie Identität, Religionsfreiheit, der israelisch-jüdischen Gesellschaft, der Rolle der Kirche und Auswanderung.

Die Umfrageergebnisse zeigten, dass die Beziehungen zwischen der christlichen Gemeinschaft und dem Rest des Landes etwas angespannt sind: Jeder dritte Christ fühlt sich von seinen jüdisch-israelischen Mitbürgern nicht akzeptiert und erwägt, das Land zu verlassen – bei den unter 30-Jährigen steigt dieser Anteil auf 48 %.

 


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USA
Rachel Corrie’s Mother Calls for Arms Embargo Against Israel

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Washington D.C. – The mother of Rachel Corrie, the US activist killed in Gaza in 2003 by an Israeli military bulldozer, has published a powerful commentary in the US-magazine The Nation calling for a comprehensive arms embargo against Israel.

Cindy Corrie, whose daughter lost her life 23 years ago during a peaceful protest, writes that the US delivery of armored Caterpillar D-9 bulldozers to Israel must finally end.

These bulldozers — manufactured in the United States and delivered by presidents from George W. Bush to Joe Biden — are the same machines that killed her daughter and remain in use to this day.

In his final months in office, President Biden halted the shipment of militarized bulldozers to Israel, officially acknowledging for the first time the role these machines play in the systematic destruction of Palestinian homes. However, one of Donald Trump’s first acts upon taking office was to reverse that decision and resume the transfers.

Since then, Israel has only accelerated the destruction of homes — not only in Gaza, but also in the West Bank and now in its invasion of southern Lebanon.

Cindy Corrie welcomes the initiative of Senator Bernie Sanders, who is forcing a vote in the US Senate on banning the transfer of D-9 bulldozers to Israel.

„This will not be a symbolic gesture, but a concrete step toward the protection of human life,“ she writes. She urges elected representatives not to leave Sanders standing alone, and to cast their votes as a clear signal — in honor of her daughter, other Americans, and thousands of Palestinian civilians killed.

Who was Rachel Corrie?

Rachel Corrie was a 23-year-old American and member of the International Solidarity Movement (ISM). In March 2003, she was run over by an armored Israeli military bulldozer in Rafah while peacefully attempting to prevent the demolition of a Palestinian home

. Her death sparked a global debate about the proportionality of military force against unarmed activists.

In one of her last letters to her parents, she wrote:

„I feel like I’m witnessing the systematic destruction of a people’s ability to survive. It’s hard to believe when you’re not here, but it’s real.“

Rachel Corrie became a global symbol of civilian resistance against Israeli occupation policies. Her name remains to this day a symbol of courage and commitment to Palestinian rights.

Following their daughter’s death, Cindy and Craig Corrie founded the Rachel Corrie Foundation, which has since worked for human rights, education and the rights of the Palestinian people — keeping their daughter’s legacy alive.

Bernie Sanders is a US Senator from Vermont and one of America’s most prominent progressive politicians. He is among the few American politicians to have openly and repeatedly criticized the unconditional US military support for Israel.

Sanders has consistently argued that the delivery of American weapons to Israel that result in civilian deaths can no longer be tolerated. His push for a bulldozer and arms embargo against Israel represents the most far-reaching congressional attempt to date to concretely restrict US weapons policy toward Israel — and has so far been met with resistance in the Senate.

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USA
Mutter von Rachel Corrie fordert Waffenembargo gegen Israel

Washington D.C. – Die Mutter der 2003 in Gaza von einem israelischen Militärbulldozer getöteten US-Aktivistin Rachel Corrie hat in einem eindringlichen Kommentar im amerikanischen Magazin The Nation ein umfassendes Waffenembargo gegen Israel gefordert.

Cindy Corrie, deren Tochter vor 23 Jahren bei einem friedlichen Protesteinsatz ums Leben kam, schreibt in ihrem Beitrag: Die US-amerikanische Lieferung gepanzerter Caterpillar D-9-Bulldozer an Israel müsse endlich enden. Diese Bulldozer — hergestellt in den USA und geliefert von Präsidenten von George W. Bush bis Joe Biden — seien dieselben Maschinen, die ihre Tochter getötet hätten und die bis heute im Einsatz seien. 

In seinen letzten Amtsmonaten stoppte Biden die Lieferung militarisierter Bulldozer an Israel und erkannte damit erstmals offiziell die Rolle dieser Maschinen bei der systematischen Zerstörung palästinensischer Häuser an. Doch eine der ersten Amtshandlungen Donald Trumps nach seinem Amtsantritt war es, diese Entscheidung rückgängig zu machen und die Lieferungen wiederaufzunehmen.

Seitdem hat Israel die Zerstörung von Häusern — nicht nur in Gaza, sondern auch im Westjordanland und nun bei seiner Invasion des Südlibanon — weiter beschleunigt

Cindy Corrie begrüßt den Vorstoß von Senator Bernie Sanders, der im US-Senat eine Abstimmung über ein Verbot der Lieferung von D-9-Bulldozern an Israel erzwingen will. „Das wird keine symbolische Geste sein, sondern ein konkreter Schritt zum Schutz von Menschenleben“, schreibt sie. Sie appelliert an gewählte Vertreter, Sanders nicht allein zu lassen und mit ihrer Stimme ein klares Zeichen zu setzen — zu Ehren ihrer Tochter, anderer Amerikaner und tausender getöteter palästinensischer Zivilisten.

Wer war Rachel Corrie?

Rachel Corrie war eine 23-jährige US-Amerikanerin und Mitglied des International Solidarity Movement (ISM). Im März 2003 wurde sie in Rafah von einem gepanzerten israelischen Militärbulldozer überrollt, während sie versuchte, den Abriss eines palästinensischen Wohnhauses friedlich zu verhindern. Ihr Tod löste eine globale Debatte über die Verhältnismäßigkeit militärischer Gewalt gegen unbewaffnete Aktivisten aus.

In einem ihrer letzten Briefe an ihre Eltern schrieb sie:

„Ich habe das Gefühl, dass das, was ich hier sehe, eine systematische Zerstörung der Lebensgrundlagen eines ganzen Volkes ist. Man kann sich das nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst sieht.“

Rachel Corrie wurde zum weltweiten Symbol des zivilen Widerstands gegen die israelische Besatzungspolitik. Ihr Name steht bis heute für Zivilcourage und den Einsatz für palästinensische Rechte.

Nach dem Tod ihrer Tochter gründeten Cindy und Craig Corrie die Rachel Corrie Foundation, die sich seither für Menschenrechte, Bildung und die Rechte des palästinensischen Volkes einsetzt — und das Erbe ihrer Tochter lebendig hält.

Bernie Sanders ist US-Senator aus Vermont und einer der bekanntesten progressiven Politiker Amerikas. Er gehört zu den wenigen amerikanischen Politikern, die die bedingungslose militärische Unterstützung Israels durch die USA offen und wiederholt kritisiert haben.

Sanders hat mehrfach betont, dass die Lieferung amerikanischer Waffen an Israel, die zum Tod von Zivilisten führen, nicht länger hingenommen werden dürfe. Sein Vorstoß für ein Bulldozer- und Waffenembargo gegen Israel ist der bisher weitreichendste parlamentarische Versuch, die US-Waffenpolitik gegenüber Israel konkret einzuschränken — und scheiterte bisher am Widerstand des Senats.

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B’Tselem-Bericht
Israelische Gefängnisse: Netzwerk von Folterlagern

Jerusalem –  Ein neuer Bericht der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem zeichnet ein schwerwiegendes Bild über die Behandlung palästinensischer Gefangener in israelischen Haftanstalten. Demnach seien Häftlinge systematisch Misshandlungen, Folter und sexualisierter Gewalt ausgesetzt.

B’Tselem, eine in Israel ansässige Nichtregierungsorganisation, die sich seit Jahren mit der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten befasst, beschreibt das israelische Gefängnissystem in dem Bericht als ein „Netzwerk von Folterlagern“.

Dutzende Tote und tausende Inhaftierte

Laut dem Bericht seien seit Oktober 2023 bis Januar 2026 mindestens 84 palästinensische Gefangene in israelischen Einrichtungen gestorben, darunter auch ein Minderjähriger. Die tatsächliche Zahl könnte demnach höher liegen, da nur verifizierte Fälle berücksichtigt worden seien.

Zum Stand Ende September 2025 sollen sich mehr als 10.000 Palästinenser in israelischer Haft befunden haben, darunter etwa 350 Kinder. Schätzungen zufolge liege die aktuelle Gesamtzahl bei rund 9.200 Inhaftierten.

Die Organisation gibt weiter an, dass israelische Behörden die Leichen von 80 der Verstorbenen weiterhin zurückhalten würden. Nur vier Leichname seien bislang an die Familien übergeben worden. Dies erschwere unabhängige Untersuchungen, da Autopsien häufig nicht möglich seien.

Schwere Misshandlungsvorwürfe

Die Vorwürfe stützen sich laut B’Tselem auf Aussagen von ehemaligen Gefangenen sowie auf Recherchen israelischer und internationaler Menschenrechtsorganisationen.

Ehemalige Häftlinge hätten berichtet, sie seien geschlagen, erniedrigt und teilweise gezielt unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten worden. Zudem sei von systematischem Nahrungsentzug sowie verweigerter medizinischer Versorgung die Rede.

Sexualisierte Gewalt

Besonders schwer wiegen die im Bericht geschilderten Vorwürfe sexualisierter Gewalt. Demnach hätten mehrere Betroffene angegeben, es sei zu sexuellen Übergriffen, erzwungener Entkleidung sowie schweren Verletzungen im Genitalbereich gekommen. In einigen Fällen sei auch von Angriffen durch Hunde oder dem Einsatz von Gegenständen berichtet worden.

„Disco-Raum“ und Foltervorwürfe

Einige Zeugenaussagen beschreiben laut Bericht auch Verhörräume, in denen Gefangene regelmäßig Elektroschocks ausgesetzt worden seien. Ein Raum, der von Insassen als „Disco-Raum“ bezeichnet werde, sei demnach für solche Praktiken genutzt worden. Gleichzeitig sei den Betroffenen Nahrung und Zugang zu sanitären Einrichtungen verweigert worden.

Systematische Praxis

Die Direktorin von B’Tselem, Yuli Novak, erklärte, die Vorwürfe deuteten auf eine koordinierte Politik hin. Das Gefängnissystem sei demnach Teil eines umfassenderen Vorgehens gegen die palästinensische Bevölkerung.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass es sich nicht um Einzelfälle handeln könnte, sondern um eine institutionalisierte Praxis, die von verschiedenen staatlichen Ebenen gestützt werde.

Kritik an Haftbedingungen und Rechtssystem

Ein Großteil der palästinensischen Gefangenen befinde sich laut Bericht in sogenannter Administrativhaft. Dabei würden Personen ohne Anklage oder Gerichtsverfahren zunächst für sechs Monate inhaftiert, wobei diese Frist unbegrenzt verlängert werden könne.

Kritiker sehen darin ein System, das grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien unterlaufe. Zudem würden viele Palästinenser vor Militärgerichten verurteilt, während israelische Staatsbürger vor zivilen Gerichten stünden, was auf ein unterschiedliches Rechtssystem hindeute.

Einschüchterung und internationale Kritik

B’Tselem zufolge werde die Aufklärung zusätzlich erschwert, da freigelassene Gefangene unter Druck gesetzt würden. Israelische Behörden hätten demnach damit gedroht, ehemalige Häftlinge erneut festzunehmen, sollten sie über ihre Erfahrungen berichten.

Ein Sprecher der Organisation erklärte, die internationale Gemeinschaft müsse stärker reagieren und vorhandene völkerrechtliche Instrumente nutzen. In einer Stellungnahme erklärt die Organisation, das israelische System aus Besatzung und Apartheid sei untrennbar mit Menschenrechtsverletzungen verbunden.

Seit dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 habe Israel nach Einschätzung der Organisation „koordiniert und gezielt“ gehandelt, um die palästinensische Gesellschaft im Gazastreifen zu zerstören. B’Tselem spricht in diesem Zusammenhang von einem Genozid an der Bevölkerung in Gaza.

Zugleich warnt die Organisation, es bestehe die Gefahr, dass sich diese Entwicklung auf weitere Gebiete ausweiten könnte, insbesondere auf das Westjordanland. Als Begründung verweist sie unter anderem auf öffentliche Äußerungen israelischer Entscheidungsträger sowie auf ein aus ihrer Sicht unzureichendes Eingreifen der internationalen Gemeinschaft.

B’Tselem ruft sowohl die israelische Öffentlichkeit als auch internationale Akteure dazu auf, alle völkerrechtlichen Mittel zu nutzen, um die Situation zu beenden.

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Libanon: UN verurteilt Angriff auf Blauhelme – ein Toter

Genf – Ein UN-Blauhelm ist bei einem Angriff auf eine UNIFIL-Patrouille im Südlibanon getötet worden, drei weitere wurden verletzt, zwei davon schwer. Der Vorfall ereignete sich am Samstagmorgen im Dorf Ghanduriyah, als die Blauhelme Sprengstoffreste entlang einer Straße räumten, um den Kontakt zu isolierten UN-Positionen wiederherzustellen. Die Patrouille geriet dabei unter Kleinwaffenfeuer nicht-staatlicher Akteure.

UNIFIL verurteilte den Angriff als „gezielten Anschlag auf Blauhelme bei der Ausführung ihres Mandats“ und leitete eine Untersuchung ein. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Hisbollah für den Beschuss verantwortlich ist.

Guterres: Angriffe auf Blauhelme könnten Kriegsverbrechen sein

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Angriff scharf und erklärte, es handele sich bereits um den dritten Vorfall in jüngster Zeit, der zum Tod von UNIFIL-Soldaten geführt hat — und das trotz der am 16. April angekündigten zehntägigen Waffenruhe.

Guterres forderte alle Akteure auf, die Waffenruhe zu respektieren und die Sicherheit von UN-Personal zu gewährleisten. Er betonte: „Gezielte Angriffe auf Blauhelme sind schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und gegen die Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrates — und können Kriegsverbrechen darstellen.“

UNIFIL sprach den Angehörigen und Kollegen des getöteten Soldaten sein Beileid aus und wünschte den Verletzten eine vollständige Genesung. Die Mission rief die libanesische Regierung auf, den Vorfall unverzüglich zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

EU verurteilt Angriff und fordert sofortige Entwaffnung der Hisbollah

Die Europäische Union verurteilte den Angriff am Sonntag scharf. EU-Sprecher Anouar El Anouni erklärte, der Angriff auf UNIFIL habe „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ die Hisbollah als Urheber. Die EU sprach Frankreich, den Vereinten Nationen und den Angehörigen der Opfer ihre volle Solidarität aus und wünschte den drei verletzten Soldaten eine rasche Genesung.

„Angriffe auf Blauhelme und UN-Personal sind inakzeptabel, stellen schwere Verstöße gegen das Völkerrecht dar und müssen sofort aufhören“, so El Anouni. Die EU forderte eine „rasche, gründliche und unabhängige Untersuchung“ und rief alle Parteien auf, die Waffenruhe zu respektieren. Zudem forderte sie die Hisbollah auf, „sofort zu entwaffnen und ihre Angriffe zu beenden.“

Die EU bekräftigte ihr Engagement für die Souveränität und Stabilität des Libanon sowie für eine Deeskalation in der gesamten Region.

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Spanien will EU-Abkommen mit Israel kündigen

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Madrid – Der für seine israelkritischen Äußerungen weltweit gefeierte spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat einen historischen Schritt angekündigt: Spanien wird der EU vorschlagen, das Assoziierungsabkommen mit Israel zu beenden.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung der Sozialistischen Arbeiterpartei in Gibraleón kündigte Sánchez an, dass seine Regierung diesen Dienstag den Vorschlag offiziell auf europäischer Ebene einbringen werde. „Die Regierung Spaniens wird Europa den Vorschlag unterbreiten, die Assoziierung mit Israel zu beenden“, erklärte er vor seinen Anhängern, berichtet Euronews

Sánchez betonte dabei, Spanien sei ein „Freund Israels“ — aber kein Freund der Politik seiner Regierung. Er appellierte an andere europäische Länder, sich der Initiative anzuschließen.

Die Ankündigung kam nicht überraschend. Bereits Tage zuvor hatte Sánchez die EU aufgefordert, das Abkommen auszusetzen — als Reaktion auf das, was er als schwersten israelischen Angriff auf den Libanon seit Beginn der Offensive bezeichnete. Nun wurde aus einem Appell eine konkrete Zusage mit Datum.
Spanien steht nicht allein

Wachsende Stimmung innerhalb Europas

Spaniens Haltung spiegelt eine wachsende Stimmung innerhalb Europas wider. Die Kritik an Israels militärischem Vorgehen ist längst keine Randerscheinung mehr — sie ist global. Irland hat gemeinsam mit Spanien bereits eine dringende Überprüfung des EU-Israel-Abkommens gefordert und argumentiert, dass die Achtung der Menschenrechte ein „wesentliches Element“ der Beziehung sei.

Auch andere europäische Länder wie Norwegen, Belgien und Slowenien haben Israel in den vergangenen Monaten scharf kritisiert und teilweise konkrete diplomatische Schritte eingeleitet.

Auf internationaler Ebene haben Länder des Globalen Südens, darunter Südafrika, Brasilien und Kolumbien, ebenfalls deutliche Signale gesetzt — von Botschaftsabberufungen bis hin zu Klagen vor dem Internationalen Gerichtshof.

Ein langer diplomatischer Showdown

Spaniens Haltung in diesem Konflikt hat sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich verschärft. Sánchez gehört zu den wenigen westlichen Regierungschefs, die Israels Vorgehen offen und wiederholt als unverhältnismäßig bezeichnet haben — und dafür sowohl im Inland als auch international breite Unterstützung erfahren.

Mit dem nun angekündigten Schritt positioniert sich Spanien als eine der lautesten und konsequentesten kritischen Stimmen Europas gegenüber der israelischen Regierungspolitik — und könnte damit eine neue Dynamik in der europäischen Debatte auslösen.

 


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UN Women
UN: Israel tötete über 38.000 Frauen und Mädchen in Gaza

Genf – Die UN-Frauenrechtsorganisation UN Women hat am Freitag alarmierende Zahlen zur Lage im Gazastreifen veröffentlicht. Bis Ende 2025 wurden durch israelische Luftbombardements und Bodenoperationen mehr als 38.000 Frauen und Mädchen getötet. Diese Zahl macht über die Hälfte der insgesamt im Krieg gemeldeten Todesopfer aus.

Sofia Calltorp, Sprecherin von UN Women, erklärte bei einem Pressebriefing in Genf, dass zwischen Oktober 2023 und Dezember 2025 exakt mehr als 22.000 Frauen und 16.000 Mädchen ihr Leben verloren haben.

Dies entspricht einem Durchschnitt von mindestens 47 getöteten Frauen und Mädchen pro Tag. Die Agentur betont, dass die tatsächlichen Zahlen wahrscheinlich weit höher liegen, da viele Leichen unter Trümmern begraben sind und die Meldesysteme stark eingeschränkt arbeiten.

Überproportionaler Anstieg der Opferzahlen

Der Anteil der getöteten Frauen und Mädchen ist in diesem Konflikt deutlich höher als in früheren Auseinandersetzungen in Gaza. Laut einem Bericht von UN Women lag dieser Anteil im Konflikt 2008-2009 bei 15 % und im Jahr 2014 bei 22 %. Calltorp betonte, dass die Getöteten Mütter, Töchter und Schwestern waren, die tief geliebt wurden.

Lage trotz Waffenruhe weiterhin tödlich

Obwohl im Oktober 2025 eine fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas verkündet wurde, halten die Tötungen von Frauen und Mädchen laut Berichten von UN Women in den letzten Monaten unvermindert an. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mindestens 766 Palästinenser getötet.

Die Waffenruhe folgte auf mehr als zwei Jahre Krieg. Die humanitäre Lage verschärfte sich zudem durch die Eskalation des Nahostkriegs am 28. Februar mit dem US-israelischen Angriff auf den Iran, was zu weiteren Grenzschließungen und Einschränkungen für Hilfslieferungen führte.

Verheerende Folgen für Überlebende

Neben der hohen Zahl der Toten haben fast 11.000 Frauen und Mädchen Verletzungen erlitten, die so schwerwiegend sind, dass sie mit lebenslangen Behinderungen weiterleben müssen.

Die Gazaner Gesundheitsbehörden beziffern die Gesamtzahl der Opfer seit Oktober 2023 auf über 72.315 Tote und 172.137 Verletzte. Der Krieg hat die Struktur palästinensischer Familien radikal verändert. Zehntausende Haushalte werden mittlerweile von Frauen geführt, die ihre Ehemänner verloren haben und nun ohne Einkommen, Unterstützung oder Zugang zu lebensnotwendigen Dienstleistungen für ihre Familien sorgen müssen.

Sofia Calltorp berichtete von Frauen, die ihre Babys auf der Straße entbinden mussten, da kein Transport zu funktionstüchtigen Krankenhäusern möglich war. Es herrscht ein kompletter Mangel an Grundversorgung, einschließlich sexueller und reproduktiver Gesundheit sowie Hygieneartikeln.

Fast eine Million Frauen und Mädchen wurden im Verlauf des Konflikts wiederholt vertrieben. Etwa 790.000 weibliche Bewohner leiden unter Nahrungsmittelunsicherheit auf Krisen- oder Katastrophenniveau. UN Women fordert die uneingeschränkte Achtung der Waffenruhe, die Einhaltung des Völkerrechts und eine massive Ausweitung der humanitären Hilfe.

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