Dublin – Sender in Irland und Spanien haben angekündigt, den diesjährigen Eurovision Song Contest wegen der Teilnahme Israels zu boykottieren.
Der spanische Sender RTVE bestätigte, dass er den Wettbewerb nicht ausstrahlen werde, während der irische Sender RTÉ erklärte, er werde weder senden noch teilnehmen, und bezeichnete die Teilnahme angesichts der anhaltenden humanitären Krise im Gazastreifen als „unzumutbar“.
Die Entscheidung fällt in einer Zeit, in der der Druck auf den Eurovision Song Contest wegen der Teilnahme Israels wächst, wobei auch Tausende von Künstlern einen Boykott und einen Ausschluss Israels vom Wettbewerb fordern.
Irland schließt sich ESC-Boykott an
Irland hat sich offiziell zwei weiteren Ländern – Spanien und Slowenien – angeschlossen, die zuvor angekündigt hatten, dass ihre öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten den diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) nicht übertragen werden.
Als Grund für den Protest nannten die Länder die militärischen Aktionen Israels im Gazastreifen während des Krieges mit der Hamas. Kevin Bakhurst, Generaldirektor des irischen Senders RTÉ, erklärte hierzu, dass Irland eine Teilnahme angesichts des „anhaltenden und entsetzlichen Verlusts von Menschenleben im Gazastreifen für unvertretbar hält“.
Der slowenische Rundfunk RTV Slovenija gab bekannt, dass er anstelle des Eurovision Song Contests die Sendereihe „Voices of Palestine“ (Stimmen Palästinas) ausstrahlen wird, eine Sammlung von Spielfilmen und Dokumentationen über Palästina.
Auch Island und die Niederlande verweigern Teilnahme
Die zugehörige Website bot bis Sonntagnachmittag noch keine detaillierten Informationen über die genauen Inhalte. Auch Island und die Niederlande verweigern in diesem Jahr die Teilnahme am Wettbewerb, haben sich jedoch dazu entschieden, die Veranstaltung dennoch auszustrahlen.
Die 70. Ausgabe des Eurovision Song Contests findet vom 12. bis 16. Mai 2026 in Wien, Österreich, statt. Insgesamt 35 Länder nehmen teil, wobei die Halbfinals am 12. und 14. Mai sowie das Finale am 16. Mai angesetzt sind. Für Israel wird Noam Bettan mit dem Lied „Michelle“ antreten. Seit dem Start des Wettbewerbs im Jahr 1956 wurde der ESC lediglich während der COVID-19-Pandemie 2020 unterbrochen. Für Spanien markiert dieses Jahr das erste Mal seit dem Beitritt 1961, dass die Veranstaltung nicht im Fernsehen übertragen wird.
Die Geschichte der beiden Länder im Wettbewerb ist erfolgreich: Irland hält mit sieben Siegen (zuletzt 1996) einen Rekord, während Israel bisher viermal gewann, zuletzt 2018 mit Netta Barzilai und dem Song „Toy“.
Im Fokus der Debatte steht auch die irische Vertreterin von 2024, Bambie Thug. Die Goth-Sängerin hatte sich während des letzten Wettbewerbs die Worte „Waffenstillstand“ und „Saoirse Don Phalistin“ (Freiheit für Palästina) in der mittelalterlichen irischen Ogham-Schrift auf Gesicht und Beine gemalt.
Die Europäische Rundfunkunion (EBU) zwang die Künstlerin jedoch, diese Schriftzüge vor dem Auftritt zu entfernen. Bambie Thug gab später an, geweint zu haben, als die israelische Teilnehmerin Eden Golan das Finale erreichte, und erklärte im Sommer 2025, ihren Song „Doomsday Blue“ erst wieder aufzuführen, wenn Israel vom Wettbewerb ausgeschlossen wird.
Aus Protest gegen Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest wird Irland den Wettbewerb dieses Jahr nicht übertragen. https://t.co/P1lbnuTzr3
Jerusalem – Der palästinensische Premierminister Mohammad Mustafa warnte am Sonntag eindringlich vor den Folgen der israelischen Finanzpolitik. „Die Besatzung kürzt unsere Mittel seit Jahren, aber die Intensität dieser Kürzungen hat in den letzten 12 Monaten massiv zugenommen“, erklärte Mustafa während einer Pressekonferenz anlässlich der Kommunalwahlen.
Er betonte, dass im vergangenen Jahr kein einziger Schekel an Steuereinnahmen an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) überwiesen wurde. Laut Mustafa handele es sich um einen gezielten Versuch, die Institutionen des Staates Palästina zu zerstören, unter dem besonders die Angestellten der Behörde und die gesamte Bevölkerung leiden würden.
Die finanzielle Lage in Ramallah ist demnach prekär. Das palästinensische Finanzministerium gab in einer ungewöhnlichen Erklärung bekannt, dass Beamte für ihre Januargehälter aufgrund der „gestohlenen Steuereinnahmen“ lediglich eine Abschlagszahlung von 2.000 Schekel (ca. 672 Dollar) erhielten – und das mit erheblicher Verzögerung. Finanzminister Istefan Salameh bezifferte die Gesamtsumme der von Israel einbehaltenen Gelder im Februar auf rund 13 Milliarden Schekel (ca. 4,4 Milliarden Dollar).
Mustafa bezeichnete das Vorgehen als eine Form der „Blockade“, die sich nicht nur auf den Gazastreifen beschränke, sondern auch das Westjordanland und Ostjerusalem durch politische, sicherheitstechnische und siedlungspolitische Mittel „erwürgen“ solle.
Premierminister Mohammad Mustafa (l.) bei einem Treffen mit Präsident Mahmoud Abbas (Archivfoto)
Bei den fraglichen Geldern handelt es sich um sogenannte „Clearance Funds“ – Steuern und Zölle auf Waren, die für die palästinensischen Gebiete bestimmt sind und von Israel gemäß den Osloer Abkommen der 1990er Jahre erhoben werden. Diese machen etwa 60 Prozent des Einkommens der PA aus. Seit November 2023 hat Israel zudem Summen abgezogen, die für den Gazastreifen bestimmt waren, woraufhin die PA zeitweise die Annahme von Teilzahlungen verweigerte.
In diesem Monat wurden von den insgesamt gesammelten 740 Millionen Schekel (248 Millionen Dollar) rund 590 Millionen Schekel (197,7 Millionen Dollar) direkt von Israel einbehalten. Diese Summen wurden laut offiziellen Angaben umgeleitet, um offene Rechnungen der PA bei der Israel Electric Corporation sowie bei Wasser- und Umweltbetrieben zu begleichen.
Washington drängt auf Freigabe
Auch international wächst der Druck auf die israelische Regierung. Die Trump-Administration drängt Israel zur Freigabe der Gelder. Dies war unter anderem Thema bei einem Treffen zwischen Premierminister Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump im vergangenen Dezember in Florida.
Bisher hat Netanjahu das Thema jedoch nicht im Kabinett zur Abstimmung gebracht. Hintergrund ist der massive politische Druck innerhalb seiner Koalition: Finanzminister Bezalel Smotrich drohte offen mit dem Rücktritt und dem damit verbundenen Sturz der Regierung, sollte Netanjahu versuchen, seine harte Linie gegenüber der PA zu unterwandern.
„Terrorfinanzierung“
Das Büro von Finanzminister Bezalel Smotrich bestätigte schließlich die Einbehaltung der April-Einnahmen und rechtfertigte dies mit seiner seit einem Jahr bestehenden Politik. Smotrich, ein erklärter Gegner einer palästinensischen Eigenstaatlichkeit, fordert offen die Demontage der Autonomiebehörde.
Die verbleibenden Mittel seien eingefroren worden, da die PA international gegen den Staat Israel vorgehe und die „Anstiftung zum Terrorismus“ unterstütze. Die israelische Seite begründet die Kürzungen zudem mit der angeblichen Terrorfinanzierung durch die Behörde in Ramallah.
Israel has refused to transfer this month’s tax revenues it collects on behalf of the Palestinian Authority, intensifying economic pressure on the already struggling administration.
According to the Finance Ministry led by Bezalel Smotrich, around 740 million shekels were… pic.twitter.com/fHGO8NTytb
Ob zu Hause oder unterwegs – das Spielerlebnis unterscheidet sich je nach Gerät deutlich. Im Lolajack Casino fallen vor allem Bedienung, Übersicht und Tempo der Nutzung unterschiedlich aus; Lolajack casino dient dabei als praktisches Beispiel für die Unterschiede. Wer die Unterschiede kennt, kann die passende Plattform für die jeweilige Situation wählen.
Digitale Unterhaltung ist längst nicht mehr an einen festen Ort gebunden. Viele Nutzerinnen und Nutzer wechseln im Alltag zwischen Smartphone, Tablet und Desktop-Rechner – und nehmen dabei Unterschiede in Darstellung und Bedienlogik wahr. Gerade bei grafisch aufwendigen Spielen wirken sich Bildschirmgröße, Eingabemethode und Verbindungsqualität auf den Ablauf aus, was sich bei Lolajack casino besonders gut vergleichen lässt. Ein Vergleich hilft, die jeweiligen Stärken einzuordnen, ohne daraus eine Wertung ableiten zu müssen.
Bedienung und Übersicht je nach Bildschirmgröße
Am Desktop ist die Oberfläche häufig weitläufiger, sodass Kategorien, Filter und Spielinformationen parallel sichtbar bleiben. Das erleichtert das gezielte Suchen nach bestimmten Spieltypen und sorgt dafür, dass Menüs weniger verschachtelt wirken. Im Lolajack casino zeigt sich dieser Vorteil vor allem beim Stöbern durch umfangreiche Listen, bei denen mehr Elemente gleichzeitig dargestellt werden können. Auf mobilen Geräten wird die Navigation dagegen stärker verdichtet, damit zentrale Funktionen trotz begrenzter Fläche erreichbar sind. Das führt oft zu klaren Symbolleisten, kürzeren Listenansichten und mehr Scrollen.
Touch-optimierte Menüs setzen auf große Schaltflächen und Gesten, während Desktop-Layouts meist mit Mauszeiger und Hover-Effekten arbeiten. Beides kann intuitiv sein, folgt aber unterschiedlichen Gewohnheiten. Wer häufig zwischen Spielen springt, nimmt am großen Bildschirm oft schnellere Orientierung wahr. Auf dem Smartphone steht eher die schnelle, punktuelle Nutzung im Vordergrund, etwa in kurzen Pausen oder unterwegs.
Spielgefühl und Technik Maus und Tastatur versus Touchscreen
Die Eingabe über Maus und Tastatur ermöglicht präzise Klicks und eine stabile Steuerung, was bei komplexeren Oberflächen hilfreich sein kann. Gleichzeitig lässt sich die Darstellung am Desktop leichter so einstellen, dass Informationen wie Einsätze, Spielregeln oder Statistiken gut lesbar bleiben.
Im Lolajack casino wirkt das vor allem dann relevant, wenn einzelne Spiele mehrere Optionen parallel anzeigen oder viele Einstellungen in Menüs verteilt sind. Auf dem Smartphone ist die Bedienung direkter, weil Interaktionen über Antippen erfolgen und viele Spiele darauf ausgelegt sind. Dadurch fühlt sich der Ablauf oft schneller an, kann aber bei kleinen Bedienelementen auch mehr Aufmerksamkeit erfordern.
Technisch spielen zudem Faktoren wie Bildschirmauflösung, Geräteleistung und Netzwerkverbindung eine Rolle. Mobile Nutzung ist stärker von schwankendem Empfang, Energiesparmodi oder Hintergrundprozessen beeinflusst. Am Desktop sind Unterbrechungen durch Akkustand oder Funklöcher typischerweise kein Thema, dafür hängt die Qualität stärker von Hardware und Browserkonfiguration ab. Insgesamt können beide Plattformen flüssig laufen, reagieren aber unterschiedlich auf Störungen.
Alltagsroutinen Funktionen und Nutzungssituationen
Im Alltag entscheiden häufig Routinen darüber, welches Gerät verwendet wird. Mobil stehen kurze Sitzungen im Vordergrund, bei denen ein schneller Zugriff und eine unkomplizierte Navigation wichtig sind. Am Desktop werden eher längere Nutzungsphasen wahrgenommen, weil die Sitzposition, der größere Bildschirm und die Eingabegeräte auf Dauerkomfort ausgelegt sind. Im Lolajack casino kann das bedeuten, dass das Smartphone eher für spontane Nutzung eingesetzt wird, während der Desktop für strukturierteres Durchsuchen und längeres Spielen genutzt wird.
Auch unterstützende Funktionen wie Suchfelder, Favoritenlisten oder Hilfebereiche wirken je nach Gerät unterschiedlich. Auf dem Desktop lassen sich Informationen häufig leichter parallel überblicken, während mobil der Fokus stärker auf einer Aufgabe zur Zeit liegt.
Benachrichtigungen, eingehende Anrufe oder App-Wechsel können mobile Abläufe unterbrechen, während am PC eher andere offene Fenster oder Hintergrundprogramme ablenken. Diese Unterschiede prägen die Nutzung, ohne dass eine Plattform grundsätzlich überlegen sein muss.
Peking – Der chinesische Elektroautohersteller BYD hat auf der Automesse in Peking sein neues Hypercar Denza Z vorgestellt. Das viersitzige Elektrofahrzeug soll zunächst in Europa auf den Markt kommen und unterstreicht die Strategie des Konzerns, seine Premium-Modelle gezielt international zu positionieren.
Das Modell basiert auf einem bereits 2025 in Shanghai präsentierten Konzept und wird in mehreren Varianten erscheinen – darunter ein Coupé (Hardtop), ein Cabriolet sowie eine speziell auf den Einsatz auf Rennstrecken ausgelegte Version. Die erste große Präsentation außerhalb Chinas ist für Juli beim Goodwood Festival of Speed in Großbritannien geplant.
Mehr als 1.000 PS
Angetrieben wird der Denza Z von einem elektrischen Hochleistungssystem mit mehr als 1.000 PS. Damit soll das Fahrzeug in weniger als zwei Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und sich auf Augenhöhe mit Hypercars wie dem Rimac Nevera bewegen. Die Kraft wird über das Allradsystem „E3 Yi Sanfang“ auf die Straße übertragen, ergänzt durch moderne Technologien wie Steer-by-Wire und eine umfassende elektronische Fahrwerkssteuerung.
Auch beim Fahrwerk setzt BYD auf Hightech: Das DiSus-M-System nutzt Kameras zur vorausschauenden Analyse der Fahrbahn und passt die Dämpfung in Echtzeit an. So soll maximale Stabilität selbst bei hohen Geschwindigkeiten gewährleistet werden.
Beim Laden will der Hersteller neue Maßstäbe setzen. In Kombination mit der weiterentwickelten Blade-Batterie und dem Flash-Charging-System sind theoretische Ladeleistungen von bis zu 1.500 kW möglich. Eine Aufladung auf 80 Prozent könnte damit in rund neun Minuten erfolgen.
„Tank Turn“
Darüber hinaus soll das Fahrzeug über erweiterte autonome Fahrfunktionen verfügen und Manöver wie einen sogenannten „Tank Turn“ beherrschen, bei dem sich das Auto auf der Stelle drehen kann – eine Technologie, die bereits bei anderen Hochleistungsmodellen des Konzerns zum Einsatz kommt.
Für das Design zeichnet der deutsche Autodesigner Wolfgang Egger verantwortlich, der zuvor unter anderem für Audi tätig war. Der Denza Z setzt auf eine klare, aerodynamisch optimierte Linienführung mit versteckten Türgriffen, großen Leichtmetallrädern und integrierten Spoilerelementen. Zusätzliche Luftkanäle in der Motorhaube sorgen bei hohen Geschwindigkeiten für mehr Abtrieb und ein besonders stabiles Fahrverhalten.
Die Cabrio-Version verfügt über ein Stoffverdeck, das sich im Heck verstauen lässt. Präsentiert wurde das Fahrzeug in einer auffälligen „Fiorentine“-Grünlackierung, daneben sollen zahlreiche Individualisierungsoptionen mit weiteren Farbvarianten verfügbar sein.
Im Innenraum kombiniert BYD ein digitales Instrumentendisplay mit einem freischwebenden, quadratischen Bildschirm. Ergänzt wird das Cockpit durch eine kabellose Ladefläche sowie Bedienelemente in der Mittelkonsole. Das Fahrzeug ist als 2+2-Sitzer ausgelegt und richtet sich klar an das gehobene Luxussegment.
Mit dem Denza Z zielt BYD direkt auf etablierte europäische Sportwagen wie das Porsche 911 Cabriolet oder das Maserati GranCabrio Folgore. Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen auch sportliche Ambitionen: Der Wagen wurde bereits auf der Nürburgring-Nordschleife getestet, wo künftig offizielle Rundenzeiten erzielt werden sollen.
Einen offiziellen Preis hat BYD bislang nicht genannt. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass sich das Modell im sechsstelligen Bereich positionieren wird. Zugleich dürfte der Denza Z unterhalb der streng limitierten Hypercar-Modelle der BYD-Tochter YangWang angesiedelt sein, die nur in sehr kleiner Stückzahl produziert werden.
✨🇨🇳BYD unveils the world’s first smart electric supercar, Denza Z, at the 2026 Beijing International Auto Show.
It boasts over 1,000 horsepower, a 0-100 km/h sprint in just 2 seconds, smart magnetorheological technology, and active preview.
Check out this eye-catching… pic.twitter.com/Mo18HaPqJP
Berlin – Gewaltprävention in Pflegeeinrichtungen ist fachlich geboten. Zentrales Instrument dafür ist ein partizipativ erarbeitetes Schutzkonzept.
Um bei der Entwicklung solcher organisationsspezifischen Konzepte zu unterstützen, stellt das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) einen wissenschaftlich fundierten Praxisleitfaden für stationäre Einrichtungen bereit. Dieser kann bundesweit, trägerunabhängig und unentgeltlich eingesetzt werden.
Gewalt in der Langzeitpflege ist ein relevantes Problem und kann in unterschiedlicher Weise auftreten. Das damit verbundene Schadenspotenzial ist erheblich. Wirksame Gewaltprävention ist darum sehr wichtig und eine zentrale Grundlage guter Pflege. Entsprechender Gewaltschutz trägt zur Sicherheit aller Personen in einer Einrichtung bei. Er kann die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner erhöhen – sowie auch die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Ein zentrales professionelles Instrument zur Gewaltprävention ist ein partizipativ entwickeltes organisationsbezogenes Gewaltschutzkonzept. Dieses bezieht sich auf die einrichtungsspezifischen Bedingungen wie etwa die vorhandene Einrichtungskultur, Strukturen und Prozesse und zielt darauf ab, unter Einbezug möglichst aller Personengruppen in der Organisation, ein maßgeschneidertes Schutzkonzept zu entwickeln, zu verankern und laufend fortzuentwickeln.
„Der Qualitätsausschuss Pflege empfiehlt Pflegeeinrichtungen zur Gewaltprävention unter anderem die partizipative Entwicklung und Umsetzung eines einrichtungsindividuellen Gewaltschutzkonzeptes. In vielen Bundesländern ist ein Schutzkonzept für die stationäre Langzeitpflege auch gesetzlich vorgeschrieben“, erklärt Dr. Simon Eggert, Geschäftsleiter im ZQP und Experte für das Thema Gewaltprävention. Allerdings sei in der Praxis nicht immer klar, wie so ein Konzept genau erarbeitet werden sollte und welchen Anforderungen es am Ende genügen muss.
Um Einrichtungen der stationären Langzeitpflege bei der partizipativen Entwicklung sowie nachhaltigen Implementierung eines organisationsbezogenen Gewaltschutzkonzepts zu unterstützen, hat das ZQP einen wissenschaftsbasierten Praxisleitfaden entwickelt.
Er dient dabei zum einen als Hilfsmittel für die konstruktive Auseinandersetzung mit dem Phänomen Gewalt in Pflegeeinrichtungen. Zum anderen führt er systematisch durch die Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung einrichtungsspezifischer gewaltpräventiver Maßnahmen.
Der Leitfaden umfasst Basiswissen zu Konstellationen und Risikofaktoren für Gewalt in der Pflege, Praxistipps für die partizipative Entwicklung eines Gewaltschutzkonzepts, ein Check-up zur Risikoanalyse sowie eine Mustervorlage für ein Schutzkonzept. Zielgruppe sind insbesondere Personen, die in einer Einrichtung typischerweise besondere Verantwortung für Gewaltschutz bzw. die Erarbeitung entsprechender Konzepte tragen.
Dazu zählen etwa Leitungspersonen, Qualitätsbeauftragte und Beauftragte oder Teams für Gewaltprävention. „Unser Angebot bietet Einrichtungen einen klaren Ausgangspunkt, um ein fachlich angemessenes und in der Praxis akzeptiertes Gewaltschutzkonzept entwickeln zu können – oder ein bestehendes weiterzuentwickeln“, sagt Eggert.
Wichtige Basis einer entsprechenden Konzeptentwicklung sei darüber hinaus eine für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positive Sicherheitskultur innerhalb der Organisation, in deren Rahmen die Einrichtungsleitung eine Gewaltpräventionsstrategie initiiert und nachhaltig unterstützt.
Der Leitfaden ist im Anschluss an das wissenschaftliche Projekt „Entwicklung eines Muster-Rahmenkonzepts zur Gewaltprävention in stationären Langzeitpflegeeinrichtungen“ des ZQP und des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität zu Köln entstanden.
Hierbei wurde neben dem Rahmenkonzept auch eine evidenzbasierte Risikoanalyse für Einrichtungen erarbeitet und im Rahmen von Expertinnen-/Experten-Workshops in Bezug auf Ansatz und praktische Umsetzbarkeit finalisiert. Grundlage der Konzeption zur Risikoanalyse ist dabei ein Scoping Review zur praktischen Umsetzung von Risikoanalysen und zu Risikofaktoren für das Auftreten von Gewalt in der stationären Langzeitpflege. Auf Basis dieser Projektarbeiten erfolgte die Erstellung des Praxisleitfadens nach den Regeln des ZQP-Methodenstandards.
Der ZQP-Praxisleitfaden zur Entwicklung eines organisationsbezogenen Gewaltschutzkonzepts ist bundesweit und trägerübergreifend frei zugänglich und kann über die Website des ZQP unter www.zqp.de unentgeltlich heruntergeladen werden.
Berlin – Störungen im Arbeitsablauf, hohe Arbeitsintensität oder ein schlechtes zwischenmenschliches Klima wirken sich negativ auf das Wohlbefinden von Beschäftigten aus und können auch die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit beeinträchtigen.
Anlässlich des Tags der Arbeitssicherheit am 28. April betonen Unfallkassen und Berufsgenossenschaften sowie ihr Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), welche Bedeutung gesundheitsgerecht gestaltete Arbeitsbedingungen haben.
Wie verbreitet psychische Belastungen sind, zeigt eine repräsentative Befragung der DGUV unter mehr als 2.000 Erwerbstätigen. Am häufigsten berichteten diese demnach von Belastungen durch die Arbeitsorganisation: Häufige Unterbrechungen, hohe Arbeitsintensität oder unklare Zuständigkeiten nannte die Hälfte der Befragten.
35 Prozent empfanden die Arbeitsinhalte und -aufgaben als belastend. 29 Prozent gaben an, dass soziale Beziehungen am Arbeitsplatz – etwa Konflikte oder mangelnde Unterstützung – eine Rolle spielen.
„Die Ergebnisse zeigen, dass psychische Belastungen den Arbeitsalltag vieler Beschäftigter wesentlich mitbestimmen – entscheidend ist ihre gesundheitsgerechte Gestaltung“, sagt Dr. Annekatrin Wetzstein, Arbeitspsychologin an der DGUV Akademie. „Für den Arbeitsschutz bedeutet das, auch arbeitsorganisatorische und soziale Faktoren systematisch in den Blick zu nehmen.“
Belastungen begünstigen Unfälle
Die genannten Arbeitsbedingungen stehen auch im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen, ergab die Befragung der DGUV. Auf die Frage, welche Faktoren aus ihrer Sicht Arbeitsunfälle begünstigen können, nannten 45 Prozent der Erwerbstätigen eine hohe Arbeitsbelastung und Zeitdruck.
„Unter Zeitdruck und bei hoher Arbeitsintensität können Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt sein; Risiken werden eher übersehen“, so Wetzstein. „Zudem kann es dazu kommen, dass Schutzmaßnahmen nicht konsequent eingehalten werden.“
Arbeitsbelastung und Stress beeinflussen auch, ob Beschäftigte sich vorstellen können, ihre Tätigkeit bis zum Renteneintrittsalter sicher und gesund auszuüben. In der Befragung wurden sie häufig als Gründe genannt, die einer sicheren und gesunden Erwerbstätigkeit bis zum Rentenalter im Weg stehen.
Die Erwerbstätigen, die sich vorstellen können, ihre aktuelle Tätigkeit bis zum Renteneintrittsalter auszuüben, wurden offen nach den Gründen gefragt. Rund ein Viertel verwies auf eine geringe körperliche Belastung, etwa bei Bürotätigkeiten. 15 Prozent gaben an, dass ihnen ihre Arbeit Freude bereitet und sie diese deshalb langfristig ausüben möchten. Weitere zehn Prozent nannten gute Arbeitsbedingungen oder ein positives Arbeitsklima als ausschlaggebend.
„Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen tragen dazu bei, die Arbeitsfähigkeit bis zur Rente zu erhalten“, sagt Dr. Annekatrin Wetzstein. „Dazu ist wesentlich, sowohl körperliche als auch psychische Belastungen in den Blick zu nehmen – etwa im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung.“
Diese hilft, Risiken am Arbeitsplatz systematisch zu identifizieren und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Auf dieser Basis können Betriebe beispielsweise Arbeitsabläufe überprüfen, Zuständigkeiten klären, Arbeitszeiten anpassen oder die Zusammenarbeit und Führung gezielt weiterentwickeln.
Berlin – Auch unter Einbeziehung der Kosten für Netzausbau und Batteriespeicher sind Erneuerbare Energien deutlich günstiger als der Neubau von Gaskraftwerken.
Das ist das Ergebnis eines Gesamtkostenvergleichs, den die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Wirtschaftsverband Windkraftwerke (WVW) gemeinsam in Auftrag gegeben haben. Demnach ergeben sich für Solar- und Windenergieanlagen, die im Jahr 2027 neu errichtet werden, Gesamtkosten von rund 11 Cent je Kilowattstunde (ct/kWh).
Für Gaskraftwerke liegen die Kosten mit bis zu 31 ct/kWh dagegen drei Mal so hoch. Kostentreiber sind dabei die rasant gestiegenen Preise der Kraftwerkshersteller, Brennstoff- und Emissionszertifikate-Kosten sowie die erwarteten niedrigen Betriebsstunden der Gaskraftwerke. DUH und WVW fordern Wirtschaftsministerin Katherina Reiche auf, die tatsächlichen Kostenstrukturen des Energiemarkts anzuerkennen und ihre einseitig auf den Neubau von Gaskraftwerken ausgerichtete und maßgeblich von den Energiekonzernen beeinflusste Politik zu beenden.
„Zusammen mit den CEOs von E.ON und RWE hat Katherina Reiche ein argumentatives Kartenhaus gebaut, um neue Gaskraftwerke durchzusetzen: Angeblich würden Erneuerbare Energien durch Netzausbau und Batteriespeicher hohe Systemkosten verursachen.
Dieses Kartenhaus fällt nun in sich zusammen. Die Zahlen zeigen klar, dass der Neubau eines Gaskraftwerks im Vergleich zu neuen Windkraft- oder Solaranlagen drei Mal so teuer ist. Geht es mit Reiches Plänen weiter, drohen den Stromverbrauchern unnötig hohe Kosten. Geopolitische Krisen mit Auswirkungen auf den internationalen Markt für fossile Energieträger träfen uns weiterhin mit voller Wucht.
Diese Energiepolitik ist ein Risiko für die nationale Sicherheit und den Wirtschaftsstandort Deutschland. Wir fordern Bundeskanzler Merz auf, von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch zu machen und die deutsche Energiepolitik zurück auf einen Kurs für eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Versorgung zu bringen.“
„Die Kostenrisiken fossiler Energieerzeugung sind angesichts der aktuellen Krise fast eine Binsenweisheit. Dennoch gab es bisher keine Quantifizierung der Systemkosten im Vergleich. Unser Gutachten schafft die Faktengrundlage für energiepolitisch vernünftige Entscheidungen.
Der ambitionierte Ausbau der Erneuerbaren Energien ist wirtschaftlich vorteilhaft und sichert uns gegen Importabhängigkeiten ab. Dagegen würde ein Ausbau von Gaskraftwerken dafür sorgen, dass hohe Gaspreise direkt auf die Strompreise durchschlagen.
Dies würde jegliche Bemühungen um niedrige Energiekosten für Verbraucher und Industrie konterkarieren. Auch technisch gibt es keine belegbaren Gründe für ein Abbremsen des Ausbaus. Die konsequente Umsetzung von Netzoptimierungsmaßnahmen kann die Transportkapazitäten unserer Stromnetze um 50 Prozent erhöhen. Redispatch-Abregelungen könnten schnell auf ein Minimum zurückgeführt werden. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien kann ungehindert weitergehen und für niedrige Energiepreise und eine weniger verwundbare Volkswirtschaft sorgen, bei gleichzeitiger Gewährleistung der Versorgungssicherheit.“
Hintergrund:
Das Gutachten im Auftrag der DUH und des WVW hat Ralf Bischof, Geschäftsführer der RBID GmbH erstellt. Die Kosten für Netzausbau von Übertragungs- sowie Verteilnetzen wurden anteilig auf Windenergie an Land, Auf-Dach-Solar sowie Freiflächen-Solar verteilt. Auch die Kosten für den Ausbau von Batteriespeichern wurden den Erneuerbaren rechnerisch angelastet. Für Gaskraftwerke wurden zwei Szenarien mit Gaspreisen vor und während des Iran-Kriegs betrachtet.
Europa brennt. Deutsche Truppen marschieren in Polen ein, besetzen Griechenland, deportieren Juden in die Vernichtungslager. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Was in den Geschichtsbüchern kaum Platz findet: Es war der Nahe Osten, der Europa in seinen dunkelsten Stunden auffing — mit offenen Armen, Gastfreundschaft und in manchen Fällen mit persönlichem Mut, der das Leben kostete.
Griechen in Syrien: Flucht über das Meer
Als deutsche Truppen 1941 Thessaloniki einnahmen und 1943/44 gemeinsam mit italienischen und bulgarischen Einheiten ganz Griechenland besetzten, sahen Tausende Griechen keine andere Wahl als die Flucht.
Wer nicht mit den Besatzern kollaborieren wollte, wurde brutal verfolgt — viele wurden getötet. Die geografische Nähe der ägäischen Inseln zur türkischen Küste erwies sich als rettend. Mit Kuttern machten sich die Flüchtlinge auf den Weg zur türkischen Küstenstadt Çeşme, von dort nach İzmir und schließlich per Bahn ins syrische Aleppo. Dort kamen monatlich etwa 1.000 Menschen an.
Berichte von Lagerinsassen und Mitarbeitern der UN-Hilfsorganisation UNRRA schildern das Leben als human: Dreimal täglich gab es kostenloses Essen, die Möglichkeit zu arbeiten und eine Ausbildung zu beginnen. Die syrische Bevölkerung zeigte sich dabei ausgesprochen gastfreundlich.
Wie die Zeitung „Hune el Kudüs“ vom 11. Januar 1942 berichtet, spendeten die Einwohner von Aleppo den Flüchtlingen Kleidung und Nahrungsmittel. Von Aleppo aus gelangten die Griechen weiter nach Palästina und Ägypten. Über 40.000 europäische Flüchtlinge konnten durch diese Schutzmaßnahmen dem Tod entrinnen.
(Screenshot/BBC)
Polen im Iran: Die Stadt der polnischen Kinder
Wenige hundert Kilometer weiter östlich spielte sich zur gleichen Zeit ein ähnliches Drama ab — in noch größerem Ausmaß. Nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 wurden rund 1,25 Millionen Polen in die Sowjetunion deportiert, eine halbe Million davon in Arbeitslager nach Kasachstan und Sibirien.
Als Deutschland 1941 die Sowjetunion angriff und beide Länder gezwungenermaßen zu Verbündeten wurden, öffneten sich die Lagertore. Den Gefangenen wurde gesagt, sie seien frei — und könnten einer neuen polnischen Armee im Iran beitreten.
Was folgte, war ein Exodus.
Über 116.000 Polen überquerten das Kaspische Meer in überfüllten Booten und erreichten die iranische Hafenstadt Pahlevi. Viele waren dem Tod nahe — Malaria, Typhus und jahrelanger Hunger hatten sie gezeichnet. Viele starben kurz nach der Ankunft und wurden auf iranischem Boden begraben.
Doch der Iran empfing die Überlebenden mit einer Herzlichkeit, die viele nie vergessen haben. Die iranische Regierung stellte Gebäude zur Verfügung, richtete polnische Schulen, Bäckereien und Kulturzentren ein — damit sich die Flüchtlinge ein Stück weit zuhause fühlen konnten.
„Die freundlichen Perser drängten sich um die Busse und riefen uns lautstark Begrüßungsworte zu. Durch die Fenster reichten sie uns Datteln, Nüsse, gebratene Erbsen mit Rosinen und saftige Granatäpfel“, erinnerte sich die polnische Flüchtlingsfrau Krystyna Skwarko.
Dass der Iran zu dieser Zeit selbst unter erheblichem wirtschaftlichem Druck stand — sowjetische Sanktionen, alliierte Besatzung der Infrastruktur — machte diese Gastfreundschaft umso bemerkenswerter.
Besonders bewegend war das Schicksal der Kinder. Tausende Waisenkinder, deren Eltern in sowjetischen Lagern gestorben waren, fanden in der iranischen Stadt Isfahan eine neue Heimat auf Zeit. Zwischen 1942 und 1945 durchquerten rund 2.000 Kinder die Stadt — so viele, dass Isfahan zeitweise „Stadt der polnischen Kinder“ genannt wurde.
Schulen wurden gegründet, in denen neben Polnisch und Mathematik auch Persisch und iranische Geschichte gelehrt wurden. Fast 3.000 polnische Flüchtlinge starben kurz nach ihrer Ankunft und wurden auf iranischen Friedhöfen begraben. Viele dieser Gräber werden bis heute von Iranern gepflegt.
(Foto: Screenshot)
Rhodos 1944: Ein türkischer Diplomat rettet Juden vor Auschwitz
Während Griechen in Syrien und Polen im Iran Zuflucht fanden, spielte sich auf der griechischen Insel Rhodos eine Geschichte ab, die von persönlichem Mut und diplomatischer Kühnheit handelt.
Als die deutsche Wehrmacht 1944 begann, die rund 1.800 Juden der Insel zu deportieren, trat ein junger türkischer Diplomat auf den Plan: Selahattin Ülkümen, Generalkonsul der Türkei auf Rhodos.
Ülkümen suchte das Gespräch mit dem deutschen Kommandanten Generalleutnant Ulrich von Kleemann. Er verwies auf die Neutralität der Türkei und erklärte, das türkische Recht mache keine Unterschiede bei ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit. Als der General auf deutsches Recht bestand, setzte Ülkümen nach: Er drohte, die Angelegenheit seiner Regierung zu melden — was zu einer diplomatischen Krise führen und Kleemann persönlich verantwortlich machen würde. Die Drohung zeigte Wirkung.
Doch Ülkümen wusste, dass die meisten Juden auf Rhodos keine türkischen Staatsbürger waren. Statt sich damit abzufinden, tat er etwas, das er offiziell nicht durfte: Er stellte rund 200 Juden gefälschte türkische Reisedokumente aus. Mit dieser kühnen Aktion bewahrte er mindestens 42 Menschen vor der Deportation in die Gaskammern von Auschwitz-Birkenau.
Parallel dazu rettete der Mufti von Rhodos, Scheich Süleyman Kaşlıoğlu, eine 800 Jahre alte handschriftliche Tora sowie weitere jüdische Heilige Schriften aus den von den Deutschen zerstörten Synagogen — er versteckte sie unter der Kanzel der Murat-Reis-Moschee.
Der Preis für Ülkümens Mut war hoch. Die Deutschen zerstörten sein Konsulat. Bei dem Angriff wurde seine hochschwangere Frau schwer verletzt — sie erlag kurze Zeit später ihren Verletzungen. Zwei Mitarbeiter des Konsulats kamen ebenfalls ums Leben. Ülkümen selbst wurde aus Rhodos ausgewiesen und bis 1945 im Gefängnis von Piräus festgehalten.
Israel hat diesen Mann nicht vergessen. 1990 wurde Selahattin Ülkümen als einziger türkischer Staatsbürger mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ geehrt — der höchsten israelischen Auszeichnung für Nichtjuden, die Juden während des Holocaust retteten.
Ein Baum wurde zu seinen Ehren in der Gedenkstätte Yad Vashem gepflanzt. Manche nennen ihn den „türkischen Schindler“ — doch Ülkümen selbst wies diesen Titel in einem Interview zurück: „Ich habe keinen dieser Juden gekannt. Ich wollte nur Menschenleben retten. Ich würde es jederzeit wieder tun.“ Er starb 2003 im Alter von 89 Jahren in Istanbul.
Die Geschichte Ülkümenss war kein Einzelfall. Nach Einschätzung des US-Historikers Stanford Shaw hat die Türkei während des Zweiten Weltkriegs durch die Erteilung von Einreise- und Transitvisa sowie die Duldung nicht genehmigter Durchreisen mindestens 100.000 Juden aus Europa das Leben gerettet.
Ein vergessenes Kapitel — und eine universelle Botschaft
Griechen in Syrien, Polen im Iran, Juden auf Rhodos — drei Geschichten, ein gemeinsames Thema. In den dunkelsten Jahren des 20. Jahrhunderts fanden Europäer im Nahen Osten das, was ihnen Europa verweigerte: Schutz, Würde und Menschlichkeit. Völker, die selbst unter Druck standen, öffneten ihre Grenzen, ihre Häuser und manchmal sogar ihre Moscheen.
Es sind Geschichten, die in keinem Schulbuch stehen — und die vielleicht genau deshalb erzählt werden müssen.
Washington D.C. – Laut Berichten von Military.com zielt eine Initiative im US-Kongress darauf ab, wichtige militärrechtliche Schutzmaßnahmen auf US-Bürger auszuweiten, die im israelischen Militär dienen. Der Vorschlag wirft wichtige Fragen darüber auf, inwieweit US-Veteranenleistungen und militärischer Schutz über den Dienst in den USA hinaus gelten und inwieweit Israel von den USA profitieren kann.
Der Gesetzentwurf H.R. 8445 wurde erstmals im Mai 2024 eingebracht, jedoch nie zur Abstimmung gebracht und mit Ende des 118. Kongresses formal gestrichen. Military.com veröffentlichte nun einen Analysebericht der den wachsenden politischen Druck hinter dieser Initiative beleuchtet.
Abgeordnete geben an, dass derzeit mehr als 20.000 Amerikaner in der israelischen Armee dienen, gegen die mehrere Klagen wegen Kriegsverbrechen in Palästina anhängig sind, und sie wollen diesen Dienst nach US-Recht anerkennen. Der Gesetzentwurf stellt den israelischen Militärdienst ausdrücklich so dar, dass er hinsichtlich bestimmter rechtlicher Schutzmaßnahmen eine ähnliche Behandlung wie der US-Militärdienst verdient.
Was genau sieht der Gesetzentwurf vor?
Im Jahr 2024 legten die Abgeordneten Guy Reschenthaler und Max Miller den Gesetzentwurf H.R. 8445 vor. Der Vorschlag würde das Bundesrecht dahingehend ändern, dass US-Bürger, die in der israelischen Armee dienen, Anspruch auf bestimmte Schutzmaßnahmen erhalten, die normalerweise US-Soldaten vorbehalten sind.
Die Gesetzgeber sagen, das Ziel sei es, Amerikaner zu unterstützen, die an der Seite Israels kämpfen. In ihrer Erklärung betonten sie, dass bereits Tausende US-Amerikaner im israelischen Militär dienen, und bezeichneten sie als „Helden“, die rechtlichen Schutz verdienen.
Der Vorschlag sieht vor, dass der Dienst in der israelischen Armee für bestimmte rechtliche Schutzmaßnahmen „auf die gleiche Weise wie der Dienst in den uniformierten Diensten“ behandelt wird.
Der Gesetzentwurf konzentriert sich auf zwei wichtige Bundesgesetze
Das erste ist der „Servicemembers Civil Relief Act“ (SCRA). Er begrenzt die Zinssätze für Schulden, schützt vor Zwangsräumung und bietet rechtliche Unterstützung während des Militärdienstes.
Das zweite ist das USERRA, das die Arbeitsrechte von Personen schützt, die eine zivile Beschäftigung für den Militärdienst aufgeben, und sicherstellt, dass sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können.
Gemäß dem Vorschlag würden US-Amerikaner, die im israelischen Militär dienen, Zugang zu diesen Schutzmaßnahmen nach US-Recht erhalten.
Das derzeitige US-Recht definiert einen „Veteranen“ als jemanden, der in den US-Streitkräften gedient hat. Die Leistungen für Veteranen werden vom Department of Veterans Affairs verwaltet und durch Bundesausgaben in Höhe von jährlich über 300 Milliarden Dollar finanziert.
Die Anspruchsberechtigung hängt vom Dienst für die Vereinigten Staaten ab, nicht allein von der Staatsbürgerschaft. Selbst der Dienst in verbündeten oder ausländischen Streitkräften hat noch nie automatisch zu US-Veteranenleistungen geführt.
Amerikaner, die im Ausland arbeiten oder leben, erhalten auch keine US-Leistungen aufgrund einer Beschäftigung im Ausland. Das System knüpft Leistungen konsequent an den Dienst oder an Beiträge, die innerhalb von US-Institutionen geleistet wurden.
Keine vergleichbaren Leistungen für andere ausländische Streitkräfte
Es gibt kein bestehendes US-Gesetz, das den Schutz für Veteranen auf Amerikaner ausweitet, die in ausländischen Streitkräften wie der französischen Fremdenlegion, der Ukrainischen Internationalen Legion oder den Streitkräften von Ländern wie Australien oder Neuseeland dienen.
US-Abgeordnete haben wiederholt erklärt, dass Amerikaner, die sich an Konflikten im Ausland beteiligen, dies auf eigenes Risiko und ohne Anspruch auf Unterstützung durch die US-Regierung tun.
Der Vorschlag hebt sich dadurch ab, dass er sich ausschließlich auf den Dienst in Israel bezieht.
Israelische Soldaten erhalten bereits Sold und Sozialleistungen von Israel, die aus dem Staatshaushalt finanziert werden, der teilweise aus US-Steuergeldern bestritten wird. Wehrpflichtige erhalten monatliche Zuwendungen, in einigen Fällen Wohngeld, Bildungsleistungen nach dem Dienst sowie Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Kritiker sehen in dem Vorstoß einen Präzedenzfall: Zum ersten Mal in der US-Geschichte würde Bürgern, die in einer ausländischen Armee dienen, rechtlicher Schutz nach US-Recht gewährt — und das ausschließlich für den Dienst in Israel.
US lawmakers are pushing a bill to extend legal protections to Americans serving in the Israeli army, saying over 20,000 US citizens are already in the Israeli military and would be treated like US troops for certain rights.https://t.co/fNBVgWvzgH
Washington D.C. – US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagt, das Militär des Landes verdiene es, „jedes Jahr“ den Friedensnobelpreis zu gewinnen.
Als Hegseth am Freitag (24.4.2026) bei einer Pressekonferenz zum aktuellen Stand der Operation „Epic Fury“ gefragt wurde, ob er in Anlehnung an die erklärten Ziele der Trump-Regierung eine Umbenennung des US-Kriegsministeriums in Friedensministerium in Betracht ziehen würde,
„Nun, genau darum geht es. Man wechselt von der Verteidigung zum Krieg, weil man durch Stärke proaktiv für den Frieden sorgen will. Und tatsächlich habe ich vor Generälen eine Rede darüber gehalten, worum es beim Ethos des Kriegsministeriums eigentlich geht, denn ich möchte, dass dies in jeder Ebene dieses Ministeriums ankommt“, sagte er und fügte hinzu: „Das hat eine Bedeutung, es sind nicht nur leere Worte. Und wenn man einen Krieg auf die richtige Art und Weise führt, ist die Idee dahinter, auf der anderen Seite Frieden zu schaffen. Das ist es, was wir am liebsten sehen würden.“
Hegseth argumentierte weiter, dass die globale Rolle des US-Militärs internationale Anerkennung auf höchster Ebene verdiene.
„Die einzige Institution, die jedes Jahr den Friedensnobelpreis verdienen sollte, ist das US-Militär“, antwortete Hegseth.
„Wir sind der Garant für Sicherheit und Schutz, nicht nur für unser Land, sondern für viele Menschen auf dieser Welt.“
Die Pressekonferenz, die gemeinsam mit Dan Caine, dem Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabs, abgehalten wurde, fand vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen mit dem Iran statt.